Pressemitteilung

07.Juli 2025 - Naturschutz

Hoher: Die Quagga-Muschel ist eine existenzielle Gefahr für den Bodensee

Deshalb muss der Kormoran-Bestand mindestens um ein Drittel reduziert werden.


Zur Meldung, wonach die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) unter dem Vorsitz Baden-Württembergs eine neue Studie in Auftrag gegeben hat, um die Ausbreitung der Quagga-Muschel im Bodensee einzudämmen, erklärte der naturschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Klaus Hoher:

 

„Bereits 2016 wurde die Quagga-Muschel erstmals im Bodensee nachgewiesen. Seither waren die Grünen durchgehend in Regierungsverantwortung und haben der exponentiellen Ausbreitung tatenlos zugesehen. Das jetzt gestartete Forschungsprojekt kommt leider viel zu spät. Die Quagga-Muschel stellt inzwischen eine existenzielle Bedrohung für die Biodiversität, die Fischerei und die Wasserversorgung dar. Bereits jetzt gehen die Bestände wichtiger Fischarten deutlich zurück. Hinzu kommt, dass die dichten Muschelkolonien Wasserleitungen verstopfen und so die Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen gefährden.

 

Eine gezielte Förderung karpfenartiger Fischarten ist daher ein sinnvoller Schritt, um das ökologische Gleichgewicht im Bodensee wieder zu stabilisieren. Gleichzeitig ist es aus unserer Sicht aber unerlässlich, auch den Kormoranbestand deutlich zu reduzieren. Damit Fische besser geschützt werden, müssen wir den Kormoranbestand mindestens um ein Drittel reduzieren. Das gelingt nur, wenn endlich ein international abgestimmtes Management eingeführt wird, das zur Erholung der Fischbestände und zum Erhalt gefährdeter Arten beiträgt.

 

Auch moderne Technologien wie Drohnen zur Bestandsüberwachung und gezielten Vergrämung der Kormorane müssen deutlich häufiger zum Einsatz kommen. Voraussetzung dafür ist eine schnelle und umfassende Überarbeitung der mittlerweile 15 Jahre alten Kormoranverordnung.“