Hoher: Mangelhafte Bürgerbeteiligung und intransparente Verfahren sorgen für Unmut
Das Beteiligungsportal des Landes sah keine Kommentare zum Flächentausch vor.
Zu den schwierigen Verhandlungen zwischen der Staatskanzlei und der Waldgenossenschaft Murgschifferschaft über den für die Nationalparkerweiterung nötigen Flächentausch äußerte sich der wald- und naturschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:
„Ohne die Zustimmung der Murgschifferschaft zum Flächentausch kann Kretschmann sein Prestigeprojekt vor dem Ruhestand nicht vollenden. Die Waldgenossenschaft nutzt ihre starke Verhandlungsposition offenbar für überhöhte Forderungen. Das Ergebnis wird eine Steuergeldverschwendung auf Kosten der Bürger sein.
Parallel wächst der Widerstand in Enzklösterle. Mangelhafte Bürgerbeteiligung und intransparente Verfahren sorgen für Unmut. Viele Menschen fühlen sich nicht richtig mitgenommen, ihre Sorgen werden überhört – die Fehler von Hundsbach wiederholen sich.
In dieses Bild passt auch, dass beim Beteiligungsportal des Landes keine Kommentare zum Flächentausch vorgesehen waren. Viele Menschen aus dem Raum Enzklösterle gaben deshalb keine Stellungnahme ab. Entsprechend diffus bahnt sich die Nationalparkerweiterung ihren Weg. Gleichzeitig ist es nicht verwunderlich, dass sich Umweltministerin Thekla Walker für die Sorgen der Gemeinde Enzklösterle nicht mehr zuständig fühlt. Die Kritik einer Betroffenen, man nehme in Stuttgart ‚für ein ideologisches Ziel ziemliche Kollateralschäden in Kauf‘, ist daher nicht unbegründet.
Der Flächentausch wird Enzklösterle verändern. Unklar bleibt, inwiefern die Murgschifferschaft die gemeindewichtige Infrastruktur weiter betreibt. Ebenso offen: Was passiert mit Wanderwegen, Aussichtspunkten und kulturellen Angeboten? Diese touristischen Grundlagen dürfen nicht geopfert werden.”


