Vereine sollen nach Urteil des Bundesfinanzhofs keine Umsatzsteuer zahlen müssen – Dieter Kleinmann, Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion für Fragen des Ehren-amts, forderte die Landesregierung zu Hilfestellungen auf, damit Schulfördervereine auch nach einem jüngst gefällten Urteil des Bundesfinanzhofs keine Umsatzsteuer bezahlen müssen. „Ein einfaches und transparentes Steuersystem ist mir ein wichtiges Anliegen. Allerdings darf dies nicht dazu führen, dass ehrenamtlich Tätigen ein Knüppel zwischen die Beine geworfen wird!“, sagte der Diplom-Volkswirt und Pfarrer Kleinmann. „Wenn Schulfördervereine nicht nur das Schulmittagessen organisieren, sondern beispielsweise in der Hausaufgabenbetreuung aktiv sind, nehmen sie Erziehungsaufgaben wahr und sind damit steuerfrei zu stellen.“

Das Finanzministerium solle die damit zusammenhängenden rechtlichen Fragen prüfen und den Schulfördervereinen Empfehlungen an die Hand geben, wie sie ihre ehrenamtliche Arbeit steuerfrei weiterführen können. Weiter forderte Kleinmann: „Es muss verhindert werden, dass Schulfördervereine aufgrund des Urteils rückwirkend Steuern für die Schulmittagessen zu zahlen haben.“ Hier müsse eine rechtliche Klar-stellung erfolgen.

Und: Bei Fortschreibung des Generalverkehrsplans nicht nur Wunschzettel formulieren – Zu der Forderung des Rechnungshofes nach einer stärkeren Vereinheitlichung der Tarifregelungen bei den Verkehrsverbünden sagte Dietmar Bachmann, verkehrspolitischer Sprecher FDP/DVP-Landtagsfraktion:

„Alle Tarifverbünde haben grundsätzliche Vereinbarungen mit den Anschlussverbünden getroffen. Koordinierungsbedarf sehen wir jedoch noch bei den Tarifbestimmungen für die Kinderaltersgrenze, die Mitnahme von Hunden, die Tages- und die Stundenkarten sowie die Fahrradmitnahme. Einheitliche Regelungen bringen hier eine wesentliche Vereinfachung für die Benutzung des ÖPNV im Alltag und für das Tou-rismusland Baden-Württemberg.“ Auch die Forderung des Rechnungshofes, bei den derzeit laufenden Verhandlungen zur Fortschreibung des Generalverkehrsplanes mehr Realitätssinn walten zu lassen, unterstützt Bachmann. Er forderte das Landesverkehrsministerium auf, bei den Bürgerinnen und Bürgern durch die Aufnahme aller mehr oder weniger notwendigen Projekte im Land keine falschen Hoffnungen zu wecken, dass die Missstände durch diesen Akt allein bald behoben werden. Hier müsse im Generalverkehrsplan klar Farbe bekannt werden, welche Vorhaben tatsächlich Priorität genießen, statt damit nur einen bunten Wunschzettel zu formulieren, sagte Bachmann.

– Die finanzpolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Heiderose Berroth, sagte zu der Stellungnahme des neuen Rechnungshof-Präsidenten Max Munding über die Finanz- und Wirtschaftskrise:

„Ich bin überrascht über den Wechsel in der Einstellung gegenüber Staatsschulden. Es kann auf keinen Fall nur darum gehen, wichtige Branchen zu stützen. Bei allen Maßnahmen der Konjunkturstützung muss darauf geachtet werden, wie sie sich auf die Wirtschaft im Ganzen auswirken. Einer weiteren Gefährdung des Mittelstands wird die FDP nicht zustimmen.“

Sütterlin: Die Gesellschaft braucht neues Bild vom Altern – ohne Horrorszenarien – Der sozialpolitische Sprecher FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, hat auf dem dritten Liberalen Seniorentag gefordert, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz auch auf Medikamente anzuwenden. Wie Noll sagte, verlange er dies gemeinsam mit der Liberalen Senioren Initiative Baden-Württemberg (LSI). Ich frage mich, so Noll, warum muss der Staat an der Krankheit der Bürgerinnen und Bürger verdie-nen? Noll erneuerte seine Kritik am baden-württembergischen Ministerpräsidenten Oettinger, der eine Anhebung des ermäßigten Steuersatzes zur Diskussion gestellt hatte, was zu höheren Preisen bei Lebensmitteln und Büchern führen würde. „Wer dies fordert, der lässt soziales Gespür vermissen“, so Noll.

Der dritte Liberale Seniorentag im Stuttgarter Landtag war unter das Thema „Männer altern anders – Frauen auch“ gestellt. Der Vorsitzende der Liberalen Senioren Initiative, Dr. Kurt Sütterlin, sagte, die liberalen Senioren hätten sich vorgenommen, „Jugendwahn nicht durch Alterseuphorie zu ersetzen“. Gleichzeitig gelte es „ein vitalitätslastiges Bild des Alters nicht kritiklos zu übernehmen“. Die Gesellschaft braucht nach den Worten von Sütterlin ein neues Bild vom Altern – „ohne Horrorszenarien und Geisterdebatten“. Entscheidend sei letztlich das „Selbstbildnis älterer Menschen“.Die stellvertretende Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Birgit Arnold, sagte als Diskussionsleiterin des Seniorentags: „Männer, die sich überwiegend über ihre Berufstätigkeit definieren, sollten frühzeitig lernen, ihr Selbstwertgefühl auf eine neue Basis zu stellen. Beispielsweise über eine stärkere Beteiligung am Familienleben und über den Aufbau sozialer Kontakte außerhalb des Berufslebens.“ Letztlich müssten beide Lebenswelten von Männern und Frauen aufrechterhalten werden, „das heißt, man muss auch im Altern nicht alles gemeinsam machen“. Die seniorenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Sibylle Laurischk, sagte, dass Frauen aufgrund ihrer sozialen Kompetenz, die sie in jungen Jahren in der Familienarbeit entwickeln müssten, „für das Altern besser gerüstet sind“. Laurischk: „Ich sehe es als gesellschaftliche Aufgabe an, dass Männer sich aus der Haltung des großen Kindes viel früher befreien und sich stärker als Verantwortungsträ-ger in Familie und Gesellschaft begreifen.“

Wirtschaftsministerium sieht Potenzial von bis zu 3000 Firmenneugründungen – Mit Hilfe von sogenannten Mikrofinanzierungen könnte in Baden-Württemberg bis zu 3000 Personen ermöglicht werden, kleinere Unternehmen zu gründen. Dieses Potential sieht die Landesregierung in ihrer Antwort auf einen parlamentarischen Antrag (Drucksache 14/4495) des Vorsitzenden und wirtschaftspolitischen Sprechers der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke.

Mikrofinanzierungen bewegen sich durchschnittlich in einem Rahmen von 3000 bis rund 25000 Euro. Sie können für eine Neugründung oder für ein schon existierendes Unternehmen beantragt werden. In wirtschaftlichen Krisenzeiten gibt es laut Wirtschaftsministerium tendenziell mehr Existenzgründungen, weil mehr Fachkräfte ohne Arbeit sind. Bei der klassi-schen Kreditvergabe in diesem Volumen sieht das Wirtschaftsministerium eher Schwierigkeiten, weil die Banken in einem aufwendigen Verfahren ihr Risiko prüfen. Die Mikrofinanzierung läuft automatisiert und unbürokratischer ab und könnte für manche Kreditsuchende das geeignete Instrument sein. Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion sieht bei den Mikrofinan-zierungen nicht nur die betriebswirtschaftliche Seite, sondern auch die positiven Impulse für die Volkswirtschaft, die sich aus eingesparten Sozialleistungen und einer gestiegenen Wert-schöpfung und dementsprechenden Mehreinnahmen ergeben. „Mikrofinanzierungen können dazu beitragen, Wege aus der Arbeitslosigkeit zu finden und damit soziale Ausgrenzung zu verhindern. Mit der Gründung von Kleinbetrieben wird das Unternehmertum gestärkt und die regionale und lokale Wirtschaft stabilisiert“, so Hans-Ulrich Rülke. Vor allem könnten sich nach Rülkes Worten neue Potenziale für die baden-württembergische Wirtschaft im niedrig-schwelligen Dienstleistungssektor ergeben. Deshalb gelte es, die Angebote im Bereich der Mikrofinanzierung für mehr potenzielle Nutzer zu öffnen, so Rülke.

Noll: Bürger mit wenig Geld im Portemonnaie besonders betroffen – wenig Gespür – Zum Vorschlag des Ministerpräsidenten Oettinger, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz anzuheben, sagte die finanzpolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Heiderose Berroth:

„Es ist völlig unangebracht, in diesen Zeiten über Steuererhöhungen beim verminderten Mehrwertsteuersatz zu räsonieren. Die Frage ist, was den baden-württembergischen Ministerpräsidenten zu diesem Vorstoß treibt, für wen hier Herr Oettinger den Minenhund spielt. Der Vorschlag, den ermäßigten Mehrwertsteuer-Satz anzuheben, ist konjunkturpolitisch völlig verfehlt. Mit Familien und Kurzarbeitern wären von dieser Maßnahme diejenigen betroffen, die unter der Wirtschaftskrise besonders leiden.“Der sozialpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, sagte: „Der Vorschlag trifft diejenigen besonders, die über wenig Geld im Portemonnaie verfügen. Lebensmittel und auch Bücher würden unverhältnismäßig teuer. Wer jetzt den ermäßigten Mehrwertsteuersatz erhöhen will, lässt jedes sozialpolitische Gespür vermissen.“

Zum Thema Diamorphin-Konzept: Hilfsangebote dort, wo die Betroffenen leben – „Neue Werkrealschule“ und „Kontrollierte Abgabe von synthetischem Heroin an Schwerstabhängige“ waren die Themen einer Landespressekonferenz mit dem Fraktionsvorsitzenden Dr. Hans-Ulrich Rülke und der stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Birgit Arnold. „Nach der Anhörung hat der Gesetzentwurf nun den letzten Schliff erhalten und trägt nun auch die Handschrift der Liberalen“, sagte der Fraktionsvorsitzende. Arnold: „Den Schulen liegt nun ein Konzept vor, das ihnen genügend Freiheit und Gestaltungsspielraum für maßgeschneiderte Lösungen vor Ort lässt.“

Neue Werkrealschule• Zielsetzung ist, mehr Schülerinnen und Schüler als bisher zur mittleren Reife zu führen. Dies setzt nach Auffassung der FDP voraus, dass die individuelle Förderung bereits ab Klasse 5 einsetzen kann und die Schulen so große Gestaltungsfreiheit wie möglich erhalten. Der Hauptschulabschluss bleibt als anspruchsvoller Schulabschluss erhalten.• Für die Liberalen ist es wichtig, dass die geforderte Zweizügigkeit nicht zum Dogma erhoben wird. Deshalb haben wir erreicht, dass Hauptschulen auch Kooperationen eingehen und durch Zusammenschluss größere Einheiten bilden können. Eine auf diese Weise entstehende Schule kann auch auf mehrere Standorte verteilt sein. Das gilt gleichermaßen für die Klassen 5 bis 7, wie auch die Klassen 8 bis 10. Allerdings muss die Werkrealschule unter einer gemeinsamen Schul-leitung stehen.• Auch ist gewährleistet, dass keine Schule gegen den Willen des Schulträgers geschlossen wird. Damit können auch die einzügigen Hauptschulen weiter bestehen. • Der Werkrealabschluss ist ein dem Realschulabschluss gleichwertiger Bildungsab-schluss. Nicht zuletzt auf Drängen der FDP wurden Überlegungen fallen gelassen, an Werkrealschüler beim Übergang in ein Berufskolleg oder ein berufliches Gymnasium höhere Notenanforderungen zu stellen als an Realschüler. Gleichzeitig bleibt der Hauptschulabschluss erhalten.• Maßgeblich für den Wechsel von Klasse 9 in Klasse 10 der Werkrealschule ist eine Bildungsempfehlung der Klassenkonferenz. Die Entscheidung ist damit in die Verantwortung der Schule gegeben.Kontrollierte Abgabe von synthetischem Heroin an Schwerstabhängige:• Die Angebote für die kontrollierte Abgabe von synthetischem Heroin an Schwerstabhängige müssen dort erfolgen, wo die Hilfe suchenden Menschen leben. Deshalb sind stationäre Modelle an den Standorten der Zentren für Psychiatrie (ZfP) nicht Ziel führend. Auch ambulante Ansätze an diesen Standorten scheiden wegen der fehlenden Mobilität des entsprechenden Personenkreises aus.• Die bisher bekannt gewordenen Überlegungen der CDU müssen deshalb im Sinne der betroffenen Bürgerinnen und Bürgern weiterentwickelt werden. Die Zentren für Psychiatrie leisten hervorragende Arbeit, deshalb bietet sich deren Einbeziehung an. Weitere Träger wie zum Beispiel beim Karlsruher Modell sollen berücksichtigt wer-den. Die FDP tritt für sinnvolle Vernetzungen ein. • Die Liberalen würden die Gesundheitsministerin auf diesem Weg gerne unterstützen.

Verständnis für Bildungsstreik – doch Warnung vor extremistischen Parolen – In einer Landtagsdebatte über das Thema „Gute Gründe für einen Bildungsstreik – was tut die Landesregierung für mehr Qualität im Bildungssystem?“ sagte der hochschulpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dietmar Bachmann, unter anderem (es gilt das gesprochene Wort):

Heute ist hier im Parlament sozusagen der Tag der Wissenschaft. Auf diese aktuelle Debatte folgt eine weitere mit dem Thema „Mit nachhaltigen Investitionen in Wissenschaft und For-schung Zukunftschancen sichern“, später diskutieren wir die Einbringung des sogenannten KIT-Gesetzes unter dem Titel „Gesetz zur Zusammenarbeit der Universität Karlsruhe und der Forschungszentrum Karlsruhe GmbH im Karlsruher Institut für Technologie“. Drei Debat-ten – ein Thema. Drei Debatten – drei Ansätze.Bei der Grünen-Fraktion haben wir soeben erlebt, dass Schwarzmalerei im Mittelpunkt steht. Bei der folgenden Debatte werden wir die Erfolge der Koalition in den Landesfarben schwarz-gelb ins rechte Licht rücken. Am besten gefällt mir persönlich allerdings der dritte Ansatz, bei dem wir nicht über Erfolge reden, sondern sie erzielen. Mit dem KIT gelingt erstmals die Fusion einer Universität mit einer Großforschungseinrichtung. Wir setzen damit deutschland- und wohl auch europaweit Maßstäbe. Nüchtern und sachlich betrachtet muss man in der Forschungspolitik nichts schönreden. Baden-Württemberg ist einfach spitze.Während wir hier debattieren, wird draußen demonstriert. Sollte uns solcher Protest trotz der über Patente und viel andere Indikatoren nachgewiesenen Spitzenstellung in der Forschung zu denken geben? Ich meine, er sollte. Er sollte uns zu der Frage bringen: Was bewegt die Menschen, an einem Bildungsstreik teilzunehmen?Ich sehe da zwei Gruppen: Die einen wollen diese Republik verändern, die anderen sind in ernster Sorge um die Zukunft ihrer Hochschule. Die zweite Gruppe macht mir die größere Sorge. Ihr Protest wirft ernste Fragen auf: Wo steht Baden-Württemberg in der Qualität des Studiums? Wie geht man mit den Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften um? Wird die Lehre vor lauter Begeisterung an der Forschung vernachlässigt? Heute schon Antworten auf diese Fragen zu geben erscheint verfrüht. Ich will es deshalb bei drei Beobachtungen belassen:Beobachtung 1: An den beiden Stuttgarter Universitäten werden Institute neu gebaut oder saniert. Neue Hörsäle gibt es trotz stets steigender Studierendenzahlen kaum. In Hohenheim müssen Vorlesungen per Video in einen zweiten Hörsaal übertragen werden. Alle vom Rektor über den Asta bis zum örtlichen Abgeordneten – ich erinnere gern an meine diesbezügliche mündliche Anfrage vor geraumer Zeit – fordern einen großen Hörsaal. Die Forderungen verhallen ungehört. Verstehen kann ich, dass selbst den eher konservativen Studierenden der Wirtschaftswissenschaften an einer der nach allen Rankings besten deutschen Mana-gerschmieden der Kragen platzt. Schließlich geht es um ihre Zukunft.Beobachtung 2: Vor zwei Jahren erhielt Professor Wolf für seine Arbeit über den Abbau von Eiweißen in der Zelle den Landesforschungspreis. Die Universität Stuttgart wollte seinen Lehrstuhl streichen. Am Montag dieser Woche erhielt Professor Pyta den Landesfor-schungspreis für seine Arbeiten über Hindenburg. Die Universität Stuttgart will jetzt offenbar seine Fakultät ausdünnen. Die Studierenden der Geschichte gehen auf die Straße. Verste-hen kann ich sie. Schließlich geht es um ihre Zukunft. Beobachtung 3: Vor kurzem haben wir die Obergrenze für Professorengehälter aufgeho-ben. Das Murren der vielen tausend Professorinnen und Professoren, die nicht Spitzenfor-schung betreiben, sondern sich Tag für Tag mit Hingabe der Lehre widmen, ist unüberhör-bar. An vielen Hochschulen im Lande werden jetzt Studiengebühren zum Stopfen von Haus-haltslöchern verwendet. Tutorien und andere Verbesserungen im Service müssen zurückge-nommen werden. Selbst Studierende, die ihre Gebühren bis vor kurzem bereitwillig zahlten, reihen sich jetzt in den Protest ein. Verstehen kann ich sie. Schließlich geht es um ihre Zu-kunft.Wir sollten die Sorgen dieser Studierenden ernst nehmen. Zu groß ist die Gefahr, dass wir diejenigen, die aus Sorge um die Zukunft ihrer Hochschule auf die Straße gehen, denjenigen in die Arme treiben, die ganz andere Ziele verfolgen. Es ist – um es in den Worten der Stutt-garter Zeitung zu sagen – ein Bündnis linker Organisationen, das zum Bildungsstreik aufruft. Welch Geistes Kind die sind verrät ihre Homepage ganz offen: Bei der Organisation von „An-tirepressalien“ – das ist im Klartext der Widerstand gegen Polizei und Ordnungskräfte – arbei-tet man mit der „Roten Hilfe e.V., einer linken, strömungsübergreifenden Solidaritätsorgani-sation“ zusammen. Dort hat man ein Spendenkonto eingerichtet. Weniger zimperlich bei der Geldbeschaffung ist man mit dem Veranstaltungstipp „Banküberfall“. „Bundesweit und de-zentral rücken wir den Profiteuren auf die Pelle“, heißt es auf der Homepage. Und weiter: „Diesmal“ – wohlgemerkt diesmal – „bleibt es aber noch niedrigschwellig und symbolisch“ – und beim nächsten Mal? Eigentlich will man – ich zitiere – „Kapital vergesellschaften …, damit der gesellschaftliche Reichtum endlich uns allen gehört.“ Dazu sagen wir als Liberale klipp und klar: Mit der Vergesellschaftung von Kapital hat man auf deutschem Boden Erfahrungen sammeln müssen. Wir wollen mit solchen Leuten nichts zu tun haben. Und wir dürfen ihnen keine Studierenden in die Arme treiben, die fest in unserer Demokratie verwurzelt sind.Ich selbst habe schon an einem Bildungsstreik teilgenommen. Das war am Tag meiner Ein-schulung. Die war 1968. Damals gab es eine große Koalition in Bonn. Heute gibt es eine große Koalition in Berlin. Gemeinsam mit der CDU werden wir alles daran setzen, dass dieser Spuk im September ein Ende findet.“

Neue Stellvertreter sind: Hagen Kluck, Dr. Birgit Arnold und Dr. Fritz Bullinger – Die FDP/DVP-Landtagsfraktion hat einen neuen Vorsitzenden: Dr. Hans-Ulrich Rülke (Wahlkreis Enz) wurde Nachfolger des bisher amtierenden Vorsitzenden Dr. Ulrich Noll. Noll hatte sich bei den anstehenden Neuwahlen des Fraktionsvorstands wieder für das Amt des Vorsitzenden beworben, verzichtete aber auf eine weitere Kandidatur, nachdem er im ersten Wahlgang von 15 Abgeordneten nur sechs Ja-Stimmen erhalten und damit die notwendige absolute Mehrheit verfehlt hatte. Rülke stellte sich auf Vorschlag der Fraktion darauf hin für das Amt des Vorsitzenden zur Verfügung und erhielt im ersten Wahlgang acht Ja-Stimmen. Damit wurde er mit ab-soluter Mehrheit neuer Vorsitzender der FDP/DVP-Fraktion.Als neue stellvertretende Vorsitzende wurden gewählt: Hagen Kluck (Wahlkreis Reutlingen, zehn Ja-Stimmen), Dr. Birgit Arnold (Wahlkreis Weinheim) und Dr. Fritz Bullinger (Wahlkreis Schwäbisch Hall) mit jeweils acht Ja-Stimmen. Kluck ist mit seiner Wahl gleichzeitig neuer Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP/DVP-Fraktion.

Großer Schritt in Richtung Generationengerechtigkeit durch Neuverschuldungsverbot – Zur Zustimmung des Bundesrats zur Verankerung einer Schuldenbremse im Grundgesetz erklärt der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll:

„Das langjährige Drängen der FDP, die verfassungsrechtlichen Regelungen zur Be-grenzung der Staatsverschuldung deutlich zu verschärfen, ist nun von Erfolg gekrönt. Gerade in einer Zeit, in der der Bund sowie die meisten Länder und Kommunen sich angesichts der Wirtschaftskrise wieder stärker verschulden müssen, ist es wichtig, deutlich zu machen, dass dies künftig nur noch in absoluten Ausnahmesituationen möglich sein wird, und dass auch in diesen Fällen jede Neuverschuldung mit einem konkreten Tilgungsplan verbunden sein muss. Auch wenn die gefundene Regelung nicht perfekt ist – warum für den Bund weichere Verschuldungsgrenzen gelten als für die Länder, ist im Grunde nicht erklärbar -, überwiegt heute doch die Freude, dass es endlich gelungen ist, dem Gesichtspunkt der Generationengerechtigkeit in der Haushaltswirtschaft von Bund und Ländern zum Durchbruch zu verhelfen.“

Echte Gesundheitsreform ohne Entgelteinbußen für Ärzte im Land – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, sagte, die Initiative des Präsidenten des Gemeindetages, Roger Kehle, zur Sicherung der ärztlichen Versorgung in den ländlichen Regionen komme zum richtigen Zeitpunkt.

Es gelte jetzt gegenzusteuern und allen Beteiligten klar zu machen, dass die schwarz-rote Bundesregierung mit ihrer sogenannten Gesundheitsreform Murks und Chaos fabriziert habe. Es sei kein Wunder, wenn in den ländlichen Regionen immer mehr Arztpraxen keinen Nachfolger finden, denn gerade diese führten aufgrund der massiven Entgelteinbußen einen oft vergeblichen Kampf um das betriebswirtschaftliche Überleben. Noll: „Es gibt nur einen Ausweg aus dem Dilemma – nach der Bundestagswahl im September muss ein Richtungswechsel erfolgen und eine echte Gesundheitsreform auf den Weg gebracht werden.“

Liberale begrüßen Möglichkeit der kontrollierten Herointherapie für Suchtkranke – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, sagte zur Mehrheits-Entscheidung des Deutschen Bundestags, den Weg für die kontrollierte Abgabe von künstlichem Heroin an schwer Suchtkranke frei zu machen

„Es ist erfreulich, dass nach langen Diskussionen jetzt der Weg frei ist für eine Therapie, auf die schwerst Heroinabhängige angewiesen sind. Jetzt müssen auch in Baden-Württemberg die notwendigen Strukturen vorgehalten werden, um möglichst allen, die eine diamorphingestützte Therapie benötigen, die Chance zu geben, ihre soziale und gesundheitliche Verelendung zu überwinden. Dies kann in bewährten stationären Einrichtungen sein – wir legen jedoch Wert darauf, entsprechend personell ausgestattete ambulante Praxen mit einzubeziehen. Nur so kann eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung gewährleistet werden. Dieses Konzept dient der Integration der Schwerstkranken in das Alltagsleben.“

Wirtschaftsbetriebe brauchen in Finanzkrise unkomplizierte Antragsverfahren – Die kleinen und mittelständischen Unternehmen des Landes stehen angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise und des sich verschärfenden internationalen Wettbewerbs vor großen Herausforderungen. Deshalb will die FDP/DVP-Landtagsfraktion in einer großen Anfrage mit dem Titel „EU-Wirtschaftspolitik und der baden-württembergische Mittelstand“ von der Landesregierung wissen, wie die Förderpolitik der Europäischen Union (EU) noch wirksamer auf die kleinen Unternehmen und Freien Berufe abgestimmt werden kann.

Nach den Worten des europapolitischen Sprechers der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Michael Theurer, gibt es zwar eine Menge an EU-Angeboten zur Förderung, Kooperation und Beratung für kleine und mittelständische Unternehmen – „doch die praktische Teilnahme an den von Brüssel organisierten Programmen gelingt in der Regel nur wenigen Betrieben“. Eine große Hürde, beispielsweise für die Beteiligung kleiner Unternehmen an Forschungsprojekten, „sind die komplizierten EU-Antragsverfahren“, so Theurer. Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, sagte, die Landesregierung unternehme viele Anstrengungen, um auch den kleinen und mittelständischen Unternehmen den Zugang zu den europäischen Fördertöpfen zu erschließen. „Denn gerade diese Betriebe prägen den Wirtschafts-standort Baden-Württemberg in besonderer Weise mit.“ Wesentliche Erleichterungen würden jedoch solche Fördertöpfe bringen, die ohne größeren bürokratischen Aufwand und den damit verbundenen notwendigen Kosten für kleine und mittelständi-sche Betriebe zugänglich sind. Weiter sollten nach Meinung der FDP/DVP-Landtagsfraktion alle europäischen Poli-tikbereiche stärker die Ziele des sogenannten „Small Business Act“ umsetzen. Diese EU-Initiative komme den kleinen und mittleren Unternehmen mit zahlreichen Erleichterungen in der Förderpolitik entgegen. Auch verlangen die Liberalen, dass unbürokratische Förderprogramme stärker in den Bereichen Umwelt, Soziales und Verbraucherschutz zur Anwendung kommen.

Bürger mit Beeinträchtigung der Sehfähigkeit haben Schwierigkeiten – Der innenpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Hagen Kluck, reagiert auf Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern, denen es schwer fällt, ihre Wahlbenachrichtigungen zu den Kommunal- und Europawahlen zu lesen.

In einem parlamentarischen Antrag will der Reutlinger Abgeordnete von der Landesregierung wissen, in welchen Schriftgrößen die Wahlbenachrichtigungskarte gehalten ist. „Schon bei geringer Beeinträchtigung der Sehfähigkeit bereitet das Lesen der Erläuterungen Schwierigkeiten“, so Hagen Kluck. Der innenpolitische Sprecher fragt, welche Anforderungen im Allgemeinen an Internetseiten oder andere behördliche Schriftstücke mit dem Prädikat „barrierefrei zugänglich“ gestellt werden. Weiter will Kluck wissen, welche Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit einer Briefwahl wahrnehmen, wie hoch der Anteil der Sehbeeinträchtigten ist, wie die barrierefreie Zugänglichkeit der Wahllokale sichergestellt ist und welche Internetauftritte oder anderen Informationsquellen der Landesregierung beziehungsweise der Kommunen barrierefrei zugänglich sind.Kluck: „Vor dem Hintergrund der hohen Bedeutung der Wahlbenachrichtigungskarten wäre eine Gestaltung wünschenswert, welche die Lesbarkeit für einen möglichst hohen Anteil der Wahlberechtigten gewährleistet und damit die Möglichkeit zur Ausübung der staatsbürgerlichen Pflichten sicherstellt.“

Entlastungen wegen bedrohlicher Einkommenssituation – Auch Gebot der Gerechtigkeit – Nach Angaben des agrarpolitischen Sprechers der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Friedrich Bullinger, hat der Bundesparteitag mit großer Mehrheit einen Antrag des Bundesfachausschusses Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verabschiedet.

Darin fordert die FDP die Harmonisierung der Agrardieselbesteuerung auf ein einheitliches europäisches Niveau. Außerdem müssten die Landwirte bei der Ökosteuer entlastet werden, forderte der Parteitag. „Mit diesem Beschluss wurde eine Grundlage für eventuelle Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl gelegt. Die Agrardieselsteuer muss aber jetzt gesenkt werden und nicht erst nach der Bundestagswahl“, so Bullinger, der Mitglied des Bundesfachausschusses Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist. Für Bullinger sind Entlastungen nicht nur wegen der bedrohlichen Einkommenssituation der Landwirte erforderlich: „Sie sind auch ein Gebot der Gerechtigkeit.“

Delegierte des Bundesparteitags entscheiden sich mit Mehrheit für Änderungsantrag – Der agrarpolitische Sprecher und der umweltpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Friedrich Bullinger und Dieter Ehret, begrüßen, dass sich der Bundesparteitag der FDP mehrheitlich für eine grundsätzliche Beibehaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ausgesprochen hat.

Die ursprüngliche Fassung im Bundeswahlprogramm hätte faktisch eine Abschaffung des EEG bedeutet. Bulllinger, der als agrarpolitischer Sprecher Mitunterzeichner des Änderungsantrags war, sagte: „Durch die Annahme des Antrags ist gewährleistet, dass das EEG nach marktwirtschaftlichen Kriterien zukunftsfähig ausgestaltet wird. Damit bleibt das EEG mittelstandsfreundlich. Es kommt so zentralen und stabilen Versorgungsstrukturen zugute. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz – nach Bullingers Worten im Jahr 1992 vom damaligen Vizekanzler Hans-Dietrich Genscher initiiert – erhalte damit eine zukunftsfähige Fassung. Ehret und Bullinger: „Dieser Beschluss entspricht dem Ziel der Landesregierung, den Anteil der regenerativen Energien zu erhöhen. Er dient der Umwelt und der Landwirtschaft.“

Einsparung eine Million Euro in fünf Jahren – Kern- und Sicherheitsbereich nicht berührt – Der rechtspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Peter Wetzel, hat die Kritik der SPD an der künftigen Teilprivatisierung der Justizvollzugsanstalt (JVA) Offenburg als „untauglichen Versuch mit untauglichen Mitteln“ bezeichnet. In einer Landtagsdebatte sagte Wetzel, dass die neue JVA am 1. Juni dieses Jahres eröffnet werde. Sie wird insgesamt 500 Personen aufnehmen. Es wird 440 Zellen für Straftäter und Untersuchungshäftlinge und 60 sogenannte sozialtherapeutische Plätze geben.

Die Teilprivatisierung bezieht sich nach den Worten Wetzels auf die Bereiche Gebäudereini-gung und Küche, Wäscherei, Gefangeneneinkauf und medizinische Versorgung. Wetzel: „Ich meine, dass hier keine Landesbeamten eingesetzt werden müssen, das können Private genauso gut übernehmen. Andere Länder wie Frankreich haben uns das vorgemacht.“ Auf diese Weise spare das Land die Einrichtung von 100 Beamtenstellen. Kern- und Sicherheitsbereich sind von der Teilprivatisierung ausgenommen, hier werden nach wie vor Beamte eingesetzt. Wie Wetzel weiter sagte, gebe es „belastbare, vom Rechnungshof abgesegnete Zahlen“, wonach die durch die Teilprivatisierung erzielten Einsparungen nach fünf Jahren eine Million Euro betragen. An die SPD gerichtet sagte Wetzel: „Sie haben auch schon die Übertragung der Bewährungshilfe auf einen privaten Träger kritisiert. Da zweifelten Sie auch an der Wirt-schaftlichkeitsprognose. Inzwischen konnte die Neustadt eGmbH eine Million Euro an das Land überweisen. Diese Summe konnte eingespart werden – und jetzt läuft die Bewährungshilfe sogar besser als vorher.“

Prof. Friedl soll nicht über Jahre auf Kosten der Steuerzahler spazieren gehen – Der hochschulpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dietmar Bachmann, sagte in der Landtagsdebatte mit dem Thema „Abfindungsvergleich mit einem ehemaligen Unfallchirurgen an der Freiburger Universitätsklinik stoppen – Disziplinarverfahren wieder aufnehmen“ unter anderem (es gilt das gesprochene Wort):

„Eines steht im Fall Friedl fest: Es wurden Fehler gemacht. Die gravierendsten, fol-genschwersten Fehler hat sicherlich Prof. Friedl gemacht. An seinen Behandlungsfehlern leiden viele Menschen noch heute. Ihnen und ihren Angehörigen möchte ich im Namen der liberalen Fraktion unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme aussprechen.Schwieriger ist die Frage zu beantworten, ob im Umgang der Freiburger Universität und des Wissenschaftsministeriums mit dem Fall Friedl Fehler gemacht wurden. Lassen Sie uns zunächst einen Blick auf die verschiedenen Stufen des Verfahrens werfen. Prof. Friedl wurde am 24. Oktober 2000 vom Dienst suspendiert. Im kom-menden Jahr kann er sein zehnjähriges Jubiläum als staatlich bezahlter Spaziergänger feiern. Ihm wird aber nach zehn Jahren Unsicherheit über sein Schicksal ebenso wenig zum Feiern zumute sein wie uns als Vertretern der Steuerzahler zum Feiern zumute sein kann.Auf die Suspendierung folgte die Aufarbeitung durch die Strafjustiz. Am 18. Februar 2003 verurteilte das Landgericht Freiburg Prof. Friedl wegen vorsätzlicher und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Gesamtgeldstrafe von 270 Tagessätzen. Die dagegen gerichtete Berufung verwarf der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 20. Januar 2004. Auch das Strafverfahren wurde also vor über fünf Jahren mit der rechtskräftigen Verurteilung endgültig abgeschlossen.Universitätsklinik und Wissenschaftsministerium kündigten am 4. Februar 2004 die Berufungsvereinbarung zum Chefarzt der Unfallchirurgie. Am 6. Juli 2006 bestätigte das Verwaltungsgericht Freiburg die Kündigung. Mit Blick auf das laufende Disziplinarverfahren wurde dieses Chefarztkündigungsverfahren auf Antrag der Beteiligten zum Ruhen gebracht. Seitdem sind wieder fast drei Jahre ins Land gegangen.Im Februar dieses Jahres schlossen Universitätsklinik und Ministerium den allseits bekannten Vergleich mit Prof. Friedl. Am 24. April entschied der Verwaltungsgerichtshof abschließend über die Chefarzttätigkeit. Damit ist es amtlich: Prof. Friedl wird nie wieder als Chefarzt die Universitätsklinik betreten. Als Vertreter der Steuerzahler können wir froh und dankbar sein, dass der Verwaltungsgerichtshof diesen Beschluss noch fassen konnte, bevor der Vergleich vollzogen wurde. Ohne Chefarzt-tätigkeit gibt es keine Privatliquidation und ohne Privatliquidation keinen Ausgleich für entgangene Einnahmen aus dieser Quelle. Soweit zum Ablauf des Falles.Kommen wir zurück zu der Frage, ob Fehler gemacht wurden. Das kommt nach meiner Überzeugung auf die Sichtweise bzw. die Prioritätensetzung an. Das Handeln des Universitätsklinikums ist geprägt von einer geradezu panischen Angst, Prof. Friedl könnte eines Tages wieder seinen Fuß in die Freiburger Universität setzen. Aus dieser Haltung heraus ist es verständlich, dass das Verfahren zögerlich betrieben und am Ende ein Vergleich geschlossen wurde. Auf der anderen Seite muss es um eine sparsame Verwendung von Steuergeldern gehen. Da ist es nicht hinzunehmen, dass ein Universitätsprofessor seit fast neun Jahren auf Kosten des Steuerzahlers spazieren gehen muss.Im Wissenschaftsausschuss haben wir deshalb parteiübergreifend mit einem einstimmigen Beschluss eindeutig Position bezogen. Der Vergleich musste aus der Welt und das Disziplinarverfahren muss zügig abgeschlossen werden. An dieser Position halten wir fest. Zunächst danken wir dem Wissenschaftsminister dafür, dass er rasch gehandelt und den Vergleich für hinfällig erklärt hat. Bleibt der zweite Teil des Beschlusses, nämlich die zügige Beendigung des Disziplinarverfahrens. Fast neun Jahre arbeiten die Juristen der Universitätsklinik und des Ministeriums an diesem Fall. Alle anderen Verfahren sind längst abgeschlossen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die Sache jetzt auf Arbeitsebene weiter verschleppt und damit den Minister in peinliche Erklärungsnöte bringt. Deshalb braucht es keine konkreten Vorgaben. Es genügt unser einstimmiger Beschluss aus dem Ausschuss. Ich appelliere deshalb an SPD und GRÜNE: Bleiben Sie bei dem gemeinsamen Kurs, stimmen Sie unserem Antrag zu.“

Gründe für die Attraktivität sind Landschaft und gute wirtschaftliche Strukturen – Als „glückliche und zufriedene Bürgerin“ des ländlichen Raums bezeichnete sich in einer Landtagsdebatte die FDP-Abgeordnete und Bürgermeisterin von Gemmrigheim, Monika Chef.

Die Gründe für die Attraktivität der ländlichen Regionen seien die schöne Landschaft, gesellschaftliche Stabilität, kulturelle Vielfalt und die wettbewerbsfähigen mittelständischen Strukturen. Das Ziel der FDP/DVP-Landtagsfraktion ist nach den Worten von Chef, die gleichwertigen Lebens- und Arbeitsverhältnisse im ländlichen Raum zu erhalten. Dazu gehörten die langfristige Sicherung der Mobilität, denn wirtschaftliche Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit seien eng mit der Qualität der Straßen- und Schieneninfrastruktur verbunden. „Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist der Lebensnerv des Wirtschaftstandorts Baden-Württembergs“, so Monika Chef.Voraussetzung für die anhaltende Attraktivität der ländlichen Räume ist aus Sicht der FDP-Landtagsabgeordneten, die „wohnortnahe Bildung zu erhalten“. Das gelte für Grund- und Hauptschulen in den kleineren Gemeinden ebenso wie für den Ausbau der Kooperation und interkommunalen Zusammenarbeit. Chef: „An vorderer Stelle steht für mich, die Hauptschulen als eigenständige Schulart trotz sinkender Schülerzahlen in allen Teilen des Landes vor der Schließung zu bewahren.“Bei der Förderung der kleinen und mittleren Unternehmen leiste das Wirtschaftsministerium mit Ernst Pfister an der Spitze hervorragende Arbeit. Handel, Handwerk und Industrie seien sich der günstigen Standortbedingungen im ländlichen Raum bewusst.

Wir brauchen sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung – Die FDP-Landtagsabgeordnete Monika Chef sagte in einer Landtagsdebatte über „Landesziele und EU-Vorgaben im Klimaschutz“ unter anderem (es gilt das gesprochene Wort): „Nach den Angaben des Statistischen Landesamtes ist der Ausstoß von CO2 in Baden-Württemberg um acht Prozent auf insgesamt 71 Millionen Tonnen zurückgegangen. Der CO2-Ausstoß pro Einwohner des Landes ist von den zuletzt über sieben Tonnen jährlich auf 6,6 Tonnen gesunken. Damit hat das Land seine bundesweite Spitzenstellung gefestigt: Im Bundesdurchschnitt liegt der jährliche Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 bei rund zehn Tonnen.

Dies ist keine Trendwende. Die Entwicklung ist dennoch ermutigend und zugleich Ansporn, in den Klimaschutzbemühungen nicht nachzulassen. Der Anteil der erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung erreichte 2007 einen Anteil von rund 13 Prozent. Bis 2020 soll jede fünfte Kilowattstunde Strom aus regenerativen Energie-trägern erzeugt werden. Wesentliches Potential für Privathaushalte und Industrie ist jedoch die Möglichkeiten Energie einzusparen, Energie effizienter zu nutzen und den Ausbau erneuerbarer Energien voranzubringen, noch besser und konsequenter auszuschöpfen.Die von Bund und Land auf den Weg gebrachten Konjunkturpakete werden die Grundlage für weit reichende Klimaschutzinvestitionen der öffentlichen Hand schaffen. Es liegt ein Schwerpunkt in der energetischen Sanierung von öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Sporthallen und Universitäten. Das ist gut so.Klimaschutz ist allerdings keine regionale Angelegenheit. Neue Impulse für den glo-balen Klimaschutz – das ist unsere Forderung. Wir fordern verbindliche Ziele, z.B. die Reduktion der CO2-Emissionen in der EU um 30 Prozent bis 2020. Bei den privaten Haushalten und im Verkehr könnte viel CO2 eingespart werden. Die FDP fordert ein energie- und klimapolitisches Gesamtkonzept zur CO2-Reduzierung bei der Wärmegewinnung. Darüber hinaus müssen die so genannten flexiblen Mechanismen des Kyotoprotokolls, insbesondere der Emissionshandel stärker genutzt werden.Wenig nachvollziehbar ist der Ausschluss der Steuerbefreiung für Biokraftstoffe. Der Ersatz der Steuerbefreiung durch eine Beimischungsquote ist ökologisch wie ökonomisch kontraproduktiv.Wir brauchen eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung.Die Energieversorgung der Zukunft muss klimafreundlich sein, um unsere Kinder zu schützen – sie muss sicher und bezahlbar bleiben, um die Grundlagen unseres Wohlstands zu erhalten.Haushaltsstrom, Autofahren und Heizen dürfen keine Luxusgüter sein. Eine spürbare Entlastung aller Bürger von hohen Energiekosten ist daher dringend erforderlich. Der Staat verdient an jeder Preisrunde durch Steuern und Abgaben kräftig mit – bei Strom mit einem Anteil von 40% vom Endkundenpreis für Haushalte. Heuteführt die Ökosteuer dazu, dass aus Gas erzeugter Strom dreifach besteuert wird – als Gas mit der Gassteuer, als erzeugter Strom mit der Stromsteuer und schließlich mit der Umsatzsteuer. Der Staat kann sich also eine Entlastung leisten. • Im Verkehrsbereich könnte die nahezu vollständige Abhängigkeit vom Öl durch ei-ne Umstellung auf den Elektroantrieb nachhaltig reduziert werden. Für den zusätzlichen Strombedarf der Elektrofahrzeuge bietet sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien an.Energie muss sicher bleiben: Nur eine sichere Energieversorgung schützt dauerhaft die Grundlagen unseres WohlstandsZiel muss es sein, die Abhängigkeit von Energieimporten verringern.Je größer die Vielfalt der Energieträger, Rohstofflieferländer und Erzeugungstechno-logien desto sicherer wird unsere Energieversorgung in der Zukunft sein. Die wichtigste Strategie, um die Versorgung Deutschlands mit Energie für die Zukunft sicherzustellen, bleibt daher ein breiter Mix aller Energieträger. • Deutschland sollte in der Lage bleiben, den Bedarf an grundlastfähigem Strom ohne Abhängigkeit von Stromimporten herzustellen. Kohle wird auf absehbare Zeit weiter ein Rückgrat deutscher Stromversorgung mit Grundlaststrom bilden. Neue Kohlekraftwerke dürfen jedoch nur noch ans Netz, wenn sie mit Technologie zur CO2-Abscheidung nachrüstbar sind.• Erneuerbare Energien müssen stärker als bisher zu mehr Unabhängigkeit von Energieimporten und einzelnen Rohstofflieferländern beitragen. Um dieStromerzeugung aus erneuerbarer Energie zu einem zuverlässigen Element der Energieversorgung zu machen, sind neue Konzepte notwendig, mit denen der Anteil erneuerbarer Energie an gesicherter und ständig verfügbarer Leistung erhöht werden kann. Dieser Anteil beträgt bei Windenergie zurzeit nur 5-10%. Überschüsse bei der Erzeugung von Strom aus Sonne und Wind müssen speicherfähig gemacht werden, damit sie später in Nachtzeiten, bei Windstille und gleichzeitig hoher Stromnachfrage an den Verbraucher abgeben zu können. So können die natürlichen Schwankungenbei der Sonnenscheindauer und der Windstärke mit einem viel geringerem Bedarf an neuen Reservekraftwerken ausgeglichen werden. Die Forschung für Energiespeicher muss erheblich ausgebaut werden.Es besteht zwischenzeitlich breiter politischer Wille Windkraftwerke auch außerhalb von Vorranggebieten aufzurüsten zu können. Wir fordern dies schon lange. Mein Kollege Dieter Ehret hat auch im Regionalverband entsprechende Initiativen ergriffen. CO2 freie Energieerzeugung soll langfristig zu einem dauerhaften Stützpfeiler einer klimaverträglichen Energieversorgung werden – aber ohne Dauersubvention und als selbstverständlicher Teil der Energiemärkte. • Die Förderung erneuerbarer Energien muss so umgestellt werden, dass sie Anreize für solche Technologien setzt, die sich am Markt ohne Subventionen behauptenkönnen.Dies gilt auch für den Bereich der gesamten Geothermie. Diese auf die Diskussion von Basel oder Staufen zu beschränken, wäre unseriös. Wir müssen diese Technologie heute fördern um sie morgen zur Verfügung zu haben. Deshalb unterstützen wir auch das Hybridkraftwerk in Neuried.Der Umweltausschuss hat letzte Woche das Wasserkraftwerk Dogern besichtigt, das mit einem Aufwand von 700 Mio. Euro künftig regenerative Energie produzieren soll. Solche Projekte sind zukunftsweisend, weil ökologisch und ökonomisch sinnvoll, aber leider nicht beliebig wiederholbar. Deshalb treten wir für einen ökologisch vertretbaren Ausbau der kleinen Wasserkraft ein. Nur ein Beispiel: Wir sind dafür eingetreten, die Entsorgung des Grüngutes von Wasserkraftwerken zur Kompostierung zuzulassen. Dieses Material musste teuer entsorgt werden und hat damit die Wirtschaftlichkeit vieler kleiner Wasserkraftwerke bedroht. Heute wird dieses Material recycelt. Das Beispiel zeigt: Auch bei der kleinen Wasserkraft ist noch Potenzial zum Ausbau vorhanden, wenn der gute Wille vorhanden ist.Der Einsatz erneuerbarer Energien ist durch das EEG bisher zu einseitig auf die Stromerzeugung fixiert und muss durch Einbezug der Wärmeerzeugung auf eine breitere Grundlage gestellt werden. Besonders die rückwirkende Änderung des EEG bringt die Betreiber von Blockheizkraftwerken aus nachwachsenden Rohstoffen in wirtschaftliche Existenznöte. Ich kann für unsere Fraktion für diese Thematik einen parlamentarischen Antrag ankündigen.• Die Nutzung erneuerbarer Energien muss erheblich stärker als bisher in die Ent-wicklungszusammenarbeit und Außenhandelsförderung Deutschlands integriertwerden. Damit werden gleichzeitig deutsche Unternehmen beim Ausbau ihrer Positionen auf den Weltmärkten unterstützt. Umgekehrt muss es Ziel der Energiepolitik sein, den Import von Solarstrom aus den Mittelmeerstaaten einschließlich Nordafrikas im Blick zu behalten und die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen.Die größten Potentiale zur Energieeinsparung liegen in der Wärmedämmung des Gebäudebestands, in energieoptimierten technischen Produkten und in einemenergiebewussten Verhalten jedes Einzelnen. Mit dem Wärmegesetz sind wir in Baden-Württemberg einen großen Schritt in die richtige Richtung gegangen. Die FDP Fraktion wird in der Koalition dafür Sorge tra-gen, dass auch bei den staatlichen Liegenschaften mit gutem Beispiel vorangegangen wird. Auf Bundesebene wollen wir erreichen, dass die energetischen Sanierung von Wohngebäuden auch im Mietrecht erleichtert wird. Es wird nicht gelingen den Klimawandel zu verhindern. Wir können ihn aber begrenzen.“

Debatte über Nichtverlängerung des Vertrags von LBBW-Chef Dr. Jaschinski – „Wenn wir einen Schaden, der bei einem Unternehmen des Landes eingetreten ist, im Interesse der Wirtschaftsentwicklung dieses Landes mit Steuergeldern beheben müssen, dann halte ich es für legitim, über die Übernahme von Verantwortung zu reden.“ Diese sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, in der Landtagsdebatte über das Thema „Wie handlungsfähig ist die Landesregie-rung in der Wirtschafts- und Finanzkrise?“, in der es auch um die Nichtverlängerung des Vertrages des LBBW-Vorstandsvorsitzenden Dr. Siegfried Jaschinski ging.

Noll: „Die Bürgerinnen und Bürger wissen, dass wir der Erhöhung der Kernkapitalquote bei der LBBW zugestimmt haben. Dies ist immerhin ein Betrag von über zwei Milliarden Euro, für den das Land geradesteht.“ Jetzt stehe die Risikoimmunisierung der „toxischen“ Papiere an. Mit einer Größenordnung von 12,7 Milliarden Euro sei im Nachtragshaushalt des Landes dafür die Grundlage zu schaffen. „Wenn das Land diesen Risikoschirm gestaltet, tun wir dies mit Steuergeldern. Wir gehen als Parlament ein hohes Risiko ein, deshalb muss dieser Neuanfang auch mit einem neuen Mann an der Spitze verbunden sein“, sagte Noll. In der Politik und in der Wirtschaft sei es nun einmal üblich, dass von den Personen an der Spitze Verantwortung über-nommen werden müsse. Es war nach den Worten von Noll offenkundig, dass von der Spitze der LBBW „die Situation nicht so dargestellt wurde, wie sie wirklich war“.Ulrich Noll nahm noch einmal das Bild von der „Furt“ auf, in der man nicht die Pferde wechseln sollte, das der Ministerpräsident in die Diskussion gebracht hatte: „Es gab Stimmen“, so Noll, „die schon vorzeitig gern die Pferde gewechselt hätten. Das haben wir uns nicht zu eigen gemacht. Vielmehr haben wir im Zusammenhang mit der Eigenkapitalerhöhung keine Forderung nach sofortigen personellen Konsequenzen erhoben. Anlässlich einer anstehenden Vertragsverlängerung muss man sich jedoch erneut Gedanken machen. Dass man in der Furt nicht die Pferde wechseln soll, ist okay. Aber wir bauen jetzt gerade hinter der Furt einen befestigten Weg mit Steuergeldern des Landes in Höhe von 12,7 Milliarden Euro. Zu der Frage, wer auf diesem von uns befestigten Weg an der Spitze weiterhin den Karren ziehen soll, haben wir jetzt gemeinsam eine vernünftige Lösung getroffen. Jetzt sollte man auf diesem Weg gemeinsam vorangehen.“

Verkehrspolitischer Sprecher fordert Grüne auf, bei Stuttgart 21 endlich „Wums“ zu machen – Der verkehrspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dietmar Bachmann, erklärte in einer Landtagsdebatte über die „Finanzierungsverträge zum Bahnprojekt Stuttgart – Ulm“, Stuttgart 21 sei ein zutiefst grünes Projekt. Es nütze Wirtschaft und Umwelt, es sei menschlich und sozial. Er forderte die Grünen auf, ihre Plakate ernst zu nehmen und das Projekt zu unterstützen.

Im Übrigen rechnete Bachmann vor, dass das von den Grünen favorisierte Projekt Kopfbahnhof 21 (K 21) anders als Stuttgart 21 (S 21) nicht zu finanzieren wäre. Bis zu 2,3 Mrd. € würden in der Finanzierung wegfallen. Weder die Eigenmittel der Bahn noch die Regionalisierungsmittel stünden zur Verfügung. Gleiches gelte vermutlich für die Zuschüsse von Flughafen, Region und Land.Weiter sagte Bachmann (es gilt das gesprochene Wort): „Mit der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung wurde in den ehrwürdigen Hallen der Villa Reitzenstein Bahngeschichte geschrieben. Diesen historischen Moment, diesen mutigen Schritt in die Zukunft verdanken wir in erster Linie der Hartnä-ckigkeit und dem Verhandlungsgeschick des Ministerpräsidenten. Im Namen der FDP / DVP Fraktion möchte ich Ihnen, Herr Oettinger, herzlich Dank sagen! Und auch Ihnen, Herr Innenminister Rech, und ihrem Hause sei dafür gedankt, dass mit dieser Finanzierungsvereinbarung wohl eines der solidesten Vertragswerke seiner Art geschaffen wurde.Schade, dass der Kollege Wölfle von den Grünen nur als Zaungast teilgenommen hat. Aber auch dafür wollen wir dankbar sein, haben wir Ihnen doch einen guten Teil der medialen Beachtung zu verdanken, die dem Projekt bundesweit zuteil wird. Das ist prima Standortmarketing, zeigt es doch uns als ein Land, in dem die übergroße Mehrheit der Politik Zukunftsprojekte gegen Widerstände durchzusetzen bereit ist. Das ist ein Signal an Investoren. Das ist gut für die Schaffung von Arbeitsplätzen.Da ich ja die Ehre und das Vergnügen habe, nach den dem Vertreter der Grünen sprechen zu dürfen, will ich gern auf Ihre Argumente eingehen, auch wenn sie langsam echte Oldies – besser gesagt echte Evergreens sind.Evergreen 1: Die günstigere Alternative K 21Zum einen hat man Ihnen doch vorgerechnet, dass Ihr Projekt teurer würde. Das leuchtet ja auch ein, denn bei K 21 müssten 16 Gleise neben komplizierten Kreuzungsbauwerken in einem antiken Hauptbahnhof neu gebaut werden – bei S 21 sind es nur acht. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn bei K 21 würde die Finanzierung um bis 2,3564 Mrd. € einbrechen. Oder glauben Sie, die Bahn würde 1,3 Mrd. € Eigenmittel, die sie aus den Grundstückverkäufen zieht, ohne Grundstückverkäufe investieren? Glauben Sie, die Mittel zur Verbesserung des Nah- und Regionalver-kehrs würden fließen, wenn es keine Verbesserung gibt, weil alles beim alten bleibt? Glauben Sie, der Flughafen würde 219,8 Mio. € zahlen ohne einen brauchbar angebundenen Flughafenbahnhof? Glauben Sie, der Kollege Bopp würde 100 Mio. € im Verband Region Stuttgart für die Sanierung eines Verkehrsdenkmals aus der Grün-derzeit lockermachen? Und glauben Sie, wir als Land würden Ihr Nostalgieprojekt mit 370,2 Mio. € unterstützen? Wenn Sie das glauben, können Sie auch den Weihnachtsmann zur Finanzierung heranziehen!Evergreen 2: Der Regionalverkehr leidetAls Stuttgarter kann sich Kollege Wölfle natürlich gar nicht vorstellen, dass nicht alle Menschen in Stuttgart aussteigen wollen. Aber glauben Sie mir. Es gibt tatsächlich Menschen, die im Regionalverkehr nur von Pforzheim nach Ulm, von Heilbronn nach Reutlingen und von Schwäbisch-Gmünd nach Horb wollen. Und so schön unser Stuttgart ist: Es gibt Reisende, die lieber mit zwei Minuten Aufenthalt in einem durchgehenden Zug durch Stuttgart fahren, als eine Viertelstunde die nicht gerade schön anzusehende Innenfassade der Bahnhofsseitenflügel zu besichtigen.Evergreen 3: Die Blockade anderer Projekte durch Stuttgart 21Auch hier werden wir Ihnen Projekt für Projekt beweisen, dass das Unsinn ist. Mit der Rheintalstrecke fangen wir an. Geben Sie sich als Grüne einen Ruck und kommen in den Kreis der Unterstützer. Sie hätten die besten Gründe: Stuttgart 21 sichert die Einbindung unseres Landes in das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz und nützt damit der Wirtschaft. Stuttgart 21 senkt den Flächenverbrauch und hilft dem Klimaschutz – es nützt der Umwelt. Stuttgart 21 gibt den Menschen neue Räume, ihre Lust auf Stadt auszuleben – es ist menschlich. Und Stuttgart 21 schafft Arbeits-plätze und ist sozial. Stuttgart 21 nützt Wirtschaft und Umwelt, ist menschlich und sozial – kurz: es ist ein echtes WUMS-Projekt wie die Grünen gerade im Europa-wahlkampf plakatieren. Es wird Zeit, dass Sie die Plakate ihres grünen Bundesverbandes ernst nehmen und dass es auch bei den Stuttgarter Grünen endlich WUMS macht.

Eltern haben mehr Befugnis, zu entscheiden, wo ihr behindertes Kind unterrichtet wird – „Ich will der Erklärung des Staatssekretärs nicht vorgreifen, aber heute ist ein guter Tag für die Freie Waldorfschule Emmendingen und ein guter Tag für die gesamte Bildungspolitik. Denn der Kultusminister hat sich nach Presseberichten entschieden, in der Rechtssache Gemeinsamer zieldifferenzierter Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung in Emmendingen keine Berufung einzulegen.“ Dies sagte die bildungspolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Birgit Arnold, in einer Aktuellen Landtagsdebatte.

Weiter sagte Arnold (es gilt das gesprochene Wort): ‚Angst vor dem Andersartigen entsteht dort,wo es keine Beziehungen gibt. Diesen Satz , Herr Präsident,darf ich mit Ihrer Erlaubnis aus einem Brief zitieren,der mich im September des vergangenen Jahres erreicht hat.’In diesem Brief heißt es weiter:‚Nicht Behinderte, die auf natürliche Weise von klein aufden Umgang mit behinderten Menschen lernen,entwickeln solche Unsicherheiten und Ängste nicht.’ Diesen Brief schrieb eine Familie an mich, die ein behindertes Kind hat. Und ich bin sicher, dass die Familie damit einverstanden ist, dass ich heute Passagen aus ihrem Brief zitiere.Dieser Brief hat mich sehr berührt und war mit Ursache, dass ich mich in den letzten Mona-ten so intensiv mit den Vorgängen an der und um die Freie Waldorfschule Emmendingen beschäftigt habe.Dieses Engagement hat übrigens schon eine lange Tradition – auch meine Vorgänger Ernst Pfister und Heide Berroth waren mit dieser Schule befasst. Sie haben entscheidend dazu beigetragen, dass dieser Schulversuch einer integrativen Waldorf-schule überhaupt starten konnte.Ich darf noch einmal die Familie zitieren. Sie schreibt:‚Wir können uns nicht damit abfinden,dass unser Sohn erst über Jahre in der Kita integriertund dann über Jahre ausgesondert wird,um schließlich mit teuren Maßnahmen mühsam wiederreintegriert zu werden.Wir wollen für unseren Sohn größtmögliche Selbständigkeit,statt staatlicher Daueralimentation.’ Darum geht es heute in dieser Debatte – um Freiheit.Um die Freiheit der Eltern, selbst zu entscheiden,wo ihr behindertes Kind unterrichtet werden soll.Und es geht um die Chance eines behinderten Menschen,sein Leben so selbstbestimmt und frei zu leben,wir es irgend möglich ist.Darum beschäftigt uns Liberale diese Schule in Emmendingen so – weil sich an ihr ein Freiheitsthema kristallisiert.Wir sind in dieser ganzen monatelangen Debatte endlicheinen Schritt weiter gekommen. Mit der vom Kulturminister angekündigten Aufhebung der Sonderschulpflichtsind wir dieser Freiheit ein großes Stück näher gekommen.Jetzt wird es in Zukunft für Eltern deutlich leichter werden,zu entscheiden, wo ihr behindertes Kind unterrichtet werden soll.Aber eins betonen wir dabei mit großem Nachdruck:ein Wahlrecht der Eltern ohne Einschränkung,wie Sie es fordern,meine Damen und Herren der Opposition,das wird es und das kann es auch nicht geben.Dieses Wahlrecht wird und muss begrenzt werden durch das Wohl des behinderten Kindes.Dieses Kindeswohl muss im Mittelpunkt aller Entscheidungen stehen. Deshalb muss auch jede Entscheidung,wo ein behindertes Kind beschult werden soll,an der allgemein bildenden Regelschule oder an einer Sonderschule, im Einzelfall entschie-den und von Experten mit begutachtet werden.Diese Forderung nach individueller Begutachtungschließt auch eine andere Forderung von Ihnen von der Opposition von vorneherein aus. Sie wollen ganze Gruppen von Sonderschulen abschaffen.Das ist ein Unding.Es gibt z. B. auch bei Sprachbehinderungen Kinder,die mit ein paar Stunden Sonderpädagogik in der Woche nicht auskommen. Es gibt Kinder, die brauchen den schützenden Raum einer Sonderschule, die intensive Förderung, die dort möglich ist,eine Förderung, die aber immer darauf abzielt,den Besuch einer allgemein bildenden Regelschule so schnell wie möglich wieder zu ermög-lichen.Und ich kann nur davor warnen, niemand sollte damit anfangen, die Sonderschulen schlecht zu reden. Wir Liberale halten an unserem Sonderschulsystem fest. Da gibt es kein Vertun.Wir alle haben den Bildungsbericht zur sonderpädagogischen Förderung auf den Tisch be-kommen.Dieser umfangreiche und sehr beindruckende Berichtbelegt mit vielen Daten – Baden-Württemberg hat ein hoch differenziertes und sehr erfolgrei-ches Sonderschulsystem,das auf jeden Fall erhalten werden muss – zum Wohle der Kinder,die mehr und eine intensivere Föderung benötigen.Wir wünschen uns eins neben den erfolgreichen Kooperationsformen zwischen allgemein bildenden Schulen und Sonderschulen, die es in unserem Land in beindruckender Zahl gibt,auch die Möglichkeit, behinderte und nicht behinderte Kinder zieldifferent zu unterrichten, d. h. – in einer gemeinsamen Klasse, aber nach unterschiedlichen Bildungsplänen.Bisher war das in unserem Land nur in Schulversuchen möglich, so auch in der Freien Wal-dorfschule in Emmendigen.Wir halten diese Unterrichtsform deshalb für so notwendig,weil wir auf diese Weise noch mehr behinderte Kinder an allgemein bildenden Schulen be-schulen können.Andere Bundesländer sind hier schon weiter. Dazu müssen natürlich die Rahmenbedingun-gen gegeben sein – räumliche Voraussetzungen,kleine Lerngruppen und Lehrer mit der entsprechenden Ausbildung.Und bei diesem Thema Inklusion geht es natürlich auchum die Rechte und Bildungschancen der nicht behinderten Kinder, die mit Behinderten zu-sammen in einer Klasse unterrichtet werden.Es geht darum, das Vertrauensverhältnis von Eltern und Schule zu bewahren, das Vertrauen der Eltern, dass alle Kinder die für sie nötige Förderung und Unterstützung erfahren.Ihr Antrag, verehrte Kolleginnen und Kollegen der SPD,greift dieses Thema der Inklusion auf und macht konkrete Vorschläge der Umsetzung.Und wir sehen in vielen Punkten den Entwicklungsbedarf wie Sie.Ich möchte Sie dennoch bitten,sich unserem Änderungsantrag anzuschließen.Wir wollen die sonderpädagogischen Fördermöglichkeiten und das Wahlrecht der Eltern in unserem Land erweitern und ausbauen.Aber wir wollen dies mit der nötigen Sorgfalt tun,der Einbeziehung der Erfahrungen anderer Bundesländerund natürlich auch mit Blick auf das UN-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.Was bedeutet dieses Übereinkommen für unser Bildungssystem und was müssen wir gege-benenfalls ändern ?Das sind noch manche Frage offen.Deshalb sollten wir uns heute noch nicht auf Details festlegen,sondern mit Sorgfalt und wenn Sie wollen, gerne gemeinsam,unser Bildungssystem weiterentwickeln, damit das, was wir in unseren Sonntagsreden alle gemeinsam fordern, auch Realität wird – eine möglichst gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an unserer Gesellschaft, auch der Menschen mit Behinderung, und dies mitten in unserer Gesellschaft.“

Foyer liberal im Landtag – Experten appellieren -Kampf gegen Doping verstärken – Die sportpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Heiderose Berroth, hat sich im „foyer liberal“ dafür ausgesprochen, gene-rell bei der Lehrerausbildung den Aspekt „Freude an der Bewegung“ und „Hinführung zu sportlicher Betätigung“ stärker zu gewichten. Für Sportlehrer müsse gleichzeitig die Thematik „systematisches Hinführen zu Leistung“ und „Anstrengung lohnt sich“ eine Rolle spielen.

Auf der Diskussionsveranstaltung der FDP/DVP-Fraktion im Landtag zum Thema „Sport – ein Spiegel der Gesellschaft“ waren sich alle Teilnehmer darüber einig, „dass Deutschland nur eine große Sportnation bleibe, wenn der Schulsport verbessert werde“. So sagte der ehemalige Bundesaußenminister Dr. Klaus Kinkel, dass der Breitensport im-mer noch die Grundlage für sportliche Spitzenleistungen bilde. Kinkel: „Wenn ich mich aber bei meinen fünf Enkeln nach ihren Sportstunden erkundige, kann ich nur darüber lachen.“ Die Ansprüche, die im Schulsport gestellt würden, seien in den letzten Jahren zurückgegangen – das habe mit der fatalen gesellschaftlichen Entwicklung zu tun, dass zu viele Kinder und Jugendliche zu viel Zeit vor dem Computer verbringen. „Die 70-Jährigen joggen, die Jungen hocken“, brachte es Kinkel als Mitglied des Hochschulrats der Deutschen Sporthochschule Köln auf den Punkt. Die Gymnasiastin und international erfolgreiche Triathletin Hanna Philippin sprach von der Schwierigkeit, Kinder zum längeren Betreiben einer Sportart zu bewegen. Die Jugendlichen hätten immer weniger Zeit für Leistungssport. „Ich selbst gehe auf ein Sportinternat, sonst könnte ich Ausbildung und Triathlon auf europäischem Niveau nicht unter einen Hut bringen“, so Philippin.Der Vorsitzende der FDP/DVP-Fraktion Dr. Ulrich Noll, sagte, eine gewisse Leistungsbereitschaft sei im Sport wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen die Voraussetzung sich durchzusetzen. „Vor Erfolgen kommt die Anstrengung“, so Noll. Ein Spiegel der Gesellschaft sei es auch, wenn im Sport versucht werde, sich unrechtmäßig Vorteile zu verschaffen, beispielsweise durch Doping. Es sei traurig, wenn durch das Fehlverhalten einiger, eine ganze Sportart in Verruf komme.FIFA-Schiedsrichterin Christine Beck sagte, dass sie mit Doping nichts zu tun habe. „Das würde mir bei der Leitung eines Fußballspiels auch nichts nützen“. Prof. Dr. Helmut Digel, Direktor des Instituts für Sportwissenschaft der Uni Tübingen und Council-Mitglied des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, hält den Kampf gegen Doping im Profisport für fast schon gescheitert. Die Gesellschaft habe zu lange auf die Sportgerichte der Verbände gesetzt, „damit diese das Problem selbst lösen, aber es wurde nicht einmal an der Wurzel gepackt“. Digel sprach von einer Unterstützungs-Mafia, die rund um das Doping ein professionelles Betrugssystem mit funktionierenden Netzwerken aufgebaut habe. Digel sieht zwei Wege, Doping im Spitzensport in den Griff zu bekommen: Erstens müsse der Gesetzgeber Doping-Betrug zum Straftatbestand erklären, und zweitens müsse den Athleten in ihrem Bildungsweg außer Sport eine weitere berufliche Perspektive aufgezeigt werden. So seien gerade die Athleten besonders gefährdet, die nichts als ihren Sport haben und mangels Alternativen bis ins fortgeschrittene Alter an ihrer Karriere festhalten. Hans-M. Holczer, ehemaliger Chef des Radsport-Teams Gerolsteiner, sprach sich für eine konsequente Überwachung der Profisportler aus, um kurzfristige Blut- oder Urinproben zu ermöglichen. „Für Pressetermine und öffentlichkeitswirksame Aktionen mit den Sponsoren stehen die Profis ja auch bereit, weil es ihrer Popularität nutzt, deshalb sollten sie sich auch der Nationalen und der Welt-Anti-Doping-Agentur (Nada und Wada) zur Verfügung stellen“, sagte Holczer. Er sagte ein immer stärkeres Glaubwürdigkeitsproblem des kommerzialisierten Spitzensports in den nächsten Jahren voraus, „weil noch vieles aufgedeckt wird“. In einem Einführungsreferat gab Dr. med habil. Dr. jur. Heiko Striegel, stellv. Ärztlicher Direktor an der Uni Tübingen, einen Überblick über die gesellschaftlichen Aspekte des Sports. So wie es im Sport eine Kultur mit Normen und Werten samt Ehrenkodex gebe, so habe sich auf der anderen Seite eine Subkultur entwickelt, die sich abschotte und netzwerkartige Strukturen bis zum Betrug und Doping organisiere.

Behinderte und nicht behinderte Schüler sollen gemeinsam unterrichtet werden – Die bildungspolitische Sprecherin der FDV/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Birgit Arnold, unterstützt das Kultusministerium bei der Öffnung der Schulen für weitergehende Formen der Integration. „Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Beitritts Deutschlands zur entsprechenden UN-Konvention ist die Stärkung der Wahlfreiheit für die Eltern ein überfälliger Schritt.

Jedem Kind soll die Schule offenstehen, in der es am besten gefördert werden kann.“ Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, sagte: „Künftig soll gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern in allgemeinen Schulen möglich sein. Eine solche Unterrichtsform wird seit längerem an der Freien Waldorfschule Emmendingen angeboten. Ungeachtet noch zu klärender rechtlicher und finanzieller Fragen gehe ich davon aus, dass die Emmendinger Schule ihre Beispiel gebende und erfolgreiche Arbeit fortsetzen kann.“