In der aktuellen Debatte des Landtags über eine Zwischenlagerung von Castor-Behältern aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague am Kernkraftwerk Philippsburg kritisierte der energiepolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Andreas Glück, die Vorgehensweise der grün-roten Landesregierung scharf.

Der Vorstoß von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Umweltminister Franz Untersteller (beide Grüne), dem Bund ein Zwischenlager in Philippsburg anzubieten, sei ein „schlechter Treppenwitz“. Inhaltlich lasse sich darüber streiten, ob eine Zwischenlagerung der Castoren in Philippsburg richtig sei, oder ob eine zentrale Lösung besser wäre. „Definitiv falsch ist aber Ihre Politik des Überhört-Werdens“, sagte Glück. „Die Menschen in Philippsburg haben aus der Presse erfahren, dass weitere Castoren in ihre Stadt kommen sollen. Auch die Stadtverwaltung und der Landkreis haben dies aus der Presse erfahren.“ Grün-Rot sei mit dem Ziel angetreten, die Bürger künftig mehr zu beteiligen und bei wichtigen Entscheidungen mitzunehmen. Stattdessen zeige sie nun eine „Politik des Überhört-Werdens“. „Wenn Ihnen schon die Menschen vor Ort egal sind, dann sollten Sie wenigstens mit dem direkt betroffenen Unternehmen sprechen. Es ist ja nicht die Landesregierung, welche die Castoren zwischenlagern wird. Sie wollen ja die Castoren nicht im Keller der Villa Reitzenstein lagern. Dies müsste die EnBW als Betreiberin des Kraftwerks Philippsburg tun und dafür die Genehmigung beantragen. Doch auch mit der EnBW haben sie dies im Vorfeld nicht abgestimmt. Im Gegenteil: Die EnBW hat unmissverständlich erklärt, nur die Genehmigung für eine Zwischenlagerung von Abfällen aus Philippsburg selbst zu beantragen, nicht aber für die Abfälle Dritter.” Die EnBW sei keine Abteilung des Staatsministeriums, welcher der Ministerpräsident einfach Weisungen erteilen könne, sagte Glück: “Was machen Sie eigentlich, wenn die EnBW die Zwischenlagerung nicht beantragt so wie von Ihnen rausposaunt?” Erschwerend komme hinzu, dass das von der Bundesregierung angekündigte Gesamtkonzept für die Zwischenlagerung noch gar nicht vorliege, die Kostenfrage ungeklärt sei und Philippsburg weder technisch noch baulich die Voraussetzungen für eine Zwischenlagerung französischer Castoren aufweise. “Minister Untersteller hat es als Treppenwitz bezeichnet, dass jetzt ausgerechnet die Grünen bei der Rückholung der radioaktiven Abfälle aus La Hague vorpreschen. Dies ist richtig, aber es ist ein Treppenwitz, den Sie erzählen, Herr Untersteller.” Der Vorstoß der grün-roten Landesregierung sei keineswegs besonders verantwortungsbewusst, wie Minister Untersteller es darstelle, sagte Glück. “Vielmehr zeugt dieser Vorstoß von blindem Aktionismus, Populismus und einem Mangel an Sachkenntnis”, sagte Glück.

Zur Meldung, wonach sich die grün-rote Landesregierung auf einen Haushalt ohne neue Schulden ab dem Jahr 2016 geeinigt hat, sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Jetzt hat wohl selbst der Ministerpräsident gemerkt, dass ein weiteres Hinauszögern eines Haushalts ohne neue Schulden ab dem Jahr 2016 den Bürgern nicht mehr zuzumuten gewesen wäre. Die grün-rote Landesregierung, die von Steuermehreinnahmen förmlich zugeschüttet wird, eine sensationell niedrige Arbeitslosigkeit und blühende Konjunktur geschenkt bekommt, hätte sich endgültig bis auf die Knochen blamiert, hätte sie heute nicht den Kurs Richtung Netto-Null-Verschuldung eingeschlagen.

Der Grund der Verzögerungstaktik des von der Grünen-Fraktion gesteuerten Ministerpräsidenten liegt auch darin, dass man Finanzminister Schmid seinen Profilierungsversuch aufgrund des von gegenseitigem Misstrauen geprägten Klimas in der Regierungskoalition nicht gegönnt hat. Auch die grün-rote Mär eines von der schwarz-gelben Vorgängerregierung hinterlassenen strukturellen Defizits in Milliardenhöhe hat sich mit der heutigen Entscheidung der Landesregierung in Luft aufgelöst. Jetzt wird endlich der FDP-Vorschlag für einen Haushalt ohne neue Schulden ab dem Jahr 2016 und nicht erst wie von Grün-Rot ursprünglich ab 2020 geplant umgesetzt.“

Zur Aktuellen Debatte des Landtags „Kein umweltgefährdendes Fracking in Baden-Württemberg“ erklärte der energiepolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Andreas Glück:

„Wir wollen keine Umweltgefährdung durch Fracking in Baden-Württemberg oder anderswo. Genau so wenig wollen wir Fracking am Bodensee oder an irgendeiner anderen Stelle, wo Trinkwasser gefährdet würde“.

Dafür forderte Glück strengere Regeln, denn bis heute gebe es keine Verpflichtung zu Umweltverträglichkeitsprüfungen oder ein generelles Verbot von Fracking in Wasserschutzgebieten.

Warum ein generelles Verbot der unkonventionellen Gasförderung keine geeignete Maßnahme wäre, führte Glück aus: „Alle im Landtag vertretenen Fraktionen fordern moderne Gaskraftwerke. Das beinhaltet aber auch, dass wir Gas benötigen, um diese betreiben zu können. Unabhängig von der politischen Situation – der Ukrainekrise und dem Gasstreit mit Russland – können wir nicht davon ausgehen, dass russisches Gas umweltfreundlicher gefördert würde. Nur die Augen zu verschließen und so zu tun, als gäbe es kein Problem, weil das Problem anderswo besteht, ist scheinheilig“.

Ziel weiterer Forschung müsse eine unkonventionelle Gasförderung ohne Zugabe trinkwassergefährdender Stoffe sein und gerade hierzu gebe es interessante Ansätze.

„Fracking generell zu verbieten hilft hier also nicht, wir müssen genauer hinsehen und forschen. Höchste Priorität muss der Trinkwasserschutz haben, wichtige energiepolitische Fragestellungen können wir aber nicht immer automatisch hinten angestellt werden“, so Glück.

In einer Landtagsdebatte zur Großen Anfrage der FDP-Landtagsfraktion mit dem  Titel  „Verkehrsinfrastrukturfinanzierung“ (Drucksache 15/4283) sagte der verkehrspolitische Sprecher Jochen Haußmann:

„Es zeigt sich aus Sicht der FDP-Landtagsfraktion klar, dass wir zur Bewältigung der erheblichen Herausforderungen in der Verkehrsinfrastruktur eine Innovationskultur brauchen, die auf den Standbeinen Glaubwürdigkeit und Professionalität aufbaut. Zum einen müssen die baulichen Lücken und Defizite im Straßennetz geschlossen werden, zum anderen brauchen wir die ‚intelligente Straße‘, also umfassende Telematikdienste unter Wahrung des Datenschutzes. Die neuen Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und der Infrastruktur können nicht nur durch Unfallvermeidung Menschenleben retten, sie ermöglicht auch eine wesentliche Kapazitätssteigerung. Diese Aufgaben gilt es tatkräftig anzugehen. Unser Wohlstand beruht in weiten Teilen auf dem Verkehrssektor. Unsere weltweit bedeutenden Hersteller von Fahrzeugen und Zulieferteilen und auch alle anderen Unternehmen sind auf verlässliche Transportwege angewiesen. Der Verkehrsminister gefällt sich leider immer noch viel zu sehr in der Rolle als Ankündigungsminister und versucht, den Bund zu belehren. Dies hat er mit seiner Pressekonferenz zur Bundesratsinitiative einmal mehr unter Beweis gestellt. Wir haben erheblichen Finanzbedarf. Zu diesem Ergebnis kam auch die  Daehre- und Bodewig-Kommission. Jetzt müssen rasch Taten folgen. Die große Koalition im Bund leistet hier entschieden zu wenig. Von den erforderlichen rund sieben Milliarden werden nur 1,25 Milliarden Euro bereitgestellt. Deshalb brauchen wir rasch die Autobahn-Maut per Vignette als schnellen und unbürokratischen Einstieg. Was wir momentan in Bund und Land erleben, ist Stagnation in Fragen der Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Damit werden wir im globalisierten Wettbewerb an Wohlstand verlieren. Wir brauchen Wachstumspolitik statt Wellness-Politik, wie sie gerade in Form von Rentengeschenken Urstände feiert. Wie es besser geht, hat die FDP-Landtagsfraktion mit ihrer Mobilitätsoffensive Baden-Württemberg 2023 klar zu Papier gebracht.“

Zu den zögerlichen Äußerungen von Ministerpräsident Kretschmann über einen Haushalt ohne Neuverschuldung ab dem Jahr 2016 sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Es ist den Steuerzahlern gegenüber unverantwortlich, wie der grüne Ministerpräsident die Entscheidung, im Jahr 2016 im Landeshaushalt ohne neue Schulden auszukommen immer weiter hinauszögert. ‚Der Absicht stehe gar nichts entgegen‘, aber jetzt werde man in den nächsten Tagen zunächst einmal weiter mit dem Koalitionspartner verhandeln, so Kretschmann auf der Regierungspressekonferenz. Es ist beschämend, wenn der Ministerpräsident angesichts der hohen Steuereinnahmen und der haushaltsentlastenden Entscheidung des europäischen Gerichtshofs zur Beamten-Besoldung immer noch über angebliche Erblasten und strukturelle Defizite der schwarz-gelben Vorgängerregierung fabuliert, um sich aus seiner Verantwortung für das Wohl des Landes zu stehlen. Die FDP unterstützt Finanzminister Schmid (SPD), der einen Vorschlag der FDP-Landtagsfraktion zur Netto-Nullverschuldung ab 2016 umsetzen will.“

Zur Meldung, wonach der Karlsruher Energieversorger EnBW zunächst keine Genehmigung für die Einlagerung fremden Atommülls ins Zwischenlager in Philippsburg beantragen will, solange die Kostenfrage nicht geklärt ist, erklärte der energiepolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Andreas Glück:

„Es gibt bisher weder die erforderliche Genehmigung für eine Zwischenlagerung der Castoren in Philippsburg, noch die Absicht des Betreibers, eine solche Genehmigung zu beantragen. Die Finanzierungsfrage ist völlig offen und die Bundesregierung hat ihr angekündigtes Gesamtkonzept für die Castoren ebenfalls noch nicht vorgelegt. Bevor Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Umweltminister Franz Untersteller gegenüber Berlin ohne jede Rücksprache mit den Betroffenen irgendwelche Zusagen machen, hätten sie erst einmal das Gespräch mit der EnBW und der Stadt Philippsburg suchen müssen. Wieder einmal zeigt sich bei diesem voreiligen Aktionismus die grün-rote Politik des Überhört-Werdens und Übergehens.“

Aus Sicht des Vorsitzenden und finanzpolitischen Sprechers der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, steht schuldenfreien Landeshaushalten ab sofort nun wirklich nichts mehr entgegen. Auf Grund enormer Steuereinnahmen schaffe es nicht einmal mehr der grün-rote Verschwendungshaushalt, alles zu verplanen, was es dieser Regierung an Steuereinnahmen hineinregne. Mit dem Urteil des EuGH sei nun auch das letzte Alibi des Finanzministers für neue Schulden vom Tisch. “Ich fordere die Landesregierung auf, keinen einzigen Euro neue Schulden mehr in dieser Legislaturperiode zu machen!”, so Rülke wörtlich.

Zur Meldung wonach der Staatsgerichtshof das baden-württembergische Glücksspielgesetz teilweise für  verfassungswidrigerklärt hat,äußerte sich der innenpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Prof. Ulrich Goll:

„Die FDP-Landtagsfraktion sieht sich in ihrer Haltung zum Landesglücksspielgesetz bestätigt. Als einzige Fraktion lehnten wir das heute vom Staatsgerichtshof für teilweise verfassungswidrig erklärte Gesetz bereits im Gesetzgebungsverfahren geschlossen ab. Überraschen darf die gerichtliche Entscheidung vor allem im Regierungslager niemanden. Denn immer wieder haben wir in den Ausschüssen und im Plenum des Landtages auf die unverhältnismäßigen Eingriffe des grün-roten Glücksspielgesetzes in die Berufsfreiheit und die fehlenden Regelungen zum Zugriff auf die Spielersperrdatei hingewiesen. Der Datenschutz und die grundrechtlich geschützte Berufsfreiheit mussten hier aber offensichtlich grün-roter Ideologie weichen. Es ist gut, dass der Staatsgerichtshof dieser „der Zweck heiligt die Mittel“- Mentalität Paroli bietet.“

Zur Stellungnahme der Landesregierung auf den FDP-Antrag „Unentgeltliche Praktika im Kultusministerium“ sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Offensichtlich hat das Kultusministerium unmittelbar vor der Europa- und Kommunalwahl nur so getan, als ob man künftig Praktikanten entlohnen wolle. Nach heftiger öffentlicher Kritik beteuerte Kultusminister Stoch, künftig den eigenen Ansprüchen an „gute Arbeit“, wie es im Koalitionsvertrag der Landesregierung heißt, gerecht werden zu wollen. Fortan werden sowohl das Kultusministerium als auch das Wissenschaftsministerium „bei längerfristigen Praktika grundsätzlich eine Vergütung gewähren“, heißt es in der Antwort aus den Ministerien. Dieses Hintertürchen ist eine neue Wegmarke grün-roten Pharisäertums. Denn sowohl die Formulierung “grundsätzlich”, als auch die unbestimmte Einschränkung “langfristig” geben den Ministerien genug Spielraum, um weiter zu machen wie bisher.

Insgesamt wurden seit dem Regierungswechsel im Jahr 2011 bereits über 260 Praktikanten ohne Vergütung in den Ministerien eingesetzt. Dabei waren die Praktikumsplätze höchst ungleich verteilt. So werden etwa im Sozialministerium, im Ministerium für den ländlichen Raum und Verbraucherschutz und im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft lediglich Plätze für Pflichtpraktika im Rahmen von Ausbildung oder Studium vorgehalten, für die nur „unter bestimmten Voraussetzungen eine Vergütung vereinbart werden kann“. Das Justizministerium wie auch das Innenministerium wollen auch weiterhin „an ihrer Praxis, grundsätzlich keine Praktika anzubieten, festhalten“ und entziehen sich damit der Fragestellung. Eine besondere Stilblüte zeigt sich beim Wissenschaftsministerium. Dort wurde in 26 Fällen keine Vergütung an den Praktikanten gezahlt, gelegentlich aber aufgrund eines „Mehrwerts für die betreuende Organisationseinheit“ Fahrtkostenersatz gewährt. Für eine echte Vergütung reichte dieser Mehrwert jedoch auch bei den 5 Praktikanten offensichtlich nicht, die ihre Arbeitskraft länger als drei Monate zur Verfügung stellten.

Bezeichnend für das gesamte Ausmaß grün-roter Heuchelei ist, dass man keinen Zusammenhang zwischen der Mindestlohnfrage und der Entschädigung von Praktikanten erkennen will. Wer aber im Bund den ausnahmslosen Mindestlohn erzwingt und die Augen verschließt, wenn damit Arbeits- und Praktikumsplätze vernichtet werden, kann nicht im Land dutzende Praktikanten ohne Vergütung lassen, weil diese im Haushalt der Ministerien bisher nicht vorgesehen war. Es klafft eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei der Landesregierung, während Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) in Berlin jüngst erneut ein Abrücken vom Mindestlohn für Praktikanten ausgeschlossen hat. Sie wolle das Modell der ‚Generation Praktikum‘ beenden, kündigte die Ministerin an, damit ausgebildete oder studierte Praktikanten nicht mehr „monatelang für lau ausgenutzt“ werden. Diese Ambitionen scheint ihre hiesige Parteikollegin Altpeter jedoch nicht zu teilen.

Denn der größte Skandal sind die bislang 60 unbezahlten Praktikanten ausgerechnet im von Altpeter geführten Sozialministerium, verbunden mit der Ankündigung, genau so weiter zu machen wie bisher. Sozialministerin Altpeter offenbart die sozialdemokratische Moral – sie redet wie Mutter Theresa, handelt aber wie Margaret Thatcher.“

Zur Berichterstattung über die Probleme, die marode Straßen für die Wirtschaft im Land bedeuten, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann:

„Als wirtschaftlich starkes Land mit einem leistungsfähigen produzierenden Mittelstand muss klar sein: Die Unternehmen können ihren notwendigen Zulieferverkehr nicht über Fahrradwege abwickeln. Verkehrsminister Herrmann ist daher aufgerufen, die Prioritätensetzung in seinem Ministerium zu überprüfen. Für den Verkehr ist es egal, ob es sich um ein Bundes-, Landes- oder Gemeindeschlagloch handelt. Statt sich Streitereien über Zuständigkeiten und Finanzierungsmodelle mit dem Bund und den Gemeinden zu leisten, sollten Genehmigungsverfahren für Schwerlasttransporte und Bauprojekte beschleunigt und Mittel des Bundes auch tatsächlich abgerufen werden. Die Sanierung der Brücken muss endlich auch unter dem Aspekt gesehen werden, Umwege für den Lkw-Verkehr zu verhindern.“

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern, sagte zur Kritik der Realschulrektoren am Umgang der grün-roten Landesregierung mit der Realschule:

„Es ist Ausdruck ihres Verantwortungsbewusstseins, dass die Realschulrektoren mehrheitlich nicht dem enormen Druck der grün-roten Landesregierung nachgeben und das Erfolgsmodell „Realschule“ in eine Gemeinschaftsschule umwandeln wollen, denn diese hat den Beweis ihrer angeblichen pädagogischen Überlegenheit bislang nicht erbracht. Dabei haben die Realschulen nun mit am meisten mit den Folgen der überstürzten und unvorbereiteten Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung zu kämpfen und fordern zu Recht ein, dass die Landesregierung sie wenigstens im Nachhinein in den Stand setzt, die Schülerinnen und Schüler mit einer nun erheblich vergrößerten Bandbreite hinsichtlich ihrer Lernvoraussetzungen erfolgreich zu einem Schulabschluss führen zu können. Wäre Grün-Rot an gleichen Wettbewerbsbedingungen für die weiterführenden Schularten gelegen, würden die Koalitionspartner ihre Blockadehaltung gegen Schulverbünden von Werkrealschulen und Realschulen sowie gegen Hauptschulbildungsgänge an Realschulen und andere kreative Schulorganisationsformen aufgeben. Auf diese Weise aber wird der Gemeinschaftsschule stets der Vorwurf anhaften, sie verdanke ihre Existenz lediglich der massiven Bevorzugung durch die Regierung Kretschmann.“

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern, sagte zur Nachricht, dass für das Jahr 2020 rund 70 000 Schülerinnen und Schüler mehr erwartet würden, als bislang angenommen: „Auch ohne die neueste Schülerzahlenprognose war im Grunde stets offensichtlich, dass die grün-roten Pläne von 11 600 zu streichenden Lehrerstellen vollständig überzogen sind. In eine seriöse Berechnung müsste einbezogen werden, welcher zusätzliche Bedarf an Lehrerstellen durch bildungspolitische Ziele wie die Verbesserung der Unterrichtsversorgung, den Ganztagsausbau und die Einrichtung von Inklusionsangeboten entsteht. Nimmt man nur diese drei Ziele in die Berechnung mit auf, kommen wir Liberalen in einer groben vorsichtigen Schätzung lediglich auf ungefähr die Hälfte der von der Koalition zur Streichung angesetzten Lehrerstellen. Unserem Antrag auf eine fundierte Bedarfserhebung, die eigentlich selbstverständliche Grundlage einer seriösen Personalplanung ist, hat sich die Koalition stets verweigert. Zwar fordern die Grünen von Zeit zu Zeit den Kultusminister zu einer Bedarfserhebung im Bereich der Lehrerstellen auf, verhindern eine solche aber gleichzeitig, indem sie auf ihrer Zahl „11 600“ sitzen wie auf einem Schatzkästlein der Haushaltssanierung. Es ist höchste Zeit, dass die Koalition seriöse Personalplanung an die Stelle grünen Pharisäertums treten lässt.“

 

 

Aus Sicht des Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, führen Schwarze-Peter-Spiele von Schwarzen und Roten nicht weiter. Der Bürger will wissen, ob etwas gegen die steigende Einbruchskriminalität im Lande getan wird oder nicht. Insbesondere die SPD könne nicht die Verantwortung anderen zuschieben, wenn sie in Bund und Land in der Regierung sitze. Es sei höchste Zeit, dass Ministerpräsident Kretschmann seinen zunehmend überforderten Innenminister Gall an die Kandare nehme und selbst dafür sorge, dass der Einbruchskriminalität endlich wirksam begegnet werde.

 

 

Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, kritisiert die Pläne der Landesregierung zum Bildungsurlaub. Das Wirtschaftsministerium habe nun in der Antwort auf die Landtagsanfrage selbst eingestehen müssen, dass das geplante Gesetz so unnötig sei wie ein Kropf. Denn 61 Prozent der Betriebe in Südwesten eröffnen ihren Arbeitnehmer bereits die Möglichkeit zur freiwilligen Weiterbildung, eine den Unternehmen per Schablone übergestülpte staatliche Verordnung wirke klar kontraproduktiv. Nach Ansicht von Rülke handelt es sich um eine weitere Wohltat aus dem sozialpolitischen Füllhorn. “Mit solchen Maßnahmen macht die grün-rote Landesregierung die Wettbewerbsfähigkeit der Südwestwirtschaft systematisch kaputt”, so Rülke wörtlich.

Zur Berichterstattung über die Problematik der Armutsprostitution in Baden-Württemberg sagte der sozial- und frauenpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann:

„Prostitution wird nie ganz aus dem Schatten der Gesellschaft herauskommen. Das Elend vieler Frauen und Mädchen, die nach der Öffnung der Grenzen aus Osteuropa angelockt und ausgebeutet werden, darf jedoch gerade eine offene Gesellschaft nicht ruhen lassen. Es muss darum gehen, illegale Prostitution und Ausbeutung zu bekämpfen, ohne die Prostituierten zu bekämpfen. Die legalen Möglichkeiten zur staatlichen Überwachung, insbesondere im Bereich der Gesundheit, Hygiene und Gewährleistung menschenwürdiger Lebensumstände müssen voll wahrgenommen werden. Der Streit der grün-roten Landesregierung über eine Verbotspolitik mit der großen Moralkeule bringt den betroffenen Frauen wenig.

Jetzt rächt es sich, dass Grün und Rot vor der Bundestagswahl im Bundesrat die Muskeln spielen ließen und verhinderten, Prostitutionsbetriebe künftig der Gewerbeaufsicht zu unterstellen und Menschenhandel stärker zu bestrafen, wie es die CDU/FDP-Bundesregierung geplant hatte.“

Zum Verlauf der heutigen Sitzung des Untersuchungsausschusses Schlossgarten II zur Aufarbeitung der Vorfälle bei einer Demonstration von Stuttgart-21-Gegnern sagte der Obmann der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern:

„Mit der heutigen Ausschusssitzung können wir zufrieden sein. Die Zeugen haben unmissverständliche Aussagen geliefert. Erneut ist Grün-Rot damit gescheitert, die Polizei als eine willfährige Truppe darzustellen. Die Zeugen haben mutig, selbstbewusst und an der Sache orientiert festgestellt, dass es keine politische Einflussnahme auf polizeitaktisches Handeln gab. Und selbst wenn es sie gegeben hätte, so waren sich die Zeugen einig, hätte sich die Polizei nicht danach gerichtet, wenn es der eigenen Einschätzung ihrer notwendigen taktischen Maßnahmen nicht entspräche. Besser konnten die Zeugen das von Grün-Rot seit Wochen in der Öffentlichkeit    kreierte Bild einer durch die Politik verängstigten Polizei nicht widerlegen. Bei der Terminierung der Baumfällarbeiten herrschte bei der Polizei die Auffassung, dass ein früherer Termin sinnvoll sei. Auch hier kann die Argumentation von Grün-Rot nicht überzeugen.“

Der energiepolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Andreas Glück, kritisiert, dass das Land beim Ausbau der Windenergie zusehends in eine höchst fragwürdige Mehrfachrolle abgleitet. So trete das Land Baden-Württemberg bei vielen Windparks in unterschiedlicher Form gleichzeitig als Projektierer, Anlagen-Betreiber, Flächenverpächter und Berater der Genehmigungsbehörden in Erscheinung, was unweigerlich die Frage hervorrufe, inwieweit wirtschaftliche Interessen und öffentliche Schutzziele noch sauber voneinander getrennt würden.

Der Landesbetrieb Forst BW verpachtet Windkraftstellflächen. Die im August 2011 von der landeseigenen Landsiedlung Baden-Württemberg GmbH und der KWA Contracting AG gemeinsam gegründete Windenergie Baden-Württemberg GmbH (WEBW) errichtet Windparks. Darüber hinaus begleitet das Land gleichzeitig in Form der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) wie auch der Regierungspräsidien die Genehmigungsverfahren der Stadt- und Landkreise für Windräder mit der Bereitstellung von Daten und Beratungsleistungen. Glück beobachtet diese Gemengelage mit wachsender Sorge: „Die grün-rote Landesregierung muss endlich mit offenen Karten spielen. Formal mögen diese Beziehungen zwischen verschiedenen Unternehmen und Behörden des Landes nicht zu beanstanden sein, insgesamt hat das Ganze aber einen Geschmack von kubanischer Staatswirtschaft.“ Denn derartige Beziehungsgeflechte verschiedener Staatsbetriebe finde man sonst vornehmlich auf der kommunistischen Karibikinsel.

“Bei dieser Mehrfach-Rolle des Landes liegt der Verdacht einfach in der Luft, dass öffentliche Schutzziele und wirtschaftliche Eigeninteressen des Landes nicht mehr sauber und mit letzter Konsequenz voneinander getrennt werden. Die Frage, ob hier auf bestimmte Informationen und Entscheidungen nicht informeller Einfluss genommen wird, drängt sich bei dieser undurchsichtigen Gemengelage schlicht auf.“ Zurzeit treibt die WEBW sechs Windparkprojekte voran, unter anderem im Main-Tauber-Kreis, im Ostalbkreis, im Rems-Murr-Kreis, im Landkreis Heidenheim, im Landkreis Göppingen und in der Landeshauptstadt Stuttgart. Bei drei dieser Windparks sind Waldflächen der Forst BW einbezogen.

 

Zur Meldung, wonach Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nun plant, Industriebetriebe, die sich mit eigenen Kraftwerken selbst mit Strom versorgen, künftig mit 50 Prozent der Ökostrom-Umlage stärker zu belasten und mit Supermärkten, die Solarstrom zur Eigenversorgung beziehen, gleichzustellen, erklärte der energiepolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Andreas Glück:

„Ein schlechter Herrscher, der alle ungleich behandelt, wird nicht dadurch besser, dass er nun alle gleich schlecht behandelt. Es stellt sich bei diesen Plänen zur Ökostrom-Reform die Frage, wo eigentlich die CDU noch mitregiert. Wieder wird deutlich: Die FDP fehlt.“

Zu den Ankündigungen von Verkehrsminister Hermann, den Schienenverkehr im Land in Zukunft etappenweise auszuschreiben um den Wettbewerb zu stärken, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann:

„Die Ziele des Verkehrsministers sind aller Ehren wert, denn der Schienenverkehr im Land braucht dringend mehr Schub. Zu bezweifeln ist allerdings, ob durch die reinen Ankündigungen von Hermann die derzeitige Situation wirklich verbessert wird. Trotz des heute vom Verkehrsminister verkündeten Zielkonzepts steht jetzt schon fest, dass das Land frühestens im Jahr 2018 neue Verkehrsverträge abschließen kann. Wenn schon nicht einmal über einen Nachfolgevertrag verhandelt wird, müsste wenigstens eine Übergangsvereinbarung in die Wege geleitet werden. Sonst droht dem Land entweder Stillstand im Schienenpersonennahverkehr oder das Land ist der Bahn ausgeliefert.“

Zur Abschlusssitzung des von Ministerpräsident Kretschmann und Innenminister Gall organisierten Runden Tisches, der sich mit Alkoholkonsumverboten für den öffentlichen Raum befasste, sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Die FDP-Landtagsfraktion hält die bestehende Rechtslage zum Unterbinden von exzessiven Trinkgelagen in der Öffentlichkeit für ausreichend. So können die Behörden beispielsweise durch die Verhängung von Platzverweisen einschreiten. Auch lehnen wir Veränderungen bei den Sperrzeitregelungen strikt ab. Diese Pläne sind reiner Aktionismus, der Einfluss von Sperrzeiten auf Straftaten ist nicht erkennbar. Die FDP-Fraktion sieht weiter keine Notwendigkeit zur Schaffung einer Ermächtigungsgrundlage für die Ortspolizeibehörden zum Erlass von zeitlich und örtlich beschränkten Alkoholkonsumverboten an sogenannten örtlichen Problemlagen. Die bestehende Rechtslage muss lediglich durchgesetzt werden. Wir bleiben gegenüber den grün-roten Plänen weiter misstrauisch, denn sie  zielen auf die weitere Einschränkung der Freiheit der unbescholtenen Bürger ab.“

Zur Vorstellung des Verfassungsschutzberichts durch Innenminister Reinhold Gall und die Präsidentin des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg, Beate Bube, sagte der innen- und justizpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Prof. Dr. Ulrich Goll:

„Es ist erfreulich, dass die Zahl rechtsextremistisch motivierter Straftaten gesunken ist. Der Anstieg von Straftaten im Bereich des Linksextremismus darf indes nicht verharmlost werden. Denn Extremismus jeglicher Art ist eine Gefahr für unsere Demokratie – es gibt keine ‚guten‘ Extremisten. Weiter unverständlich ist es, dass Grün-Rot eine Bestandsaufnahme und die Entwicklung von Handlungsstrategien gegen alle Formen des Extremismus ablehnt und nur den Rechtsextremismus in einer Enquête untersuchen lassen will. Man muss nicht nur gegen Rechtsextremismus vorgehen – auch in der Auseinandersetzung mit religiös motiviertem und linkem Extremismus sollte sich Baden-Württemberg besser aufstellen.

Vor allem bei gewalttätigen Auseinandersetzungen anlässlich von Demonstrationen zeigt sich immer wieder, wie schnell Grundwerte unserer freiheitlichen Gesellschaft bedroht werden. Auch hier muss die Landesregierung deutlich breiter Position für Meinungs- und Versammlungsfreiheit beziehen.“

In einer Landtagsdebatte zum Nachtragshaushalt 2014 hat sich der Vorsitzende und finanzpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, erfreut darüber geäußert, dass sich nach Finanzminister Nils Schmid die gesamte Landes-SPD nun hinter einen Vorschlag stellt, den die FDP-Fraktion bereits im Sommer 2013 in den baden-württembergischen Landtag eingebracht hatte.

Nach Auffassung der FDP-Fraktion zeigten Rücklagen in Höhe von mittlerweile drei Milliarden Euro im Landeshaushalt, dass neue Schulden unnötig und eine Versündigung an folgenden Generationen seien. Die Nullneuverschuldung sei 2013 und 2014 genau so möglich wie 2008, 2009, 2011 und 2012. Lediglich eine „peloponnesische Haushaltsmentalität“ der Regierung Kretschmann führe zu neuen Schulden. Im Gegensatz zum Ministerpräsidenten habe dies aber nun immerhin der Finanzminister eingesehen. Gebetsmühlenartig habe Nils Schmid drei Jahre lang gepredigt, dass neue Schulden bis 2020 unumgänglich seien. Schuld daran trage die frühere Landesregierung mit Erblasten und strukturellen Defiziten. Aus heiterem Himmel habe Schmid nun zugegeben, dass alles Gerede von Erblasten und Strukturdefiziten erstunken und erlogen gewesen sei und von sich aus die Nullneuverschuldung ab 2016 angekündigt.

Das hätte Schmid bereits im Juli 2013 haben können. In der 74. Sitzung des 15. Landtags von Baden-Württemberg habe die grün-rote Landtagsmehrheit am 17. Juli 2013 einen entsprechenden Gesetzentwurf der FDP-Fraktion abgelehnt. „Wir haben Ihnen einen Kompromiss angeboten. Den wollten Sie nicht. Jetzt kommen Sie selber damit“, so Rülke wörtlich. Staatssekretär Rust habe damals ausweislich des Plenarprotokolls erklärt: „Ich würde mich wirklich gern mit Ihnen vier Stunden zusammensetzen…und dann tauschen wir uns ganz sachlich in einem klassischen Disput über die Zahlen aus.“ Dazu Rülke: „Ich nehme an, Herr Staatssekretär, Sie haben sich diese vier Stunden Zeit genommen und  am Ende auch ohne meine Hilfe kapiert, dass es geht. Denn mittlerweile sind Sie ja wohl auch der Meinung Ihres Ministers, sonst müssten Sie auf der Stelle die Konsequenzen ziehen“, so Rülke an die Adresse von Staatssekretär Rust.

Bemerkenswert seien auch die Ausführungen des finanzpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion Klaus Maier gewesen: „Der vorliegende Gesetzentwurf der FDP-Fraktion …sieht vor, das strukturelle Defizit bis 2016 abzubauen…das bedeutet also eine Verschärfung um etwa zwei Milliarden Euro. Ein Abbau des strukturellen Defizits in Höhe von 2,5 Milliarden Euro ist bis Ende 2016 bei realistischer Betrachtung nicht möglich, es sei denn, man möchte den Landeshaushalt ohne Rücksicht auf Verluste kaputtsparen.“ An die Adresse des Abgeordneten Maier fragte Rülke: „Herr Maier, wir würden gerne von Ihnen wissen, ob jetzt Ihr Finanzminister des Haushalt kaputtspart, oder ob Sie vor elf Monaten von diesem Rednerpult aus Unsinn verzapft haben? Eine dritte Möglichkeit gibt es nämlich nicht!“

Eine interessante These habe bei dieser Sitzung auch die finanzpolitische Sprecherin der Grünen, Muhterem Aras vertreten: „Wenn Sie das durchziehen wollen, dann müssten Sie, allein um 50 Prozent Ihrer Sparmaßnahmen über das Personal abzudecken, sofort und auf Dauer 4000 Stellen streichen.“ An Aras‘ Adresse fragte Rülke: „Bei Ihnen, Frau Aras, gibt es sogar drei Möglichkeiten: Es werden 4000 Stellen gestrichen oder der Finanzminister redet Unsinn, oder Sie haben Unsinn geredet. Auch von Ihnen würden wir gerne wissen, für welche Variante Sie sich entscheiden.“

Nach den Worten von Rülke werde immer deutlicher, dass die grün-rote Landesregierung in Steuereinnahmen schwimme. Man könne aber nicht haushalten und wolle zudem Milliarden für einen Volksbeglückungswahlkampf im Jahre 2016 bunkern. Finanzminister Schmid habe wenigstens einen Restfunken an Anstand im Leib und räume nun ein, dass neue Schulden im Jahre 2016 wirklich niemandem mehr zu vermitteln wären. Er hoffe sehr, dass die „grünen Hellenen“ dies möglichst bald auch einsehen. Das einfachste wäre gewesen, den Gesetzentwurf der FDP bereits im Juli 2013 zu beschließen. Man habe ja jetzt eingesehen, dass die FDP-Landtagsfraktion damals richtig lag.

 

In einer aktuellen Debatte mit dem Titel „Das Pflegestärkungsgesetz – ein erster Schritt, um gute Pflege zu sichern, gute Arbeit für Pflegekräfte zu ermöglichen und die Pflegeinfrastruktur auszubauen“ sagte der sozialpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann:

„Man muss sich die Augen reiben, dass die SPD hier einen Gesetzesentwurf des CDU-Bundesministers Gröhe als große Errungenschaft in Baden-Württemberg feiern will. Das zu erwartende große Pfingstwunder bleibt aber aus, beim ‚Pflegestärkungsgesetz‘ handelt es sich lediglich um einen kleinen Wurf. Die Beitragserhöhung führt jetzt zu einer Mehrbelastung von bis zu 3,6 Milliarden und bis 2017 sogar zu rund sechs Milliarden Euro bei den Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Das hat aber nur leichte Leistungserhöhungen zur Folge. Wichtige Bereiche bleiben ausgeblendet. Entbürokratisierung? – Fehlanzeige. Neuregelung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs? – Fehlanzeige und auf später vertagt. Sicherung des Systems durch Stärkung der privaten Vorsorge? – Fehlanzeige.

Dabei zeigt sich schon jetzt, dass der Anfang in diese Richtung mit der Bezuschussung der privaten Vorsorge, die seinerzeit der FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr eingeleitet hat, viel leistungsfähiger ist als der staatliche Vorsorgefonds. Bei den Herausforderungen der ambulanten Pflegedienste oder angesichts der Kritik beim kürzlich beschlossenen Wohn- und Teilhabe- und Pflegegesetz bleibt die Landesregierung untätig. Der Umgang der Bundesregierung mit dem Griff in die Rentenkasse und der Verweigerung einer möglichen Beitragssenkung zeigt: Generationengerechtigkeit sieht anders aus. Wir sollten uns in Baden-Württemberg um die Dinge im Land kümmern und nicht um kleine Schritte auf Bundesebene. Dafür ist die Enquetekommission des Landtags zur Pflege ein guter Ansatz.“

In einer Landtagsdebatte zur Änderung des Schulgesetzes sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern 

„Die von Grün-Rot behauptete Wahlfreiheit bei dem vorliegenden Gesetzesentwurf dürfte ungefähr so viel mit einer echten Wahlfreiheit zu tun haben, wie der sprichwörtliche Wolf im Schafspelz ein echtes Schaf ist. Doch den Ausbau der Ganztagsschulen gilt es beherzt anzugehen. Das ist der Grund, warum die FDP-Fraktion bereits im vergangenen Jahr einen Gesetzentwurf zur Verankerung der Ganztagsschule im Schulgesetz vorgelegt hat. Nachdem unser Gesetzesentwurf allseits und anfänglich auch von den Regierungsfraktionen begrüßt wurde, hielten ihn die Grünen dann doch für zu freiheitlich. Dabei hätte er bis Ende der Legislatur allen Schulen ermöglicht, offene Ganztagsschulen zu werden, ohne Zustimmungsvorbehalt der Schulaufsichtsbehörde und frei ausgestaltet, entsprechend der örtlichen Bedarfslage.

Wenn man den grün-roten Gesetzentwurf liest, wird klar, warum die Grünen damals ihr Veto einlegten: sie konnten der Versuchung nicht widerstehen, den Bürgerinnen und Bürger die Ganztagsschulform überzustülpen, die man sich in Regierungskreisen als die allein seligmachende vorstellt: die verpflichtende Ganztagsschule für alle.

Damit nachher, ähnlich wie bei der Gemeinschaftsschule, gesagt werden kann, die Menschen hätten sich aus freien Stücken dafür entschieden, werden mehrere Modelle zur Alternative gestellt. Da aber die verpflichtende Ganztagsschule mit den meisten Ressourcen ausgestattet ist, wird alles in die gewünschte Richtung rutschen, wie auf einer schiefen Ebene.

Wer sich gegen die Gesetze der Schwerkraft stemmt, dem hilft die Schulverwaltung in Beratungsgesprächen nach. Schließlich hat die Verwaltung das letzte Wort. Die Regierung hat keinen Zweifel daran gelassen, dass Rhythmisierung und verpflichtender Ganztag die alleinige Zielvorstellung ist. Sie geht dabei nach dem Motto vor: Mit viel Bürokratie zur grün-roten Zwangsbeglückung mit einer einheitlichen Pflicht-Ganztagesschule.

Dies ist der Unterschied zwischen Grün-Rot und der FDP: Grün-Rot will Zwangsbeglückung, gibt vor zu wissen, was für andere gut ist. Wir aber wollen Angebote, die die Menschen wahrnehmen können, wenn Sie wollen, die sie aber nicht annehmen müssen!

‚Der Sinn von Politik ist Freiheit!‘ Diesem Satz von Hannah Arendt ist vollumfänglich zuzustimmen.

Es gibt beim grün-roten Gesetzesentwurf aber noch eine weitere schiefe Ebene zu beklagen. Herr Minister Stoch hat durch sein unbegründetes Vorgehen in zwei Schritten bei den Kooperationsvereinbarungen mit den außerschulischen Partnern diese Schieflage verursacht. Dass er die Sprinter des Sports rund zwei Monate früher starten ließ als die Musiker, Künstler, kirchlichen Jugendarbeiter und andere Institutionen, lässt sich gerade einem Sportbegeisterten schwer erklären. Im Sport wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen kommt es den Liberalen immer auf gleiche Chancen und insbesondere auch auf gleiche Startbedingungen an. Die FDP-Fraktion begrüßt, dass der Minister spät, aber immerhin jetzt die Kurve genommen und die zweite Kooperationsvereinbarung zustande gebracht hat. An der Zusammenarbeit mit den außerschulischen Partnern und deren Engagement entscheidet sich wesentlich, ob eine Schule in die sie umgebende Gesellschaft eingebunden bleibt oder als ein monolithischer Block dasteht.

Mit Blick auf den Gesetzentwurf insgesamt stellt sich die Frage, warum die grün-rote Landesregierung zwei so wichtige bildungspolitische Anliegen in ein Gesetzespaket schnürt. Nach Auffassung der FDP-Fraktion hätte sowohl die Ganztagsschule als auch die geänderte Schulverfassung jeweils eine eigenständige parlamentarische Behandlung verdient. Es steht zu vermuten, dass heute ein ängstlicher Versuch gewagt wird, eine vollmundig angekündigte, aber dann doch enttäuschend mickrig ausgefallene Reform schamvoll im Schatten des Großthemas Ganztagsschule zu verstecken. Im grün-roten Koalitionsvertrag heißt es: ‚Wir wollen das Berufsbild Schulleitung entlang seiner veränderten Anforderungen weiterentwickeln. Des Weiteren gilt es, das Verfahren zur Besetzung von Schulleitungsstellen neu zu gestalten. Ziel ist es, der Schulkonferenz und dem Schulträger mehr Mitentscheidungskompetenz zu übertragen.‘

Es ist also schon so weit mit der grün-roten Bildungspolitik gekommen, dass ein Oppositionspolitiker Mut zusprechen muss, dass Sie sich auf Ihre eigenen Vorsätze aus dem Koalitionsvertrag zurückbesinnen. In diesem Fall handelt es sich aus liberaler Sicht um vielversprechende Vorsätze, die eine echte Schulentwicklung ermöglicht hätten. Der Liberale wäre allerdings ein anderer Ansatz gewesen wäre als der, den die Regierung gewählt hat. Sie wählte das verbohrte und eindimensionale Umwälzen eines gesamten und zudem überaus erfolgreichen Bildungssystems.

Entwicklung hat nach liberaler Auffassung etwas damit zu tun, das etwas bereits in der Anlage Vorhandenes sich selbst auswickeln, das heißt, sich selbst entfalten kann. Die Schulen sowohl mit echten Mitwirkungsrechten als auch mit echten Mitentscheidungsrechten, das wäre für eine Regierung ein mutiger Schritt gewesen, denn er hätte die Schulen in die Freiheit und Eigenverantwortung entlassen. Grün-Rot hat sich dennoch für ein mutloses und halbherziges Reförmchen entschieden. Die FDP fürchtet allerdings, dass bei Grün-Rot weniger die fehlende Courage ausschlaggebend war, sondern die Erkenntnis, dass eine selbstbewusste und eigenständige Schule möglicherweise resistenter gegen bildungspolitische Utopien sein könnte, die den Praxistest kaum bestehen werden. Dass dabei der politische Daumen draufgehalten wird, zeigt vor allem der Umstand, dass die Letztentscheidung über die Schulleiterbesetzung bei der Schulverwaltung bleibt. Spätestens hiermit hat die Regierung die Berechtigung verspielt zu behaupten, mit Grün-Rot werde ‚Bildung von unten‘ wachsen.“

In einer von der FDP-Landtagsfraktion beantragten aktuellen Debatte über die grün-roten Pläne zur Änderung der Gemeindeordnung zulasten der regionalen Handwerksbetriebe des Landes sagten der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion  Dr. Hans-Ulrich Rülke, und der mittelstandspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Leopold Grimm:

„Die grün-rote Landesregierung hatte heute die Chance, von ihren Plänen zur Erweiterung der Möglichkeiten kommunaler wirtschaftlicher Betätigung zulasten der Handwerksbetriebe Abstand zu nehmen. Grün-Rot hat diese Chance nicht genutzt. Statt auf die massive Kritik von FDP und Handwerk einzugehen, verstiegen sich die Redner der Regierungskoalition in die Feststellung, das Handwerk habe gar keine Bedenken gegen die geplante Änderung des Gemeindewirtschaftsrechts. Nach Nationalpark, Polizeireform und Sparen bei der Justiz beweist die Landesregierung also ein weiteres Mal, dass ihre Politik des „Gehörtwerdens“ reine Augenwischerei ist. Genauso verhält es sich auch mit der angeblich erstrebten „Augenhöhe“ zwischen Kommunen und Handwerk. Wo ist die Augenhöhe, wenn zukünftig noch mehr quersubventionierte kommunale Unternehmen mit der heimischen Wirtschaft konkurrieren? Wo ist die Augenhöhe, wenn die Kommunen mit Dienstleistungen auf den Markt drängen, für die sie im Unterschied zu den Handwerksbetrieben keine Umsatzsteuer zahlen müssen. Mit den Änderungsplänen von Grün-Rot wird gerade die von der FDP im Jahr 2005 durchgesetzte Augenhöhe zu Lasten des Handwerks beseitigt. Wenn dann die Handwerksbetriebe nicht mehr konkurrieren können, muss man sich in den Gemeinden auch nicht über sinkende Steuereinnahmen wundern. Denn wo kein Gewinn mehr erzielt wird, zahlt man auch keine Steuern.“