Auch örtliche Gewerbeausstellungen können Wertschöpfung vor Ort steigern – Der stellvertretende Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Friedrich Bullinger, teilte mit, dass der Finanzausschuss auf Initiative der Liberalen die Haushaltsmittel im Bereich Energie und Wohnungsbau um 100 000 Euro auf 500 000 Euro (Einzelplan 07 Wirtschaftsministerium) aufgestockt hat. Nach den Worten von Bullinger hat die Landes-regierung im Energiekonzept 2020 anspruchsvolle Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien und für die Energieeffizienz gesetzt. Ein Instrument zur Umsetzung ist dabei die Motivation und Beratung der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von dezentralen Energiemessen. Im Kontakt mit Handwerk, Handel und Energieberatungseinrichtungen könnten sich die Interessenten auf den neuesten Stand beispielsweise der Technik von Holzbefeuerung oder Pelletheizungen bringen.

Auch hat der Finanzausschuss mit den Stimmen der CDU und FDP im Zuge der Mittelstandsförderung die Zuschüsse für örtliche Gewerbeausstellungen um 100 000 Euro auf 190 000 Euro erhöht. In diesen örtlichen Leistungsschauen präsentieren sich die lokal ansässigen mittelständischen Betriebe aus Handwerk, Handel, Industrie und Dienstleistungen. „Oftmals wissen die Bürgerinnen und Bürger nicht, wie leistungsstark die in ihrer Nachbarschaft niedergelassenen Betriebe sind – deshalb dienen diese kleinen Messen auch zur Steigerung der Wertschöpfung vor Ort“, so Bullinger. Deshalb unterstütze er das Wirtschaftsministerium in der Zielrichtung, in den Zeiten der Nachfragekrise dieses Instrument verstärkt zu unterstützen. „Mit den jetzt erhöhten Mitteln können mehr Leistungsschauen durchgeführt werden. Auch sollen Leistungsschauen mit Schwerpunkt Altbausanierung und intelligenter Wärmetechnik sowie regenerativer Energie eine höhere Förderung erhalten “, so Bullinger.

Gerade in Zeiten der Finanzkrise kommt Zusammenarbeit besondere Bedeutung zu – Nach Mitteilung des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und entwicklungspoliti-schen Sprechers der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Michael Theurer, haben sich die Fraktionen von CDU und FDP auf Initiative der Liberalen im Finanzausschuss darauf verständigt, Haushaltszuschüsse für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in Höhe von 125 000 Euro (Einzelplan 07 Wirtschaftsministerium) einzusetzen.

Nach den Worten von Theurer sind Entwicklungszusammenarbeit und Entwicklungs-politik umfassende Bereiche, die auch im Rahmen der Globalisierungsdebatte und der Diskussion um den geeigneten Klimaschutz eine wichtige Rolle spielen. Er freue sich deshalb, dass auch das Wirtschaftsministerium als federführendes Ressort für die Entwicklungszusammenarbeit innerhalb der Landesregierung hier besonders durch die finanzielle Unterstützung von Initiativen und Projekten entwicklungspoliti-scher Organisationen im Land aktiv bleibt. „Das gilt auch für die in Stuttgart stattfindende Messe ‚Fair Handeln’ und die Begleitprogramme für Studenten aus Entwicklungsländern.“Nach den Worten von Theurer kommt gerade in der Zeit der Finanzkrise der Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern eine besondere Bedeutung zu. „Es geht nicht nur um die Unterstützung für die Ärmsten – von wirtschaftlicher Zusammenar-beit profitieren auch die Unternehmen im Land“, so Michael Theurer.

Haushaltsentwurf 2009 in Einnahmen und Ausgaben ohne Kreditaufnahme ausgeglichen – Auszüge aus der Haushaltsrede des FDP/DVP-Fraktionsvorsitzenden Dr. Ulrich Noll in der Plenardebatte am 18. Dezember 2008 (es gilt das gesprochene Wort).Die Perspektiven wirtschaftlicher Entwicklung für das Jahr 2009 haben sich in der zweiten Jahreshälfte 2008 kontinuierlich verschlechtert. Das Ausmaß der Finanzmarktkrise und ihr Durchschlagen auf die Realwirtschaft war in diesem Ausmaß für niemanden vorhersehbar – wer anderes behauptet, lügt. Rechnete man zur Jahresmitte (als der Landeshaushalt 2009 aufgestellt wurde) noch mit einem Wirtschaftswachstum in der Größenordnung von 1,2%, wurde diese Annahme mit der November-Steuerschätzung auf ein reales Wachstum von 0,2% herabgesetzt.

Gegenwärtig schwanken die Prognosen zwischen einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,8%, wie es die Bundesbank für wahrscheinlich hält, und einer tiefgreifenden Wirtschaftskrise mit einer negativen Entwicklung von bis zu 4%. Diese Vielstimmigkeit der Experten erinnert doch sehr an den Spruch von Karl Valentin: „Vorhersagen sollte man immer misstrauen, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.“ Hin-terher sind die Experten nämlich immer klüger als bei ihren Vorhersagen. Dennoch ist für Baden-Württemberg klar: So sehr wir von guten konjunkturellen Phasen überproportional profitieren, so sehr müssen wir in Krisenzeiten mit überproportionalen Einbrüchen rechnen. Der Entwurf für den Haushalt 2009, mit dessen Beratung wir heute beginnen, konnte – und schon dies ist ein Erfolg, und keineswegs eine Selbstverständlichkeit – auch unter Einarbei-tung der Daten der letzten Steuerschätzung vom November so gestaltet werden, dass er – wie schon der Haushalt des Jahres 2008 – in Einnahmen und Ausgaben ohne Kreditauf-nahme ausgeglichen ist. Dies war nur möglich, weil die Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen angesichts einer sehr günstigen Einnahmeentwicklung 2007 und 2008 die Kraft besessen haben, Steu-ermehreinnahmen eben nicht unmittelbar in neue Ausgabenprogramme fließen zu lassen, sondern Vorsorge zu treffen und Rücklagen zu bilden, die jetzt dazu beitragen, nicht nur den Haushalt ausgleichen zu können, sondern trotz schwierigerer Rahmenbedingungen neue Akzente im Bereich der Bildungspolitik und der Kinderbetreuung setzen zu können. Wir haben damit den alten Spruch beherzigt: Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not. Die Finanzierung der Qualitätsoffensive Bildung und des mit den Kommunalen Landes-verbänden vereinbarten Ausbaus der Kleinkindbetreuung ist sichergestellt, und dies nicht nur für das kommende Jahr, sondern in beiden Fällen – durch entsprechende Rücklagen abge-sichert.Damit setzen wir Prioritäten, auch wenn wir sparen; und wir können diese Prioritäten nur setzen, weil wir sparen. Von 18,2 Milliarden €, die den einzelnen Fachressorts aus dem Steueraufkommen des Landes 2009 zur Verfügung stehen, entfallen 8,1 Milliarden € auf den Haushalt des Kultusministeriums und 3,3 Milliarden € auf den Haushalt des Wissenschafts-ministeriums.Das sind Investitionen in die Köpfe, Investitionen in die Zukunft dieses Landes, in die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Auch dies zeigt, dass wir die Prioritäten richtig setzen. Wir wollen den Anteil, den Bildung und Wissenschaft an unserem Haushalt haben, weiter ausbauen, und wir werden ihn weiter ausbauen. Denn wir ruhen uns nicht darauf aus, dass Baden-Württemberg im Ländervergleich schon seit Jahren den höchsten Anteil der Bildungsausga-ben am Gesamthaushalt hat. All dies finanzieren wir nicht mit neuen Schulden, denn auf Schuldenbergen können Kinder nun mal nicht spielen. Angesichts der erheblichen Risiken der konjunkturellen Entwicklung haben wir in der Koaliti-on in diesen Tagen vereinbart, den seither im Haushaltgesetz verankerten Bürgschafts-rahmen von 150 Millionen € um 350 Millionen € zu erhöhen, um Unternehmen gegebe-nenfalls auf diesem Weg Unterstützung gewähren zu können, und unter Einbeziehung der Kommunen ein eigenes, die Bemühungen des Bundes ergänzendes Infrastrukturpro-gramm Baden-Württemberg aufzulegen. Ziel ist es, den Arbeitsmarkt zu stabilisieren und Beschäftigung zu sichern, indem öffentliche Investitionen verstärkt und in das Jahr 2009 bzw. die erste Jahreshälfte 2010 vorgezogen werden.Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass eine dauerhafte Belastung des Landeshaushalts mit diesem Programm nicht verbunden sein soll: Sowohl für Investitionen des Landes wie für die Förderung kommunaler Investitionen über den KIF, den kommunalen Investitionsfonds des Landes wird gelten, dass jetzt zusätzlich realisierte Vorhaben durch geringere Aufwen-dungen in den Jahren 2011 bis 2013 – im Falle des KIF bis 2014 – kompensiert werden, so dass das gesamte Programm über einen Fünf-Jahres-Turnus hinweg haushaltsneutral ausgestaltet wird. Dies unterscheidet unser Investitionsprogramm grundsätzlich von den Konjunkturprogram-men vergangener Jahre: Man hat die Staatsausgaben erhöht, dies über höhere Verschul-dung finanziert, die Rückführung der Schulden aber tunlichst „vergessen“! Auch bei einem Vorziehen von Investitionen des Landes und der Kommunen im Umfang von knapp einer Milliarde € – bis zu 350 Mio. € Land, 300 Mio. € KIF, in etwa gleich viel von kommunaler Seite – kann niemand Garantien dafür geben, in wie weit dieses Programm dazu beiträgt, den wirtschaftlichen Abschwung abzumildern und möglichst rasch wieder auf einen Pfad positiver Wirtschaftsentwicklung zurückzufinden. Die FDP hat auf Landes- wie auf Bundesebene stets dafür plädiert, neben der Verstärkung öffentlicher Investitionen auch und vor allem auf steuerliche Entlastungen der Bürgerinnen und Bürger zu setzen. Wir bleiben dabei: Das beste Konjunkturprogramm besteht darin, den Bürgerinnen und Bürgern mehr von dem Geld in der Tasche zu belassen, was sie hart erar-beitet haben. Ein wesentlicher Vorteil dieser Art von Konjunkturprogramm ist doch, dass nicht der Staat einzelne Branchen, sondern die Bürgerinnen und Bürger durch ihr Konsum- und Investitionsverhalten viel breitere Effekte erzielen, als dies der Staat je könnte. Deshalb war es uns wichtig, dass wir unser Investitionsprogramm so gestalten, dass noch ausrei-chend Rücklagen im Haushalt sind, um die von uns geforderten und wie ich sicher bin, von der Kanzlerin im Januar zu verkündenden Steuerentlastungen ohne neue Schulden im Lan-deshaushalt zu finanzieren. Eine Lehre aus der Finanzmarktkrise muss doch sein, dass gerade staatliche Ausgaben – Disziplinlosigkeit insbesondere in der Vereinigten Staaten uns letztlich in die Krise geführt hat: Lassen Sie uns deshalb gerade nicht in Aktionismus und Disziplinlosigkeit verfallen: Wir dürfen nicht nach dem Motto: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert“ alle Wunschzettel, die uns nicht zuletzt von der Opposition geschrieben werden, erfüllen und den Pfad der Haushaltsdisziplin verlassen, auch nicht wenn Weihnachten vor der Tür steht. Des-halb noch einmal: Dieses Programm ist so ausgestaltet, dass es mit den grundsätzlichen Zielen liberaler Haushalts- und Finanzpolitik vereinbar ist. Es bleibt bei dem Ziel, auch in den kommenden Jahren die Haushalte so zu gestalten, dass sie ohne Kreditaufnahmen ausge-glichen werden können. ~~’~’Die Erfolge der letzten Jahre dürfen nicht verspielt werden. Wir haben in einer ganzen Reihe von Punkten Weichenstellungen erreicht, die erheblich dazu beitragen, den Kurs von Haus-haltskonsolidierung, Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit auf Dauer zu stel-len. Dies darf jetzt nicht in Frage gestellt werden, sondern muss sich gerade jetzt bewähren:Wir haben seit dem Jahr 2007 ein grundsätzliches Verbot der Neuverschuldung in der Landeshaushaltsordnung verankert – ursprünglich auf 2011 terminiert, dann auf 2008 vorge-zogen. Dies unterscheidet uns vom Bund: Wir haben die Zielmarke 2011 schon 2008 er-reicht. Der Bund gibt diese Zielmarke 2011 erkennbar auf! Ohne einen konsequenten Kurs der Konsolidierung des Haushalts, ohne die wiederholten Einsparrunden der letzten Jahre, auch der guten Jahre wäre dies gar nicht möglich gewor-den. Und ich füge hinzu: wenn wir allen zusätzlichen Ausgabewünschen, die die Vertreter der Opposition in all diesen Jahren an uns herangetragen haben, Folge geleistet hätten, wäre die Neuverschuldung Null vermutlich auf den St. Nimmerleinstag verschoben.Wir haben es aber nicht beim Vorziehen des grundsätzlichen Verbots der Neuverschuldung belassen, sondern haben ergänzende Regelungen eingeführt, die die möglichen (und not-wendigen) Ausnahmen vom Verschuldungsverbot restriktiv gestalten: Zum einen verpflichten wir uns, jegliche Neuverschuldung von vornherein mit einem Til-gungsplan zu verknüpfen, der eine Rückführung dieser Verschuldung spätestens innerhalb von sieben Jahren vorzusehen hat. Und zum zweiten werden Kreditaufnahmen, durch die die zum Jahresende 2007 bestehende Höhe der Verschuldung überschritten werden könnte, nur noch in zwei Fällen möglich sein: nämlich bei einem durch die amtliche Steuerschätzung prognostizierten Rückgang der Steu-ereinnahmen um mindestens 1%, also z.B. bei einer gravierenden Rezession, oder bei Na-turkatastrophen und vergleichbar schwerwiegenden Ereignissen.Diese Regelungen, mit denen wir bundesweit Vorreiter sind, dürfen jetzt nicht ad acta gelegt werden, sondern müssen sich gerade jetzt bewähren. ~’~’~’Die FDP hat immer darauf gedrungen, ein solches Regelwerk nicht nur in die Landeshaus-haltsordnung aufzunehmen, sondern die Grundzüge der Regelungen zur Begrenzung und zum Abbau der Verschuldung auch in der Verfassung zu verankern.Ob dies im Rahmen der Arbeit der Föderalismuskommission II noch möglich sein wird, ist wohl eher unwahrscheinlich geworden. Ich bedaure das sehr; aber es ist wohl doch ein Zei-chen dafür, dass manche an diesem Prozess Beteiligte Fragen der Schuldenbegrenzung und des Schuldenabbaus immer schon nur für ein Schön-Wetter-Thema gehalten haben. Notwendig aber sind entsprechende Regelungen, die sich gerade auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten bewähren müssen, ohne Zweifel auch weiterhin. Und notwendig bleibt auch ihre verfassungsrechtliche Absicherung. Und deshalb lassen wir jedenfalls keinen Zweifel daran, dass wir eine eigenständige baden-württembergische Regelung zur Schul-denbegrenzung in der Landesverfassung wollen, falls die Föderalismuskommission II hier zu keinen Ergebnissen kommt.~’~’~’Die FDP hat seit langem – und lange Zeit vergebens – darauf gedrängt, für neu einzustellen-de Beamte einen Pensionsfonds zu bilden, um die Versäumnisse der 70er Jahre, die den Landeshaushalt heute so hart treffen, nicht zu wiederholen. Denn die steigenden Pensions-leistungen sind im wesentlichen verursacht durch Stellenvermehrungen, die – schwerpunkt-mäßig bei den Lehrern und der Polizei – vor allem in den 70er Jahren stattgefunden haben. Jetzt ist der Pensionsfonds da, ausgestattet mit einem Grundkapital von 500 Millionen Euro; und von jetzt an wird für jeden neu eingestellten Beamten ein Betrag von 6.000 € pro Jahr an den Fonds abgeführt. Das ist ein ganz wesentlicher Schritt, um Vorsorge für weiter steigende Pensionsleistungen zu treffen. Auch wenn die Regelungen im einzelnen noch nicht perfekt sind – der abzuführende Betrag ist noch zu niedrig angesetzt, um die Versorgungsausgaben als Teil der Personalkosten in vollem Umfang transparent zu machen und genau der Periode zuzuordnen, in der sie tat-sächlich verursacht und begründet worden sind – ist der Pensionsfonds ein Schritt hin zu mehr Transparenz, zu größerer Haushaltswahrheit und Haushaltsklarheit, und ein Beitrag zu einer nachhaltigen, generationengerechten und zukunftsorientierten Haushaltspolitik. ~’~’~’Auch für die Beamten gilt, was für die gesetzlich Rentenversicherten gilt: Die deutlich höhere und in Zukunft weiter steigende Lebenserwartung verlangt nach Anpassungen im Bereich der Lebensarbeitszeit durch ein Anheben des regelmäßigen Renten- und Pensionseintrittsal-ters. Die Pension mit 67 wird also kommen.Aber es gibt keinen einleuchtenden Grund, baden-württembergische Beamte jetzt schlechter zu behandeln als z.B. die des Bundes, oder generell Beamte anders zu behandeln als ge-setzlich Rentenversicherte. Wir plädieren dafür, die Vorstellung eines baden-württembergischen Sonderwegs nicht weiter zu verfolgen. Für den Fall weiterer Veränderun-gen bei der gesetzlichen Rentenversicherung wäre eine „Revisionsklausel“ der gangbare Weg, uns im Versorgungsrecht im Gleichklang mit der gesetzlichen Rentenversicherung zu bewegen. Dies wäre auch im Sinne der Fortführung einer Politik von Fairness und Partnerschaft, die das Verhältnis zwischen dem Land und den Berufsverbänden und Gewerkschaften des öf-fentlichen Dienstes in dieser Legislaturperiode des Landtags gekennzeichnet und ausge-zeichnet hat. Uns allen sollte klar sein: Unser Land ist auf einen funktionsfähigen, leistungsbereiten und hoch motivierten öffentlichen Dienst angewiesen. Wir wollen Verlässlichkeit und Partner-schaft im Umgang zwischen dem Land und seinen Bediensteten gewährleisten. Der öffentli-che Dienst wird ein schlankerer öffentlicher Dienst sein; aber er muss konkurrenzfähig sein mit der privaten Wirtschaft. Leistung muss sich lohnen, auch im öffentlichen Dienst. Wir wer-den mit weniger öffentlich Bediensteten auskommen müssen; und wir können das auch. Aber wir sind auf gute, hoch qualifizierte Bedienstete angewiesen. All dem haben wir auch dadurch Rechnung getragen, dass wir eine Verständigung mit den Berufsverbänden des öffentlichen Dienstes gesucht und auch gefunden haben. Sie war für beide Seiten von Nutzen. Wir sollten auch für die Zukunft an dieser erfolgreichen, dialogori-entierten Politik festhalten. Dies gilt ausdrücklich für alle Bereiche der anstehenden Dienst-rechtsreform. ~’~’~’Weitere Beispiele einer erfolgreichen, dialogorientierten Politik finden sich im Verhältnis des Landes zu den Kommunen. Die Vereinbarung zwischen dem Land und den Kommunen über die Präzisierung und Erweiterung des in der baden-württembergischen Landesverfassung verankerten Konnexitätsprinzips bleibt ein herausragendes Beispiel.Mit den im letzten Jahr verabschiedeten Gesetzen – in vollem Einvernehmen mit den kom-munalen Landesverbänden erarbeitet und beschlossen – ist erreicht, dass auch• vom Land veranlasste nachträgliche Änderungen landesrechtlich übertragener Aufgaben,• die Übertragung neuer, vom Land bisher nicht wahrgenommener Aufgaben und• eigene Anforderungen des Landes an die Erfüllung bestehender Aufgabenin den Anwendungsbereich des Konnexitätsprinzips fallen und damit bei wesentlichen Mehr-kosten zu einem finanziellen Ausgleich für die Kommunen führen. Neben dieser Vereinbarung konnte auch ein Einvernehmen mit den kommunalen Landes-verbänden über die Ausgestaltung des kommunalen Finanzausgleichs bis zum Jahre 2010 erreicht werden. Es gab eine Verständigung über den Ausbau von Bildung und Betreuung im schulischen und vorschulischen Bereich. Und es gab ein Einvernehmen über die Beteiligung des Landes am Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder im Alter von unter drei Jahren, die jetzt gerade per Gesetz und mit diesem Haushalt umgesetzt wird – um nur wenige wichti-ge Beispiele zu nennen. Die Dialogorientierung und faire Partnerschaft, die das Verhältnis zwischen Land und Kom-munen kennzeichnet, ist eng mit dem Ministerpräsidenten selbst und seinem Politikstil ver-bunden. Ich will dies ganz ausdrücklich anerkennen, würdigen und ihn bei der Fortführung’

Früherer FDP-Bundesvorsitzender hat mehr als 40 Jahre Geschichte der FDP mit gestaltet – Der Bundestagsabgeordnete und frühere Bundesvorsitzende der FDP, Dr. Wolfgang Gerhardt, ist der diesjährige Träger der Reinhold-Maier-Medaille. Bei einem Festakt im Neuen Schloss in Stuttgart würdigten der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion Dr. Ulrich Noll, die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger und der Justizminister und stellvertretende Ministerpräsident Prof. Dr. Ulrich Goll Wolfgang Gerhardt als eine Person, die mehr als 40 Jahre die Geschichte der FDP mit gestaltet habe. Die FDP Baden-Württembergs, die FDP/DVP-Landtagsfraktion und die Reinhold-Maier-Stiftung verleihen jedes Jahr die Reinhold-Maier-Medaille an Persönlichkeiten, die in besonderer Weise dem Liberalismus verpflichtet sind.

In seiner Laudatio skizzierte Ulrich Noll den politischen Werdegang Gerhardts als hessischer Landtagsabgeordneter, Fraktionsvorsitzender, FDP-Landesvorsitzender, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, stellvertretender Ministerpräsident, FDP-Bundestagsabgeordneter, FDP-Bundesvorsitzender, Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Ulrich Noll: „Sie sind ein Politiker, der für Freiheit und Fairness steht, über einen inneren Kompass verfügt, der ihn befähigt, Politik über Legislaturperioden hinweg zu analysieren, entwerfen, gestalten und umzusetzen. Sie haben sich Offenheit bewahrt für Korrekturen und Veränderungen in der praktischen Politik, gleichwohl haben Sie die großen Linien eines liberalen Politikansatzes bewahrt und weiterentwickelt. Die Südwest-Liberalen haben Sie besonders in ihr Herz geschlossen, so wie es jedes Jahr auf dem FDP-Dreikönigs-Treffen in der Stuttgarter Oper zum Ausdruck kommt. Sie sind jemand, der nicht auf die billige Pointe zielt, sondern grundsätzlich und mit Überzeugungskraft formuliert.“ Wolfgang Gerhard steht nach den Worten von Noll bei den FDP-Mitgliedern in allerhöchstem Ansehen, weil er ein leidenschaftlicher Verfechter des liberalen Anliegens sei: Liberaler Rechtsstaat und Gewährleistung der Bürgerrechte, Bildung als Bürgerrecht, Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit, freiheitliche Wirtschaftsordnung. Dies zusammen sei alles „eine Freiheit“. Birgit Homburger nannte den diesjährigen Träger der Reinhold-Maier-Medaille einen „wahren Freiheitskämpfer, der uns zeigt, dass Marktwirtschaft und Sozialstaat, Eigentum und Gemeinwohl, Freiheit und Sicherheit keine Gegensätze sind, sondern sich ergänzen können und sollen.“ Wolfgang Gerhardt zeichne aus, dass er „nicht nur mit klaren politische Analysen beeindruckt, sondern Lösungen aufzeigt und damit den Bürgerinnen und Bürgern liberale Angebote macht“.Prof. Dr. Ulrich Goll, sagte als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Reinhold-Maier-Stiftung: „Wolfgang Gerhardt besitzt Bodenständigkeit und Standhaftigkeit, Ausdauer und Langmut, Urteilskraft und Gewissensbildung. Er schreckt nicht vor unbequemen Wahrheiten zurück und formuliert Kritik auch gegen Widerstände. Die Veranstaltungen der Friedrich-Naumann-Stiftung fördern die Fähigkeit junger Menschen, sich in der Diskussion und dem Diskurs mit anderen eine eigene Meinung zu bilden. Diese Fähigkeit ist unerlässlich, um fremder Meinungsführerschaft zu widerstehen und um sich zu mündigen Staatsbürgern zu entwickeln.“ Wolfgang Gerhardt sagte in seiner Replik mit dem Titel „Auf Kurs bleiben“, dass der Namensgeber der Reinhold-Maier-Medaille unter großen Anstrengungen einen Beitrag für „unser Land“ geleistet habe, um es aus der größten Katastrophe seiner Geschichte heraus zu bringen und ihm eine Zukunft zu ermöglichen. „Seine persönliche Ausprägung hat zugleich auch seine Identität bestimmt. Beheimatet im südwestdeutschen Liberalismus, einer kulturellen Ausprägung von Politik, die mir sehr behagt und der ich mich angehörig fühle. In seinem Geist, mit neuer Kraft, bei neuen Aufgaben sollten wir arbeiten.“ In Deutschland habe sich inzwischen eine übermächtige Kultur der Staatsorientierung entwickelt. „Das Kollektiv wird bevorzugt, viele Entscheidungen von Einzelnen – das Geheimnis des Erfolgs marktwirtschaftlicher Ordnungen, das Ludwig Erhardt so unermüdlich den Deutschen vermitteln wollte – hat nie wirklich tiefen kulturellen Boden gewonnen.“

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender sieht dringenden Handlungsbedarf – Der stellvertretende Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Michael Theurer, sieht dringenden Handlungsbedarf bei der besseren Aufklärung von Schülern über die sozialistische Diktatur in der ehemaligen DDR.

Er begrüßt, dass die Landesregierung dieses Anliegen nun verstärkt zum Gegenstand ihrer Arbeit machen will. Der FDP-Landtagsabgeordnete hatte das DDR-Wissen von Schülern in Baden-Württemberg bereits im April 2008 zum Gegenstand einer parlamentarischen Anfrage gemacht (Drucksache 14/2570). Theurer zeigte sich erfreut, dass die Große Anfrage der beiden Regierungsfraktionen dazu führte, das Wissen der Schüler über die jüngere deutsche Geschichte zu verfestigen.

– „Die Landesregierung wird im Rahmen der historisch-politischen Bildung die Auseinander-setzung mit der ehemaligen DDR intensivieren, um eine lebendige Erinnerungskultur an die Schrecken des SED-Regime im Blick zu halten“, kündigt die Landesregierung in ihrer Antwort auf die Große Anfrage der Regierungsfraktionen von CDU und FDP/DVP „Erinnerung an die DDR-Diktatur wach halten” (Drucksache 14/3303) an. Die Jubiläumsjahre 2009 und 2010 böten dazu eine gute Gelegenheit, in Lehrbildung und Schule weitere Impulse zu setzen. Die Landesregierung begrüßt auch die Idee, ein Denkmal der Freiheit und Einheit Deutschlands zu errichten.

Der Initiator der Großen Anfrage, der FDP-Landtagsabgeordnete Dr. Hans-Peter Wetzel, freut sich über das angekündigte Maßnahmenpaket der Landesregierung. Wetzel: „Ich bin betroffen, welche Wissenslücken die deutsche Jugend im Blick auf unsere jüngste Geschichte offenbart.“ Erst die Kenntnis des politischen Systems der ehemaligen DDR ermögliche eine kritische Analyse, so Wetzel. „Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, die Errungenschaften der Sozialen Marktwirtschaft auch der jungen Generation zu vermitteln“, führt der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Volker Sche-besta, aus. Einer Verklärung der DDR-Diktatur gelte es entgegenzuwirken. Das Kultusministerium geht jedoch davon aus, dass bei baden-württembergischen Schülerinnen und Schülern von einem besseren Wissensstand auszugehen sei, als in vielen anderen Teilen der Republik. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst weist darauf hin, „dass auch Leh-rer dazu befähigt werden müssen, die Erinnerung an die deutsche Teilungsgeschichte umfassend und realitätsnah zu behandeln“. Zur Gestaltung eines lebensnahen und au-thentischen Einblicks in die jüngste deutsche Geschichte unterstütze das Kultusministeri-um die Beteiligung von Zeitzeugen im Unterricht. Die zwei wichtigsten regelmäßigen Pub-likationen der Landeszentrale für politische Bildung für den Schulunterricht würden sich jeweils in einer ihrer nächsten Ausgaben mit der DDR Geschichte befassen. Beide Zeit-schriften sollen den Schulen im Land auch in Klassensätzen kostenlos zur Verfügung ge-stellt werden. Anlass für die Große Anfrage der Regierungsfraktionen waren die Ergebnisse der Studie „Soziales Paradies oder Stasi-Staat?“ der Freien Universität Berlin, die erschreckende Wissensdefizite über die jüngere Deutsche Geschichte bei Schulabsolventen aufgedeckt hatte. Fast drei Viertel der befragten Jugendlichen besuchten ein Gymnasium. „Die meis-ten Jugendlichen konnten die gestellten Wissensfragen nicht richtig beantworten. Eine breite Mehrheit habe keine ausreichende Kenntnis über die DDR. Eine Mehrheit wisse nicht, wann die Mauer errichtet und vor welchem Hintergrund und auf wessen Anweisung dort von der Schusswaffe Gebrauch gemacht wurde, so die Landesregierung zu den Er-gebnissen der Studie. Gerade die Jubiläumsjahre 2009 und 2010 bieten Gelegenheit, mit vielfältigen Materialangeboten und Veranstaltungen im Land zur Verfestigung des Ge-schichtswissens beizutragen, resümiert die Landesregierung.Hans IlgPressesprecher FDP/DVP-Landtagsfraktion Christoph Hermes Pressesprecher CDU-Landtagsfraktion

Liberale nutzen zahlreiche Informationsbesuche für die parlamentarische Arbeit – Die FDP/DVP-Landtagsfraktion befindet sich von Dienstag bis Donnerstag auf mehrtägiger Informationsreise durch das Land – gefahren wird mit der Bahn. Wie der Fraktionsvorsitzende Ulrich Noll mitteilte, führt die Bahnreise von Stuttgart über Wertheim, Tauberbischofsheim, Bad Mergentheim, Öhringen, Schwäbisch Hall, Crailsheim, Ellwangen, Aalen, Heidenheim, Herbrechtingen bis nach Ulm. Von Ulm aus setzt sich die Bahnreise fort über Biberach, Meckenbeuren bis nach Ravensburg, der als Zielbahnhof diese Reise beenden wird. Auch die Rückkehr nach Stuttgart findet mit der Bahn statt.

Zahlreiche Besuchstermine werden von den Mitgliedern der FDP/DVP-Landtagsfraktion genutzt, um sich bei Firmen, Institutionen und Verbänden über aktuelle Themen zu informieren. Noll: „Mit der Bahn erkunden wir das Land, wir hoffen auf zahlreiche Anregungen für die parlamentarische Arbeit.“

Ohne striktes Verschuldungsverbot keine Hilfeleistung für finanzschwache Länder – In der Debatte über die Regierungserklärung des Ministerpräsidenten zur Föderalismuskommission II sagte der stellvertretende FDP/DVP-Fraktionsvorsitzende und europapolitische Sprecher Michael Theurer unter anderem: „Wir diskutieren heute über die Föderalismusreform II. Es gab einen ersten Block, der gut über die Bühne gegangen ist. Er hat die Länderrechte gestärkt und dazu geführt, dass die Länder vor allem in der Bildung und Wissenschaft ausschließliche Kompetenzen erhalten haben. Jetzt repräsentieren Ländervertreter beispielsweise bei der europäischen Gesetzgebung im Rat die Bundesrepublik Deutschland. Wenn man von den sogenannten Verwaltungsthemen wie Steuerverwaltung, Justizorganisation und Bundesstraßen absieht, geht es in der Föderalismuskommission II im Wesentlichen um drei Themenkomplexe:

• um die Schaffung eines wirksamen Mechanismus der Schuldenbegrenzung, um die Fortsetzung und Wiederholung der seitherigen Schuldenpolitik zu verhindern. Dies ist auch die Position, die die FDP in der Föderalismuskommission und hier im Landtag vertritt. • Weiter geht es um die Bewältigung der Altschuldenproblematik und die Frage so-lidarischer Hilfen für Länder, die aus strukturellen Gründen zur Schuldenbewältigung tatsächlich nicht in der Lage sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir gutes Geld unserer Steuerzahler nun an einen Altschuldenfonds überweisen, wenn nicht geklärt ist, ob es in diesen Ländern in Zukunft wieder neue Schulden gibt. Das heißt, ein striktes Verschuldungsverbot ist Grundvoraussetzung dafür, dass wir guten Gewissens sagen können: Wir geben Geld in einen Altschuldenfonds. Sonst ist das ein Fass ohne Boden.• Drittens geht es um die Ausgestaltung einer der Autonomie der Länder stärker Rechnung tragenden, eigenständigen Finanzausstattung der Länder. Die FDP plädiert seit langem dafür, dass die Länder eine eigene Steuerautonomie mit Zu- und Abschlagrechten bekommen, so dass sie eine gewisse eigene Gestaltungsmöglichkeit haben.Faktisch nicht auf der Agenda stehen – obwohl grundsätzlich durchaus in diesen Zu-sammenhang gehörend – Fragen der Neuordnung des Länderfinanzausgleichs und einer Erleichterung der Neuordnung von Bundesländern. Wir denken, das hätte un-bedingt mit hineingenommen werden müssen. Dazu hat die FDP-Bundestagsfraktion einen eigenen Gesetzentwurf eingebracht, der die Abschmelzung auf 50 Prozent der Leistungen über 20 Jahre hinweg vorsieht, gleichzeitig aber den bisherigen Plafond garantiert, so dass sowohl die Nehmerländern als auch die Geberländer ein Interes-se an einer Reform haben müssten – denn, der jetzige Länderfinanzausgleich ist kontraproduktiv. Er setzt die falschen Anreize.Die drei genannten Themenkomplexe stehen in einem engen Zusammenhang. Dabei ist eine strikte Schuldenbegrenzung das A und O. Ohne strikte Schuldenbegrenzung ist es völlig undenkbar, anderen Ländern Konsolidierungshilfen zu gewähren.„Strikte Schuldenbegrenzung“ muss auch tatsächlich strikte Schuldenbegrenzung bedeuten: Der Normalfall muss sein, den Haushalt ohne jegliche Nettokreditaufnah-me auszugleichen. Gerade wenn – zu Recht – darauf hingewiesen wird, dass es bestimmte, aber eng umgrenzte Ausnahmesituationen geben kann, muss „Netto Neu Null“ als Normalfall definieren und dies auch in den Verfassungen verankern.Auf dieser Basis – Netto Neu Null als Grundlage – sind Regelungen denkbar, die ein Abfedern konjunktureller Schwankungen ermöglichen. Es kann sinnvoll sein, in konjunkturell schlechten Zeiten wegbrechende Steuereinnahmen durch kurzfristige Kreditaufnahmemöglichkeiten abfedern zu können, und in konjunkturell guten Zeiten Überschüsse zu bilden. Dies kann insbesondere dann funktionieren, wenn zuerst aus Überschüssen Rücklagen gebildet werden, die in konjunkturell schwierigen Zeiten zum Haushaltsausgleich eingesetzt werden können.In jedem Fall aber setzt die Vorstellung eines derart „atmenden“ Haushalts voraus, dass die hierzu mögliche Kreditaufnahme in der Höhe (bezogen auf den jeweiligen Haushalt) und in der Zeit (Periode einer verbindlichen Rückführung) deutlich be-grenzt ist. Dass es daneben in echten Katastrophensituationen Ausnahmen geben muss, versteht sich fast von selbst. Wenn hier besondere Bedingungen für eine Kreditaufnahme gelten sollen, sollten auch besondere Bedingungen für ihre Inanspruchnahme gelten, nämlich die Bindung an eine qualifizierte parlamentarische Mehrheit.Unstrittig ist, dass ein Frühwarnsystem erforderlich ist, um die Einhaltung der Ver-schuldensgrenzen zu überwachen. Wir meinen, dass ein solches System auch mit Sanktionsmöglichkeiten ausgestattet werden muss; Empfehlungen allein werden nicht ausreichen. Konsolidierungshilfen für einzelne Länder können nur Teil einer insgesamt guten, überzeugenden Lösung sein.Grundsätzlich tragen der Bund und die einzelnen Länder die Verantwortung für die ihnen zuzurechnenden Schulden. Jedes Land hat seine Schulden selbst zu bedienen. Nur Länder, die aus strukturellen Gründen zur Schuldenbewältigung tatsächlich nicht in der Lage sind, können Hilfen erhalten.Eine inflationär aufgeblähte Zahl potentieller Hilfeempfänger würde den gesamten Prozess der Föderalismuskommission II zurückwerfen. 5-Länder-Lösungen, von denen unlängst aus dem Bundesfinanzministerium zu hören war, taugen sicher nicht.Wenn hierfür Lösungswege gefunden werden, gehört der letzte Punkt des Gesamtpakets zwingend dazu. Ohne eine Stärkung der Steuerautonomie der Länder, ohne eine Übertragung von Gesetzgebungskompetenzen auf die Länder sind Hilfen unter den Ländern schwer vorstellbar, und manche Sanktionsmechanismen eines Früh-warnsystems – z.B. der Zwang zur Erhebung von Steuerzuschlägen – wären mangels Grundlage gar nicht umsetzbar. Wir plädieren dafür, die Gesetzgebungskompetenz bei Steuern, die allein den Ländern und Gemeinden zustehen, auf die Länder zu übertragen. Und wir plädieren für Zuschlags- bzw. Hebesatzrechte bei der Einkom-men- und Körperschaftsteuer.Unsere Perspektive: Mit einer kleinen Lösung, die nicht alle genannten Themenbereiche umfasst, darf man sich nicht zufrieden geben. Kernbereich ist eine harte Regelung zur Schuldenbegrenzung. Gelingt dies, werden auch Lösungen in den ande-ren Bereichen möglich werden. – Gelingt dies aber nicht, wäre die Föderalismus-Kommission faktisch gescheitert. Es stellt sich immer wieder die Frage, wo ist denn das Leitbild eines Verschuldungsverbots verwirklicht? Es gibt eine staatliche Ebene, in der wir Mitglied sind, nämlich die Europäische Union, die dieses Leitbild verwirklicht hat. Die EU hat als einzige quasi staatliche Ebene kein Verschuldungsrecht, und es funktioniert trotzdem oder vielleicht gerade deshalb.“

Studie deckt eklatante Wissenslücken bei Schülern auf – „Die Erinnerung an die DDR-Diktatur wach zu halten und einer Verklärung des Unrechtsregimes entgegenzuwirken“ fordern die Regierungsfraktionen von CDU und FDP in einer Großen Anfrage von der Landesregierung ein. „Das Wissen um die jüngere deutsche Geschichte wird aktuellen Studien zufolge an vielen Schulen in Deutschland leider nur unzureichend vermittelt“, begründet der Überlinger FDP-Abgeordnete Dr. Hans-Peter Wetzel die gemeinsame Initiative der Fraktionen. Nur wenn die Grundwerte von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nachhaltig im Schulunterricht vermittelt würden, sei Deutschland gewappnet vor Demagogie von links und rechts.

„Mit der Anfrage greifen wir einen Beschluss der Kultusministerkonferenz auf, die die Schulen aufgefordert hatte, sich intensiver mit der Geschichte der DDR und der SED-Diktatur zu beschäftigen“, ergänzt der Fraktionsvorsitzende Dr. Ulrich Noll. Durch Projektwochen, Aus-stellungen und das Einrichten von Erinnerungsorten müsse auch die Erinnerung an die zweite Diktatur auf deutschem Boden im Bewusstsein der Menschen gehalten werden. Der Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin deckte mit der Studie „Soziales Paradies oder Stasi-Staat?“ erschreckende Wissenslücken bei Schulabgängern fest. In erster Linie wurden Gymnasiasten gefragt. Viele Schüler glaubten, dass Willy Brandt und Konrad Adenauer DDR-Politiker waren, dass es unter Erich Honecker demokratische Wahlen gab und dass die Stasi ein harmloser Geheimdienst war. Die Mehrheit aller Schüler wusste nicht einmal, wer die Mauer gebaut hat – viele tippten auf die Bundesrepublik oder die Alliierten.

Haushalt weiter konsolidieren – Verbot der Neuverschuldung in Verfassung – In der Landtagsdebatte über die Regierungserklärung des Ministerpräsidenten sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll unter anderem (es gilt das gesprochene Wort): „Politik in Baden-Württemberg kann eine Bilanz vorweisen, auf die wir stolz sein können. Wir sollten uns aber stets der Tatsache bewusst sein, dass wir diese Erfolgsbilanz zuallererst den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes verdanken, den Arbeitnehmern und Unternehmern, den Tüftlern und Forschern, den Familien, den Mittelschichten, die das Fundament unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolgs bilden

Aber auch die Politik steht in der Verantwortung, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass eine positive gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung auch in Zukunft gewährleistet werden kann; und insofern ist die Erfolgsbilanz unseres Landes immer auch eine Erfolgsbilanz für die Politik. • Wir investieren mehr als alle anderen Länder in Bildung und Wissenschaft. Und Baden-Württemberg liegt weit vorn, wenn es um den Aufwand an Forschung und Entwicklung im öffentlichen und im privatwirtschaftlichen Bereich geht.• Es gibt in Baden-Württemberg weniger Straftaten als in den meisten anderen Ländern; und wir sind erfolgreicher als die anderen bei der Verfolgung und Aufklärung von Straftaten. Wir liegen vorn im Bereich der inneren Sicherheit.• Der Arbeitsmarkt hat sich sehr positiv entwickelt; die Arbeitslosigkeit liegt bei 4%. In etlichen Bereichen ist ein Fachkräftemangel so gravierend, dass er Wachstumschancen beeinträchtigt, wenn nicht rasch Abhilfe geschaffen wird.• Jeder, der ausbildungswillig ist, findet in Baden-Württemberg wieder eine Lehrstelle. Die Anstrengungen der Wirtschaft sind enorm; aber auch die Leistungen der Politik haben mit dazu beigetragen. Dies alles kann nicht staatlich verordnet werden. Aber dies alles kann sich nur entwickeln, wenn die Politik für Rahmenbedingungen sorgt, die Mut machen: Mut zur Eigenverantwortung, Bereitschaft zum Risiko, Bereitschaft zur Leistung, Mut zum Wettbewerb.Wir wollen alles tun, diese Leistungsbilanz weiter zu verbessern und die Spitzenstellung unseres Landes erhalten und auszubauen.Handlungsnotwendigkeiten für die Zukunft – Weichenstellungen sind erfolgtWir wissen aber auch, wo noch Defizite zu verzeichnen sind. Um auch in Zukunft allen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes gute Chancen zu eröffnen, müssen wir noch mehr investieren in Bildung und Betreuung, müssen wir uns noch stärker engagieren bei der Integration von Personen, die aus Familien mit Migrationshin-tergrund stammen, müssen wir noch mehr tun in Wissenschaft und Forschung. Die Weichen hierfür sind gestellt: Im Einvernehmen mit den kommunalen Landesverbänden ist der Rahmen abgesteckt worden für den Ausbau der Betreuungsangebote für Kleinkinder im Alter von unter drei Jahren. Die hierfür bereitgestellten Mittel steigen kontinuierlich an. Ab 2013 werden es 165 Millionen zusätzlich sein – nicht einmalig, sondern pro Jahr.Die Zahl der Ganztagsschulen steigt von Jahr zu Jahr kräftig an. Die Ziele des Konzepts „Zukunft Bildung und Betreuung“ – ebenfalls mit den kommunalen Landesverbänden verabredet – werden kontinuierlich umgesetzt. Und mit der „Qualitätsoffensive Bildung“ wird nochmals mehr investiert, um alle Kinder besser individuell fördern zu können – 528 Millionen in den vier Jahren bis 2012. Der Integrationsplan des Landes ist verabschiedet. Sprachstandserhebungen –etwa eineinhalb Jahre vor der Einschulung – werden verpflichtend. Selbstverständlich muss und wird es dann auch eine flächendeckende Sprachförderung geben. Und natürlich ist sich das Land auch in diesem Zusammenhang seiner finanziellen Verpflichtung gegenüber den Kommunen bewusst. Den Stand der Forschung an baden-württembergischen Hochschulen dokumentieren die Erfolge bei der Exzellenz-Initiative. 8 von 9 Universitäten sind ausgezeichnet worden, darunter 4 – von bundesweit 9 –in der höchsten Stufe. Wir haben uns zur Einführung von Studiengebühren entschlossen, und wir garantieren: die Einnahmen aus Studiengebühren werden ausschließlich zur Verbesserung der Lehre an unseren Hochschulen verwendet. Und mit dem Masterplan 2012 wird die Zahl der Studienan-fängerplätze an den baden-württembergischen Hochschulen zwischen 2007 und 2012 um insgesamt 16.000 erhöht. Die Kosten dafür werden sich im Jahr 2012 und danach auf 150 Millionen belaufen – wiederum nicht einmalig, sondern Jahr für Jahr.All dies sind zentrale Felder der Zukunftsgestaltung. Es lohnt sich, hier zu investieren. Aber gleichwohl gilt: Die grundlegende Konsolidierung des Haushalts ist ebenso Zukunftsgestaltung wie eine den Anforderungen der Zukunft Rechnung tragende Ausgestaltung von Bildung, Betreuung, Wissenschaft und Forschung. Jeden dieser Stränge isoliert, nur für sich betrachtet umzusetzen, wäre vergleichsweise einfach. Wer nur über Bildung und Betreuung oder nur über Wissenschaft und Forschung redet und die Notwendigkeiten und Zwänge des Haushalts nicht berücksichtigen muss, tut sich leicht. Und genauso leicht tut sich, wer nur abstrakt über die Notwendigkeiten der Haushaltskonsolidierung philosophiert, die konkrete Anwendung aber schuldig bleibt. Und deshalb fällt es der Opposition auch so leicht, vormittags die jeweiligen Fachabgeordneten aufmarschieren zu lassen, die jegliches Regierungshandeln wenn schon nicht als gänzlich falsch, dann doch zumindest als „zu spät“ und „zu wenig“ abqualifizieren, während abends und an Sonntagen die Festvorträge gehalten werden, in denen die mangelnde Entschlossenheit, Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit der Politik beklagt wird. Eine verantwortliche Politik ist dies nicht. – Die hohe Kunst der Politik besteht demgegenüber gerade darin, Politik so zu formulieren, dass beides zugleich umgesetzt werden kann: dass die notwendigen Investitionen in die Zukunft getätigt werden können, um in Bildung und Wissenschaft an der Spitze stehen zu können, und dass es dennoch gleichzeitig gelingt, dauerhaft Schluss zu machen mit einer Politik, die durch die Verschuldung des Staates in Teilen auf Kosten und zu Lasten künftiger Generationen lebt.Haushaltskonsolidierung – Verbot der Neuverschuldung in die VerfassungDie Haushaltsdaten des Jahres 2007 haben es erlaubt, das Inkrafttreten des grundsätzlichen Verbots der Neuverschuldung – zuvor für 2011 angestrebt – auf das Jahr 2008 vorzuziehen. Insofern haben der Nachtragshaushalt für 2007 und 2008 und die ihn begleitenden Gesetze einen Meilenstein in der Haushaltspolitik des Landes dargestellt: Erstmals seit 36 Jahren ein Haushalt ohne zusätzliche Schulden, sondern mit einem Einstieg in den Abbau der Verschuldung, den wir jetzt auf 350 Millionen aufstocken können. Baden-Württemberg ist nicht das erste und nicht das einzige Land, das einen Haushalt ohne Neuverschuldung vorlegt. Wir sind dennoch stolz darauf, weil wir wissen, wie steinig der Konsolidierungskurs war, den wir über Jahre hinweg beschritten haben, und ohne den der heutige Erfolg nicht möglich gewesen wäre.Denn es ist ja nur vordergründig richtig, dass dies vor allem dem konjunkturellen Aufschwung und den dadurch deutlich verbesserten Steuereinnahmen zu verdanken ist: Ohne einen konsequenten Kurs der Konsolidierung des Haushalts, ohne die wiederholten Einsparrunden der letzten Jahre wäre dieser Erfolg nicht möglich geworden. Und wenn wir allen zusätzlichen Ausgabewünschen, die aus der Öffentlichkeit und von der Opposition in dieser Zeit an uns herangetragen wurden, Folge geleistet hätten, dann wären wir heute noch weit vom Ziel der Neuverschuldung Null entfernt.Wir können stolz sein auf das, was wir erreicht haben. Zugleich aber müssen wir dafür sorgen, dass der Verzicht auf jegliche Neuverschuldung und der Einstieg in die Schuldentilgung kein Einzelfall bleibt, sondern Normalfall wird. Die Regierung wird uns auch für 2009 einen Haushalt vorlegen, der ohne Neuverschuldung auskommt. Und wir gehen davon aus, dass dies auch für die Jahre 2010 und 2011 der Fall sein wird.Und parallel zu dem, was wir mit unserer Haushaltspolitik real umsetzen, gilt es auch, sich zwischen Bund und Ländern auf ein möglichst präzises Regelwerk zur Begrenzung und zum Abbau der Verschuldung zu verständigen und es in den Verfassungen zu verankern. Auch wenn eine Regierungsmehrheit damit stets ein Stück Handlungs- und Gestaltungsfreiheit aufgibt: wir wollen diese Selbstbindung, weil es selbstverständlich werden muss, Abschied zu nehmen von einer Politik, die zu Lasten künftiger Generationen lebt.Wir setzen dabei – ohne der Debatte des Nachmittags vorgreifen zu wollen – auf einen Erfolg der Föderalismuskommission II und unterstützen den Herrn Ministerpräsidenten dabei, auf dieser Basis zu einer eindeutigen, wirksamen und verlässlichen verfassungsrechtliche Regelung zu kommen. Aber wir wollen auch keinen Zweifel daran lassen, dass wir eine eigenständige baden-württembergische Regelung zur Schuldenbegrenzung in der Landesverfassung anstreben, falls die Föderalismuskommission II zu keinen oder nur unzureichenden Ergebnissen kommen sollte.

Erträge aus Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke zur Stärkung erneuerbarer Energien einsetzen – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, erklärt zu Medienberichten, in denen er sich zu energiepolitischen Fragen äußert: „Sollte der Eindruck entstanden sein, dass ich nicht voll hinter den Beschlüssen der baden-württembergischen FDP und der baden-württembergischen Koalitionsvereinbarung stehe, fühle ich mich falsch interpretiert. Ich wollte durch meine Äußerungen nur die Sorgen vieler Menschen aufnehmen, die aufgrund der Vorkommnisse um die Schachtanlage Asse entstanden sind.

Der Beschluss des Landeshauptausschusses der FDP vom Frühjahr dieses Jahres entspricht auf ganzer Linie meiner Meinung über den künftigen Umgang mit Kernenergie und den erneuerbaren Energien. So bin ich für eine Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke. Die derzeit festgelegten Restlaufzeiten der vier baden-württembergischen Kernkraftwerke lassen sich nicht in Einklang bringen mit den Zielen einer sicheren, klimaverträglichen, eigenständigen und wirtschaftlichen Energieversorgung.Auch aus meiner Sicht ist Kernenergie eine Übergangstechnologie. Ob es langfristig ge-lingt, eine vollständige Deckung des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien zu erreichen, kann heute noch nicht eingeschätzt werden. Daher ist es notwendig, dass Deutschland auch an der weltweiten kerntechnischen Forschung weiterhin teilnimmt. Weiter unterstütze ich voll die in der Koalitionsvereinbarung festgelegte Absicht und lege Wert darauf, mit den Betreibern von Kernkraftwerken eine rechtlich verbindliche Vereinbarung zu schließen, in der sich diese freiwillig verpflichten, mindestens 50 Prozent der wirtschaftlichen Erträge aus einer Laufzeitverlängerung zur Erforschung, Markteinführung und Herstellung der Marktreife von erneuerbaren Energien zur Verfügung zu stellen. Um diesen Teil unserer Beschlusslage nicht in der öffentlichen Diskussion untergehen zu lassen, habe ich Verständnis für kritische Nachfragen auch innerhalb unserer Fraktion geäußert.“

Gericht stellt Existenz vernichtende Wirkung für Wirte von Einraumkneipen fest – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, hat die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts begrüßt. Die Verfassungsrichter hätten die ursprüngliche Linie der FDP/DVP-Landtagsfraktion im Gesetzgebungsverfahren zum Schutz der Nichtraucher in Gaststätten und Diskotheken in vollem Umfang bestätigt. Diese war leider mit dem Koalitionspartner nicht umsetzbar. Der massive Eingriff in die Berufsfreiheit von Gastronomen bis hin zur Existenzgefährdung wurde höchstrichterlich als unverhältnismäßig festgestellt:

Wenn Gaststätten kleiner als 75 Quadratmeter sind und keine zubereiteten Speisen anbieten, darf ab sofort der Wirt entscheiden, ob seine Gäste rauchen dürfen oder nicht. Voraussetzung ist, dass der Wirt vor dem Lokal eine entsprechende Kennzeichnung anbringt und Minderjährige keinen Zutritt haben. Nach den Worten von Noll gilt es nun, das verfassungswidrige Gesetz durch eine Neuregelung zu ersetzen, die dem Gesundheitsschutz einerseits und der Berufsfreiheit andererseits Rechnung trägt. Ein absolutes Rauchverbot in gastronomischen Betrieben werde es mit der FDP/DVP-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg nicht geben. Darüber habe mit dem Koalitionspartner in der Vergangenheit auch immer Einigkeit bestanden. „Eine Neuregelung sollte sich in unseren Augen an denen vom Verfassungsgericht vorgegebenen Übergangsregelungen orientieren“, so Noll.

– Anlässlich der bevorstehenden Halbzeit der Legislaturperiode stellte die Spitze der Südwestliberalen am heutigen Freitag ihre Bilanz der Öffentlichkeit vor. Die Landesvorsitzende der baden-württembergischen FDP/DVP, Birgit Homburger, der stellvertretende Ministerpräsident und Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll, der Fraktionsvorsitzende im baden-württembergischen Landtag, Dr. Ulrich Noll, und der Wirtschaftsminister Ernst Pfister zogen bei einer Pressekonferenz ein überaus positives Fazit.

„Versprochen – beschlossen – gehalten: Wir stehen nachweislich für diesen Mechanismus ehrlicher Politik!“ – so die Landesvorsitzende der FDP am Beginn ihrer Erläuterungen. Birgit Homburger legte mit ihren Kollegen aus der Partei eine umfangreiche Bilanz vor. Sie erklärte weiter: „Die gute Halbzeitbilanz der Landesregierung in Baden-Württemberg zeigt vor allem im Vergleich mit der schwarz-roten Stillstandskoalition in Berlin: Die FDP macht den Unterschied! Durch unsere klare und entschlossene Politik waren und sind wir der Motor in dieser Koalition. Die erste Hälfte der Legislaturperiode liegt fast hinter uns. Die FDP ist in einer Parteienlandschaft, die fast schon beliebig laviert, zur Partei mit dem klarsten Programm und dem klarsten Profil geworden. Die Bürgerinnen und Bürger können sich darauf verlassen, dass wir auch weiterhin der Garant für einen zuverlässigen Kurs bleiben. Dank uns ist das Land nicht an der kurzen Leine der schwarz-roten Koalition.“ Der baden-württembergische Justizminister und stellvertretende Vorsitzende der Landes-FDP, Prof. Dr. Ulrich Goll, erklärte: „Unsere Leistungsbilanz kann sich sehen lassen. Die Bürgerinnen und Bürger wissen, dass wir für eine Politik mit Augenmaß stehen. „Viel hilft viel“ war noch nie unsere Devise. Wenn andere fast schon reflexartig nach immer neuen Verboten und immer neuen Überwachungsmaßnahmen rufen, ist es allein die FDP, die die Freiheit der Menschen und die Bürgerrechte aktiv verteidigt und unseren Rechtstaat mit wacher Vernunft sinnvoll weiterentwickelt.“ Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, erklärte: „Wir stehen vor umfassenden Veränderungen und Herausforderungen in Gesellschaft und Staat. Die funktionierende Koalition in Baden-Württemberg zeigt deutlich, dass wir Liberale den Angstmachern in allen anderen Parteien eine Politik entgegensetzen, die Mut macht, die Freiheit zu nutzen und für sich selber und andere Verantwortung zu übernehmen. Wir gestalten Politik, die nahe an den Anliegen der Bürgerinnen und Bürgern ist und nie den Blick für die wichtigen Weichenstellungen für die Zukunft verliert.“

FDP sieht in den neuen Strukturen auch nach der Evaluation einen großen Wurf – „Trotz aller kritischen Stimmen war und ist diese Reform ein Erfolg“, erklärte der in-nenpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion in der Landtagsdebatte über die Wei-terentwicklung der Verwaltungsstrukturreform. „Wir haben den Verwaltungsaufbau bereinigt, die Zahl der Sonderbehörden kräftig reduziert und es vor allem den Bürge-rinnen und Bürgern den Umgang mit den Behören einfacher gemacht“, stellte Kluck fest. Die Bereitschaft zum Nachbessern der Reform wertete er als Beleg dafür, „wie offen und modernisierungsbereit unser Land die Sache angeht.“

Dass Baden-Württemberg diesen wichtigen Schritt zu einer einräumigen Verwaltung gewagt habe, werde allgemein anerkannt. Der Urvater der Verwaltungsreform, Prof. Dr. Joachim Jens Hesse, bescheinige dem Land eine ungewöhnliche Modernisie-rungsbereitschaft. Die FDP/DVP-Fraktion teile seine Meinung: „Nach Baden-Württemberg kommt lange nichts und dann mit Niedersachsen ein weiteres gelb-schwarz regiertes Bundesland.“ Kluck zitierte die Verwaltungswissenschaftler Prof. Dr. Jörg Bogumil und Falk Ebinger von der Ruhr-Universität in Bochum, von denen die Verwaltungsstrukturreform in Baden-Württemberg als „großer Wurf“ bezeichnet worden sei. In die Reform seien über 450 Behörden und Ämter einbezogen worden, von welchen über 350 abgebaut, zusammengelegt oder eingegliedert wurden. Von den Maßnahmen seien 20 000 Beschäftigte betroffen. Gemessen am Ausmaß dieser Reform habe der Übergang des Personals wie auch der Aufgaben überraschend gut funktioniert. Die vorgesehenen Veränderungen bei der Schul-, Vermessungs-, Flurneuordnungs- und Forstverwaltung sieht Kluck teilweise kritisch. „Der Kultusminister hat nun bald seine Schulämter wieder“, sagte er, „wir sind gespannt darauf, ob sie besser funktio-nieren als in der Obhut der Landräte“. Die enge Zusammenarbeit der Schulverwal-tung mit den Jugend-, Sozial- und Gesundheitsämtern müsse weitergehen. Bei Ver-messung und Flurneuordnung werde die FDP darauf achten, dass man sich dem angestrebten Privatisierungsziel von 80 Prozent bei den operativen Vermessungs-aufgaben nähere. Wichtig sei und bleibe den Liberalen das Einheitsforstamt. Gerade nach den bayerischen Erfahrungen wollen wir bei uns keine Monopole bei der Holz-vermarktung.Dank sagte Kluck allen Bediensteten, „die nach den jetzt anstehenden Änderungen hoffentlich bald wieder in Ruhe schaffen können“. Sie könnten das in dem Bewusst-sein tun, bundesweit dafür Anerkennung einzuheimsen.

Schulen bekommen Recht auf Budgets für Personalmittel – Mehr Selbstständigkeit – In einer Landtagsdebatte über die Regierungserklärung des Ministerpräsidenten zur „Quali-tätsoffensive Bildung“ sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll unter anderem (es gilt das gesprochene Wort):

„Vor wenigen Wochen wurde ich persönlich für meine Forderung „Mehr Geld für die Bildung in die Hand zu nehmen“ heftig kritisiert, nicht zuletzt von Ministerpräsident Oettinger. Umso dankbarer bin ich für das rasche Handeln: Durch die reichlich sprudelnden Steuermehreinnahmen sind wir in der Lage, ohne neue Schulden, die finanzielle Basis für die wichtigste Investition zu schaffen, nämlich in die Zukunftschancen unserer Kinder und Jugendlichen. Im Focus der öffentlichen Diskussion stehen mir derzeit zu sehr die nackten Zahlen, zu wenig das Gesamtkonzept, das auf mehr Qualität und mehr Möglichkeiten des individuellen Förderns aller Kinder setzt – sowohl der Leistungsstarken als auch der Leistungsschwächeren. Mehr individuelle Förderung braucht eine Verstärkung des Personaleinsatzes. Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um klassische Lehrerstellen, sondern auch um die eigenverantwortliche Entscheidung der Schulen vor Ort, mit welchem Personal dies am besten umgesetzt wird. Die von uns schon im Koalitionsvertrag geforderte Möglichkeit, den Schulen „Mittel statt Stellen“ zuzuweisen konnten wir jetzt im Rahmen der Bildungsoffensive als „Recht zur Budgetierung von Personalmitteln und damit Umwandlung von Stellen in Mittel durch die einzelne Schule“ verankern. Ihre Aufmerksamkeit möchte ich auch darauf lenken, was sich beim Klassenteiler hinter dem Satz „die Schulen bewirtschaften die gemäß Organisationserlass zugewiesenen Stunden eigenständig“ verbirgt: Der Schule bleibt es selbst überlassen, ob sie die zugewiesenen Mehr-Deputate dazu verwendet, Klassen tatsächlich zu teilen, oder innerhalb größerer Klassen mehr und differenziertere Arbeits- und Lerngruppen zu bilden. Der Klassenteiler ist also eine verlässliche rechnerische Größe, die mehr individuelles Fördern ermöglicht. Für mich ist es der liberale Erfolg, dass ein eigenes Kapitel aufgenommen wurde mit dem Titel: „Maßnahmen zur Stärkung der selbstständigen und selbstverantwortlichen Schule“. Dies ist der Schlüssel für Schulträger und Schulen vor Ort, sich auf den Weg zu mehr Individualität und Qualität zu begeben. Ein politisches Signal setzen wir auch durch die „Einrichtung einer Beratungsstelle … bei der Umsetzung selbstständiger Schulkonzepte“, das unserer Forderung entspricht, die Schulträger und Schulen vor Ort nicht wie bisher zu bremsen, sondern zu ermutigen und zu unterstützen, neue Wege zu gehen.Auch die Einbindung der Wirtschaft in regionale Bildungsnetzwerke entspricht unserer jahre-langen Forderung, dass Schule sich „öffnen“ muss! Wer solche neuen Konzepte, teilweise auch an neuen Standorten realisieren will, braucht neben pädagogischer auch organisatorische Kompetenz und Ressourcen – dem kommen wir mit den Aussagen zur Leitungsstruktur und Leitungszeit sowie Personal-Entwicklung nach. Für Seiteneinsteiger und die „Qualitäts-sicherer“ – als solche sehe ich die Evaluatoren – schaffen wir finanzielle Anreize. Wichtig ist uns auch die Aufnahme eines Verweises auf den Anspruch von Privatschulen, entsprechend dem „Bruttokostenmodell“ an den Verbesserungen im staatlichen Schulsystem teilzuhaben. Für die Hauptschulen ist sowohl was sie Qualität als auch was Standortfragen angeht, die Tür weit offen, vor Ort unterschiedliche Wege zu dem Ziel zu gehen, möglichst jedem Kind im Anschluss an die Grundschule die Perspektive auf einen Mittleren Bildungsabschluss zu bieten – und zwar ohne große Umwege. Schulträger und Schulen können bei künftigen Standort- und Schulart- Entscheidungen mehrere Wege gehen: – mehrzügige Hauptschulen mit Werk-Realschulabschluss – Kooperation und Verbund von Haupt- und Realschule (siehe Papier „Kooperation Hauptschule Realschule“ des Kultusministeriums)All diese Wege haben das Ziel, Kinder nicht schon am Ende der Grundschule auf den möglichen Schulabschluss festzulegen, sondern jedem Kind die Chance zu eröffnen im Lauf der Klassen 5 und 6 zu beweisen, zu welcher Leistung es befähigt ist. Ich kann mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass damit für einen Großteil der Schülerinnen und Schüler längeres gemeinsames Lernen möglich wird. Dass der gymnasiale Bereich davon ausgenommen ist, respektiere ich, da dessen Einbeziehung ohne umfassendere Form auch der gymnasialen Ausbildung derzeit nicht umsetzbar wäre. Noch ein Wort zum richtig verstandenen längeren gemeinsamen Lernen: Es setzt voraus, dass mehr individuelle Arbeits-, Leistungs- und Lerngruppen im Klassenverbund ermöglicht werden. Mit der Bildungsoffensive weiten wir die Ressourcen dafür deutlich aus. In der Standortdebatte halte ich für wichtig, dass die Mittel, die rein rechnerisch durch ei-ne Zusammenlegung frei würden, zu zwei Drittel bei den Schulen beziehungsweise den Schulträgern verbleiben. Sie sollen eingesetzt werden für Qualitätsverbesserungen im pädagogischen Bereich sowie für Mehrkosten, die dem Schulträger z.B. durch zusätzliche Schülerbeförderungskosten entstehen. Diese Anreize scheinen mir sinnvoller als das Schwadronieren über „Schließungsorgien“. Auf die Maßnahmen zur Verbesserung der frühen Förderung will ich nicht ausführlich eingehen, da Ihnen hoffentlich bewusst ist, dass die Sprachstandsdiagnosen und Sprachförderung, aber auch die bessere Qualifizierung von ErzieherInnen im Wesentlichen auf ständigen Druck von uns Liberalen hin umgesetzt werden.

Ulrich Noll und Martin Zeil: Kemptener Erklärung zur Wirtschaftsförderung – Eine Delegation der baden-württembergischen FDP/DVP-Landtagsfraktion – an der Spitze der Fraktionsvorsitzende Dr. Ulrich Noll sowie die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Michael Theurer und Dr. Friedrich Bullinger – stellte zusammen mit bayerischen FDP-Kollegen, darunter der bayerische FDP-Landtagsspitzenkandidat Martin Zeil, MdB, in Kempten die „Kemptener Erklärung zur Wirtschaftsförderung“ vor:

„Der Mittelstand ist das Fundament des Wohlstands und der Innovationskraft Baden-Württembergs und Bayerns. FDP-Wirtschaftspolitik ist deshalb vor allem Politik für den Mittelstand. Kleine und mittlere Unternehmen sind nicht nur Garant für die Wirt-schaftsstandorte Baden-Württemberg und Bayern, sondern auch für die Zukunft und Ausbildung junger Menschen. Diese Unternehmen schaffen und sichern die meisten Arbeitsplätze und tragen den Großteil der Steuerlast. Mit ihrem Fleiß und ihrer Qualität tragen sie maßgeblich zum Ansehen der beiden Länder bei.Entscheidung über Erbschaftssteuer auf LänderebeneDie schwarz-rote Bundesregierung plant eine drastische Erhöhung der Erbschaftssteuer und bringt damit viele Mittelständler sowie Familien mit Wohneigentum in Bayern und Baden-Württemberg in existenzielle Gefahr. Tausende von Arbeitsplätzen sind bedroht. Gerade im Süden der Republik sind Familienbetriebe eine wichtige Säule für wirtschaftliche Stabilität, allgemeinen Wohlstand und eine gerechte Ge-sellschaft. Die Erbschaftssteuer ist dagegen ungerecht, weil noch einmal versteuert werden muss, was im Leben schon mehrfach versteuert wurde.Die FDP-Landtagsfraktion Baden-Württemberg und FDP Bayern fordern deshalb: – Betriebe und Eigentum dürfen durch die schwarz-rote Erbschaftssteuerreform nicht zusätzlich belastet werden.- Die Entscheidung über die Erbschaftssteuer muss auf Länderebene stattfinden können.- Die Erbschaftssteuer soll in Baden-Württemberg und Bayern abgeschafft werden.Entlastung und Förderung des MittelstandesDie Liberalen in Baden-Württemberg und Bayern haben sich neben der Abschaffung der Erbschaftssteuer folgende weitere Ziele gesetzt:- Verbesserung der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften- Absenkung der Hürden für die Einstellung ausländischer Fachkräfte- Ablehnung von Mindestlöhnen- Intensivierung von überregionalen Infrastrukturmaßnahmen- Abbau bürokratischer Hemmnisse- Stärkung der Innovationsfähigkeit- Optimierung der UnternehmensbetreuungDie bayerische FDP will als „zukünftige Landtagsfraktion“ an die erfolgreichen Maßnahmen des baden-württembergischen Zukunftsprogramms Mittelstand anknüpfen und so die Wirtschaftskraft der südlichen Bundesländer erhalten.“

Fraktions-Forum mit Hans-Ulrich Rülke und Beate Fauser zu „Wirtschaft und Ethik“ – Trotz einer Arbeitslosigkeit von unter vier Prozent, einem beeindruckenden Wirtschaftswachstum, hervorragenden Exportgeschäften der deutschen Unternehmen scheinen immer mehr Menschen der sozialen Marktwirtschaft nicht mehr zu trauen. Hinzu kommen bei VW, Siemens oder Telekom Fehlentwicklungen, die bei wegfallenden Arbeitsplätzen dazu führen, dass vor allem Großunternehmen zunehmend in Misskredit gerieten.

Diese Ausführungen des wirtschaftspolitischen Sprechers der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, setzten den Rahmen für das „foyer liberal“, das im Landtag dieses Mal unter dem Titel „Wirtschaft und Ethik“ stand. Moderiert wurde das Diskussionsforum von Wolfgang Molitor, dem stellvertretenden Chefredakteur der Stuttgarter Nachrichten. Beate Fauser, die mittelstandspolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, zitierte in ihrer Begrüßung der Gäste Robert Bosch, der im Jahr 1921 festgestellt habe, dass „eine anständige Art der Geschäftsführung auf die Dauer das Einträglichste ist und die Geschäftswelt eine solche höher einschätzt, als man glauben sollte“.Dass wirtschaftliches Handeln und Ethik bei der rasanten Globalisierung der Märkte nach Meinung vieler Bürger nicht zusammenpassen, diese These hält Dr. Wolfgang Malchow, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor des Welt-Unternehmens Bosch, für falsch. Gerade Bosch, der schwäbische Riese, bringe mit anderen deutschen Weltmarktunternehmen soziale Standards und wachsenden Wohlstand in Länder wie Tschechien oder Litauen, die in früheren Jahren aufgrund des „eisernen Vorhangs von der Marktwirtschaft abgeschnitten waren“. Malchow nimmt wahr, dass sich in Ländern wie China eine tiefer werdende Kluft zwi-schen Arm und Reich auftut – „gleichzeitig stellen wir fest, dass viele unserer Mitarbeiter in China früher zu fünft in einem Zimmer aufwuchsen und heute eine Eigentumswohnung besitzen“. Vom ethischen Standpunkt aus betrachtet verhalte sich Bosch einwandfrei, weil in Deutschland nicht abgebaut, sondern zusätzliche 20.000 Arbeitsplätze aufgebaut wurden. Gabriele Siedle, Mitglied der Geschäftsführung der S. Siedle & Söhne Telefon- und Telegra-fenwerk oHG in Furtwangen, kritisierte das Verhalten von Managern, die bei hohen eigenen Gehältern Mitarbeiter entlassen, im sicheren Wissen, dass die Älteren keinen Arbeitsplatz mehr finden werden. Dies sei kein ethisches Handeln und für die Geschäftsführung von Siedle in Furtwangen, „wo wir uns sozial engagieren und offen in der Stadt leben“, unvorstellbar. Zur Frage von Moderator Wolfgang Molitor, ob kleinere Unternehmen „auf der ethisch sicheren Seite sind, weil sich bei ihnen Ethik rechnet“, sagte Gabriele Siedle: „Es kommt nicht auf die Größe an – Wirtschaft wird von Menschen gestaltet, und wenn sich alle Menschen an die Anstandsgebote hielten, bräuchten wir diese Diskussion nicht zu führen.“ Das Unternehmen Siedle, habe sich schon vor 50 Jahren Leitlinien gegeben, auf die auch alle zukünftigen Manager verpflichtet werden. Falk Schöller, Pfarrer und Studienleiter an der Evangelischen Akademie Bad Boll, sagte, dass in einer funktionierenden sozialen Marktwirtschaft Ethik implizit sei, denn hier gebe es fairen Wettbewerb „und kostengünstige Produkte, die sich die Menschen kaufen können“. Wenn es trotzdem zu Ungleichheiten komme, „muss es zu einem Ausgleich für die Armen kommen“. Es dürfe keinen Bereich geben, „der ohne Verantwortung für sich, den anderen gegenüber und vor Gott ist“. Dass sich Unternehmen in der dritten Welt niederließen, könne von Ethik geprägt sein, wenn sie soziale und ökologische Standards einhielten. So verarbeite Siemens in Indien kein Asbest, weil dies in Deutschland verboten sei. Mit Dr. Sebastian Wolf, Vorstandsmitglied von Transparency International Deutschland, war sich Schöller einig, dass Transparenz die „fundamentale Voraussetzung für das Funktionieren von Ethik ist“. Wolf sah auch Zeichen der Hoffnung am Horizont, als er aus dem Feld der Korruption von „gewissen Inseln“ berichtete, wo unter dem Dach der OECD (Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit) zwischen den Projektbeteiligten ein Nicht-Bestechungsübereinkommen ausgearbeitet wurde. Auch beim Bau des Berliner Flughafens hätten sich Auftraggeber und Firmen im Zusammenwirken mit der Stadt Berlin und Transparency International Deutschland auf einen Integritätspakt geeinigt.Hans Ilg, Pressesprecher

Zahlenspielereien und Personalspekulationen beenden – „Es ist gerade einmal vier Wochen her, dass mein Appell, mehr Geld für Bildung in die Hand zu nehmen, eher kritisch kommentiert wurde – mit der Bildungsoffensive sehe ich meine Forderung erfüllt“, sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll.

Er habe jedoch auch mehr Bildung fürs Geld gefordert. Der Schlüssel für einen Aufbruch zu mehr individueller Förderung und konzeptionellen Weiterentwicklungen vor Ort liegt für Noll im Recht der Schulen, grundsätzlich „Mittel statt Stellen“ in Anspruch zu nehmen. Dies betreffe im Übrigen auch die durch die Absenkung des Klassenteilers ermöglichte eigenverantwortliche Ressourcennutzung durch die Schulen vor Ort.„Dass uns der Aufbruch zu mehr Autonomie und Eigenverantwortung sehr wichtig ist, zeigt die Tatsache, dass unserer Anregung gefolgt wurde, eine Beratungsstelle einzurichten, die all diejenigen unterstützen soll, die sich auf den Weg zu mehr Autonomie und Eigenverantwortung machen wollen“, so Noll. Zum vorrangigen Ziel, jedem Kind nach der Grundschule die Perspektive auf einen mittleren Bildungsabschluss zu eröffnen, biete die Bildungsoffensive unterschiedliche Wege: von der zweizügigen Hauptschule mit Werkrealschule bis zur Kooperation von Haupt- und Realschule mit gemeinsamen Eingangsstufen. Die Entscheidung dar-über, ob ein Kind zum Hauptschul- oder zum mittleren Abschluss geführt werde, falle also künftig in aller Regel deutlich später als bisher — wenn man so wolle – nach längerem gemeinsamem Unterricht! Die zwischen Kultusminister Rau und den Regierungsfraktionen verabredete Bildungsoffensive biete den finanziellen Rahmen und die notwendige Flexibilität, um mit allen Beteiligten den Aufbruch zu „mehr Bildung fürs Geld“ zu starten. Noll: „ Wir von der FDP/DVP-Fraktion stehen einstimmig hinter Minister Rau und die-ser Bildungs-Offensive!“

Richard Drautz: Der deutsche Weinbau braucht im Gegensatz zur EU keine Reform – „Wir fordern eine klare Unterscheidung zwischen industrieller Weinproduktion und landwirtschaftlicher Weinbereitung. Innerhalb der Europäischen Union sollen weniger Mittel für Destillationsmaßnahmen und mehr Mittel für die Verbesserung der Erfassungs- und Vermarktungsstrukturen sowie die Verbraucherinformationen eingesetzt werden.“ Dies sagte die Landtagsabgeordnete Monika Chef, Sprecherin für Weinbau der FDP/DVP-Landtagsfraktion, auf einem Kongress der Liberalen zur EU-Weinmarktordnung im Stuttgarter Landtag.

Staatssekretär Richard Drautz sagte, zentrales Ziel einer Reform der EU-Weinmarktordnung „muss die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Weinbaus gegenüber Drittländern sein“. Allerdings, so Drautz, brauche der deutsche Weinbau im Gegensatz zur EU keine Reform. „Wenn Zustimmung unserereits gewünscht wird, dann kann dies nur geschehen, wenn keine Nachteile für den deutschen Weinbau entstehen.“Nach den Worten von Monika Chef ist Baden-Württemberg eines der großen Weinbauländer in Deutschland. Von einer Gesamtproduktion von neun Millionen Hektoliter Wein werden im Südwesten 2,3 Millionen Hektoliter produziert. Dabei sei die Zielrichtung eine konsequente Qualitätssteigerung und Verbesserung des Wettbewerbs im internationalen Vergleich. Die FDP/DVP-Landtagsfraktion kritisiert jedoch die von der EU-Kommission angestrebte Reform der EU-Weinmarktordnung. Die Kommission schlägt vor, mehr Mittel für die Rodung von Rebland zur Verfügung zu stellen, um damit Überschüsse, die hauptsächlich in den Mittelmeerländern produziert werden, zu beseitigen. „Damit wird die Situation auf dem EU-Weinmarkt keinesfalls verbessert“, sagte Chef. Es werde im Gegenteil ein System zementiert, das seit Jahren Ag-rarmittel in Millionenhöhe verschlingt. So produzierte die EU im Jahr 2005 einen Ü-berschuss von 27 Millionen Hektolitern, der zu Industriealkohol verarbeitet wurde. Die FDP/DVP-Landtagsfraktion fordert nach den Worten von Chef eine grundlegende und zukunftsfähige Reform der Weinmarktordnung und eine Nachverhandlung über die Einfuhr von Weinen aus Übersee.Einer der Gründe für die massive Überproduktion ist die verzerrte Wettbewerbssituation. So hat die EU vor allem bei den Handelverträgen mit den USA die so genannten fraktionierten Weine zugelassen. Diese werden mit Verfahren erzeugt, die in Deutschland eindeutig verboten sind – beispielsweise das Auflösen des Weins in seine Bestandteile. Versäumt wurde auch festzulegen, dass auf dem Weinetikett die fragwürdigen Verfahren zumindest beschrieben sind. „Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wie der Wein, den sie erworben haben, hergestellt ist – wir brauchen nicht nur Wahrheit im Wein, sondern auch auf dem Weinetikett“, so Chef. Der deutsche Weinbauverband habe dieses Weinabkommen zu Recht als Niederlage für die europäischen Winzer und Verbraucher bezeichnet.Die Gründe für die Weinüberschüsse seien neben den Wettbewerbsverzerrungen auch hausgemacht. Chef: „Vor allem die Weinbauregionen, die keine Qualitäts- und Marketingstrategien verfolgen und fast ausschließlich möglichst große Mengen pro-duzieren, erzeugen enorme Überschüsse, die wiederum mit EU-Mitteln beseitigt werden. Die Beihilfen der EU zur Anreicherung des Weines mit Mostkonzentraten haben zu einer zusätzlichen Produktionsausweitung geführt.“ So biete die Kommission jetzt an, weitere 2,4 Milliarden Euro für die Rodung von 400 000 Hektar Rebland zur Verfügung zu stellen. „Wenn jetzt die EU auf die offensiven Produktions- und Vermarktungsstrategien der Weinbauregionen in Übersee mit einer Ausweitung der Zuschüsse reagiere, ist dies der falsche Weg“, so Monika Chef. Die FDP/DVP-Landtagsfraktion fordert:• Weniger Bürokratie – das Weinrecht darf nicht noch komplizierter gestaltet werden als es ist. • Mehr Übertragung von Entscheidungskompetenzen von der nationalen auf die regionale Ebene. • Ziel einer Reform muss sein: Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Weinproduzenten zu verbessern, die Reputation der europäischen Qualitätsweine zu stärken und wieder Anteile auf den Weltmärkten zu gewinnen. Zu Gast auf dem Kongress der FDP/DVP-Landtagsfraktion waren neben den rund 180 Gästen aus der Weinmarktbranche auch zwei württembergische Weinköniginnen und zwei Prinzessinnen: die erste württembergische Weinkönigin Martha Knobloch, geb. Gohl und die amtierende Hohenloher Weinkönigin Katharina Bort mit den Prinzessinnen Larissa Kappeler und Lena Weibrecht. Es referierten Monika Chef, Dr. Konrad Rühl (Ministerium für Ernährung und Ländli-hen Raum), Dr. Erik Schweickert (Justus-Liebig-Universität/Forschungsanstalt Gei-senheim), Dr. Markus Klingler (Europäische Kommission), Präsident Gerhard Hurst (Badischer Weinbauernverband), Präsident Hermann Hohl (Weinbauernverband Württemberg) und Richard Drautz (Wirtschaftsministerium).

Gericht hat gemeinsam mit dem Koalitionspartner getroffene Entscheidung bestätigt – Der Fraktionsvorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion Dr. Ulrich Noll erklärte zum Urteil des Staatsgerichtshofs:

„Das Gericht hat unsere gemeinsam mit dem Koalitionspartner getroffene Entscheidung eindrucksvoll bestätigt. Die vom Koalitionspartner beauftragten Experten, insbesondere Prof. Dr. Paul Kirchhof, lagen in ihrer Einschätzung der Rechtslage richtig. Wir hatten auf diese Einschätzung vertraut. Und unser Vertrauen wurde nicht enttäuscht. Das Urteil ist ein wesentlicher Beitrag zur Abgrenzung der Gewalten in unserem Land. Es ist herausgestellt worden, dass es einen auch von Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen grundsätzlich nicht ausforschbaren Initiativ-, Beratungs- und Handlungsbereich der Exekutive gibt. Erst wenn das Regierungshandeln in ein konkretes Ergebnis mündet, kann das Parlament seiner Kontrollfunktion nachkommen. Das Urteil hilft uns bei unserer künftigen Arbeit. Das Recht zur Einsetzung von Untersuchungsausschüssen ist eines der zentralen Kontrollrechte des Parlaments, ein wichtiges Minderheitenrecht. Für die Zukunft ist die konkrete Ausgestaltung dieses Minderheitenrechts klar umrissen. Mit Blick auf die weiteren Gespräche über die Zukunft der infrage stehenden Kulturschätze und des Schlosses Salem bleibt abzuwarten, zu welchen Ergebnissen die von der Regierung eingesetzte Expertenkommission kommt.“ Hans Ilg, Pressesprecher

Stellvertretende Fraktionsvorsitzende „mit absoluter Verlässlichkeit und Fairness“ – „Das ist die Frau, die so manche Männerdomäne stürmt – beispielsweise den Fraktionsvorstand.“ Dies war eines der Komplimente, das der Fraktionsvorsitzende Dr. Ulrich Noll auf dem Geburtstagsempfang der FDP/DVP-Landtagsfraktion der stellver-tretenden Vorsitzenden und Parlamentarischen Geschäftsführerin Heiderose Berroth machte. Sie wurde dieser Tage 60 Jahre alt.

Viele Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Verbänden waren gekommen, um der Diplom-Kauffrau und Unternehmensberaterin aus Renningen (Wahlkreis Leonberg) zu gratulieren. Darunter der stellvertretende Ministerpräsident und Justizminister Professor Dr. Ulrich Goll, Finanzminister Gerhard Stratthaus, der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Mappus, die Stellvertretende Landtagspräsidentin Christa Vossschulte, Wirtschaftsstaatssekretär Richard Drautz, Kunststaatssekretär Dr. Dietrich Birk und Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (Ernährung und Ländlicher Raum).Nach den Worten von Ulrich Noll hält die bekennende „Familienfrau und Unternehmerin“ Heiderose Berroth nicht nur ihren Haushalt in Renningen in Ordnung, sondern als finanzpolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion auch den Landes-haushalt. Darüber hinaus ist sie Sprecherin für Sport und Kunst sowie Leiterin des Runden Tisches der Kunst.Noll nannte beispielhaft „drei Erfolge“, die für das erfolgreiche Wirken der Landtagsabgeordneten Berroth stehen: den Platzverweis, bei dem häusliche Gewalttäter aus der Wohnung verwiesen werden können, das Privatschulgesetz und die Umbenennung des früheren FDP-DPV-Fraktionssitzungssaal in Elly-Heuss-Knapp-Saal.Noll: „Heiderose Berroth hat ein Gespür für Themen, sie erkennt frühzeitig ihre Brisanz. Dabei kommt ihr eine Fähigkeit zustatten: Sie kann dicke Bretter bohren. Mit ihr haben wir eine stellvertretende Fraktionsvorsitzende mit absoluter Verlässlichkeit und Fairness.“Heiderose Berroth sagte, dieser Empfang der Landtagsfraktion sei ein großes Geschenk – genauso wie ihre kürzlich einstimmig erfolgte Wiederwahl als stellvertretende Fraktionsvorsitzende ein „Riesengeschenk“ war. Sie dankte ihrer „außerparlamentarischen Opposition – das ist meine Familie, die dafür sorgt, dass ich als Politikerin auf dem Boden bleibe.“Hans Ilg, Pressesprecher

FDP/DVP-Landtagsfraktion bestätigt gesamten Vorstand ohne Gegenstimmen – Die FDP/DVP-Landtagsfraktion hat ihren Fraktionsvorstand für weitere zwei Jahre bestätigt. Der amtierende Fraktionsvorsitzende Dr. Ulrich Noll erhielt alle Stimmen der 14 anwesenden Fraktionsmitglieder und ist damit einstimmig wiedergewählt.

Auch die stellvertretende Vorsitzende und Parlamentarische Geschäftsführerin Heiderose Berroth konnte 14 Stimmen auf sich vereinigen und ist damit einstimmig wiedergewählt. Der stellvertretende Vorsitzende Michael Theurer erhielt 13 Stimmen, bei einer Enthaltung. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Friedrich Bullinger wurde ebenso ohne Gegenstimme mit 13 Stimmen wieder-gewählt. Hans Ilg Pressesprecher

Wertschöpfung aus Forschungsergebnissen soll im Land bleiben – Die Gentechnik ist neben der Atomkraft der Lieblingsfeind der Grünen. Bereits vor 15 Jahren haben die Grünen vehement gegen die Anwendung der Gentechnik in der Medizin gekämpft. Heute ist Gentechnik auf diesem Gebiet völlig unbestritten. Selbst die Grünen akzeptieren, was sie 15 Jahre lang versucht haben, auszubremsen. In der Medizin werden völlig unbestritten Medikamente wie Insulin, Impfstoffe, Herzmedikamente hergestellt mit gentechnisch veränderten Organismen.

Doch während wir vor 15 Jahren in Deutschland und in Baden-Württemberg bei der Grund-lagenforschung weltweit an der Spitze lagen, werden heute die Impfstoffe und Medikamente außerhalb unseres Landes produziert. Die Industrie ist abgewandert, weil die Chancen der Gentechnik außerhalb von Deutschland höher bewertet wurden. Gleiches passiert auf dem Gebiet der Gentechnik im Pflanzenbereich. Dabei geht es nicht um schnittfestere Tomaten. Es geht um weniger Chemieeinsatz in der Landwirtschaft, es geht um eine ökologische Ver-besserung. Es geht um die Erhöhung der Produktion von nachwachsenden Rohstoffen. Es geht um die Schonung der Flächen und die Ernährung der Dritten Welt. Dabei ist die grüne Gentechnik allgegenwärtig. Enzyme wie Chymosin, Vitamine wie Vitamin C, B2, B12 und Aminosäuren werden mit gen-technisch veränderten Organismen produziert. Auf jedem Frühstückstisch ist Gentechnik dabei ob beim Käse oder im Obstsaft. 95 Prozent des in der Tierhaltung verfütterten Sojafut-ters ist gentechnisch verändert. In Baden-Württemberg enthielten 20 Prozent der in diesem Frühjahr kontrollierten Produkte Anteile von gentechnisch veränderten Produkten unter dem Schwellenwert der Kennzeichnung. Da ist es gerechtfertigt zu fragen, warum diskutieren wir noch über die Züchtungsmethode grüne Gentechnik? Wir als Liberale sind nicht zufrieden damit, dass wir in der genetischen Grundlagenforschung nach wie vor Spitze sind, die Anwendung der in unseren Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen entwickelten Erkenntnisse jedoch nahezu aus-schließlich über Importe in unser Land kommen. Wir wollen, dass die Wertschöpfung aus den Erkenntnissen unserer Grundlagenforschung bei uns geschieht und nicht in Kanada oder den USA. Wir wollen, dass Erkenntnisse, erarbeitet an unseren Universitäten, For-schungseinrichtungen und Unternehmen, zu neuen Arbeitsplätzen in Deutschland führen. Wir haben eine Bundesforschungsministerin, die in dieser Diskussion völlig abgetaucht ist und die berechtigten Belange von Wissenschaft und Forschung völlig vernachlässigt. Die angekündigte Novellierung des Gentechnikgesetzes steht bis heute noch aus. Baden-Württemberg hat die meisten wissensbasierten Arbeitsplätze in Deutschland. Technik und Forschung sind die Grundlage unseres Wohlstandes in Baden-Württemberg. Deutschland verliert Zeit und Kompetenz in dieser Schlüsseltechnologie. Anstatt stets neue Schauermärchen über die Gentechnik zu verbreiten, müssen wir endlich die Chancen sehen. Wir müssen auch im Bereich der Gentechnik, so wie unsere europäischen Nachbarn, die vor-handenen EU-Richtlinien 1 : 1 umsetzen und nicht, wie in vielen anderen Bereichen schon geschehen, noch zusätzliche Beschränkungen erlassen, die die Wettbewerbsfähigkeit unse-rer Wirtschaft schwächen. Natürlich sind wir für eine Kennzeichnungspflicht. Sie ist der Schlüssel zur Wahlfreiheit der Verbraucher und zur Koexistenz zu konventioneller Landwirtschaft, ökologischem Landbau und grüner Gentechnik. Natürlich brauchen wir Haftungsregelungen. Wir brauchen aber kei-ne Haftungsregelungen, die ausschließlich dazu dienen, die grüne Gentechnik von vorneherein unmöglich zu machen. Dies gilt auch für die Abstandsregelungen. Die Entscheidung, welche Abstände für eine Koexistenz notwendig sind, ist keine politische Entscheidung, sondern eine fachliche. Die Politik darf die Wissenschaft nicht weiter alleine lassen. Politik muss in die Zukunft schauen, führen und Perspektiven aufzeigen. Der Zug der Gentechnik ist nicht mehr aufzu-halten. Sämtliche Zerstörungen von Versuchsflächen werden dies nicht verhindern. Wir müssen bereits aus ökologischen Gründen die Forschung auf diesem Gebiet weiterführen. Durch rot-grün ist wertvolle Zeit verstrichen. Es wurden Chancen vertan. Diejenigen, die vor Jahren die rote Gentechnik bekämpft haben und bereits damals nicht den Kompass hatten für eine richtige Entscheidung, könnten heute nicht die Meinungsführerschaft im Bereich der Gentechnik für sich beanspruchen. Bei diesem schwierigen Thema ist nicht Ideologie, sondern Vernunft und Aufklärung angesagt. Hans Ilg, Pressesprecher

Aber: Keinen Schlussstrich bei Diskussion über NS-Regime ziehen – Die FDP/DVP-Landtagsfraktion akzeptiert die „seriös, nachdenklich und glaubwürdig vorgetragene Distanzierung und Entschuldigung des Ministerpräsidenten Günther Oettinger vor dem Landtag.“ Dies sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, in der Aktuellen Debatte mit dem Titel „Die geschichtsverfälschende Trauerrede des Ministerpräsidenten: Ihre Folgen für das Ansehen Baden-Württembergs und ihre Konsequenzen für die Landespolitik”.

 Nach den Worten von Noll muss in der Diskussion um den Ministerpräsidenten und seine Arbeit nun Schluss mit Rücktrittsforderungen sein. Noll: „Es darf aber niemals Schluss sein mit der Auseinandersetzung um die Frage, wie konnte es passieren, dass sich fast ein ganzes Volk schleichend in dieses Unrechtsregime hat einbinden lassen. Es gibt keinen Schlussstrich unter die Debatte über die Ereignisse des NS-Regimes – auch was einzelne Personen anbetrifft. Weiter sagte Noll: „Günther Oettinger hat einen Fehler eingestanden – und es ist auch Größe, Fehler einzugestehen. Er hat auch nicht versucht, Verantwortung auf Mitarbeiter oder andere zu schieben. Dafür, Herr Ministerpräsident, meinen Respekt.“ Auch das Thema Studienzentrum Weikersheim müsse Thema einer weiteren Aufarbeitung sein. Wer wie der Ministerpräsident formal Mitglied eines solches Kreises sei, müsse auch darauf achten, dass eine klare Distanzierung zwischen konservativem Gedankengut und den Rändern der rechten Szene stattfinde. Hans Ilg, Pressesprecher

Weitere Gespräche zwischen FDP und CDU über Fremdsprachkombinationen vereinbart – Die Einführung von Französisch als erster Pflichtfremdsprache an den Gymnasien der Rheinschiene ab dem nächsten Schuljahr „muss nicht für alle Zeiten so Bestand haben“. Dies sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, nach der Unterzeichnung der entsprechenden Verordnung durch den Kultusminister.

Nach den Worten von Noll sind weitere Gespräche in der Koalition vereinbart. Noll: „Die Position der FDP/DVP-Landtagsfraktion für die Gymnasien war und bleibt: Egal, ob im badischen oder württembergischen Landesteil, es sollen bezüglich der Sprachenfolge an Gymnasien alle seither gängigen Kombinationen möglich sein – und dies unabhängig von der Frage der Grundschulfremdsprache.“ Hans Ilg, Pressesprecher