Pressemitteilung

21.Juli 2025 - Soziales
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Rülke, Fischer und Reith: System der gesetzlichen Rente steht vor dem Kollaps

Eine generationengerechte Rente braucht echte Reformen, etwa hin zu kapitalgedeckten Elementen.


Am Samstag, den 19. Juli 2025, fand der Liberale Seniorentag zum Thema „Wie retten wir die Rente – Liberale Ideen für eine generationengerechte Altersvorsorge“ im Landtag statt. Es diskutierten Prof. Dr. Christian Hagist, Lehrstuhlinhaber für Wirtschafts- und Sozialpolitik, der stellvertretende Landesvorsitzende der FDP in Baden-Württemberg Pascal Kober und Niko Reith als Sozialpolitischer Sprecher der FDP/DVP-Fraktion zur Ausgestaltung einer generationengerechten Rente.

 

In seiner Begrüßung betonte Hans-Ulrich Rülke, Fraktionsvorsitzender der FDP/DVP-Fraktion:

„Das System der gesetzlichen Rente steht vor dem Kollaps. Das von Konrad Adenauer initiierte Umlagensystem könnte Probleme mit der Demographie bekommen – davor warnte schon Ludwig Erhard. Adenauer ist heute leider mit einer Geburtenrate von nur 1,35 widerlegt, dass die Leute immer Kinder haben. Das System ist längst an der Leistungsgrenze, nicht zuletzt auch wegen steigender Lebenserwartung und immer mehr Geschenken der Politik. Es braucht nun echte Reformen, etwa die Ergänzung der Umlage durch eine kapitalbildende Aktienrente, damit die Generationen nicht weiter gegeneinander getrieben werden.“

 

Der Vorsitzende der Liberalen Senioreninitiative, Dr. Wolfgang Allehoff, sagte in seinem Impuls:

„Es wird derzeit deutlich: monokausale Lösungen bei dem komplexen Thema Rente gab und gibt es nicht. Eine echte, generationengerechte Rentenreform ist alles andere als banal. Es klappt einfach nicht zu sagen: `Macht´s wie die Österreicher und schmeißt Renten und Pensionen zusammen´. Solche Vorschläge führen in die Irre, denn mehr Beitragszahler von heute sind auch mehr Bezieher in der Zukunft.“ Er verwies dabei auch auf das in ihrer Broschüre vorgelegte Vier-Säulen-Modell der Liberalen Senioren.

 

Prof. Dr. Christian Hagist, Lehrstuhlinhaber für Wirtschafts- und Sozialpolitik an der Otto Beisheim School of Management, betonte:

„Bei der Rente haben wir kein Erkenntnisproblem, es müssen nur endlich Reformen angegangen werden. In dem medialen Wirrwarr aus vielfach falsch verstanden Begriffen wie Rentenniveau, Altersarmut und Nachhaltigkeitsfragen muss man deutlich machen: wir brauchen eine nachhaltig aufgestellte Finanzierung, bevor man verteilungspolitische Leistungen wie die Mütterrente verteilt. Wir sind bei der Bevölkerungspyramide auf dem Weg vom Weihnachtsbaum zum Dönerspieß – da funktioniert ein rein umlagenfinanziertes Rentensystem einfach nicht mehr und die gesamten Beiträge zur Sozialversicherung rasen auf 50% zu. Wenn wir nicht gegensteuern, wird die junge Generation den Generationenvertrag einseitig aufkündigen. Dagegen helfen – neben engagierten Reformen der Rente an sich – insbesondere kapitalgedeckte Elemente in der Altersvorsorge, damit auch junge Beitragszahler sagen können: `Dieses System sorgt auch für mich. ´“

 

In seinem Impuls fokussierte Pascal Kober, stellvertretender Vorsitzender der FDP Baden-Württemberg, auf die liberalen Vorschläge für eine generationengerecht Rente:

„Die gesetzliche Rente ist auch für die Liberalen ein integraler Bestandteil der Altersvorsorge, allerdings sollte sie flankiert werden von mehreren Säulen für ein solides Gesamtalterseinkommen. Denn in der Zeit wirtschaftlicher Degression musste auch die Frage gestellt werden, wie man die Haltelinie finanzieren will. Explodierende Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt jedenfalls sind alles andere als generationengerecht. Die Modelle zur Kapitaldeckung eines Teils der gesetzlichen Rente wie in Schweden sind längst durchgerechnet und müssen endlich in die Umsetzung kommen, damit diese mit ihrer Rendite den Rententopf stützen können.“

 

Für die FDP/DVP-Fraktion griff der sozialpolitische Sprecher Niko Reith die Reformvorschläge von Prof. Hagist direkt auf:

„Wir brauchen gesteuerte Zuwanderung und wir werden länger arbeiten müssen. Wir brauchen angesichts der Demographie wieder mehr Generationengerechtigkeit in der Rentenversicherung und nicht zuletzt brauchen wir effiziente und einfache Lösungen für ergänzende Säulen der Altersvorsorge, so insbesondere für eine kapitalgedeckte Rente. Norbert Blüm hatte gesagt: `Die Rente ist sicher!´ – er hat aber nicht gesagt, dass die Rente reicht. Wir brauchen jetzt echte Reformen und kein schuldenfinanziertes Weiter-so mit einem scheiternden System!“

 

In seinem Schlusswort hob der seniorenpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion Rudi Fischer hervor:

„Wir müssen nach der Diskussion festhalten: wenn wir keine grundlegenden Reformen umsetzen, sind unsere sozialen Sicherungssysteme absehbar nicht mehr zu finanzieren. Wir müssen auf die demografischen Veränderungen endlich reagieren und die Generationengerechtigkeit wieder herstellen – das ist ein Gebot der Solidarität. Dazu müssen wir auch unbequeme Debatten führen, wie die über eine höhere Lebensarbeitszeit. Im Fokus muss stehen, dass alle Generationen und alle gesellschaftlichen Gruppen in die Diskussion einbezogen werden.“