Der FDP/DVP Fraktionsvorsitzende, Dr. Hans-Ulrich Rülke,  bezeichnet die Kritik des Landesvorsitzenden der Polizeigewerkschaft, Ralf Kusterer, zum Einsatz von zwei Praktikanten der Polizei beim Einsatz in Ellwangen zur Abschiebung eines Togoers als „völlig berechtigt“. Rülke dazu wörtlich:

„Das gehörte zu den Fragen, die die FDP/DVP Fraktion gestern bei der Debatte im Landtag an den Innenminister gestellt hat, aber keine Antwort bekam. Stattdessen hat Minister Strobl mit Beschimpfungen und Beleidigungen gegenüber der Opposition von seinen eigenen Fehlern in der Ellwangen-Angelegenheit abzulenken versucht.

Es wird deutlich, dass der Innenminister es nicht schafft, der Polizei das Personal zur Verfügung zu stellen, das notwendig ist, damit es rechtsfreie Räume, wie in Ellwangen in der vergangenen Woche, nicht mehr geben kann.“

Der Landtag debattierte heute aufgrund eines Dringlichkeitsantrags der FDP zu den Ereignissen in der LEA Ellwangen. Die Bevölkerung erfuhr erst am 02.05. von den Vorgängen am 30.04., nach Auskunft der Landesregierung hätte eine Information am 30.04. den Polizeieinsatz am 03.05. gefährdet. Auch der Ministerpräsident sei nicht informiert worden.

Die Dringlichkeit der von der FDP beantragten Debatte begründete der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke: „Seit mehr als einer Woche sind die verstörenden Ereignisse um die LEA in aller Munde. Drei Tage dauerte es, bis die Polizei nach der gewaltsamen Verhinderung der Abschiebung eines Togoers das Recht durchsetzte, einen rechtsfreien Zustand beendete. Aussagen der Polizei, eine frühere Reaktion sei unter anderem aufgrund noch nicht vorhandener Einsatzmittel nicht möglich gewesen, werfen Fragen nach der Einsatzfähigkeit der Polizei auf. Auch die Kommunikationspolitik der Landesregierung sorgt für Irritationen. Wie kann eine Veröffentlichung der Ereignisse am 30.04. einen Polizeieinsatz gefährden, die öffentliche Debatte am 02.05. aber nicht? Warum wurde noch nicht einmal Ministerpräsident Kretschmann informiert? Auf diese und weitere Fragen reagiert die Landesregierung nur mit Floskeln.  Es ist daher dringend erforderlich, im Landtag klare Aussagen der Regierung einzufordern.

Genauso wichtig ist es, dass sich der Landtag hinter die Polizei stellt und die Angriffe verurteilt. Dass die Koalition hierzu nicht selbst die Initiative ergreift, sondern einen Dringlichkeitsantrag der FDP benötigt, ist beschämend.“

Der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Prof. Dr. Ulrich Goll, blickt auf die Debatte: „Leider hat der Innenminister die heutige Debatte im Plenum nicht genutzt, die offenen Fragen zu beantworten. Offensichtlich will er wie im Fall des verratenden Einsatzes verdeckter Kräfte in Sigmaringen die Sache aussitzen. Der inneren Sicherheit, der Bevölkerung und der Polizei erweist Minister Strobl so einen Bärendienst. Wer kann noch sicher sein, dass der Innenminister erforderliche Konsequenzen aus den zumindest zeitweise erfolgreichen Angriffen auf den Rechtsstaat zieht, wenn er diese herunterspielt. Wer kann noch darauf vertrauen, dass die Sicherheit in Frage stellende Vorgänge publik werden, wenn der Innenminister die Information der Öffentlichkeit von der Frage abhängig macht, wie dies seine Außenwirkung beeinflusst?

Wir geben uns mit der heutigen Debatte nicht zufrieden. Wir werden nun schriftliche Antworten auf die offenen Fragen fordern: Warum fehlten der nach den Worten Strobls bestens ausgestatteten Polizei wesentliche Ausrüstungsmaterialien, die eine frühere Reaktion verhinderten? Warum informierte der Innenminister nicht den Ministerpräsidenten von den Vorgängen in Ellwangen, wo er nach dem Weggang des Staatssekretärs Jäger doch die innere Sicherheit zur Chefsache machen wollte? Hatte er Angst, die Grünen würden die Sache publik machen, er würde tagelang als handlungsunfähig dastehen? Wie waren die Zustände in der LEA insgesamt, wenn auch interne Verlegungen an der massiven Gegenwehr Bewohner scheiterten?“

Die FDP/DVP Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg unterstützt die Forderung des Landesfrauenrats, zum Zwecke einer frauenfreundlichen Reform des Landtagswahlrechts in Baden-Württemberg ein Bürgerforum einzusetzen.

„Es ist uns ein dringendes Anliegen, mehr Frauen in den Landtag von Baden-Württemberg zu bringen. Deshalb kämpfen wir an der Seite des Landesfrauenrats dafür, dass die Landtagspräsidentin ein Bürgerforum einsetzt, das über eine frauenfreundliche Reform des Landtagswahlrechts nachdenkt.“ So der FDP/DVP Fraktionsvorsitzende, Dr. Hans-Ulrich Rülke, nach einem Gespräch mit dem Vorstand des Landesfrauenrats in Stuttgart.

Rülke sicherte zu, Landtagspräsidentin Muhterem Aras aufzufordern, diesen Vorschlag des Landesfrauenrats umzusetzen, der auch vom grünen Landesparteitag am vergangenen Wochenende beschlossen wurde. „Frau Aras hat den Landesfrauenrat, die FDP/DVP Fraktion und den eigenen Parteitag hinter sich. Jetzt sollte sie auch mit der Politik des Gehörtwerdens ernst machen und handeln!“ So Rülke abschließend.

Zur Meldung, Ministerpräsident Kretschmann habe mit Blick auf die Polizeieinsätze in der LEA Ellwangen gesagt, die Einsätze würden nicht seiner Kritik unterliegen, es habe sich um eine ernste Situation gehandelt, interne Kommunikationsabläufe kommentiere er in der Öffentlichkeit nicht, zugleich habe er deutlich gemacht, dass alles zu seiner vollen Zufriedenheit abgelaufen sei, die Vorwürfe des Staatsversagens habe er als „ungeheuerlich“ zurückgewiesen, sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Beim Versuch, den mehrfach angeschlagenen Innenminister und damit die schwankende grün-schwarze Koalition über Wasser zu halten, agiert Ministerpräsident Kretschmann alles andere als souverän. Offensichtlich ist der Widerspruch, den Polizeieinsatz nicht bewerten zu wollen, dann aber zum Ergebnis zu kommen, alles sei zur vollen Zufriedenheit abgelaufen. Der Ministerpräsident verlängert damit die Liste peinlicher Äußerungen der Landesregierung zur Situation in Ellwangen in der letzten Woche.

Offenbar hofft die grün-schwarze Koalition wie im Fall Sigmaringen, die Diskussion der Vorgänge in Ellwangen mit Worthülsen und Verunglimpfungen abwürgen zu können. Wir werden sehen, ob sie morgen im Landtag bereit und in der Lage ist, die zahlreichen Fragen der Opposition und der Bürger zu beantworten. Denn nicht nur die Opposition fragt sich, was es anderes war als das Entstehen eines rechtsfreien Raumes, wenn die Polizei in Ellwangen der übermächtigen Gewalt weichen musste und erst Tage später wiederkommen konnte. Und natürlich ist auch die von der Landesregierung getragene Kommunikationsstrategie fragwürdig, die die Öffentlichkeit zunächst von Informationen ausschließt und so dafür sorgt, dass die Landesregierung nicht tagelang als handlungsunfähig dasteht.“

„Ein jämmerlicher Zustand der gegenseitigen Blockade, die in zentralen Punkten der Landespolitik einem Regierungsversagen gleichkommt“– mit diesen scharfen Worten  zieht der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, in einer Pressekonferenz das Fazit über zwei Jahre grün-schwarzer Landesregierung. So stellt er fest, dass von der vom Ministerpräsidenten vielbeschworenen „Komplementärkoalition“ zwischen Grünen und CDU nichts mehr übrig sei – „außer Streit und gegenseitiger Verweigerung an allen Ecken“, so Rülke wörtlich. „Die Auftritte  zuletzt bei der trotzigen Weigerung der CDU-Fraktion, den Koalitionsvertrag bei der Änderung des Landtagswahlrecht zu erfüllen und das Schauspiel mit der Rache der Grünen bei der Wahl der Landtagsvizepräsidentin waren schon peinlich genug“, so Rülke. Das seien nach seinen Aussagen letztendlich formale Streitpunkte gewesen. „Viel dramatischer ist, dass die Menschen in diesem Land miterleben müssen, dass diese Landesregierung mittlerweile nicht mehr in der Lage ist, drängende Probleme anzugehen“, kritisiert Rülke.

Als erstes Beispiel nannte er die Innere Sicherheit. So müssten die Bürgerinnen und Bürger nach Aussage Rülkes zunehmend feststellen, dass die Behörden beispielsweise die Sicherheit um die Flüchtlingseinrichtungen im Land nicht mehr gewährleisten könnten. „Die Landesregierung musste meiner Fraktion gegenüber sogar zugeben, dass ihr der Überblick über alle existierenden Flüchtlingseinrichtungen landesweit fehlte“, so Rülke, „da sind Vorgänge wie die Unruhen vor wenigen Tagen in Ellwangen und die geplanten und teilweise zurückgenommenen  Sicherheitsmaßnahmen in Sigmaringen, die ein profilierungssüchtiger Innenminister Strobl ausplaudern musste, nur die Spitze.“ Er stellt fest, dass dies bei der Bevölkerung den fatalen Eindruck eines unzureichenden Sicherheitsangebotes hinterlassen müsste. Dazu käme erschwerend, dass die Landesregierung nach Aussage Rülkes ganz offensichtlich außerstande sei, gemeinsam weitere rechtliche Grundlagen zu schaffen und durchzusetzen. So nannte er als Beispiele die sichere Altersfeststellung bei mittleren Flüchtlingen, bei denen der grüne Sozialminister ein weiteres Vorgehen bremse oder auch die stagnierende Anzahl der durchgeführten Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber.

Grundlegend für die Sicherheit sei immer noch eine einsatzfähige und ausreichend ausgestattete Polizei, stellt Rülke fest. Hier sei der zögerliche Umgang mit den Korrekturen bei der voncs der Vorgängerregierung auf die Wege gebrachten Polizeireform ein gutes Beispiel für folgenschwere Tatenlosigkeit, so Rülke. „Doch es sind nicht nur die von den Experten ständig kritisierten falschen Strukturen. Es ist schlicht der Mangel an Nachwuchskräften, der die Innere Sicherheit in Baden-Württemberg schwächt“, so Rülke. So hätte die grün-schwarze Landesregierung nach Aussage Rülkes wertvolle Zeit verloren, um eine Erhöhung der Ausbildungskapazitäten bei der Polizei überhaupt auf den Weg zu bringen. Dies sei einer der Gründe, weshalb die Landesregierung ihrer vollmundigen Ankündigung nach Verstärkung der Polizeistärke nicht nachkommen könnte, so Rülke. „Wenn wir dann sehen müssen, wie die Grünen bei der eigentlich im Koalitionsvertrag vereinbarten Einführung des freiwilligen Polizeidienstes jegliche Umsetzung verhindern und wenn wir erleben, wie hilflos das Land gegenüber organisierten Schlägertruppen mit engen Beziehungen zur türkischen Staatsführung gegenübersteht, dann macht sich nicht nur bei uns die Erkenntnis breit, dass dieses Land mit einem Innenminister geschlagen ist, der wahlweise die Übersicht verloren hat oder sich von den Grünen die Politik diktieren lässt“, kritisiert Rülke scharf.

Als „gutes Beispiel, wie die CDU augenscheinlich außerstande ist, lupenreine Ideologiepolitik der Grünen zu verhindern“ bezeichnete Rülke die von der Landesregierung geplanten Fahrverbote aufgrund Abgaswerten. „Viele Menschen in Baden-Württemberg, die bis vor wenigen Jahren im guten Glauben ein Dieselauto gekauft haben, sehen sich nun auf der Anklagebank“, kritisiert Rülke. So hätte Verkehrsminister Hermann nach dem Urteil des Stuttgarter Verwaltungsgerichts zu möglichen Fahrverboten angesichts von zu hohen Stickoxidwerten eine Revision gegen den Willen der CDU verhindert und durch die „Sprungrevision“ vor das Bundesverwaltungsgericht bewusst alle seitherigen faktischen Änderungen in Bezug auf die Luftverbesserung außen vor gelassen. Seither gefielen sich führende Vertreter der CDU nach Aussage Rülkes darin, die Verhinderung von Fahrverboten immer wieder zu fordern. „Verkehrsminister Hermann gefällt sich allerdings darin, mit konkreten Fahrverbotsplänen für die Stuttgarter Innenstadt für Dieselfahrzeuge ab 2019 bereits fertige Fakten zu schaffen“, so Rülke und kritisiert weiter: „Das wird nicht nur ein Problem für tausende Anwohner und Gewerbetreibende in Stuttgart, die hoffen müssen, mit der Gnade einer Ausnahmeregelung der Stilllegung ihres Dieselfahrzeuges zu entgehen. Das bedeutet nachhaltigen Schaden für den Automobilstandort Baden-Württemberg, der in diesem Bereich mit den Zulieferbetrieben tausende Arbeitsplätze aufweist und dessen Ruf als technologischer Spitzenstandort nun durch diese Landesregierung weltweiten Schaden erleiden muss.“ Der grüne Verkehrsminister sei in seiner Feindschaft gegenüber dem Automobilverkehr ungebremst, stellt Rülke fest. „Der grüne Verkehrsminister macht seine ideologische Verkehrspolitik, die CDU darf dazu nur ein paar Geräusche machen“, stellt Rülke fest.

„Dramatische Ausmaße“ hätten in der Zwischenzeit nach Aussagen Rülkes die Auswirkungen jahrelanger verfehlter Bildungspolitik angenommen. So hätten alleine die jüngsten VERA 8-Vergleichsarbeiten den dramatischen Absturz der baden-württembergischen Schülerleistungen von Spitzenplätzen auf hintere Ränge bestätigt. „Diese heraufziehende Bildungskatastrophe hat eine Reihe von Ursachen, die diese Landesregierung und die Vorgängerregierung unter Ministerpräsident Kretschmann zu verantworten haben“, so Rülke. Er nennt als Beispiele die nach wie vor existierende Privilegierung der Gemeinschaftsschulen und die Vernachlässigung der Realschulen sowie der Haupt- und Werkrealschulen. „Besonders schmerzlich ist, dass es der CDU nicht gelungen ist, die Grünen von ihrem Akademisierungswahn abzubringen“, kritisiert Rülke. So sei nach seinen Aussagen die berufliche Bildung nach wie vor ein Stiefkind der Landespolitik  – mit gravierenden Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft. In anderen Bereichen seien die Grünen verantwortlich für Verzögerung und Verhinderung: So bei der Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung als Bestandteil der Qualitätsentwicklung, der Wahlfreiheit bei Ganztagesschulen oder der folgenreichen Fortführung von Schulversuchen zum neunjährigen Gymnasium, die nicht zuletzt bei Eltern, Lehrern und kommunalen Schulträgern  für Ratlosigkeit sorge. „Am schlimmsten ist jedoch, dass alle am Schulleben Beteiligten mitbekommen, dass sich die Landesregierung auch weiter mit Schulstrukturen statt der Bildungsqualität beschäftigt, die sich derweil im freien Fall befindet“, mahnt Rülke. „Eine Landesregierung, die das jahrzehntelang führende Bildungsniveau Baden-Württembergs aufgibt, um sich in endlosen ideologischen Strukturdebatten zu verlieren, flutet im übertragenen Sinne die einzige ertragreiche Rohstoffbergwerke, die wir hier besitzen: Wissen und Bildung“, so Rülke.

„Grün-Schwarz ist ganz offensichtlich nicht mehr in der Lage, dieses Land in wichtigen Punkten zu regieren. Nur der Wille zur Macht und das Kleben an Ämtern halten diese Koalition noch zusammen. Sollten Grüne und CDU von der Einsicht überrascht werden, das Land vom Elend dieser Koalition zu erlösen, dann sind wir als FDP bereit, über das zu reden, was die Menschen hier von der Regierung erwarten: Lösungen für Herausforderungen“, so Rülke abschließend.

Zur Abwahl von Dieter Salomon als Oberbürgermeister von Freiburg erklärt der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Gerade einmal 30% für Amtsinhaber Dieter Salomon bei der OB-Wahl in Freiburg sind ein Schlag ins Gesicht für die grün-schwarze Landesregierung. Nachdem sowohl Ministerpräsident Winfried Kretschmann als auch die CDU Salomon im Wahlkampf unterstützt haben, hat Freiburg auch Grün-Schwarz im Land abgewählt.“

Zur Vorstellung einer Studie über die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge durch den Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sagte der FDP/DVP-Fraktionsvorsitzende, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Die Tatsache, dass Minister Hauk im Alleingang und ohne Anwesenheit des grünen Verkehrsministers Hermann eine Studie zur Ladeinfrastruktur von Elektroautos vorstellt, ist ein weiteres Zeichen für den tiefen Zwist in der grün-schwarzen Koalition. Die schwarze Wirtschaftsministerin und der grüne Umweltminister streiten über die Landesbauordnung, der grüne Umweltminister und der schwarze Agrarminister streiten über Wolf und Bieber, der grüne Verkehrsminister und die schwarze Wirtschaftsministerin streiten über mögliche Fahrverbote und nun machen sich der schwarze Minister für Ländlichen Raum und der grüne Verkehrsminister noch gegenseitig die Elektro-Ladesäulen auf dem Land streitig. Jeder in diesem Kabinett tut, was er oder sie gerade will, niemand mehr das, was er eigentlich soll und Ministerpräsident Kretschmann schwebt fernab von all dem präsidial auf Wolke 7. Die Leidtragenden dieser Chaospolitik sind die hart arbeitenden Menschen in diesem Land.“

zu dpa lsw 2161: „Asylsuchender aus Togo soll schnell nach Italien abgeschoben werden“ und PM Innenministerium „Zu den Ergebnissen des Polizeieinsatzes in der Landeserstaufnahmeeinrichtung Ellwangen am 3. Mai 2018“

 

 

 

Zur Meldung und Pressemitteilung des Innenministeriums, wonach der Togolese, der gestern von der Polizei in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Ellwangen festgenommen wurde,  sich in Abschiebehaft befindet und Innenminister Strobl feststellt, „Rechtsfreie Räume, Staatsversagen – das gibt es in Baden-Württemberg nicht“, sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

 

„Angesichts der seit Mittwoch anhaltenden Betonung, in Baden-Württemberg gebe es keine rechtsfreien Räume, muss man sich fragen, ist das eine unbelehrbare Ahnungslosigkeit oder eine unglaubliche Dreistigkeit die Innenminister Strobl an den Tag legt. Wenn die Polizei als Vertreter des Rechtsstaats am Montag nicht vor dem gewalttätigen Mob den Rückzug hätte antreten müssen, wäre der Togolese schon seit Anfang der Woche in Abschiebehaft, zumindest aber im Gewahrsam der Behörden. So sind seine zwei Tage zusätzlicher Freiheit die Verkörperung des vom Innenminister geleugneten rechtsfreien Raums in Ellwangen. Statt dies zuzugeben und der Bevölkerung zu zeigen, man habe endlich verstanden, fördert die Schönfärberei des Innenministers Politikverdrossenheit.

Mit Blick auf die Abschiebung nach Italien ist Bundesinnenminister Seehofer daran zu erinnern, dass er die Bundespolizei so aufstellen muss, dass sie den Togolesen nicht wieder ins Land lässt, wenn er von Italien aus direkt wieder nach Deutschland kommen will.“

Zur heutigen Aussage des Verkehrsministers Winfried Hermann (Grüne), an den geplanten Fahrverboten für Diesel-Autos in der Stuttgarter Innenstadt auch gegen den Willen des Koalitionspartners CDU festhalten zu wollen, sagt der Vorsitzende der FDP/DVP Fraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Fahrverbote in der Stuttgarter Innenstadt bleiben nicht verhältnismäßig. Betroffen wären tausende Anwohner, Pendler, viele Handwerksbetriebe und Transportunternehmen. Mit dieser beabsichtigten Maßnahme aus den Wunschvorstellungen der Grünen wird einer wirtschaftsstarken Großstadt wir Stuttgart nachhaltiger Schaden entstehen. Wieder einmal versucht die CDU, ihr Veto einzulegen. Und es wird sich wieder einmal bestätigen, dass sie damit scheitern wird. Den Kurs gibt in dieser Koalition der Autofeind Hermann vor.“

Zu der mittlerweile amtlich bestätigten Meldung, wonach in Bad Wildbad ein Wolf 32 Schafe gerissen hat, sagt der Vorsitzende der FDP/DVP Fraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Diese Wolfsbeute ist erst der Anfang, wie wir aus anderen Bundesländern wissen. Im Interesse der Viehhalter und der übrigen Bevölkerung ist es höchste Zeit, dass sich die Grünen in Baden-Württemberg von ihrer romantischen Wolfspatenschaft lösen und endlich den Wolf mit ganzjähriger Schonzeit unter die Kontrolle des Jagdrechts stellen. Das hat sich auch bei den geschützten Tierarten wie dem Luchs bewährt. Als dicht bevölkertes Flächenland müssen wir durch bessere Kontrolle verhindern, dass Wölfe zum Problem werden.“

Zur Meldung, wonach in Ellwangen 200 Migranten die Abschiebung eines nun untergetauchten Kongolesen verhindert hätten, die Situation für drei Streifenwagenbesetzungen zu gefährlich gewesen sei und die Anfahrt anderer Polizeikräfte mehrere Stunden gedauert hätte, sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Die Zustände sind alarmierend. Im nach den Worten des Innenministers sichersten Bundesland scheitert Herr Strobl an der Durchsetzung einer Abschiebung, weil der Polizei das Personal fehlt, 200 gewaltbereite Migranten in den Griff zu bekommen. Mit seiner regelmäßigen  Aussage, man werde rechtsfreie Räume nicht dulden, ist der Innenminister wieder einmal gescheitert. Ganz offensichtlich sind seine Vorkehrungen zur Durchsetzung des geltenden Rechts nicht ausreichend. Wir erwarten, dass gegen die die Abschiebung verhindernden Migranten konsequent strafrechtlich ermittelt wird. Es reicht nicht, sich allzu medienwirksam um Maßnahmen in Sigmaringen zu kümmern, bei Problemen in Ellwangen aber nicht zu handeln.“

Zum Polizeieinsatz in Ellwangen und der Situation insgesamt sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Wir unterstützen den Einsatz der Polizei in Ellwangen und hoffen, dass die Strafverfolgungsbehörden ausreichend Material für eine zügige strafrechtliche Ahndung der Vorkommnisse zusammentragen können. Daneben aber gilt es, die Vorgänge in Ellwangen auf mögliche Versäumnisse hin zu untersuchen. Hier ist auch die politische Ebene gefragt:

  • Warum konnte die Polizei nicht bereits am Montag in erforderlicher Mannstärke den Rechtsstaat durchsetzen?
  • Warum standen der Polizei noch am Dienstag nicht Ausrüstungsgegenstände wie Mittel zur Türöffnung zur Verfügung, die für den heute erfolgten Zugriff benötigt wurden?
  • Warum mussten die Belegungspläne der LEA erst noch überprüft werden?

Seit Monaten erzählt uns Innenminister Strobl auf unsere Anfragen hin, die Ausrüstung der Polizei sei vorbildlich, rechtsfreie Räume gebe es vielleicht in Nordrhein-Westfalen, nicht aber in Baden-Württemberg. Offensichtlich aber kann dieser Innenminister und stellvertretende Ministerpräsident mit seiner Landesregierung die Durchsetzung des Rechtsstaats im Moment seiner Gefährdung nicht gewährleisten und es braucht mehrere Tage, bis die Kräfte und das erforderliche Material der Polizei so gebündelt sind, dass sich der Staat auf eine Auseinandersetzung mit kriminellen Gruppen einlassen kann. Man mag sich nicht vorstellen, wie es der Polizei und dem Rechtsstaat ergehen würde, wenn es an zwei Stellen gleichzeitig brennt. Diese kritische Situation ist mit der grün-roten Polizeireform, der Unwilligkeit des Innenministers, Fehler zu korrigieren, und der falschen Asylpolitik der Kanzlerin maßgeblich von einer Politik verursacht worden, die wir als FDP seit Jahren kritisieren.“

In einer Großen Anfrage (Drucksache 16/3748) fragte die FDP-Landtagsfraktion nach Einzelheiten zum sogenannten „Konzept sicheres Sigmaringen“. Unter anderem wollte die FDP wissen,

  • welche Stellen das Konzept aufgrund ihrer Zuständigkeit konkret beschlossen haben,
  • mit welchen Argumenten sich der damalige Staatssekretär Jäger gegen die Veröffentlichung der die Affäre auslösende Pressemitteilung des Innenministers aussprach und
  • ob der Innenminister mit seiner Pressemitteilung einen Teil eines Papiers veröffentlichen wollte und veröffentlichen ließ, das von den entscheidenden Stellen nicht als zu veröffentlichendes Papier vorgesehen war.

Diese und weitere Fragen wurden von der Landesregierung inhaltlich nicht beantwortet. Eine Besprechung der Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen am 09.03.2018 soll nach Angabe der Landesregierung lediglich der Ausgestaltung einer Einzelmaßnahme zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität gedient haben. Nach früheren Darstellungen sollte in dieser Besprechung jedoch das „Konzept sicheres Sigmaringen“ beschlossen werden. Die Teilnehmer der Besprechung kannten die Pressemitteilung des Innenministeriums, die bereits am 07.03.2018 gefertigt wurde, nach Angaben des Innenministeriums nicht. Sie sei auch nicht mit der Kriminalpolizeidirektion abgestimmt worden.

Zum gestrigen Vorwurf der FDP, die vorgenannten zentralen Fragen werden durch das Innenministerium nicht beantwortet, sagte Innenstaatssekretär Würtenberger nach Angaben des SWR „Wir haben die Fragen der FDP/DVP beantwortet und dazu das gesagt, was es zu sagen gibt.“

Dazu sagte der der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Offensichtlich setzt die Landesregierung in der Affäre Sigmaringen darauf, dass die Initiativen der Opposition zur Aufklärung des Sachverhalts mit blumigen Formulierungen ohne eine konkrete Beantwortung der Fragen ins Leere laufen. Journalisten und die Bevölkerung sollen so möglichst schnell ihr Interesse an der Sache verlieren.

Wir lassen dies der Landesregierung aber nicht durchgehen. In einem ersten Schritt werden wir die Landesregierung zur Nachbesserung der Antworten auffordern. Sollte die Landesregierung an der Aussage des Innenstaatssekretärs Würtenberger festhalten, werden wir unsere weiteren Möglichkeiten nutzen. Schon in der letzten Legislaturperiode haben wir einen Minister und stellvertretenden Ministerpräsidenten durch die Anrufung des Verfassungsgerichts daran erinnert, dass das Fragerecht des Parlaments Verfassungsrang hat, die Landesregierung nicht nach Gutsherrenart mit der Opposition umgehen kann. Die Installation eines Untersuchungsausschusses ist eine weitere Möglichkeit, die wir nicht ausschließen.

Wir wollen wissen, wer das „Konzept sicheres Sigmaringen“ beschlossen hat. Wartete das Innenministerium mit der Veröffentlichung seiner am 07.03.2018 entworfenen Pressemitteilung zwei Tage, weil erst noch die Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen am 09.03.2018 das Konzept beschließen musste? Hat Innenminister Strobl, der selbst davon spricht, dass konkrete Einsatzmaßnahmen als Verschlusssache gelten, mit seiner Pressemitteilung, die nicht mit der Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen abgesprochen und folglich auch nicht von ihr genehmigt war, einen Geheimnisverrat begangen? Hat Staatssekretär Jäger den Innenminister vor der Veröffentlichung genau darauf hingewiesen und hat ein auf die mediale Profilierung fixierter Innenminister diese Warnungen beiseite gewischt?“

 

Stellungnahme IM zu Sigmaringen

Zum Scheitern der von der CDU-Fraktion vorgeschlagenen Kandidatin Sabine Kurtz zum Amt der Vizepräsidentin des Landtags im ersten Wahlgang sagt  der Vorsitzende der FDP/DVP Fraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Die grün-schwarze Regierungskoalition ist eindeutig am Ende. Die CDU hat für das Amt der Landtagsvizepräsidentin das unbestrittene Vorschlagsrecht. Es ist bezeichnend für den Zustand dieser Koalition, dass der grüne Parteivorsitzende zur Nichtwahl von Sabine Kurtz aufrufen kann und ihm die grünen Landtagsabgeordneten stracks folgen. Die Grünen haben sich  mit ihren Gegenstimmen für die Weigerung der CDU-Fraktion am gestrigen Tage billig gerächt, den Koalitionsvertrag im Punkt der Änderung des Landtagswahlrechts einzuhalten. Von wegen ‚Komplementärkoalition‘, wie der Ministerpräsident immer wieder behauptet! Es ist schlecht um Baden-Württemberg bestellt. Von Grün-Schwarz ist nach dieser Vorstellung nichts mehr zu erwarten, gerade bei dringenden und komplexeren Themen wie einem klare Kurs in der Bildungspolitik, Fahrverboten, Landesbauordnung, Freiwilligem Polizeidienst oder der Frage der Wolfspopulation im Jagdrecht.“

 

 

Zur heutigen endgültigen Absage an eine Wahlrechtsreform im Koalitionsausschuss erklärt der Fraktionsvorsitzende der FDP/DVP-Fraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

 

„Wir bedauern, dass die Unfähigkeit der Koalition zu einer Lösung zu gelangen dazu geführt hat, dass das Landtagswahlrecht unverändert bleibt. Grüne und CDU haben damit bewiesen, dass  Sie mit Frauenpolitik nichts am Hut haben. ‚Frauen im Fokus‘ ist ein reines Lippenbekenntnis von Thomas Strobl. Erst findet sich keine Frau auf den ersten vier Plätzen der CDU-Europaliste, dann gibt es keine Wahlrechtsreform zugunsten von mehr Frauen im Landtag. Die FDP-Fraktion wäre zu einer frauenfreundlichen Reform des Wahlrechts bereit gewesen.“

Zum Streit zwischen CDU und Grünen über die Ausgestaltung des Freiwilligen Polizeidienstes sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Wer sich wie die CDU im Koalitionsvertrag mit den Grünen beim Thema Freiwilliger Polizeidienst auf Prosa einigt, braucht hinterher nicht mit markigen Forderungen kommen. Statt auf Regierungsämter abzuzielen, hätte die CDU hart für eine gute Politik verhandeln müssen. Nun erleben wir am Beispiel des Freiwillige Polizeidienstes zum wiederholten Mal, dass in der angeblichen Komplementärkoalition die Grünen nicht nur in ihren Ministerien regieren, sondern auch in denen der CDU.“

 

Nach Auskunft des Finanzausschusses des Landtags hat die Landesregierung einen Bericht zur Einstellungsoffensive der Polizei dem Ausschuss vorgelegt, aufgrund der steigenden Zahl an Polizeischülern werden mehrere Standorte der Polizeihochschule für einen begrenzten Zeitraum erweitert, um mehr ausbilden zu können. Dazu sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Die Darstellungen der Landesregierung zur Erhöhung der Ausbildungskapazitäten zeigen, dass die Koalition mit ihrem Versprechen von 1.500 zusätzlichen Polizeibeamten den Mund zu voll genommen hat. Die von ihr zur Erhöhung der Ausbildungskapazitäten geplanten Baumaßnahmen werden schon nach den aktuellen Planungen bis Ende 2019 dauern. Polizeiausbildung und Baumaßnahmen werden also unter widrigen Bedingungen parallel stattfinden. Es sind somit die Polizeianwärter, die ausbaden müssen, dass Grün-Schwarz die ersten zwei Jahre der Legislaturperiode ungenutzt verstreichen ließ. Dabei hatten wir von Anfang an vor den offenkundigen Engpässen bei der Polizeiausbildung gewarnt.“

Zur Presseberichterstattung, wonach Innenminister Strobl mit Blick auf minderjährige Flüchtlinge eine bessere Altersfeststellung will, „letzte Optimierungsmöglichkeiten“ sucht und fordert, wer keine Dokumente hat, wer bei der Altersfeststellung nicht mitwirkt oder sich gar verweigert, der sollte bis zum Beweis des Gegenteils als volljährig gelten, sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Die wiederholten Forderungen von Innenminister Strobl und der CDU-Landtagsfraktion zur Verbesserung der Altersfeststellung angeblich minderjähriger Flüchtlinge sind nichts als heiße Luft. Denn seit Monaten dulden Innenminister und CDU-Fraktion, dass die Landesregierung gegen den Einsatz von Röntgenuntersuchungen zur Altersbestimmung ankämpft. So behauptet das grüne Sozialministerium in einer mit dem Innenministerium gemeinsam herausgegebenen Empfehlung an die Behörden des Landes vom 01.08.2017, dass Röntgenuntersuchungen zur Altersfeststellung rechtswidrig sind. Dabei haben bereits im Jahr 2015 Gerichte entschieden, dass Röntgenuntersuchungen sehr wohl zulässig sind.

Wenn es also Innenminister Strobl und der CDU ernst mit der Verbesserung der Altersfeststellung wäre, hätten sie längst die Auseinandersetzung mit den Grünen gesucht. Sie ziehen es aber offensichtlich vor, der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen und die praktische Politik den Grünen zu überlassen.“

Nach einer Meldung der Südwestpresse wird Innenminister Strobl nach dem Abgang von Staatssekretär Jäger künftig nicht mit einem, sondern mit zwei Staatssekretären arbeiten. Der bisherige Amtschef Julian Würtenberger wird zum verbeamteten Staatssekretär befördert, der aktuelle Landtags-Vizepräsident Wilfried Klenk wechselt als weiterer Staatssekretär ins Innenministerium. Dazu sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Mit der Benennung von zwei Staatssekretären als Ersatz für den nach Berlin geflohenen Staatssekretär Jäger treibt die Landesregierung die Kosten für die eh schon zu kopflastige Spitze der Landesverwaltung weiter in die Höhe. Künftig sieht man die Regierung vor lauter Staatssekretären nicht mehr. Dem Steuerzahler kommt dies teuer zu stehen.“

 

 Zur Berichterstattung, wonach das Land Baden-Württemberg bei der Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung hinterherhinke, sagte der Fraktionsvorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Es zeigt sich wieder einmal, dass der Innen- und Digitalisierungsminister Strobl mit seinem Regierungsamt überfordert ist, so wie beim Outing verdeckter Ermittler, beim Versagen bei der Polizeireform oder beim Brechen des CDU-Wahlversprechens, 1500 zusätzliche Polizisten in dieser Legislaturperiode einzustellen. Nun hat er nicht die nötige Kraft aufgebracht, das Land Baden-Württemberg frühzeitig und nachhaltig auf die Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung vorzubereiten. Es reicht nicht, einmal darauf hinzuweisen und den Ministerien ein Gesprächsangebot zu unterbreiten. Vor allem, wenn das Land sich bei nicht fristgerechter Umsetzung möglichen Klagen gegenüber sieht. Die Verwaltungsbehörden stehen schon in den Startlöchern, aber die Ministerialbürokratie kriegt die Richtlinienumsetzung nicht auf die Reihe – ein weiterer Punkt für die rasant länger werdende grün-schwarze Pannenliste.”

 

Zur heutigen Aktenübergabe durch das MWK sagten der Fraktionsvorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, und der Obmann der FDP-Landtagsfraktion im Untersuchungsausschuss Zulagen Ludwigsburg, Nico Weinmann:

„Ich muss mittlerweile davon ausgehen, dass die Ministerin aktiv Vertuschung betreibt und aus schlechtem Gewissen die Arbeit des Untersuchungsausschusses vorsätzlich hintertreibt“, so der Fraktionsvorsitzende Rülke.

Der Obmann im Untersuchungsausschuss Weinmann ergänzt: „Die heutige Aktenlieferung ist symptomatisch für das Verhalten des Ministeriums gegenüber dem Untersuchungsausschuss. Die nachlässige Erfüllung der im Untersuchungsausschussgesetz festgelegten Pflichten und die mangelnde Ernsthaftigkeit begleiten uns bereits während der über einjährigen Arbeit. Diesmal ist es nicht der Schutzschild der exekutiven Eigenverantwortung, der bewirkt, dass dem Ausschuss Informationen vorenthalten werden. Diesmal ist es ein gleichgültiges ministeriales Schulterzucken mit dem Hinweis, man habe gesucht und nicht gefunden. Hempels Sofa scheint dagegen ein Hort der Ordnung!“

Zum Streit zwischen dem SPD-geleiteten Bundesumweltministerium und dem CSU-geführten Bundesverkehrsministerium über Standorte von Messstationen zur Luftqualität sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium hat völlig Recht. Es gibt keinen Zwang, die Luft am schmutzigsten Ort zu messen und diesen Wert dann absolut zu setzen. Vielmehr sollte das Ziel sein, realistische Durchschnittswerte zu erhalten.“ Laut Rülke seien außerdem die Grenzwerte fragwürdig. „Ein Grenzwert von 40 Mikrogramm im Verkehr, wenn am Arbeitsplatz bis zu 950 Mikrogramm möglich sind – das verstehe, wer will.“ Die fragwürdigen Grenzwerte seien höchstens Wasser auf die Mühlen des grünen Landes-Verkehrsministers Winfried Hermann. Rülke: „Hermanns ideologische Verblendung gipfelt nun in seiner Behauptung, das Bundesverkehrsministerium sei zuständig für saubere Autos. Wenn es nach Hermann ginge, dann würde der Staat Autos bauen. Dabei sollte er inzwischen bemerkt haben, dass seine industriepolitischen Vorstellungen eher in die DDR passen als nach Baden-Württemberg. Im Übrigen ist es höchste Zeit, dem unsäglichen Abmahnverein einer sogenannten ‚Deutschen Umwelthilfe‘ das Handwerk zu legen“, so Rülke.

Zu den Aussagen der Polizeigewerkschaft, wonach die 1500 zusätzlichen Stellen bei der baden-württembergischen Landespolizei in dieser Legislaturperiode nicht mehr zu erreichen seien, sagt der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Nun bestätigen sich die Warnungen der FDP der letzten beiden Jahre. Die Infrastruktur und die Ausbildungskapazitäten der Landespolizei reichen gar nicht aus, um das 1500er Ziel in dieser Legislaturperiode überhaupt zu erreichen!“ Es sei von vornherein klar gewesen, dass die von der FDP angestrebte Zahl 1000 realistisch war und die 1500 aus dem Koalitionsvertrag bzw. dem CDU-Wahlprogramm reiner Wahlbetrug. Besonders verwerflich sei in diesem Zusammenhang, dass Innenminister Strobl einerseits ständig Erfolgsmeldungen verbreite, die völlig an der Realität vorbei gingen und andererseits nichts tue, um die bitter notwendigen Ausbildungskapazitäten und Ausbildungsvoraussetzungen zu verbessern.

Zur Aussage des Landesverfassungsschutzes, wonach keine legalen Möglichkeiten zur Überwachung der Straßengang Osmanen Germania bestünden, sagt der Vorsitzende der FDP/DVP Fraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Dass sich die Bande politisiert, ist nicht nur aus aktuellen Medienberichten ersichtlich, sondern zeigt auch den Einfluss der AKP und UETD. Wenn dem türkischen Präsidenten Erdogan persönlich, wie im aktuellen „Spiegel“ berichtet,  über die Umtriebe der UETD beziehungsweise der Osmanen in Deutschland berichtet wird, dann täte das Landesamt für Verfassungsschutz gut daran, sich nicht kleinkariert hinter überholten Lageeinschätzungen zu verstecken, sondern das zu tun, wofür die Verfassungsschützer bezahlt werden: Nämlich die freiheitlich-demokratische Grundordnung vor den Unterwanderungen des Herrn Erdogan zu schützen. Denn die aktuellen Beobachtungen legen nahe, dass die Rocker als Polit-Hooligans und politischer Arm Erdogans in Deutschland eingesetzt werden, deren gezielte Angriffe gegen Kurden unseren Staat seines Gewaltmonopols berauben.“

Nach Medienberichten haben mindestens 50 Mitglieder des Osmanen Germania Boxclubs von Ende 2015 bis Ende 2016 als Wachpersonal in mindestens acht Flüchtlingsunterkünften gearbeitet. Das Innenministerium reagierte am Wochenende indem es betonte, nirgendwo in der ganzen Bundesrepublik würde so hart und erfolgreich gegen die Osmanen vorgegangen wie in Baden-Württemberg. Dazu sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Mindestens ein Jahr konnten 50 Mitglieder des als kriminelle Vereinigung verdächtigten Osmanen Germania Boxclubs an acht Standorten in Flüchtlingsheimen vom Staat bezahlt arbeiten. Dies wird erst im Nachhinein bekannt und dem Innenministerium fällt dazu nichts Besseres ein, als das eigene Vorgehen gegen die Osmanen Germania zu loben. In welcher Welt lebt Innenminister Strobl? Er bekommt es ja im Unterschied zu seinem hessischen Kollegen noch nicht einmal hin, den Boxclub vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Die FDP fordert dies schon lange. Seit Jahren weisen wir die Landesregierung auch auf die Gefährlichkeit der Osmanen Germania und ihres aus Ankara gesteuerten Netzwerkes hin.

Innenminister Strobl muss nun Antwort stehen: Was haben die Osmanen konkret in den Flüchtlingsunterkünften gemacht? Konnten sie Mitglieder rekrutieren, zu Straftaten anstiften und gegen unsere Gesellschaft und Kurden hetzen? Und natürlich auch, ob bei einer Beobachtung der Osmanen Germania durch das Landesamt für Verfassungsschutz der Einsatz in Flüchtlingsunterkünften hätte verhindert werden können.

Mit Blick auf die innere Sicherheit fragt sich zudem, wenn die Landesregierung noch nicht einmal weiß, wer die Flüchtlingsunterkünfte bewacht, wer glaubt ihr dann, dass sie weiß, was drinnen passiert?“