Pressemitteilung

28.Januar 2026 - Hochschulen / Hochschulfinanzierung

Kern: Menschenwürde ist Grundlage demokratischer Verantwortung

Gedenkstätte und Schloss Grafeneck dauerhaft als Erinnerungsort bewahren


Im Rahmen der heutigen Debatte zum überparteilichen Entschließungsantrag zur Sicherung der Gedenkstätte Grafeneck sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP/DVP-Fraktion, Dr. Timm Kern:

“In Grafeneck sind im Jahr 1940 staatlich organisiert 10.654 Menschen in einer als Duschraum getarnten Gaskammer getötet worden. Diese Menschen wurden nicht von heute auf morgen Opfer. Ihre Existenz wurde zuvor entwürdigt. Sie wurde staatlich infrage gestellt, vermessen, bewertet und für wertlos erklärt. Was in Grafeneck geschehen ist, war kein Zufall und kein dunkles Kapitel ohne Akteure. Es war das Ergebnis von Entscheidungen, von Gesetzen, von Verwaltungsakten – und von Menschen, die Macht hatten und sie verheerend missbraucht haben.

Wir Demokratinnen und Demokraten können und müssen streiten. Wir dürfen hart ringen um den richtigen politischen Weg. Es gibt jedoch eine klare Grenze: Es gibt einen Punkt, an dem es keine Abstufungen, keine Graubereiche und keine taktischen Abwägungen gibt. Und das ist Artikel 1 unseres Grundgesetzes: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar.‘ Sobald Menschenfeindlichkeit offen geäußert wird, darf kein Demokrat schweigen und es darf kein taktisches Verhalten mehr geben.

Der heute beratene überparteiliche Entschließungsantrag setzt genau hier an. Er sichert Grafeneck als die zentrale Erinnerungs- und Mahnstätte für die 10.654 Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen. Zugleich wird Grafeneck damit für viele tausende Menschen ein Ort der individuellen Trauer und des kollektiven Gedenkens sowie ein Raum für Forschen, Lernen und Begegnung bleiben.

Unser heutiger gemeinsamer Antrag ist ein sichtbares und starkes Zeichen, dass Demokratinnen und Demokraten bei diesem Thema geschlossen zusammenstehen.“

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