Birnstock: Statt Kitapflicht brauchen kita- und schulunfähige Kinder zielgerichtete Unterstützung
SWR-Bericht verdeutlicht psychische Belastungen von Kindern – Freie Demokraten fordern mehr Schulpsychologie und Sozialarbeit auch an Grundschulen und lehnen Kitazwang ab
„Der Bericht des SWR macht deutlich, dass die Gründe, warum manche Kinder nicht in die Kita oder Schule gehen können, vielschichtig sind. Ängste, Depressionen oder Essstörungen lassen sich nicht mit staatlichem Zwang lösen. Eine Kitapflicht, wie sie u. a. von den Grünen gefordert wird, würde gerade den Kindern, die ohnehin bereits mit psychischen Herausforderungen zu kämpfen haben, zusätzlichen Druck auferlegen und wäre damit im schlimmsten Fall sogar kontraproduktiv. Gleichzeitig würde eine solche Kita-Pflicht neun von zehn Familien unnötig einschränken und in ihrer persönlichen Freiheit beschneiden.
Statt hunderte Millionen in eine Kitapflicht und ein gebührenfreies letztes Kita-Jahr zu stecken, sollten wir das Geld gezielt dort einsetzen, wo es wirklich gebraucht wird: bei früher Unterstützung, bei psychologischer Begleitung und bei individueller Förderung für Kinder und Familien in schwierigen Situationen. Der SWR-Bericht zeigt eindrücklich, dass genau hier der größte Handlungsbedarf besteht. Dazu gehört auch, die schulische Unterstützung deutlich zu stärken: Durch die Ausweitung von Schulsozialarbeit und Schulpsychologie, insbesondere auch an Grundschulen.
Dieses Thema wurde von der grün-geführten Landesregierung viel zu lange vernachlässigt. Wir Freie Demokraten werden uns in der nächsten Legislaturperiode mit Nachdruck dafür einsetzen, dass betroffene Kinder und ihre Familien endlich die Unterstützung bekommen, die sie brauchen – statt pauschaler Pflichten braucht es passgenaue Hilfe.“


