Pressemitteilung

07.April 2020 - Einzelhandel / Mittelstand und Handwerk
,

Rülke: Vermisse Öffnungsstrategie für das Ende der Coronakrise

Dr. Hans-Ulrich Rülke

Landesregierung muss darüber nachdenken, wie es wieder weitergehen soll.


Der Vorsitzende der FDP/DVP Fraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, fordert von der Landesregierung Überlegungen zu einer Öffnungsstrategie am Ende der derzeitigen Coronakrise.

„Im Vordergrund steht Gesundheit. Deshalb kritisiere ich nicht die derzeitigen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz“, so Rülke und stellt fest: „Wenn aber Deutschland besser mit den Auswirkungen des Coronavirus umgeht als manch anderes Land, so liegt das nicht zuletzt an unserem funktionierenden Gesundheitswesen.“  Dieses müsse aber nach seinen Aussagen finanziert werden und deshalb müsse auch in der Krise darüber nachgedacht werden, wie an deren Ende die Wirtschaft wieder in die Spur gebracht werden könne. So mache das beispielsweise Österreich gerade vor.

„Derartige Überlegungen vermisse ich bei der Landesregierung vollständig“ so Rülke und fordert auch ein Bewusstsein dafür, dass in der Krise massiv in die Grundrechte der Bürger eingegriffen werde. „Oftmals werden verfassungsrechtlich verbriefte Rechte einfach so per Regierungsverordnung, ohne Befassung des Parlaments, kassiert“, stellt Rülke fest. Es müsse klar sein, dass so etwas keinen Tag länger als unbedingt notwendig geschehe, fordert er und konstatiert: „Auch hier ist keinerlei Strategie bei Grün-Schwarz zu erkennen, wie man wieder zur Normalität zurückkehren will.“

Rülke fordert eine umfassende Strategie, wie man Gesundheitsschutz, Achtung der verfassungsrechtlichen Freiheitsrechte und den Schutz der Wirtschaft in ein Gleichgewicht bringen könne. Außerdem fehle ihm der Blick auf Länder, die die Pandemie erfolgreich eingedämmt haben wie beispielsweise Taiwan. „So könnte eine Öffnungsstrategie begleitet werden von deutlich mehr Tests, einer freiwilligen Verwendung einer App am Handy, die anzeigt, wohin eine Person sich bewegt und eine Maskenpflicht für alle, die im Handel wieder mit Kunden zu tun haben“, regt Rülke an.

Weiter fehle nach seinen Aussagen ein Nachdenken über eine Strategie, wie man der Wirtschaft nach der absehbaren Depression zum Wiederaufstieg verhelfen möchte. „Die Familienunternehmen fordern Kredite, die zu 100 Prozent verbürgt werden. Wie steht die Landesregierung dazu, dass das Land hier in die Verbürgung geht?“, fragt Rülke.

Zur Situation in Europa versichert Rülke die Bereitschaft, anderen europäischen Staaten beim Wiederaufbau zu helfen. Gleichzeitig warnt er davor, dass die Länder Südeuropas ihre Altschulden auf den baden-württembergischen Steuerzahler abwälzten. „Deshalb lehnen wir Eurobonds auch dann ab, wenn sie ‚Coronabonds‘ heißen, und schlagen stattdessen eine Unterstützung der Südländer über den Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM) vor. Ich frage mich allerdings, wie die Landesregierung hierzu steht“, so Rülke.

Rülkes abschließende Forderung: „Die Landesregierung muss ihre Schockstarre überwinden und endlich damit anfangen, über eine Öffnungsstrategie zu diskutieren. Ein Blick nach Österreich könnte dabei sicher nicht schaden.“

 

Weitere Pressemitteilungen zum Thema

11.12.2025 - Posted in:Mittelstand und Handwerk

Schweickert: Mittelstandsförderungsgesetz muss viel eher gelebt als novelliert werden

04.12.2025 - Posted in:Mittelstand und Handwerk/ Unternehmen/ Wirtschaft

Schweickert: Wann erklärt sich endlich die Wirtschaftsministerin zu den Coronasoforthilfen?

28.11.2025 - Posted in:Mittelstand und Handwerk/ Tourismus/ Unternehmen

Rülke: Zukunftsfähige Tourismuswirtschaft braucht nachhaltige politische Unterstützung und Gestaltung

12.11.2025 - Posted in:Landesentwicklungsplan/ Mittelstand und Handwerk

Schweickert: Mittelstand stärken, Staatskonkurrenz stoppen

12.11.2025 - Posted in:Mittelstand und Handwerk/ Unternehmen

Schweickert: Regierungsfraktionen grätschen Wirtschaftsministerin dazwischen und übernehmen Heft des Handelns

20.10.2025 - Posted in:Mittelstand und Handwerk/ Unternehmen

Schweickert: Nun Zinsen bei Coronasoforthilfen – Chaos, Intransparenz und fehlende Planbarkeit setzen sich fort

16.10.2025 - Posted in:Entbürokratisierung/ Mittelstand und Handwerk/ Unternehmen

Rülke und Schweickert: Drohender Bürokratiekollaps rechtfertigt einen Akt der demokratischen Notwehr

15.10.2025 - Posted in:Mittelstand und Handwerk/ Tourismus/ Unternehmen

Schweickert: Neues Gaststättengesetz ist ein echter Fortschritt – wenn die Ausgestaltung bürokratiearm erfolgt

15.10.2025 - Posted in:Mittelstand und Handwerk

Schweickert: Wer in der Zukunft gute Rahmenbedingungen für das Handwerk will, muss liberale Politik wählen

09.10.2025 - Posted in:Corona/ Einzelhandel/ Mittelstand und Handwerk/ Unternehmen

Schweickert: Gerichtsurteil zu Corona-Soforthilfen ist Armutszeugnis für Wirtschaftsministerium