Existenzsorgen ernst nehmen


Zur SWR-Berichterstattung und der ARD-Dokumentation über Kolkraben-Angriffe auf Lämmer auf der Schwäbischen Alb erklärt der naturschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

 

„Wenn wiederholt dokumentierte Angriffe von Raben auf Lämmer auftreten und die Existenz von Schäfereien auf dem Spiel steht, müssen in begründeten Einzelfällen auch Entnahmen möglich sein. Ich erwarte vom Umweltministerium, dass es nicht nur die Positionen von Tierschutzorganisationen beachtet, sondern sich genauso engagiert mit den Existenzsorgen der Schäfer auseinandersetzt. Die Berichte und Videoaufnahmen zeigen, dass das Problem real ist und nicht wegdiskutiert werden kann. Immer häufiger entsteht der Eindruck, dass die Artenschutzpolitik im Land Politikverdrossenheit produziert. Wir brauchen hier dringend einen Kurswechsel, sonst verlieren wir immer stärker die Unterstützung für das Thema Artenschutz.”

 

 

Unbürokratische und rechtssichere Bestandsregulierung von Biber und Saatkrähe ist nötig.


Die FDP/DVP-Fraktion fordert Biber und Saatkrähe dem Schutzmanagement des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes (JWMG) zu unterstellen und hat einen Gesetzentwurf zur Änderung des JMWG eingebracht. Dieser wurde gestern von den Regierungsfraktionen abgelehnt. Dazu meint der naturschutz- und jagdpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

 

„Unser Gesetzentwurf hat nicht nur die heuchlerische Artenschutzpolitik der Grünen, sondern auch Özdemirs falsches Wahlkampfversprechen auffliegen lassen. Mit der Ablehnung unseres Gesetzentwurfs blockieren die Grünen in der Landesregierung zum wiederholten Male ein unbürokratisches und rechtssicheres Management von Biber und Saatkrähe. Erst im Dezember 2025 hatten sie ein entsprechendes Vorhaben des Landwirtschaftsministers abgelehnt. Das zeigt auch, dass Özdemir beim Jagd- und Wildtiermanagement unter falscher Flagge segelt. Vor zwei Monaten beim Landesbauerntag hat dieser vollmundig versprochen, mit ihm könne man Biber und Saatkrähe dem Jagdrecht unterstellen.

 

Der bisherige Flickenteppich an Verordnungen und willkürlichen Einzelfallentscheidungen der Naturschutzbehörden ist ein Desaster. Schon seit Jahren hätten diese von den möglichen Ausnahmeregelungen, die das Bundesnaturschutzgesetz bietet, viel flexibler Gebrauch machen können. Doch während in Bayern jährlich rund 3.000 Problembiber nach Genehmigung entnommen werden, waren es in Baden-Württemberg über die gesamte Legislaturperiode hinweg gerade einmal vier der schätzungsweise 13.500 Biber, die mittlerweile bei uns leben. Die von der Landesregierung angekündigten Verordnungen werden die Biber- und Saatkrähenproblematik also auch nicht lösen, solange die Grünen beim Naturschutz das Zepter in der Hand haben. Sie werden lediglich mit noch mehr Kosten, noch mehr Bürokratie und noch mehr Zuständigkeitswirrwarr einhergehen.

 

Wir müssen in Baden-Württemberg eine praktikable, unbürokratische und rechtssichere Bestandsregulierung von konfliktträchtigen Tierarten wie Biber und Saatkrähe ermöglichen. Wir wollen ein faktenbasiertes Jagd- und Wildtiermanagement ohne ideologische Verblendung. Die Herabsenkung des Schutzstatus von Biber und Saatkrähe auf EU- und Bundesebene ist notwendig. Der günstige Erhaltungszustand ist längst erreicht. Solange aber eine Herabsenkung noch nicht erfolgt ist, müssen Biber und Saatkrähe in das Schutzmanagement des JWMG aufgenommen werden. Dies ist rechtlich möglich und richtig.“

Effektives Management von Biber und Saatkrähe ohne grüne Verblendung.


Das Vorhaben der CDU, Biber und Saatkrähe in das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) aufzunehmen, wurde im Dezember 2025 durch das grüne Umweltministerium blockiert, obwohl der Spitzenkandidat der Grünen, Cem Özdemir, dies beim Landesbauerntag 2025 öffentlich zugesagt hatte. Die FDP/DVP-Fraktion unterstützt den Vorstoß der CDU und hat deshalb einen eigenen Gesetzentwurf eingebracht. Anlässlich der Ersten Beratung fordert der Vorsitzende der FDP/DVP-Fraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

 

„Özdemir segelt auch beim Wildtiermanagement unter falscher Flagge. Beim Landesbauerntag hat er scheinheilig behauptet, mit ihm wäre es unproblematisch zu machen, dass Biber und Saatkrähe dem JWMG unterstellt werden. Die Grünen aber haben im Anschluss eine entsprechende Rechtsverordnung des Landwirtschaftsministeriums blockiert. Das zeigt auch, was bei den Grünen das Wort ihres Spitzenkandidaten zählt, nämlich nichts. Wir unterstützen den richtigen und wichtigen Vorstoß der CDU und haben deshalb einen eigenen Gesetzentwurf eingebracht, mit dem Biber und Saatkrähe ins JWMG aufgenommen werden sollen. Die grüne Natur- und Artenschutzromantik müssen wir beenden, sie geht komplett an der Realität vorbei. Wir brauchen in Baden-Württemberg ein faktenbasiertes und effektives Wildtiermanagement ohne ideologische Verblendung.“

 

Der natur- und forstpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher ergänzt:

 

„Biber und Saatkrähe haben sich massiv im Land ausgebreitet. Biber überfluten Felder sowie Wälder und richten massive Schäden an kritischer Infrastruktur an. Das gefährdet im schlimmsten Fall Menschenleben. Saatkrähen zerstören Ernten und verkoten Gebäude. Sie sind daher auch ein Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung. Die Aufnahme von Biber und Saatkrähe in das JWMG ermöglicht Monitoring, Prävention, Management und rechtssichere Entnahme im Problemfall aus einem Guss. Der bisherige Flickenteppich an willkürlichen Einzelfallentscheidungen für Ausnahmegenehmigungen durch Naturschutzbehörden sowie zig Managementplänen und Verordnungen hingegen ist ineffektiv und geht mit exzessiven Kosten und Bürokratie einher. Nur mit einem angepassten Jagdrecht können wir Biber und Saatkrähe landesweit einheitlich, rechtssicher und im Sinne einer schlanken Verwaltung managen“.

 

Biber und Saatkrähe müssen dem Jagd- und Wildtiermanagementgesetz unterstellt werden.


Die FDP/DVP-Fraktion fordert die Aufnahme von Biber und Saatkrähe in das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) und hat einen entsprechenden Gesetzentwurf eingebracht. Anlässlich der öffentlichen Anhörung dazu fordert der agrarpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Georg Heitlinger:

 

„Die ideologiegetriebene Schutzpolitik der Grünen hat ermöglicht, dass sich Biber und Saatkrähe massiv im Land ausbreiten konnten. Die Auswirkungen sind fatal. Es kommt infolge von Biberaktivitäten immer häufiger zur Vernässung oder Überflutung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen oder fischereiwirtschaftlichen Anlagen sowie zu Konflikten an kritischer Infrastruktur der Wasserversorgung, was im schlimmsten Fall Menschenleben gefährdet. Saatkrähen verursachen erhebliche Schäden in der Landwirtschaft, indem sie Saatgut und junge Pflanzen wie Mais, Sonnenblumen und Zuckerrüben fressen. In Städten und Gemeinden verkoten sie Gebäude, was auch eine Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung darstellt. Ein Kurswechsel hin zu einem effektiven, rechtssicheren Management von Biber und Saatkrähe ist daher unumgänglich. Wir müssen sie dem Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) unterstellen.“

 

Der natur- und forstpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher, ergänzt:

 

„Unser Gesetzentwurf ist die adäquate Reaktion auf die dynamische Entwicklung von Biber und Saatkrähe und der durch diese Wildtiere verursachten Schäden und Konflikte. Wir brauchen eine landesweite jagdrechtliche Lösung. Der aktuelle Flickenteppich an artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigungen und Einzelfallentscheidungen der Naturschutzbehörden ist nicht nur ineffektiv. Das bisherige Vorgehen geht mit massiven Kosten und einem Bollwerk an Bürokratie einher. Das ist angesichts der Populationsentwicklung von Biber und Saatkrähe und der massiv steigenden Zahl von Schäden und Konflikten nicht mehr zu rechtfertigen. Nur mit einem angepassten Jagdrecht ist es möglich, landesweit einheitlich schnell und rechtssicher sowie im Sinne einer schlanken Verwaltung zu reagieren, ohne dabei den Arten- oder Tierschutz infrage zu stellen. Ein professionelles Management beugt Konflikten und Schäden vor, schützt die Art und erhöht die gesellschaftliche Akzeptanz.“

Reduzierung des Bestands um mindestens ein Drittel


Zur SWR-Berichterstattung, wonach mehrere Fischarten im Bodensee und seinen Zuflüssen zu verschwinden drohen, erklärt der naturschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

„Die neue Rote Liste der Fischereiforschungsstelle ist ein Alarmzeichen. Statt weiter zuzusehen, muss Umweltministerin Walker endlich handeln, damit unsere heimischen Fischarten nicht weiter dezimiert werden. Deshalb fordere ich eine deutliche Reduzierung des Kormoranbestands um mindestens ein Drittel sowie eine Melde- und Reinigungspflicht für Schiffe nach Schweizer Vorbild, um die Einschleppung und Ausbreitung weiterer invasiver Arten zu verhindern. Langfristig führt kein Weg an einem international abgestimmten Kormoranmanagement vorbei.“

 

Betroffene müssen entschädigt werden


Ist der invasive Waschbär außer Kontrolle? Wie muss ein effektives Management aussehen? Diese Fragen diskutierten der Sprecher für Natur-, Artenschutz- und Jagdpolitik, Klaus Hoher sowie der agrarpolitische Sprecher, Georg Heitlinger der FDP/DVP-Fraktion mit Dr. Dorian D. Dörge (Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Integrative Parasitologie und Tierphysiologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main), Peter Körber (Sachverständiger Bauhandwerk) und Ulrich Pfeffer (Stadtjäger, Präsident Verband für urbanes Wildtiermanagement e.V.) am Montag (8. Dezember) mit rund 60 Teilnehmenden auf Schloss Filseck.

 

Georg Heitlinger eröffnete die Diskussion: „Da der Waschbär bei uns keine natürlichen Feinde hat und extrem anpassungsfähig ist, konnte er sich massiv in Baden-Württemberg ausbreiten. Wie viele Waschbären bei uns leben, das kann man allerdings nicht sagen. Die Jagdstrecke gibt aber einen Hinweis auf die Entwicklung der Population. Dabei lassen sich 60 Prozent aller Abschüsse im Jagdjahr 2024/25 dem Ostalbkreis, dem Rems-Murr-Kreis und dem Landkreis Schwäbisch Hall zuordnen. Der Landkreis Göppingen befindet sich im südlichen Bereich des aktuellen Ausbreitungsschwerpunktes des Waschbären. Weil viele Menschen die invasiven Raubtiere niedlich finden, wird ignoriert, wie sehr sie heimischen Arten schaden. Auch enorme Schäden an Gebäuden, Hygieneprobleme und Krankheitsübertragung sind die Folgen. Die Menschen im Landkreis sind zurecht besorgt. Da ist es kein Wunder, dass wir heute bei vollem Haus diskutieren.“

 

Peter Körber ergänzte: „Der Waschbär ist putzig aber brandgefährlich. Das Problem ist, dass wir in unseren Städten Bedingungen haben, die für Waschbären optimal sind, um sich massiv vermehren zu können. Waschbären kommen überall hinauf und hinein. Sie finden Essbares in Häusern, plündern Obstbäume, Müllsäcke, Futternäpfe von Katzen und räubern jedes Vogelnest, das sie vorfinden. Die Betroffenen bleiben auf den teilweise sehr hohen wirtschaftlichen Schäden sitzen. Außerdem sind die Menschen oft nicht ausreichend über die Gefahren informiert, denn auch die gesundheitlichen Gefahren dürfen nicht unterschätzt werden. Der Waschbär-Spulwurm gelangt zum Beispiel über den Waschbärkot in die Umwelt gelangt. Vor allem Kinder und Haustiere können sich leicht infizieren. Der Waschbär ist auch Träger der Staupe, einer besonders für Hunde hochansteckenden Viruserkrankung, die häufig tödlich endet. Deshalb brauchen wir eine effektive und verlässliche Unterstützung der Menschen bei Mensch-Wildtier-Konflikten und mehr Information und Aufklärung. Für viele ist der Waschbär immer noch ein putziges Tierchen, zumindest solange bis es dann zum Schaden kommt. Garten- und Hausbesitzer können aber mit präventiven Maßnahmen dafür sorgen, dass der Waschbär gar nicht erst im Garten oder Haus auftaucht. Die Tiere sollten zum Beispiel keine Nahrung oder geeignete Unterschlüpfe vorfinden.“

 

Dr. Dorian D. Dörge, der  im Forschungsprojekt ZOWIAC an der Goethe-Universität Frankfurt am Main die bundesweite Ausbreitung des Waschbären bearbeitet, führte aus, dass um das Tier zahlreiche Mythen und Fehlinformationen kursieren. Ganz aktuell habe eine amerikanische Studie gezeigt, dass der Waschbär sich bereits an den städtischen Raum und uns Menschen anpasse und damit langsam zum Haustier werde. Es gebe Hinweise wie schlaffe Ohren, kleinere Gehirne oder kürzere Schnauzen,  Merkmale, die Haustiere im Gegensatz zu Wildtieren besitzen. Die Studie habe gezeigt, dass Waschbären beispielsweise eine um 3,5 Prozent kürzere Schnauze haben, wenn sie schon länger in Städten leben. Hier gebe es aber laut Dr. Dörge methodische Fehlschlüsse: „Die Forschenden haben auch verschiedene Klimazonen miteinbezogen und festgestellt, dass die Waschbären, die in wärmeren Gebieten leben, kürzere Schnauzen haben als ihre Artgenossen in kälteren Gebieten. In kälteren Gebieten sind längere Schnauzen von Vorteil, da so die Atemluft durch verlängerte Atemwege besser aufgewärmt werden kann. Was die Forschenden jedoch nicht bedacht haben, ist, dass es im urbanen Raum wärmer ist als im umliegenden Gebiet. Daher kann auch das wärmere Stadtklima Grund für die kürzeren Schnauzen sein. Damit kann man gar nicht darauf zurückschließen, dass sich ein Domestikationseffekt zeigt. Ebenso haltlos ist die Annahme, dass Waschbären in einem ‚Matriarchat‘ leben, das durch Jagd gestört wird. Solche Mythen und Fehlinformationen verhindern notwendige Schutzmaßnahmen und gefährden damit bedrohte heimische Arten. Wir dokumentieren einen dramatischen Rückgang sensibler Arten in Gebieten mit hoher Waschbärdichte. Hinzu kommt, dass viele Menschen den Waschbären als besonders sympathisch empfinden. Diese positive Wahrnehmung kann aber dazu führen, dass notwendige Maßnahmen zur Populationskontrolle schwieriger oder sogar gar nicht umgesetzt werden. Wir müssen den gesetzlich verankerten Artenschutz konsequent umsetzen und dürfen diesen nicht einer einseitigen Fokussierung auf den Tierschutz charismatischer Tiere unterordnen. Der Waschbär ist in Europa ökologisch betrachtet ein massives Problem“, so Dr. Dörge.

 

Ulrich Pfeffer brachte seine Erfahrungen als Stadtjäger im Landkreis Göppingen ein. Er berichtete von massiven bürokratischen Hürden, die ihm die tägliche Arbeit erschweren würden: „Wir müssen den Waschbären im Siedlungsraum managen, aber das können wir unter der aktuellen Jagdgesetzgebung nur eingeschränkt und mit hohen regulatorischen Hürden. Wir müssen aber viel mehr eingreifen. Auch personell sind wir Stadtjäger schon heute völlig überlastet mit der Anzahl an Hilferufen von Bürgern. Wir sind täglich mit der Fallenkontrolle beschäftigt. Rechtlich haben wir keinerlei Möglichkeiten Jagdhelfer einzusetzen. Wir brauchen aber mehr Freiheiten, weniger Bürokratie, eine angepasste Gesetzgebung der Jagd und weniger Kosten. Die rasante Vermehrung des Waschbären ist nicht nur eine Bedrohung für die heimische Artenvielfalt. Wer einmal Bekanntschaft mit einem Waschbären auf dem eigenen Dachboden oder im Garten gemacht hat, der weiß um die enormen wirtschaftlichen Schäden. Doch die Betroffenen bleiben aktuell nicht nur auf den Kosten für die Prävention und Beseitigung von Schäden sitzen, sie müssen auch für den Einsatz der Stadtjäger selbst auskommen.“

 

Es sei ein Unding, dass die Menschen mit dem wirtschaftlichen Schaden und den Kosten für Prävention und Einsatz eines Stadtjägers im Regen stehen blieben, meinte Klaus Hoher. Er forderte: „Hier muss das Land für unbürokratische Entschädigung sorgen. Außerdem müssen wir die Menschen ehrlich über den Waschbären aufklären. Gesellschaftliche Akzeptanz ist die Voraussetzung für eine effektive Populationskontrolle. Wir brauchen ein faktenbasiertes Management ohne Doppelmoral und ohne ideologische Scheuklappen. Die Landesregierung stellt den Waschbären über den Schutz heimischer Arten wie Bodenbrüter, Fledermäuse, Kröten, Frösche und andere bedrohte Amphibien- und Reptilienarten. Die Schonzeit für den Waschbären muss unter der Beachtung des Muttertierschutzes endlich ganzjährig aufgehoben werden. Um die Umsetzung dauerhaft sicherzustellen, braucht es eine zeitgemäße Jagdgesetzgebung, Rechtssicherheit für Stadtjäger im urbanen Raum und einen angemessenen strukturellen und finanziellen Rahmen, der dem Aufwand der Stadtjäger im urbanen Raum und der Jäger im ländlichen Raum gerecht wird.“

Der bewirtschaftete Wald ist der beste Wald: Wir müssen nutzen, was wir schützen


Anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Waldzustandsberichts, der insgesamt eine leichte Entspannung der Waldgesundheit zeigt, aber große Unterschiede zwischen den häufigsten Baumarten Baden-Württembergs, meint der forstpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

 

„Wir müssen heute Bäume pflanzen, die dem Klima in 100 Jahren gewachsen sind. Wir werden die Zukunft nicht mit überalterten Waldbeständen oder mit einer überalterten Baumartenwahl meistern und auch nicht mit minimalinvasiven Eingriffen. Der bewirtschaftete Wald ist der beste Wald. Wir müssen nutzen, was wir schützen.

Das sollte auch die grün-geführte Landesregierung endlich verstanden haben. Sie aber lässt unseren Wald zur Projektionsfläche für grüne Phantasien und Prestigeprojekte verkommen. Mit der beschlossenen Erweiterung des Nationalparks hat sie ihr ideologisches Ziel durchgeboxt, zehn Prozent der Fläche des Staatswalds unter Prozessschutz zu stellen. Wer aber immer mehr Waldflächen aus der nachhaltigen Nutzung nimmt, opfert den Klimaschutz. Ist ein Baum abgestorben und bleibt das Holz im Wald, wird ein Großteil des CO2 wieder an die Atmosphäre abgegeben.“

Laut Hoher könnte die sogenannte ‚unterstützte Migration‘ eine Lösung sein: „Dabei werden Samen von Baumarten aus anderen Regionen ausgewählt, die am besten an zukünftige Klimabedingungen angepasst sind.“

Die Informationslecks in der Landesregierung untergraben das Vertrauen in staatliches Handeln


In der heutigen Debatte zum Beschluss des Gesetzes für Maßnahmen und Gebietserwerbungen  zur Erweiterung des Nationalparks sagte der wald- und naturschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

 

„Die Landesregierung akzeptiert für Kretschmanns Prestigeprojekt ein Verlustgeschäft von mindestens 17 Millionen Euro. Das ist Steuergeldverschwendung mit Ansage, die in die Landesgeschichte eingehen wird. Diesen Umgang mit Steuergeldern können wir bei der aktuellen Haushaltslage nicht akzeptieren. Wir hätten die Entscheidung deshalb in die nächste Legislaturperiode verschoben. Dann hätte die Landesregierung die berechtigten Zweifel des Landesrechnungshofs ausräumen und mit der Murgschifferschaft nachverhandeln können. Mit der heutigen Entscheidung ist das nicht mehr möglich. Die jährlichen Kosten für den Nationalpark steigen dadurch auf Rekordhöhe. Durch einen starken Stellenaufwuchs in der Verwaltung werden sie weiter zunehmen.

Neben den finanziellen Fragen steht hier vor allem das Vertrauen auf dem Spiel. Die Gemeinde Enzklösterle wurde viel zu spät eingebunden und bewusst übergangen. Das widerspricht klar der viel beschworenen Politik des Gehörtwerdens. Der Ministerpräsident hat in einer seiner letzten Landespressekonferenzen betont, dass Transformationen ‚nur mit den Menschen, nicht gegen sie‘ gelingen können. Wie passt das dazu, Frau Umweltministerin Walker, dass die Bürgermeisterin von der Tauschfläche aus der Zeitung erfahren hat und nicht aus Ihrem Ministerium? Wie passt es, dass Journalisten vertrauliche Unterlagen einsehen konnten, die betroffene Gemeinde aber nicht?

Für uns ist klar: Solche Informationslecks zerstören das Vertrauen in staatliches Handeln. Wir erwarten Aufklärung. Wer hat wann welche Unterlagen weitergegeben? Warum wurde die Gemeinde nicht informiert? Es braucht eine vollständige Aufarbeitung, damit so etwas nicht wieder passiert.”

Betroffene müssen entschädigt werden


Ist der Waschbär außer Kontrolle und welcher Umgang ist der richtige? Diese Fragen diskutierten der parlamentarische Geschäftsführer und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP/DVP-Fraktion, Jochen Haußmann sowie der Sprecher für Natur-, Artenschutz- und Jagdpolitik der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher, mit Dr. Dorian D. Dörge (Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Integrative Parasitologie und Tierphysiologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main), Gerd Holzwarth (Dezernent für Forst, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Vermessung, Landratsamt Rems-Murr-Kreis) und Ulrich Pfeffer (Stadtjäger, Präsident Verband für urbanes Wildtiermanagement e.V.) am Mittwoch (29. Oktober) in Remshalden im Rems-Murr-Kreis.

 

Jochen Haußmann, eröffnete die Diskussionsrunde und gab einen Einblick in die Situation im Rems-Murr-Kreis. Der Landkreis sei ein sogenannter Hot-Spot für den Waschbären, da sich dieser dort besonders stark ausgebreitet habe. Das invasive Tier verursache massive Probleme. Schäden an Gebäuden, Hygieneprobleme und Krankheitsübertragung sowie die Bedrohung heimischer Tierarten seien die Folgen. Die Menschen im Landkreis seien besorgt, das zeige sich auch daran, dass man heute bei vollem Haus diskutiere: „Der Waschbär ist putzig aber brandgefährlich. Die Zahl der Mensch-Wildtier-Konflikte steigt stetig. Präventive Maßnahmen helfen, lösen das Problem aber nicht. Die kommunale Ebene hat den Handlungsbedarf längst erkannt, jetzt muss die Landesregierung handeln. Doppelmoral beim Artenschutz können wir uns nicht länger leisten. Einmal verschwundene Arten kehren nicht zurück. Zahlreiche Initiativen im Land helfen Amphibien mit großartigem Engagement über Straßen und zu Laichgewässern. Leider decken sie damit buchstäblich den Waschbären den Tisch. An Laichgewässern im Rems-Murr-Kreis wurden bereits Amphibienreste zahlreicher Individuen dokumentiert, die eindeutig auf Waschbärfraß zurückzuführen sind.“

 

Gerd Holzwarth ergänzte: „Wir können nicht konkret sagen, wie viele Waschbären bei uns im Rems-Murr-Kreis leben. Das ist eine große Herausforderung. Die Grundlage für ein effektives Management ist es zu wissen, wie viele Waschbären es überhaupt bei uns gibt. Hinweise für die Etablierung der invasiven Art liefert die Jagdstrecke. 60 Prozent aller Abschüsse im Jagdjahr 2024/25 lassen sich dem Ostalbkreis (2.221), dem Rems-Murr-Kreis (1.798) und dem Landkreis Schwäbisch Hall (1.441) zuordnen. Auf Platz vier und fünf folgen die Landkreise Göppingen (708) und Hohenlohe (583).“ Er sei froh, dass es nun im Rems-Murr-Kreis ein wissenschaftliches Pilotprojekt gebe „Waschbär in Plüderhausen“, bei dem in den kommenden Jahren Daten zum Bewegungs- und Aktivitätsverhalten, zur Bestandsdichte und zu den bevorzugten Lebensräumen der Waschbären erhoben werden. Mit genetischen Analysen, KI-gestützter Auswertung von Wildtierkameras und Artverbreitungsmodellierungen, sollen so Ansätze für ein wissenschaftlich fundiertes Wildtiermanagement erarbeitet werden.

 

Dr. Dorian D. Dörge, der sich im Forschungsprojekt ZOWIAC an der Goethe-Universität Frankfurt am Main die bundesweite Ausbreitung des Waschbären bearbeitet, führte aus, dass um das Tier zahlreiche Mythen und Fehlinformationen kursieren: „Häufig wird zum Beispiel behauptet, die Bejagung von Waschbären führe zu verstärkter Vermehrung. Dies ist eine völlige Fehlinterpretation einer 35 Jahre alten Studie aus den USA. Ebenso haltlos ist die Annahme, dass Waschbären in einem ‚Matriarchat‘ leben, das durch Jagd gestört werde. Solche Mythen und Fehlinformationen verhindern notwendige Schutzmaßnahmen und gefährden damit bedrohte heimische Arten. Wir dokumentieren einen dramatischen Rückgang sensibler Arten in Gebieten mit hoher Waschbärdichte. Hinzu kommt, dass viele Menschen den Waschbären als besonders sympathisch empfinden. Diese positive Wahrnehmung kann aber dazu führen, dass notwendige Maßnahmen zur Populationskontrolle schwieriger oder sogar gar nicht umgesetzt werden. Wir müssen den gesetzlich verankerten Artenschutz konsequent umsetzen und dürfen diesen nicht einer einseitigen Fokussierung auf den Tierschutz charismatischer Tiere unterordnen. Wir müssen uns letztlich entscheiden, wollen wir heimische oder invasive Arten schützen“.

 

Ulrich Pfeffer brachte seine Erfahrungen als Stadtjäger ein und berichtete von massiven bürokratischen Hürden, die ihm die tägliche Arbeit erschweren würden: „Wir müssen den Waschbären im Siedlungsraum managen, aber das können wir unter der aktuellen Jagdgesetzgebung nur eingeschränkt und mit hohen regulatorischen Hürden. Wir müssen aber mehr eingreifen. Personell sind wir Stadtjäger aber bereits völlig überlastet mit der Anzahl an Hilferufen von Bürgern. Wir sind täglich mit der Fallenkontrolle beschäftigt. Rechtlich haben wir keinerlei Möglichkeiten Jagdhelfer einzusetzen. Wir brauchen mehr Freiheiten, weniger Bürokratie, eine angepasste Gesetzgebung der Jagd und weniger Kosten. Die rasante Vermehrung des Waschbären ist nicht nur eine Bedrohung für die heimische Artenvielfalt. Wer einmal Bekanntschaft mit einem Waschbären auf dem eigenen Dachboden oder im Garten gemacht hat, der weiß um die enormen wirtschaftlichen Schäden. Doch die Betroffenen bleiben aktuell nicht nur auf den Kosten für die Prävention und Beseitigung von Schäden sitzen, sie müssen auch für den Einsatz der Stadtjäger selbst auskommen.“

 

Es sei ein Unding, dass die Menschen mit dem wirtschaftlichen Schaden und den Kosten für Prävention und Einsatz eines Stadtjägers im Regen stehen blieben, meinte Klaus Hoher. Er forderte: „Hier muss das Land für unbürokratische Entschädigung sorgen. Außerdem müssen wir die Menschen ehrlich über den Waschbären aufklären, denn gesellschaftliche Akzeptanz ist notwendig für eine effektive Populationskontrolle. Wir brauchen ein faktenbasiertes Management des Waschbären ohne ideologische Scheuklappen. Die Landesregierung stellt den Waschbären über den Schutz heimischer Arten wie Bodenbrüter, Fledermäuse, Kröten, Frösche und andere bedrohte Amphibien- und Reptilienarten. Die Schonzeit für den Waschbären muss unter der Beachtung des Muttertierschutzes endlich ganzjährig aufgehoben werden. Um die Umsetzung dauerhaft sicherzustellen, braucht es eine zeitgemäße Jagdgesetzgebung, Rechtssicherheit für Stadtjäger im urbanen Raum und einen angemessenen strukturellen und finanziellen Rahmen, der dem Aufwand der Stadtjäger im urbanen Raum und der Jäger im ländlichen Raum gerecht wird.“

 

Grün-geführtes Umweltministerium reagiert viel zu spät


Zur SWR-Berichterstattung, wonach die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) über eine Reinigungspflicht für Boote am Bodensee berät, um das Problem der Quagga-Muschel zurückzudrängen, erklärt der naturschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

 

„Die Quagga-Muschel wurde 2016 erstmals im Bodensee nachgewiesen. Seither waren die Grünen durchgehend in Regierungsverantwortung und haben der exponentiellen Ausbreitung tatenlos zugesehen. Eine Reinigungspflicht für Boote kommt viel zu spät, weil sich die Quagga-Muschel längst als existenzielle Bedrohung für die Biodiversität, die Fischerei und die Wasserversorgung etabliert hat. Unsere Nachbarn in der Schweiz haben im Kanton Zürich bereits seit dem 1. April dieses Jahres eine Schiffsmelde- und Reinigungspflicht eingeführt. Ich verstehe nicht, wieso das grün geführte Umweltministerium erst jetzt in Bewegung kommt, obwohl die Bestände wichtiger Fischarten bereits seit Jahren abnehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass die dichten Muschelkolonien Wasserleitungen verstopfen und somit die Trinkwasserversorgung für Millionen Menschen gefährden. Eine Reinigungspflicht für Boote kann deshalb nur ein erster Schritt sein. Parallel dazu müssen karpfenartige Fischarten wie Rotaugen gezielt gefördert werden, um der Quagga-Muschel durch natürliche Fressfeinde entgegenzuwirken. Zudem sollte der Kormoranbestand um mindestens ein Drittel reduziert werden, damit diese Fischarten nicht zusätzlich dezimiert werden.”

 

 

 

Die Schonzeit für den Waschbären muss endlich ganzjährig aufgehoben werden.


Anlässlich der Meldung, dass Waschbären sich rasant im Land vermehren, für Lärm, Schmutz und Schäden sorgen und Jäger sowie Wildtierbiologen und -schützer die ganzjährige Aufhebung der Schonzeit fordern, meint der jagdpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

„Wir brauchen eine faktenbasierte Waschbär-Strategie ohne ideologische Scheuklappen. Die Landesregierung stellt den Waschbären über den Schutz heimischer Arten wie Bodenbrüter, Fledermäuse, Kröten, Frösche und andere bedrohte Amphibien- und Reptilienarten . Managementmaßnahmen sind bisher hoch bürokratisch und scheiterten in der praktischen Umsetzung. Die Schonzeit für den Waschbären muss unter der Beachtung des Muttertierschutzes endlich ganzjährig aufgehoben werden.

Für eine effektive Populationskontrolle braucht es eine zeitgemäße Jagdgesetzgebung, Rechtssicherheit für Stadtjäger und einen angemessenen strukturellen und finanziellen Rahmen, der dem Aufwand der Stadtjäger im urbanen Raum und der Jäger im ländlichen Raum gerecht wird. Es kann auch nicht sein, dass betroffene Bürger auf den Kosten für die Schadensbeseitigung oder den Einsatz eines Stadtjägers sitzen bleiben. Hier muss das Land für unbürokratische Entschädigung sorgen. Außerdem müssen wir die Menschen ehrlich über den Waschbären aufklären, denn gesellschaftliche Akzeptanz ist eine Voraussetzung für eine effektive Populationskontrolle.“

FDP/DVP fordert für Baden-Württemberg aktives Wolfsmanagement, schnellere Entnahme von Problemwölfen und Beweislastumkehr.


Nachdem die Bundesregierung an die EU übermittelt hat, dass sich der Wolf in fast der ganzen Bundesrepublik in einem günstigen Erhaltungszustand befindet, äußert sich der artenschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher, wie folgt:

„Seit Jahren werden im Schwarzwald immer mehr Schafe, Ziegen und Rinder durch Wolfsangriffe getötet oder verletzt. Landwirte und Weidetierhalter leiden unter massiven Schäden, während das Umweltministerium in Baden-Württemberg weiterhin untätig bleibt. Nun lenkt die CDU im Bund endlich ein und erwägt, die Regelungen im Bundesjagd- und Bundesnaturschutzgesetz anzupassen. Für mich ist längst klar, dass der Wolf in Deutschland sich in einem günstigen Erhaltungszustand befindet. Ich fordere daher Umweltministerin Walker auf, den Wolf in das Schutzmanagement des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes Baden-Württemberg aufzunehmen. Es braucht ein aktives Wolfsbestandsmanagement, um effektiv gegen Problemwölfe vorgehen zu können und gar nicht erst eine Überpopulation zu riskieren. Dazu gehört auch, dass Problemwölfe schneller entnommen werden können und eine Beweislastumkehr bei Schadensersatzansprüchen eingeführt wird, um den Schadensausgleich deutlich zu vereinfachen und zu beschleunigen. Nur wenn wir den Belangen des Artenschutzes einerseits und dem Schutz von Mensch und Nutztier andererseits gleichermaßen Rechnung tragen, kann das Zusammenleben mit dem Wolf gelingen.”

 

Der Gesetzentwurf enthält kaum Verbesserungen für den Schutz der Anrainerkommunen und lässt an vielen Stellen Klarstellungen und Anpassungen vermissen


Zur ersten Beratung des Gesetzentwurfs der Landesregierung zur Änderung des Nationalparkgesetzes und zur Errichtung des Sondervermögens „Zukunftsfonds Wald“ sagte der wald- und naturschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

„Wir haben die Landesregierung wiederholt auf erhebliche Planungsdefizite bei der geplanten Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald und die damit verbundene Gefahr einer Verschwendung von Steuergeldern hingewiesen. Nun schafft die Landesregierung Fakten. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten Landesvermögen zu entwerten und wertvolle Flächen zu tauschen, um ein stark ideologisch geprägtes Projekt des Ministerpräsidenten durchzusetzen, führt in der Bevölkerung verständlicherweise zu Unverständnis. Wir hätten es begrüßt, wenn die endgültige Entscheidung in die nächste Legislaturperiode verschoben worden wäre, um eine transparente Wertermittlung der Genossenschaftsanteile vorzunehmen: Bedauerlicherweise ist die Landesregierung unserem Vorschlag aber nicht gefolgt.

 

Das Vorhaben führt nicht nur zu einem einmaligen finanziellen Verlust, sondern treibt auch die jährlichen Betriebskosten des Nationalparks weiter in die Höhe. Laut dem Staatshaushaltsplan 2025/2026 des Umweltministeriums Baden-Württemberg belaufen sich diese auf voraussichtlich rund zehn Millionen Euro. Die Schaffung von 109 Vollzeitstellen erscheint uns in diesem Zusammenhang unverhältnismäßig und überdimensioniert.

 

Aus wald- und forstpolitischer Sicht ist die geplante Erweiterung ebenfalls problematisch. Der Gesetzentwurf bietet kaum Verbesserungen für den Schutz der Anrainerkommunen und lässt an vielen Stellen notwendige Klarstellungen und Anpassungen vermissen. Besonders besorgniserregend ist die Borkenkäfer-Problematik: Durch die Verbindung der beiden Nationalparkteile wird eine ungehinderte Ausbreitung des Schädlings begünstigt, was große Teile des Fichtenbestands zerstören und erhebliche Mengen klimaschädlicher Treibhausgase freisetzen könnte. Darüber hinaus gefährden die an ForstBW abgegebenen Flächen sowie bestimmte Managementmaßnahmen im Nationalpark die letzten Restpopulationen des streng geschützten Auerwilds im Nordschwarzwald.

 

Beim Sondervermögen ‚Zukunftsfonds Wald‘ fordern wir maximale Transparenz über die Verwendung der Mittel. Der Fonds darf keinesfalls als Ersatzfinanzierung für reguläre Forstmittel dienen oder dazu führen, dass bewirtschaftete Wälder ohne nachhaltige Alternativen aus der Nutzung genommen werden.“

Ein teures Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben, das vor Ort mehrheitlich abgelehnt wird, können wir uns nicht leisten


Nach einem konstruktiven Austausch mit Vorstandsmitgliedern der Allianz für Allgäu-Oberschwaben über den Prüfprozess eines möglichen Biosphärengebiets in der Region erklärt Klaus Hoher, naturschutzpolitischer Sprecher der FDP/DVP-Fraktion:

„Wir müssen Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam denken. Ein Biosphärengebiet kann in Regionen wie der Schwäbischen Alb oder dem Schwarzwald gute Impulse geben, in Allgäu-Oberschwaben passt es nicht. Die Region lebt von starken landwirtschaftlichen Betrieben. Zusätzliche Auflagen machen ihre Arbeit nicht leichter, sondern gefährden sie. Betriebe können Naturschutz selbst umsetzen, wenn man sie lässt und Anreize setzt. In einer wichtigen Agrarregion ein Biosphärengebiet einzurichten, bedeutet am Ende: Mit viel Geld wird wenig Naturschutz erreicht. Sinnvoll ist es, die vorhandenen Mittel so einzusetzen, dass möglichst viel für den Artenschutz herauskommt. Und das gelingt nur im Schulterschluss mit den Betrieben, die auch für unsere Lebensmittelproduktion unverzichtbar sind. So wäre es außerdem auch dem Steuerzahler gegenüber fair.

 

Schon der Prüfprozess hat 1,2 Millionen Euro verschlungen, ohne dass vor Ort ein echter Mehrwert für den Naturschutz erkennbar wäre. Auch zahlreiche andere Artenschutzprojekte sowie die geplante Erweiterung des Nationalparks haben bereits Millionen gekostet. Ein weiteres teures Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben ist angesichts der angespannten Kassenlage des Landes und der Kommunen nicht finanzierbar.

 

Zweitens ist entscheidend, dass über ein so weitreichendes Vorhaben niemals über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden werden darf. Es braucht einen vernünftigen Interessenausgleich. Und der ist in diesem Fall nicht gegeben. Das muss auch die Landesregierung endlich einsehen. Die Mehrheit lehnt das Biosphärengebiet ab. Deshalb hat dieses Projekt aus meiner Sicht keine Zukunft. Wenn das Umweltministerium wirklich auf die Menschen hören will, muss Frau Walker den Prüfprozess noch vor der Landtagswahl beenden.“

 

Franz Schönberger, der 1. Vorsitzende der Allianz für Allgäu-Oberschwaben, kommentiert das Projekt wie folgt:

 

„Wir versorgen mit unseren landwirtschaftlichen Produkten sämtliche Regionen Baden-Württembergs und darüber hinaus. Das ist ein fundamentaler Unterschied zur Schwäbischen Alb und dem dortigen Biosphärengebiet. Die vielen bei uns in der Allianz engagierten Betriebe stehen für zwei wichtige Ziele: eine gesicherte Versorgung mit Baustoffen und Nahrungsmitteln wie Milch, Butter, Käse und Fleisch etc. und aber auch einen gezielten Naturschutz. Wir sind überzeugt, dass ein weiteres Biosphärengebiet die gleichzeitige Verfolgung beider Ziele verhindert. Ein weiteres Großschutzgebiet nach dem Bundesnaturschutzgesetz, das allein den Klima- und Naturschutz in den Fokus rückt, gefährdet eine nachhaltige, regionale Lebensmittelproduktion massiv.“

 

 

Wir können nicht akzeptieren, dass wegen der Tapinoma magnum immer wieder Spielplätze geschlossen werden oder Strom- und Verteilerkästen ausfallen.


Angesichts der zunehmenden Ausbreitung der invasiven Ameisenart Tapinoma magnum im Südwesten fordert der artenschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher, eine wirksame Landesstrategie und sofortige Unterstützung für betroffene Städte und Gemeinden.

„Seit 2024 fordere ich die Landesregierung auf, entschlossener gegen Tapinoma magnum vorzugehen. Herkömmliche Methoden funktionieren nicht – das ist längst bekannt. Trotzdem können wir nicht akzeptieren, dass immer wieder Spielplätze geschlossen werden müssen oder Strom- und Verteilerkästen ausfallen. Ich habe den Eindruck, dass das Umweltministerium vor dieser Herausforderung kapituliert und die Gemeinden bis zur Landtagswahl mit dem Problem allein lässt. Deshalb erwarte ich von der Umweltministerin eine bessere Unterstützung der betroffenen Kommunen. Unser Land braucht zudem schnell eine eigene Strategie für den Umgang mit dieser Art. Denkverbote darf es bei neuen Bekämpfungsmethoden nicht geben.“

 

 

Mit den Grünen ist eine realistische Wolfspolitik nicht umsetzbar – das Umweltministerium setzt weiter auf das Prinzip Hoffnung


Angesichts der jüngsten Wolfsrisse im Südschwarzwald, bei denen mehrere Schafe und ein Kalb getötet wurden, äußerte sich der artenschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher, wie folgt:

„Seit Jahren werden immer mehr Schafe, Ziegen und Rinder im Schwarzwald durch Wolfsangriffe getötet oder verletzt. Die aktuellen Vorfälle in Schluchsee und Umgebung zeigen erneut, dass die Zahl der betroffenen Nutztiere viel zu hoch ist. Doch das Umweltministerium setzt weiterhin auf das Prinzip Hoffnung, statt das Wolfsmanagement anzupassen. Obwohl das Land Millionen in den Wolfschutz investiert, sind Zäune und andere Herdenschutzmaßnahmen nicht überall flächendeckend umsetzbar. Immer mehr Zäune werden das Problem daher nicht lösen. Meiner Ansicht nach ist dieser Ansatz gescheitert.

 

Ich fordere, dass Problemwölfe – also solche, die wiederholt Nutztiere reißen – schneller und unbürokratischer entnommen werden können.“

 

Experten-Webtalk zum Umgang mit dem Waschbären.

Welcher Weg ist der richtige im Umgang mit Waschbären? Diese Frage diskutierte der Sprecher für Natur-, Artenschutz- und Jagdpolitik der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher am Donnerstag (11. September) mit Dr. Dorian D. Dörge (Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Integrative Parasitologie und Tierphysiologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main), Dr. Christian Fiderer (stellvertretender Leiter der Wildforschungsstelle des Landes und Referent für Ornithologie und Neozoen) und Ulrich Pfeffer (Stadtjäger, Präsident Verband für urbanes Wildtiermanagement e.V.) im Rahmen eines Webtalks:

 

Dr. Dorian D. Dörge führte aus, dass um den Waschbären zahlreiche Mythen und Fehlinformationen kursieren: „Häufig wird zum Beispiel behauptet, die Bejagung von Waschbären führe zu verstärkter Vermehrung. Dies ist eine völlige Fehlinterpretation einer 35 Jahre alten Studie aus den USA. Ebenso haltlos ist die Annahme, dass Waschbären in einem ‚Matriarchat‘ leben, das durch Jagd gestört werde. Solche Mythen und Fehlinformationen, die leider auch von den Medien unüberprüft verbreitet werden, verhindern notwendige Schutzmaßnahmen und gefährden damit bedrohte heimische Arten. Wir dokumentieren einen dramatischen Rückgang sensibler Arten in Gebieten mit hoher Waschbärdichte.“ Hinzu komme, dass viele Menschen den Waschbären als besonders sympathisch betrachteten. Es sei wissenschaftlich belegt, dass diese positive Wahrnehmung sogar dazu führt, dass notwendige Maßnahmen zur Populationskontrolle schwieriger oder sogar gar nicht umgesetzt werden. „Wir müssen den gesetzlich verankerten Artenschutz konsequent umsetzen und dürfen diesen nicht einer einseitigen Fokussierung auf den Tierschutz charismatischer Tiere unterordnen. Es sind alle Landesregierungen in der Verantwortung, es kann nicht auf die einzelnen Jäger abgewälzt werden, dass sie sich ehrenamtlich und ohne Unterstützung für eine Eindämmung der Population einsetzen. Es wurde viel zu lange gewartet, seit 2005 hat sich die Zahl der Waschbären in der Bundesrepublik vervierfacht. Bevor Vergrämungsmittel großflächig Nutzen bringen, muss der Bestand deutlich reduziert werden und auch kontinuierlich bejagt werden um fehlende natürliche Prädatoren auszugleichen “, forderte Dr. Dörge.

 

Dr. Christian Fiderer erläuterte die Situation des Waschbären in Baden-Württemberg: „Ursprünglich in Nordamerika beheimatet, wurde der Waschbär durch den Menschen zur Pelzgewinnung nach Europa eingeführt. Gemäß geltender Naturschutzgesetzgebung wird der Waschbär auf nationaler und europäischer Ebene als invasive Art eingestuft. Mittlerweile hat sich der Waschbär bei uns im Land rasant ausgebreitet, vor allem im Nord-Osten. Wie viele Waschbären bei uns leben, das kann man allerdings nicht sagen. Die Jagdstrecke gibt aber einen Hinweis auf die Entwicklung der Population. So wurden im Jagdjahr 2022/23 landesweit 6.322 Waschbären erlegt, im Jagdjahr 2024/25 waren es 9.174 Tiere. Die Zahlen zeigen demnach einen klaren Anstieg. Dabei lassen sich 60 Prozent aller Abschüsse im Jagdjahr 2024/25 dem Ostalbkreis, dem Rems-Murr-Kreis und dem Landkreis Schwäbisch Hall zuordnen. Geht es um das Management müssen wir klar zwischen dem ländlichen und dem urbanen Raum unterscheiden. Im ländlichen Raum kann und soll der Waschbär laut Landesjagdgesetz von der Jägerschaft vor allem zum Schutz der Biodiversität bejagt werden. Im urbanen Raum, also im befriedeten Bezirk ist dies nicht möglich und auch nicht zielführend, hier setzen wir als erstes auf Präventionsmaßnahmen und Beratung, um Mensch-Wildtier-Konflikte zu vermeiden oder zu lösen. Wenn diese scheitern, dann steht als zweite Stufe die Entnahme. Dazu haben wir im Land ein in Deutschland einmaliges System. Wildtierbeauftragte beraten und koordinieren in den Landkreisen und Stadtjägerinnen und Stadtjäger agieren dann vor Ort in den Gemeinden. Jeder Gemeinde ist hierfür die Möglichkeit gegeben, Stadtjägerinnen und Stadtjäger einzusetzen. Wir setzen an der Wildforschungsstelle auch daran an, Forschungslücken zu schließen und innovative Methoden zu entwickeln. Wichtig ist dabei auch der Austausch mit anderen Ländern, denn der Waschbär ist ein europäisches Problem. Letztlich wird sich der Waschbär nicht mehr aus unserem Ökosystem vertreiben lassen, das heißt wir müssen Methoden und Strategien entwickeln, um ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Wildtier zu ermöglichen.“

 

Von seinen Erfahrungen mit dem Waschbären als Stadtjäger berichtete Ulrich Pfeffer: „Die rasante Vermehrung des Waschbären ist nicht nur eine Bedrohung für die heimische Artenvielfalt. Wir haben im Siedlungsraum eine stetig steigende Anzahl an Mensch-Wildtier-Konflikten. Waschbären dringen in Schuppen, Häuser und Dachböden ein, hinterlassen Urin und Kot, verursachen Lärm und richten teils massive Gebäudeschäden an. Wer einmal Bekanntschaft mit einem Waschbären auf dem eigenen Dachboden oder im Garten gemacht hat, der weiß um die enormen wirtschaftlichen Schäden. Wir müssen den Waschbären im Siedlungsraum managen, aber das können wir unter der aktuellen Jagdgesetzgebung nicht. Diese ist ausgelegt auf die Jagd im Revier. Wir müssen aber mehr eingreifen. Personell sind wir Stadtjäger aber bereits völlig überlastet mit der Anzahl an Hilferufen von Bürgern. Wir sind täglich mit der Fallenkontrolle beschäftigt. Rechtlich haben wir keinerlei Möglichkeiten Jagdhelfer einzusetzen. Wir brauchen mehr Freiheiten, weniger Bürokratie, eine angepasste Gesetzgebung der Jagd und weniger Kosten.“

 

Klaus Hoher forderte: „Die Landesregierung stellt den Waschbären über den Artenschutz für Muscheln, Krebstiere, Unken oder Singvögel und Fledermäuse, weil er in großen Teilen der Bevölkerung aufgrund seiner niedlichen Erscheinung beliebt ist. Konkretes Handeln schiebt sie seit Jahren auf die lange Bank, Managementmaßnahmen gibt es nur auf dem Papier und sie scheiterten in der praktischen Umsetzung. Die verheerenden Folgen sehen wir ganz real in und um Laichgewässer im Rems-Murr-Kreis. Hier wurden Amphibienreste zahlreicher Individuen dokumentiert, die eindeutig auf Waschbärfraß zurückzuführen sind. Es braucht eine Artenschutzpolitik ohne ideologische Scheuklappen. Wir müssen die Menschen ehrlich über den Waschbären aufklären, denn gesellschaftliche Akzeptanz ist notwendig für eine effektive Populationskontrolle in Bereichen, in denen der Waschbär eine erhebliche Gefährdung und möglicherweise sogar das Aussterben heimischer Arten verursachen kann. Um die Umsetzung dauerhaft sicherzustellen, braucht es eine zeitgemäße Jagdgesetzgebung, Rechtssicherheit für Stadtjäger im urbanen Raum und einen angemessenen strukturellen und finanziellen Rahmen, der dem Aufwand der Stadtjäger im urbanen Raum und der Jäger im ländlichen Raum gerecht wird. Es kann auch nicht sein, dass betroffene Bürger auf den Kosten für die Schadensbeseitigung oder den Einsatz eines Stadtjägers sitzen bleiben. Hier muss das Land für unbürokratische Entschädigung sorgen. Kurzum – wir brauchen eine faktenbasierte, effektive Waschbärstrategie im Umgang mit dem invasiven Tier“.

 

Nutrias bedrohen die regionale Landwirtschaft.

Anlässlich der Meldung, dass sich Nutrias (Biberraten) nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums massiv in Baden-Württemberg verbreiten und der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband unter anderem fordert, die Bejagung attraktiver zu machen, meint der agrarpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Georg Heitlinger:

„Nutrias bedrohen die regionale Landwirtschaft in Baden-Württemberg. Die Landesregierung muss das Bestandsmanagement endlich in den Fokus rücken und umgehend alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die massive Ausbreitung der Nutrias einzudämmen. Dazu gehört auch, dass sie die personellen und finanziellen Mittel für ein regional angepasstes Management bereitstellt, um die Maßnahmen wirksam umzusetzen. Ist das Erntegut erst einmal geschädigt, ist der wirtschaftliche Schaden viel höher als die Kosten und der Aufwand, die es aktuell für die gezielte Bekämpfung braucht.“

Der jagdpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher, ergänzt:

„Die stark steigende Jagdstrecke der Nutrias unterstreicht die Dringlichkeit, die massive Ausbreitung einzudämmen. Die Landesregierung muss die Jägerinnen und Jäger bei ihrem unermüdlichen Einsatz gegen die invasive Art unterstützen. Hierzu gehört auch ein Konzept für die Vermarktung des Fleisches der Nutrias. Die Verwertung des Fleisches ist nicht nur eine sinnvolle Option, um den Wildbestand zu regulieren. Sie erweist den Tieren auch den notwendigen Respekt, im Gegensatz zu einer halbherzigen Entsorgung.“

Die Grünen geben 7,3 Millionen für den Wolf aus, ohne ihre Ausgabenpolitik kritisch zu hinterfragen.

Zur Berichterstattung, wonach das Umweltministerium behaupte, dass die Rückkehr des Wolfes den Steuerzahler nichts kosten würde, sagte der naturschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

„Sind laufende Kosten von jährlich 7,3 Millionen Euro für wenige Wölfe verhältnismäßig? Aus meiner Sicht ist die Antwort klar: Nein. Das Umweltministerium wirft uns vor, irreführende Aussagen zu verbreiten, weil sich die Wolfszahlen ständig ändern würden. Dabei versucht es, von den deutlich steigenden Kosten für die Steuerzahler abzulenken. Seit Jahren leben nur wenige Wölfe dauerhaft in Baden-Württemberg. Zwar können die Zahlen je nach Erfassungsmethode schwanken, doch insgesamt bleibt die Population überschaubar. Ich verstehe nicht, wie das Ministerium von ‚ständig wechselnden Zahlen‘ sprechen kann, um die hohen Steuerausgaben zu rechtfertigen.

Die Grünen investieren Millionen in den Schutz des Wolfes, ohne ihre Ausgabenpolitik kritisch zu hinterfragen. Andere Bundesländer zeigen, dass ein effizienteres Wolfsmanagement möglich ist. Bayern beispielsweise kommt mit sieben Rudeln, zwei Paaren und zwei territorialen Wölfen deutlich kostengünstiger aus und verzichtet dabei auf zusätzliche Beamtenstellen, die in Baden-Württemberg jährlich rund 264.000 Euro kosten.

Während Referendare ohne Arbeitsvertrag dastehen und Lehrerstellen unbesetzt bleiben, werden kostspielige Wolfsprojekte weiterhin finanziert und das Personal für das Wolfskompetenznetzwerk aufgestockt.

Statt mehr Bürokratie brauchen wir ein aktives und pragmatisches Wolfsmanagement. Problemwölfe – also solche, die wiederholt Nutztiere reißen – müssen schnell und unbürokratisch entnommen werden können. Deshalb plädiere ich dafür, den Wolf in das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz aufzunehmen.“

 

Das Beteiligungsportal des Landes sah keine Kommentare zum Flächentausch vor.

Zu den schwierigen Verhandlungen zwischen der Staatskanzlei und der Waldgenossenschaft Murgschifferschaft über den für die Nationalparkerweiterung nötigen Flächentausch äußerte sich der wald- und naturschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

„Ohne die Zustimmung der Murgschifferschaft zum Flächentausch kann Kretschmann sein Prestigeprojekt vor dem Ruhestand nicht vollenden. Die Waldgenossenschaft nutzt ihre starke Verhandlungsposition offenbar für überhöhte Forderungen. Das Ergebnis wird eine Steuergeldverschwendung auf Kosten der Bürger sein.

Parallel wächst der Widerstand in Enzklösterle. Mangelhafte Bürgerbeteiligung und intransparente Verfahren sorgen für Unmut. Viele Menschen fühlen sich nicht richtig mitgenommen, ihre Sorgen werden überhört – die Fehler von Hundsbach wiederholen sich.

In dieses Bild passt auch, dass beim Beteiligungsportal des Landes keine Kommentare zum Flächentausch vorgesehen waren. Viele Menschen aus dem Raum Enzklösterle gaben deshalb keine Stellungnahme ab. Entsprechend diffus bahnt sich die Nationalparkerweiterung ihren Weg. Gleichzeitig ist es nicht verwunderlich, dass sich Umweltministerin Thekla Walker für die Sorgen der Gemeinde Enzklösterle nicht mehr zuständig fühlt. Die Kritik einer Betroffenen, man nehme in Stuttgart ‚für ein ideologisches Ziel ziemliche Kollateralschäden in Kauf‘, ist daher nicht unbegründet.

Der Flächentausch wird Enzklösterle verändern. Unklar bleibt, inwiefern die Murgschifferschaft die gemeindewichtige Infrastruktur weiter betreibt. Ebenso offen: Was passiert mit Wanderwegen, Aussichtspunkten und kulturellen Angeboten? Diese touristischen Grundlagen dürfen nicht geopfert werden.”

 

Pro Wolf gibt das Land fast zwei Millionen Euro aus.


Zur Meldung, wonach das Land Baden-Württemberg seit 2018 fast 27 Millionen Euro für den Wolf aufgewendet oder eingeplant hat, sagt der naturschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

„Die Wolfspolitik der Grünen kostet die Steuerzahler immer mehr. Schon im nächsten Jahr zahlt das Land 7,3 Millionen Euro für Zäune, Herdenschutzhunde und zusätzliche Beamtenstellen. Dabei leben nachweislich nur vier Wölfe im Südwesten. Pro Wolf gibt das Land also umgerechnet fast zwei Millionen Euro aus. Genau an diesen Beispielen wird klar, dass diese Regierung kein Einnahme-, sondern ein Ausgabeproblem hat.

Statt teure Projekte umzusetzen und immer mehr Beamte einzustellen, fordere ich einen pragmatischen Umgang mit dem Wolf. Dazu gehört auch, Problemwölfe schnell und rechtssicher zu entnehmen, wenn die Zahl der getöteten und verletzten Nutztiere aus dem Ruder läuft. Zudem müssen wir die örtliche Jägerschaft viel stärker einbinden. Das spart nicht nur Zeit, sondern senkt auch die Kosten. Dafür muss der Wolf aber zuerst ins Jagd- und Wildtiermanagementgesetz genommen werden. Damit schaffen wir eine rechtlich solide Basis für Monitoring und Management und können regionale Ereignisse gezielter berücksichtigen.“

 

Deshalb muss der Kormoran-Bestand mindestens um ein Drittel reduziert werden.


Zur Meldung, wonach die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) unter dem Vorsitz Baden-Württembergs eine neue Studie in Auftrag gegeben hat, um die Ausbreitung der Quagga-Muschel im Bodensee einzudämmen, erklärte der naturschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

 

„Bereits 2016 wurde die Quagga-Muschel erstmals im Bodensee nachgewiesen. Seither waren die Grünen durchgehend in Regierungsverantwortung und haben der exponentiellen Ausbreitung tatenlos zugesehen. Das jetzt gestartete Forschungsprojekt kommt leider viel zu spät. Die Quagga-Muschel stellt inzwischen eine existenzielle Bedrohung für die Biodiversität, die Fischerei und die Wasserversorgung dar. Bereits jetzt gehen die Bestände wichtiger Fischarten deutlich zurück. Hinzu kommt, dass die dichten Muschelkolonien Wasserleitungen verstopfen und so die Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen gefährden.

 

Eine gezielte Förderung karpfenartiger Fischarten ist daher ein sinnvoller Schritt, um das ökologische Gleichgewicht im Bodensee wieder zu stabilisieren. Gleichzeitig ist es aus unserer Sicht aber unerlässlich, auch den Kormoranbestand deutlich zu reduzieren. Damit Fische besser geschützt werden, müssen wir den Kormoranbestand mindestens um ein Drittel reduzieren. Das gelingt nur, wenn endlich ein international abgestimmtes Management eingeführt wird, das zur Erholung der Fischbestände und zum Erhalt gefährdeter Arten beiträgt.

 

Auch moderne Technologien wie Drohnen zur Bestandsüberwachung und gezielten Vergrämung der Kormorane müssen deutlich häufiger zum Einsatz kommen. Voraussetzung dafür ist eine schnelle und umfassende Überarbeitung der mittlerweile 15 Jahre alten Kormoranverordnung.“

 

 

Proaktiver Waldumbau ist der wesentliche Faktor.


Zur Warnung durch Forstminister Hauk vor der gestiegenen Waldbrandgefahr in fast allen Regionen des Landes fordert der forstpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

 

„Es braucht eine landesweite Kraftanstrengung für einen effektiven Waldbrandschutz. Der proaktive Umbau der Wälder ist hier der wesentliche Faktor. Die Belange der Waldentwicklung und die Notwendigkeiten des Brandschutzes müssen dabei in enger Partnerschaft Hand in Hand gehen.

 

Wir müssen weg von riskanten Altbeständen hin zu jungen, dynamisch wachsenden und klimastabilen Mischwäldern. Insbesondere die Waldbesitzerinnen und -besitzer stehen dabei vor einer Mammutaufgabe. Sie brauchen jetzt unbürokratische Unterstützungsangebote. Wichtig ist auch, die Datenerhebung zu verbessern, um die Veränderung des Waldbrandgeschehens in Zukunft wissenschaftlich fundiert begleiten zu können.“

 

Landesrechnungshof bestätigt unsere Kritik.

Angesichts der Bedenken des Landesrechnungshofs zur geplanten Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald äußerte der wald- und naturschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

„Wir haben die Landesregierung wiederholt auf die Planungsdefizite bei der Erweiterung des Nationalparks sowie auf die Verschwendung von Steuergeldern hingewiesen. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten bewusst Landesvermögen zu entwerten, nur um ein Prestigeprojekt eines grünen Ministerpräsidenten durchzusetzen, führt zwangsläufig zu wachsendem Unmut in der Bevölkerung.

Dass dies nun auch der Landesrechnungshof so bewertet, bestätigt unseren Kurs.

Wenn das Land Staatsanteile unter Wert an die Murgschifferschaft verkauft, handelt es sich um ein klassisches Minusgeschäft. Derartige intransparente Absprachen und geplante Verschwendungen von Steuergeldern untergraben das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die politischen Entscheidungsträger dieses Landes.

Um eine unabhängige und transparente Bewertung der betroffenen Landesteile zu ermöglichen, muss die Entscheidung in die nächste Legislaturperiode vertagt werden.“

Zwei positive Entwicklungen und eine schlechte Nachricht.


In der Plenardebatte auf Antrag der FDP/DVP-Fraktion „Unterrichtung des Landtags in EU-Angelegenheiten; hier: Schutzstatus des Wolfs“ äußerte sich der artenschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher, wie folgt:

 

„Die Meldung aus Straßburg, den Schutzstatus des Wolfs gemäß der FFH-Richtlinie von ‚streng geschützt ‘ auf ‚geschützt ‘ zurückzustufen, ist die erste gute Nachricht für alle Landwirte und Weidetierhalter in Baden-Württemberg. Seit Jahren betone ich, dass wir dringend praxistauglichere Regelungen für den Umgang mit Wölfen brauchen. Leider bleibt die Zahl der durch Wölfe getöteten und verletzten Nutztiere seit Jahren auf einem viel zu hohen Niveau. Doch auf Landesebene fehlt weiterhin die Einsicht, zu einem realistischen Umgang mit dem Wolf zu kommen.

 

Die zweite gute Nachricht ist: Auch wir im Land können mehr tun. Wir brauchen endlich ein neues Wolfsmanagement, das ortskundige Jägerinnen und Jäger schneller einbindet. Die Aufnahme des Wolfs ins Jagd- und Wildtiermanagementgesetz ist aus meiner Sicht längst überfällig. Damit würden wir eine rechtlich solide Basis für Monitoring und Management schaffen und könnten regionale Besonderheiten gezielter berücksichtigen.

 

Doch die schlechte Nachricht ist: Das Land gibt immer mehr Geld für den Schutz vor Wölfen aus. Seit 2018 wurden bereits rund 21 Millionen Euro für Herdenschutzmaßnahmen aufgewendet. Hinzu kommen zahlreiche weitere Kosten für Ministerien, Behörden, Überwachung und Verwaltung. Für nur vier Wölfe ist das ein viel zu hoher finanzieller Aufwand. Wir wollen endlich Klarheit darüber, was der Wolf uns wirklich kostet. Deshalb haben wir heute den Antrag ‚Was kostet der Wolf den Steuerzahler?‘ gestellt.“