Pressemitteilung

14.November 2025 - Digitalisierung / Schule
,

Fink-Trauschel: Änderung des Schulgesetzes bleibt hinter Ansprüchen zurück

Landesregierung verpasst Chance beim Ganztag, verschleppt Digitalstrategie und belastet Schulen mit unnötiger Bürokratie


Die erste Beratung des Gesetzentwurfs der Landesregierung – Gesetz zur Änderung schulgesetzlicher Regelungen (Drucksache17/9653) – kommentiert die Sprecherin für digitale Bildung der FDP/DVP-Fraktion, Alena Fink-Trauschel:

 

„Der Entwurf zur Änderung des Schulgesetzes verspricht vieles, hält aber entscheidenden Stellen zu wenig. Beim Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung lässt die grün-geführte Landesregierung eine große Chance ungenutzt: Die erstmals erwähnte Ferienbetreuung bleibt ohne Qualitätsstandards, klare Kriterien für rechtsanspruchserfüllende Angebote und ohne verlässliche Vorgaben zur flexiblen Anrechnung von Ferienfreizeiten und mehrtägigen Angeboten eine Hülle ohne Inhalt. Unverständlich ist zudem, dass die Kindertagespflege weiterhin außen vor bleibt, obwohl sie vielerorts dringend benötigte Flexibilität bieten könnte. Wir Freie Demokraten wollen aus einem formalen Anspruch ein qualitativ hochwertiges Angebot machen, das Kindern und Familien wirklich dient.

Auch im digitalen Bereich zeigt sich dasselbe Muster. Rechtssicherheit für Schulen bei der Nutzung digitaler Endgeräte ist richtig und überfällig, doch ohne ein landesweites Konzept für digitale Bildung bleibt alles Stückwerk. Das neue Pflichtfach Informatik und Medienbildung ersetzt weder Fortbildungen für Lehrkräfte noch die systematische Verankerung digitaler Kompetenzen in allen Fächern und erst recht nicht die notwendige technische Ausstattung. Bei der Schüler-ID gilt: Chancen ja, Überwachung nein. Eine solche Schüler-ID darf Bildungswege erleichtern, aber niemals Persönlichkeitsprofile erzeugen oder neue Bürokratie schaffen. Schulen sind keine Datenfabriken – sie brauchen Datensparsamkeit, klare Zweckbindung und echte Entlastung.

Auch die Qualitätsentwicklung muss Schulen stärken, statt sie unter Druck zu setzen. Die Weitergabe zentraler Erhebungen auf Klassenebene lehnen wir ab, weil sie Lehrkräfte unter Druck setzt, statt sie zu unterstützen. Wir fordern eine schlanke, zielgerichtete Evaluation, die den Schulen dient nicht allein der Statistik.

Insgesamt zeigt dieser Gesetzentwurf erneut: Gute Bildung entsteht nicht durch mehr Kontrolle und Bürokratie, sondern durch Freiheit, Verlässlichkeit und Qualität – genau das bleibt diese Landesregierung schuldig.“

 

Weitere Pressemitteilungen zum Thema

18.01.2022 - Posted in:Cybersicherheit/ Digitalisierung/ Justiz

Weinmann: Hasskriminalität im Netz muss mit aller Kraft bekämpft werden

13.01.2022 - Posted in:Digitalisierung/ Einzelhandel/ Energie/ Gesundheit/ Klimaschutz/ Migration/ Mittelstand und Handwerk

Rülke: Unsere Modernisierungsthemen gegen die grün-konservative Altväterkoalition

13.01.2022 - Posted in:Digitalisierung

Karrais: FDP/DVP-Fraktion beantragt Auschecken bei luca

11.01.2022 - Posted in:Frühkindliche Bildung/ Schule/ Sport

Birnstock: Der erste Schritt zur Wiederherstellung der Normalität für Kinder und Jugendliche ist getan

10.01.2022 - Posted in:Datenschutz/ Digitalisierung

Karrais: Landesregierung muss sicherstellen, dass Missbrauch der Luca-App nicht möglich ist

21.12.2021 - Posted in:Cybersicherheit/ Digitalisierung

Karrais: Cybersicherheit braucht Sachverstand statt vollmundiger Ankündigungen

20.12.2021 - Posted in:Schule

Kern: Lehr- und Schulleitungspersonal am absoluten Limit – es muss jetzt gehandelt werden

16.12.2021 - Posted in:Berufliche Bildung/ Frühkindliche Bildung/ Haushalt/ Schule

Kern: Nach zehnjähriger Regentschaft von Ministerpräsident Kretschmann ist unser Bildungshaus in gefährlicher Schieflage

15.12.2021 - Posted in:Breitbandausbau/ Cybersicherheit/ Digitalisierung/ Haushalt/ Kommunen/ Polizei/ Rettungswesen

Goll und Karrais: Strobl lässt Wertschätzung für Blaulichtorganisationen vermissen

14.12.2021 - Posted in:Schule

Kern: Bei der bildungspolitischen Bilanz der Landesregierung ist an ruhigen Schlaf nicht zu denken