Manipulationsversuche, Dilettantismus und Unredlichkeit bleiben als Erinnerungsstücke – Zu den Äußerungen der CDU-Landtagsfraktion, der Stuttgart 21-Filderdialog sei geplatzt, erklärten der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke und der verkehrspolitische Sprecher Jochen Haußmann:

Der am Samstag zu Ende gegangene Filderdialog ist wegen des dilettantischen Verhaltens des Verkehrsministers und der Staatsrätin in eine Zwickmühle geraten. Auf der Oberfläche schillerten Manipulationsversuche, Dilettantismus und Unredlichkeit. Minister Hermann bestellt bei SMA ein Gutachten, das so fragt und die Rahmenbedingungen so setzt, dass es seine eigene Meinung stützt. Die Existenz dieses Gutachtens, wird erst zögerlich zugegeben, so dass der eigene Koalitionspartner vor Wut schäumt. Dann wird bekannt, dass es weitere Gutachten geben soll, die das Ministerium nicht veröffentlicht, weil sie dem Vernehmen nach gegen die Vorstellungen des Verkehrsministers sind. Hier werden Steuergelder verschwendet! Zentral ist, dass es einen gültigen Vertrag gibt, der die Gäubahnanbindung direkt über den Flughafen vorsieht. Der Filderdialog hat deshalb nur Vorschläge unterbreiten, die aber von allen Projektpartnern einstimmig angenommen werden müssen. Die Idee der Bürgerbeteiligung ist per se sehr gut, bei so stümperhaften Vorgaben musste sie jedoch ge-gen die Wand fahren. Die SPD in der Koalition hat zu Recht von Anfang an darauf hingewiesen, dass es für die Hermann-Variante keine Zukunft geben kann. Minister Hermann und seine Staatsrätin haben den Beteiligten im Filderdialog dennoch so viel Sand in die Augen gestreut, dass man damit einen ganzen Winter lang die Gehwege rutschfest machen könnte. Die ganze Aktion erinnert an ein Trauerspiel. Nach dem Platzen der grünen Wunschträume muss jetzt für unser Land rasch eine gute Lösung gefunden werden. Die heißt für uns, entweder Variante Flughafenstraße oder eben Antragstrasse. Unsere Fraktion hat deshalb eine aktuelle Debatte für diesen Mittwoch beantragt. Minister Hermann muss vom Plenum für Freitag die Marschroute vorgegeben bekommen. Noch besteht die Chance, dass der Filderdialog trotz allem einen positiven Beitrag leisten kann.“

FDP-Fraktion unterstützt Rechnungshof bei Kritik an Landesregierung – Der FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Hans-Ulrich Rülke forderte die Landesregierung auf, der Mahnung des Rechnungshofs, ein Verschuldungsverbot endlich auch in der Landesverfassung zu verankern, so schnell wie möglich Folge zu leisten und damit nicht bis zum Jahr 2020 zu warten. Rülke: „Zu Recht weist der Rechnungshof deshalb darauf hin, dass es nicht Ziel der grundgesetzlichen Schuldenbremse war, neue Schulden zu erleichtern, sondern diese zu vermeiden. Wenn Grün-Rot diese Rüge des Rechnungshofs beherzigen würde, könnten die interfraktionellen Gespräche zur Verankerung einer Schuldenbremse in der Landesverfassung und zur Überarbeitung der entsprechenden Regelungen in der Landeshaushaltsordnung noch in dieser Legislaturperiode abgeschlossen werden.“

Nach den Worten von Rülke ist auch die Kritik des Rechnungshofs an den intransparenten Rechenmethoden des Kultusministeriums berechtigt. Entweder wolle oder könne das Kultusministerium nicht nachvollziehbar darlegen, wie viele Lehrerstellen aufgrund der rückläufigen Schülerzahlen rechnerisch frei werden. Der Landtag habe aber einen Anspruch auf eine transparente, nachvollziehbare Berechnung dieser “demografischen Rendite”, um auf dieser Basis selbst entscheiden zu können, welche Anteile für die Sicherung und den Ausbau der Qualität des Bildungswesens eingesetzt werden, und welche Anteile für die nicht minder zukunftswichtige Konsolidierung des Haushalts benötigt werden. „Grün-Rot darf sich um diese Diskussion nicht länger herumdrücken“, so Rülke.

Grün-Rot versündigt sich am Nachwuchs des öffentlichen Dienstes – Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, hat die Kritik des SPD-Fraktionsvorsitzenden Claus Schmiedel an der Einstellungspolitik der ehemaligen Landesregierung als heuchlerisch zurückgewiesen. Schmiedel spiele sich als Vorkämpfer für die Rechte der öffentlich Bediensteten auf. Gleichzeitig verkünde Grün-Rot aber die Verschlechterung der Einstellungsbedingungen für den Nachwuchs im Landesdienst. Da werfe sich wieder einmal ein Brandstifter in die Pose des Biedermanns“, so Rülke.

Keinerlei Einsparungen – Attraktivität des öffentlichen Dienstes beeinträchtigt – Auf scharfe Kritik der FDP-Landtagsfraktion ist ein Teil der Vorschläge gestoßen, den Vertreter der Landesregierung gestern mit Repräsentanten der Beamtenschaft des Landes erörtert hatten. „Schlichter Unsinn“, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Hans-Ulrich Rülke, sei zum einen der Vorschlag, die erst mit der Dienstrechtsreform des Jahres 2010 geschaffene Regelung, als Anreiz für eine freiwillige Weiterarbeit jenseits der Altersgrenze einen zehnprozentigen Zuschlag zu zahlen, jetzt wieder abzuschaffen. Denn dies bringe keinerlei Einsparungen, sondern koste den Staat per Saldo deutlich mehr Geld.

Und der Vorschlag, die Eingangsbesoldung bei neu eingestellten Beamten des gehobenen und des höheren Dienstes befristet um eine Besoldungsgruppe oder um 4 beziehungsweise 8 Prozent abzusenken, sei geeignet, die Attraktivität des öffentlichen Dienstes nachhaltig zu beeinträchtigen.Rülke: „Beide Maßnahmen bringen nur scheinbar Einsparungen mit sich. Tatsächlich aber würden sie den öffentlichen Dienst viel an Geld, Substanz und Ansehen kosten. Für uns kommen diese Vorschläge deswegen unter gar keinen Umständen in Frage.“

Erneuerbare-Energie-Gesetz braucht mehr marktwirtschaftliche Strukturen – Der Fraktionsvorsitzende Dr. Hans-Ulrich Rülke zeigte sich bei seiner Begrüßung der Gäste auf dem ‚Foyer liberal‘ der FDP-Landtagsfraktion erfreut über die „geballte Fachkompetenz unserer geladenen Experten“, die unter der Leitung des energiepolitischen Sprechers Andreas Glück das Thema „Energiewende – Quo vadis?“ diskutierten. Andreas Glück attestierte, dass die „Energiewende“ in Baden-Württemberg angekommen sei – allerdings setze die grün-rote Landesregierung einseitig auf die Förderung der Windenergie. Nach den Worten von Glück müssten bis zum Jahr 2020 im Land 1000 bis 1200 Windkraftanlagen gebaut werden, um das angestrebte Ziel eines zehnprozentigen Anteils am gesamten Energieaufkommen zu erreichen. Glück bezweifelte, dass dies zu schaffen sei. Es müssten dann rechnerisch jeden zweien bis dritten Tag Windrotoren von ungefähr der Höhe des Stuttgarter Fernsehturmes errichtet werden. Selbst wenn diese Zahl an Windkraftanlagen tatsächlich realisiert würde, entspreche dies nur einer Strommenge von etwa acht Terrawattstunden. Durch die Abschaltung von Kernkraftwerken seien aber rund 40 Terrawattstunden als Ersatz notwendig. „Die Landesregierung geht also nur ein Fünftel des Problems an“, so Glück.

Der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Ernst Burgbacher, bekannte sich zum Erneuerbare-Energie-Gesetz, sprach sich jedoch für ein Mehr von marktwirtschaftlichen Strukturen aus. Es könne nicht sein, dass der Großteil der Förderung im regenerativen Bereich allein der Fotovoltaik zugutekomme. Professor Frithjof Staiß vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung (ZSW Stuttgart) warb dafür, nicht die Risiken, sondern die Chancen der Energiewende auch für die Unternehmen in den Vordergrund zu stellen. Rolf Herrmann, Landesverband der baden-württembergischen Industrie, benannte die „Sorgen der Wirtschaft“: Es gehe um den Erhalt von wettbewerbsfähigen Energiepreisen, um die Versorgungssicherheit und um den Erhalt der Arbeitsplätze. Herrmann: „Die Energiewende muss ein Erfolg werde, wir werden jede Minute darauf verwenden.“ Michael Hager, Mitglied des Kabinetts des EU-Kommissars für Energie, mahnte an, die Energiewende in Absprache mit den europäischen Nachbarn in die Wege zu leiten.

Eigene Hausaufgaben machen, statt mit dem Finger auf Berlin zeigen – Zur Meldung, Baden-Württemberg wolle im Vermittlungsausschuss eine bessere Finanzierung der Krankenhäuser erreichen, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann:

„Beim Vorgehen von Ministerin Altpeter handelt es sich um politische Effekthascherei von der besonders betrüblichen Sorte. Die Bundesregierung macht einen grundsoliden Vorschlag: Die Einführung des anteiligen Orientierungswerts als Maßstab für zukünftige Entgeltsteigerungen statt des Abstellens auf der Grundlohnsummen-Steigerungsrate ist ein bedeutender Fortschritt. Es gibt vor dem Hintergrund der hohen Tarifabschlüsse 280 Millionen Euro jährlich mehr für die Krankenhäuser. Jetzt erklärt die Ministerin, sie wolle im Bundesrat den Vermittlungsausschuss anrufen. Ziel müsse eine volle Übernahme aller Tarifabschlüsse sein. Ein solch voller Automatismus wäre für die Tarifvertragsparteien ja geradezu eine Einladung zur Selbstbedienung. Hier will sich die Sozialministerin bei der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft zu Lasten des Bundes offenbar lieb Kind machen, nachdem dort der Bruch zentraler Versprechen offenbar sauer aufgestoßen ist.Zur Erinnerung: Vor der Wahl haben beide Regierungsfraktionen die Verdoppelung bzw. Erhöhung der Mittel für die Krankenhausfinanzierung auf 600 Millionen Euro versprochen. Der gesamte Haushaltsansatz geht von 382,5 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 370,0 Millionen Euro im Jahr 2012 zurück. Mit ihrem Verhalten im Bundesrat setzt Frau Altpeter die Verbesserungen für Baden-Württemberg aufs Spiel. Der Bund könnte das Vorhaben auch einfach stoppen, dann gibt es keine 280 Mio. Euro mehr fürs Land. Das sollte man auch berücksichtigen, wenn man politisches Roulette spielt.“

Landesregierung bleibt hinter Versprechungen des eigenen Koalitionsvertrags zurück – Zur heutigen Beratung seines Antrags „Kinderschutzambulanzen in Baden-Württemberg“ (Landtags-Drucksache 15/1667) sagte der sozialpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann:

„Die Haltung der Landesregierung bei der Frage der Einrichtung von Kinderschutzambulanzen an den Kinderkliniken im Land ist dem Thema nicht angemessen und vor dem Hintergrund der betroffenen Kinder nicht hinnehmbar. Wir bräuchten dringend diese interdisziplinären Kompetenzteams, um Misshandlungen in all ihren Facetten zu erkennen und dann auch wirkliche Hilfe anbieten zu können. Ich habe mich selbst unmittelbar im Olgahospital informiert, wo es bereits eine Kinderschutzambulanz gibt. Die dortigen Erfahrungen sind alarmierend und lassen kein weiteres Zuwarten zu. Wenn die Landesregierung ihren Versprechungen im Koalitionsvertrag unter der Überschrift ‚Kinderrechte stärken, Kinderschutz verbessern‘ gerecht werden will, dann brauchen wir jetzt ein Modellprojekt für Kinderschutzambulanzen im Land, wie es bereits in einer Enquête-Kommission des Landtags empfohlen und von Ärzteseite seit Jahren gefordert wird. Zumal, da die heutigen Regierungsfraktionen sich noch zu Oppositionszeiten klar für Kinderschutzambulanzen ausgesprochen haben.Ich lese in der Antwort auf meinen Antrag im Wesentlichen nur, was von der Vorgängerregierung fortgeführt wird. Das ist einerseits ein schönes Kompliment, bringt aber bei dieser aktuellen Frage die betroffenen Kinder und Familien nicht genügend voran. Das aber ist mein zentrales Anliegen. Deshalb begrüße ich auch die Zielrichtung der Sozialministerin, die bestehenden Angebote und Akteure noch besser miteinander zu vernetzen. Das ist richtig. Wir brauchen aber auch die institutionalisierte Hilfe in Gestalt der Kinderschutzambulanzen, die dann in das Netzwerk ‚Frühe Hilfen‘ aktiv einzubinden sind.“

Umweltministerium greift Windatlas auf, um den Ausbau von erneuerbaren Energien voranzubringen – Zur Mitteilung des Umweltministeriums über den Auftrag, einen Potentialatlas für erneuerbare Energien erstellen zu lassen, äußerte sich der Fraktionsvorsitzende Dr. Hans-Ulrich Rülke wie folgt:

„Baden-Württemberg verfügt mit dem von schwarz-gelb in Auftrag gegebenen Windatlas bereits über die genaueste Windpotenzialanalyse Deutschlands. Die Ankündigung des Umweltministeriums, diese Untersuchung auszuweiten, ist daher ein logi-scher Schritt, den wir als FDP/DVP-Fraktion begrüßen.“Der Energiepolitische Sprecher der Fraktion Andreas Glück sagte: „Die Initiative ist überfällig. Zu lange hat sich die Landesregierung auf den Ausbau der Windkraft beschränkt, ohne andere innovativen Möglichkeiten der regenerativen Energien zu berücksichtigen. Bedauerlich ist die Beschränkung auf die Stromproduktion. Ein Potentialatlas muss zwingend alle Energieformen umfassen – anders wird die Landesregierung ihren eigenen Zielen nicht gerecht.“

Land muss aktiv auf Herstellung der Aufwärtskompatibilität hinwirken – Im Zusammenhang mit der heutigen Beratung seines Antrags „Bahnprojekt Stuttgart – Ulm: Gestaltung der Wendlinger Kurve (Landtags-Drucksache 15/1668) sagte der verkehrspolitische Sprecher Jochen Haußmann am 29.06.2012 in Stuttgart:

„Es freut mich, dass die Landesregierung sich grundsätzlich für den zweigleisigen Ausbau der Wendlinger Kurve ausspricht. Die Antragstrasse mit der eingleisigen Kreuzung wäre ein einmaliger Zwangspunkt im deutschen Hochgeschwindigkeit-Schienenverkehrsnetz. Ein zweigleisiger Ausbau wäre für die Raumschaft Reutlingen/Tübingen mit wesentlich besseren Wachstumsmöglichkeiten im Schienenpersonennahverkehr verbunden. In jedem Fall fordere ich die so genannte Aufwärtskompatibilität. Hierdurch könnte zu einem späteren Zeitpunkt problemlos ein zweites Gleis eingebaut werden. Sofern die Finanzierung der zweigleisigen großen Wendlinger Kurve nicht von Anfang an möglich sein sollte, bietet die Aufwärtskompatibilität den Vorteil, dass die spätere Nachrüstung sowohl technisch als auch wirtschaftlich möglich wäre.“

Die Änderung der Förderrichtlinien zum ELR bedeutet für den ländlichen Raum mehr Rückschritt als Fortschritt – Zu der Ankündigung des Landwirtschaftsminister Alexander Bonde, der in seinen Plänen eine starke Förderpolitik für den ländlichen Raum versprach, sagte der Sprecher für den Ländlichen Raum Dr. Friedrich Bullinger:

Zu der Ankündigung des Landwirtschaftsminister Alexander Bonde, der in seinen Plänen eine starke Förderpolitik für den ländlichen Raum versprach, sagte der Sprecher für den Ländlichen Raum Dr. Friedrich Bullinger: „Die angekündigte Förderung von Ortskernsanierungen und Umnutzung leer stehender Gebäude wurde bereits von den vorangegangenen Landesregierungen gefördert und bedeutet wenig Neues.“ Anstelle eines eigenen Landesprogramms zum Wärmeschutz, wäre es besser gewesen, wenn rot-grün im Bundesrat seine Blockade zum Altbausanierungsprogramm des Bundes endlich beenden würde. Dieses Programm hätte eine wesentlich höhere Mittelausstattung. Davon würden Bürger und Umwelt mehr profitieren. Das Land hätte zudem den Vorteil, Mittel einzusparen. Keinerlei Impulse gibt die Landesregierung für den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum. Wenn Minister Bonde erklärt, die Ausweisung neuer Wohngebiete im ländlichen Raum sei nicht mehr zeitgemäß, so verkennt er, dass der ländliche Raum auch weiterhin ein attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum bleiben muss und nicht nur als Rückzugsgebiet für bedrohte Arten angesehen werden darf. Die vorgesehenen 80 Mio. Euro für einen Nationalpark, den die Mehrzahl der Bürger vor Ort ablehnen, wären besser angelegt für Infrastrukturprojekte im ländlichen Raum. Der demographische Wandel bedeutet eine besondere Herausforderung für den gesamten ländlichen Raum. Die Landesregierung ignoriert, dass die Menschen auch dort Anspruch haben auf gleichwertige Lebensbedingungen.

Grün-Rot hat keinen Mut, der eigenen Koalition unbequeme Wahrheiten zu verkünden – Ein schlechtes Zeugnis stellt der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, der Landesregierung für die heute vorgestellten Eckpunkte des Doppelhaushalts 2013/14 aus. Insbesondere kritisiert Rülke die Absicht der Landesregierung, den Städten und Gemeinden des Landes viel Geld aus dem kommunalen Finanzausgleich zu entziehen. Dies geschah bisher ohne Rücksprache mit den Kommunalen Spitzenverbänden, was wieder einmal zeige, dass Grün-Rot das Gegenteil einer Politik des Gehört-werdens betreibe.

Auch das Argument, es gehe den Kommunen des Landes inzwischen wieder finanziell gut, greife zu kurz. Es profitierten nicht alle Kommunen von der positiven Entwicklung, beispielsweise der Gewerbesteuer. Längst seien nicht alle kommunalen Haushalte konsolidiert. Die Bürger seien eben direkt betroffen, wenn Schwimmbäder und Büchereien in schlechtem Zustand seien. Rülke: „Die Landesregierung setzt fast ausschließlich auf den Griff in die kommunalen Kassen. Dies beweist, Grün-Rot ist ein mutloses, verzagtes Häuflein, wenn es darauf ankommt, der selbst verschuldeten prekären Haushaltssituation entgegenzuwirken.“Klare Perspektiven, wie das Land seine Ausgaben zurückfahre, fehlten in den Eckpunkten weitgehend. „Offenbar ist kein Mut vorhanden, der eigenen Koalition unbequeme Wahrheit zu verkünden. Rülke weiter: „Das ist die Konsequenz zweier Jahre, in denen Grün-Rot den Haushalt auf Expansion stellte, wie zum Beispiel durch rund 200 zusätzliche Stellen in den Landesbehörden.“

Von 734 Straßenmaßnahmen will der grüne Verkehrsminister nur 104 angehen – Zu dem vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg vorgelegten Bericht zur Umsetzung und Finanzierung des Generalverkehrsplans sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann

„Der heute vorgelegte Bericht mutet wie ein Abgesang auf die Verkehrsinfrastruktur des Landes an. Für den Generalverkehrsplan 2010 waren 734 Aus- und Neubau-maßnahmen an Landesstraßen angemeldet. Der Verkehrsminister lässt hiervon gleich einmal 211 Projekte unter den Tisch fallen. 215 schiebt er auf die lange Bank. Gerade einmal 29 Neubaumaßnahmen und 75 Ausbauprojekte will er in den nächsten zehn Jahren angehen. Wie Minister Hermann glauben kann, den Erfordernissen im Land gerecht werden zu können, wenn er lediglich 16 Prozent der geltend gemachten Neubaumaßnahmen angehen will, bleibt schleierhaft. Die ohnehin angespannte Mittelsituation verschärft er deutlich, indem er aus den begrenzten Mitteln neue Fördertatbestände bedienen möchte. Wie immer vorne dabei: Das Steckenpferd Radverkehr. Aber auch Elekrifizierungsmaßnahmen für die Bahn und der ÖPNV sollen zulasten des Landesstraßenbaus gestärkt werden. Wenn in dem Papier dann auch noch zu lesen ist, dass dringliche Großprojekte mit Kosten über 15 Millionen Euro entweder mit zusätzlichen Mitteln oder in Konkurrenz zu im Maßnahmenplan genannten Projekten‘ realisiert werden können, vermute ich, dass Minister Hermann seinem Ziel, möglichst keine neuen Straßen bauen zu müssen, recht nahe kommen kann. Zum Thema nachhaltige Mobilität und innovative Verkehrskonzepte hören wir seit Monaten nichts.“

Kritik an grün-roter Landesregierung – Es herrscht das Prinzip ‚Vogel friss oder stirb!“ – Der bildungspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern, sagte zur Kritik des Städtetags an der Umsetzung der Gemeinschaftsschule durch die grün-rote Lan-desregierung:

„Die FDP unterstützt den Städtetag in seiner Forderung nach mehr Gestaltungsfreiheit der Entscheidungsträger vor Ort. Wir Liberalen kritisieren an der grün-roten Landesregierung, dass die Gemeinden die Gemeinschaftsschulen nur als schulorganisatorisch-pädagogisches Gesamtpaket übernehmen können, ganz nach dem Motto Vogel friss oder stirb!’. Alle Anträge von Gemeinden auf Kooperation von unterschiedlichen Bildungsgängen oder Schularten hat das Kultusministerium bisher untersagt. Auch einen Entschließungsantrag der FDP, alle Anträge der Schulträger auf Kooperation von unterschiedlichen Schularten grundsätzlich zu genehmigen – unabhängig davon, ob eine Gemeinschaftsschule oder eine nach Leistungsniveaus bzw. nach Bildungsgängen differenzierende Schulorganisation oder Päda-gogik angestrebt wird – hat die grün-rote Mehrheit im Landtag abgelehnt. Grün-Rot hat etwas Entscheidendes nicht begriffen: Qualität im Bildungswesen fördert man nicht durch Privile-gierung einer Schulart, sondern durch eine gute Ausstattung und größtmögliche Gestaltungs-freiheit der Schulen und ihrer Träger, damit jeweils ein vielfältiges und den Bedürfnissen vor Ort entsprechendes Schulangebot geschaffen werden kann.”‘

Im Landtag diskutieren Experten mit Senioren über Chancen des demografischen Wandels – „Der FDP-Landtagsfraktion ist es ein wichtiges Anliegen, mit der älteren Generation in den Dialog zu treten.“ Dies sagte der Fraktionsvorsitzende Dr. Hans-Ulrich Rülke auf dem Liberalen Seniorentag im vollbesetzten Plenarsaal des Landtags. Nach den Worten von Rülke müssten angesichts des demografischen Wandels die Älteren noch mehr in den Fokus der Landespolitik rücken. Deshalb werde auf dem Kongress auch die Frage diskutiert, was zur Stärkung der Mitbestimmungsrechte der älteren Menschen getan werden könne. Der sozialpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion und Moderator des Seniorentags, Jochen Haußmann, sagte, ein Modell wie das Altenparlament in Mecklenburg-Vorpommern könnte auch für das Land Baden-Württemberg wichtige Impulse setzen.

Gerade im „Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ sollte das Ziel einer Kultur des aktiven Alterns unter Einbeziehung aller Altersgruppen verstärkt in den Blick genommen werden.Für die Selbstbestimmung älterer Menschen setzte sich der Vorsitzende der Liberalen Senioren Initiative (LSI), Dr. Kurt Sütterlin ein. „Die Senioren haben das Recht, selbst zu entscheiden, wo und wie sie sich für eine Sache einsetzen wollen. Die häu-fig eingeschränkte Selbstbestimmung im Beruf sollte nicht durch neuen – diesmal moralischen – Zwang ersetzt werden“, sagte Sütterlin. Der LSI-Vorsitzende warb dafür, „sich angemessen politisch zu engagieren.“ Denn die Verantwortung für die kommenden Generationen „kann uns wohl keiner abnehmen“. Roland Sing, der Vorsitzende des Landesseniorenrats Baden-Württemberg, appellierte an die gesellschaftlichen Kräfte, die Herausforderung des demografischen Wandels anzunehmen. Den Fachkräftemangel könnten auch ältere Arbeitnehmer abmildern. Doch dazu bedürfe es altersgerechter Arbeitsplätze und flexibler Entgelt-formen, die die Tarifpartner ermöglichen sollten. „Denn Arbeit hat viel mit persönlicher Sinnstiftung zu tun“, so Sing. Die Diplompsychologin Inge Nestele legte als Vertreterin des Internationalen Bundes (IB) die Chancen dar, die sich für Seniorinnen und Senioren aus den Angeboten des Bundesfreiwilligendienstes ergeben.Brigitte Paetow informierte als Vorsitzende des Landesseniorenbeirats Mecklenburg-Vorpommern über das dort im Jahr 1999 kreierte Altenparlament, das sich zu einem anerkannten Gremium der älteren Generation gegenüber dem Parlament, der Landesregierung und den Kommunen entwickelte. Das Engagement des Altenparlaments habe in der Politik des Landes Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise mit einem Seniorenmitwirkungsgesetz seinen Niederschlag gefunden.

Grün-roter Dirigismus ist ideologisch motiviert –FDP für Lehrereinstellung durch Schulen – Der bildungspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern, sagte in einer Plenardebatte zum Thema „Lehrereinstellung an Gymnasien“:

„Die niedrigen Zahlen zur Einstellung zum kommenden Schuljahr sprechen eine deutliche Sprache. Im gesamten Regierungsbezirk Tübingen werden über das Listenverfahren gerade einmal 23 neue Gymnasiallehrer eingestellt. Das hat zur Folge, dass Spitzenleute nicht übernommen werden können. Es heißt, dass auch Referendare mit einer Leistungsziffer von 52 nicht eingestellt würden. Diese Einstellungspolitik ist nicht nur für die Betroffenen unfassbar, sondern enthält Spitzenpersonal unseren Kindern vor. Von ca. 1.900 Referendaren im gymnasialen Bereich übernimmt die Kultusverwaltung ca. 600. Das ist eine verheerende Quote für die Schulen und für die Betroffenen in unserem Land, und die anderen Bundesländer reiben sich die Hände.“Ganz allgemein zeige sich, dass die Höhe der für die Unterrichtsversorgung bereitgestellten Mittel, welche die Zahl der Lehrereinstellungen bestimmt, weit vom Bestmöglichen entfernt sei. „3.300 rechnerisch frei werdende Lehrerstellen soll es geben – doch wo finden sich diese? Die Regierungsparteien von Grün-Rot haben hier die Weichen nicht richtig gestellt. Sie haben eben nicht den Klassenteiler weiter gesenkt, so wie Sie dies den Wählern versprochen hatten. Damit unterstreichen sie den Verdacht, dass hier entsprechende Mittel zurückgehalten werden, um das bevorstehende, ganz große „Umgraben“ des Schulwesens hin zum Lieblingskind Gemeinschaftsschule zu finanzieren.“, so Kern. Und weiter: „Ein weiterer Schlag ins Gesicht der Referendare ist, dass es in nicht unerheblichem Umfang zu Abordnungen kommt. Allein im Regierungsbezirk Tübingen werden 27 neue Gymnasiallehrer an Realschulen zwangsabgeordnet –und wer sich weigert, wird nicht eingestellt. An berufliche Schulen werden 18 Gymnasiallehrer zwangsabgeordnet – und wer sich weigert, landet in der Arbeitslosigkeit. Statt direkt bei den Realschulen und den beruflichen Schulen die erforderlichen Stellen zu schaffen, setzen Sie durch gymnasiale Abordnungen auf Provisorien. Was ich aber wirklich skandalös finde, ist, dass die grün-rote Landesregierung angehende Gymnasiallehrer zwingt, an Gemeinschaftsschulen zu unterrichten – und zwar zeitlich unbefristet (!), weil sich sonst keine Gymnasiallehrer für diese Schulart finden. 20 fertig ausgebildete Gymnasiallehrer bekommen nur dann eine Anstellung, wenn Sie sich verpflichten, zeitlich unbegrenzt an Gemeinschaftsschulen zu unterrichten. Keiner dieser Referendare konnte zu Beginn seiner Ausbildung damit rechnen, an einer Gemeinschaftsschule zu unterrichten. So erpresst Grün-Rot 20 junge Menschen nach ihrer bestan-denen Ausbildung.“Timm Kern bilanzierte: „Es macht einen Unterschied, ob die FDP mitregiert oder nicht. Denn es war die FDP, die sich vehement dafür eingesetzt hat, dass beim Lehrereinstellungsverfahren die schulbezogene Ausschreibung und Einstellung zum Regelfall wurde. Bei den Gymnasien betrug er vor dem Regierungswechsel rund 80 Prozent. Diese vernünftige, weil dezentrale Regelungsweise macht Grün-Rot jetzt mutwillig kaputt. So machen die schulbezogenen Stellen in diesem Jahr nur einen kleinen Teil der Stellen aus. Die aktuelle zentralistische Lehrerzuteilung von Grün-Rot stellt an Dirigismus und Bevormundung all das weit in den Schatten, was die jetzigen Regierungsfraktionen früher als Oppositionsfraktionen an der Kultusverwaltung kritisiert haben. Ihr Lippenbekenntnis im Koalitionsvertrag, „gute Schule wächst von unten“ ist längst der grün-roten Begeisterung gewichen, allen alles vorschreiben zu wollen, was die Regierenden für gut und richtig halten. Die Leitragenden Ihrer verkorksten Einstellungspolitik sind die betroffenen Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulen und letztlich die Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg.“

Nach FDP und CDU werden Grüne und SPD wenigstens halbherzig aktiv – In der einer Landtagsdebatte zum Antrag der Regierungsfraktionen zur Verlängerung der Neckarschleusen für Schiffe mit einer Länge von 135 Metern erklärte der verkehrspolitische Sprecher Jochen Haußmann: „Es freut mich, dass nun auch die Regierungsfraktionen das Thema für sich entdeckt haben. Mit meinem Antrag „Entwicklungsperspektiven des Ver-kehrsweges Neckar“ vom 6. Juli 2011 (Landtags-Drucksache 15/207) bin ich bereits aktiv geworden. Der entsprechende Beschluss wurde am 21.09.2011 im Verkehrsausschuss einstimmig angenommen. Das Land muss jetzt endlich beim Bund den erforderlichen Druck machen, dass sachgerecht entschieden wird. Die bisherige Einstufung des Neckars ab Heilbronn in Unterkategorie Bedarf so nicht stehen bleiben. Der baden-württembergische Industrie- und Handelskammertag und die Oberbürgermeister der Städte Stuttgart, Heilbronn und Esslingen haben eindrucksvoll bekräftigt, dass der Schleusenausbau kommen muss.

Nimmt man die Kriterien Netzfunktion und volkswirtschaftliche Wertschöpfung in den Fokus, ergibt die Bewertung, dass die Neckarschleusen für 135-Meter-Schiffe verlängert werden müssen. Der mittlere Neckarraum steckt bereits in erheblichen Verkehrsengpässen. Deshalb brauchen wir den Ausbau, der 100.000 LKW-Fahrten im Jahr einsparen kann. Minister Hermann muss gerade bei diesem in höchstem Maße ökologischen Projekt volles Engagement zeigen und nicht bei anderen Zukunftsinfrastrukturprojekten unnötig Zeit und Energie verschleudern. Es muss deutlich mehr geschehen, als halbherzige Briefe zu schreiben und auf Konferenzen darüber zu reden. Frei nach Goethes Faust ‚der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn‘ muss Minister Hermann nachhaltig aktiv werden. Die frühere Landesregierung hat sich beispielsweise am Bau des Containerterminals im Stuttgarter Hafen finanziell beteiligt. Und auch beim Ausbau der Neckarschleusen muss man überlegen, wie man gegenüber dem Bund Druck aufbauen und Tatsachen schaffen kann. Der mittlere Neckarraum braucht dringend eine leistungsfähige Wasserstraße zur Entlastung von Straße und Schiene und zur Schonung der Umwelt. Das Land muss über eine Vorfinanzierung nachdenken. Der Schleusenausbau muss dabei zugleich genutzt werden, den Neckar für Fische wieder überall durchgängig zu machen. Das wäre im Sinne des Umweltschutzes von besonderer Bedeutung – eigentlich doch ein grünes Thema.“

Energiepolitischer Sprecher: Politik muss sich aus operativem Geschäft heraushalten – In einer von der FDP-Landtagsfraktion beantragten Aktuellen Debatte mit dem Titel „Grün-roter Kurzschluss bei der EnBW – Einflussnahme auf das operative Geschäft?“ warf der energiepolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Andreas Glück, Ministerpräsident Kretschmann vor, die Position der Landesregierung als Anteilseigner der EnBW zu missbrauchen. Anlass der Kritik von Glück sind Äußerungen des Ministerpräsidenten, dass er davon ausgehe, dass sich die EnBW nicht an der Klage der deutschen Stromkonzerne gegen den von der Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg beteiligen werde.

Glück: „Ob sich die EnBW der Klage der Stromunternehmen anschließen wird, ist aus-schließlich Sache des Vorstands und des Aufsichtsrats im Rahmen des Aktienrechts. Die ständig neuen Angriffe der Regierung diskreditieren die EnBW und gefährden die Neuaus-richtung des Unternehmens und damit auch die Energiewende.“ Der energiepolitische Sprecher nannte als Bespiele die „Umstände um die Absetzung des früheren EnBW-Vorstandsvorsitzenden Hans-Peter Villis und die ICC-Klage der Regierung mit dem Ziel, den Kaufpreis zu reduzieren beziehungsweise den Kauf der Aktien rückabzuwickeln. Glück: „Auch die Tatsache, dass Grün-Rot die Vorgänge um den Aktienkauf des Unternehmens durch die frühere Landesregierung als ‚EnBW-Deal‘ bezeichnet, schadet dem Markennamen EnBW. Jedes andere Unternehmen würde sich gegen solche Angriffe wehren. Offensichtlich berücksichtigt die EnBW ihr besonderes Eigentümerverhältnis.“Nach den Worten von Glück haben die EnBW-Mitarbeiter schlichtweg Angst. „Grün-Rot muss sich endlich zum Unternehmen bekennen und mit ihm zusammen die Energiewende unter Beteiligung aller regenerativen Energien kraftvoll angehen. Die einseitige Ausrichtung auf die Windkraft ist der falsche Weg. Die Landesregierung muss endlich ihre Rolle als Eigentümer annehmen und den Besitz positiv verwalten. Rot-Grün muss aufhören, die EnBW als Prügelknaben zu betrachten. Den Wert des Unternehmens zu mehren, ist jetzt vorderste Pflicht.“

FDP-Fraktion will Kinder gezielt unterstützen – Trotzdem Zustimmung für grün-rotes Gesetz – In einer Landtagsdebatte über den grün-roten „Gesetzentwurf zur Einbeziehung von Lebenspartnerschaften in ehebezogene Regelungen des öffentlichen Dienstrechts“ hat der Fraktionsvorsitzende Dr. Hans-Ulrich Rülke die Zustimmung der FDP-Landtagsfraktion signalisiert. Rülke kritisierte jedoch, dass ein entsprechender Vorschlag der Liberalen schon zu Beginn der Legislaturperiode von der Regierungskoalition abgelehnt wurde.

„Unser Vorschlag, den wir heute nicht wieder aufgreifen, ist nach wie vor der bessere, der modernere und der zukunftsfähigere“, sagte Hans-Ulrich Rülke. Auch die FDP-Landtagsfraktion setze sich dafür ein, verheiratete und in eingetragener Partnerschaft lebende Beamtinnen und Beamte mit Blick auf den Familienzuschlag gleichzustellen, habe aber alternative Wege gesehen, dieses Ziel zu erreichen. Es sei auch möglich, die Gleichstellung dadurch zu erreichen, dass auf einen ehebezogenen Teil des Familienzuschlags verzichtet wird. Die so frei werdenden Finanzmittel könnten dann innerhalb des Familienzuschlags zugunsten der Kinder erhöht werden. Grünes Licht gab Hans-Ulrich Rülke für den rückwirkenden an der Föderalismusreform orientierten Stichtag 1. September 2006: Ab hier wird auf Antrag eine Gleichstellung von Personen in eingetragener Partnerschaft in Bezug auf die jeweils geltenden Regelungen zum Familienzuschlag, zur beamtenrechtlichen Versorgung, zur Beihilfe, zu den Reise- und Umzugskosen sowie zum Trennungsgeld vorgenommen.

Landtag berät Gesetzentwurf der FDP-Fraktion – Mehr Rechtssicherheit schaffen – In einer Landtagsdebatte über einen Gesetzentwurf der FDP-Landtagsfraktion hat sich der Fraktionsvorsitzende Dr. Hans-Ulrich Rülke dafür ausgesprochen, den Kommunen des Landes spekulative Finanzderivatgeschäfte zu untersagen. „Finanzgeschäfte, die auf Ge-winnerzielung ausgerichtet sind, müssen klipp und klar verboten werden“, sagte Rülke. Und: „Dieses Verbot soll in Paragraph 77 der Gemeindeordnung explizit verankert und durch die Rechtsfolge der Nichtigkeit verbotswidriger Geschäfte wirksam ausgestaltet werden“. Damit gehe der Gesetzentwurf der FDP-Landtagsfraktion über die Regelungen der Gemeindeordnung und der Kommunalaufsicht hinaus. Schadenersatzansprüche könnten nicht mehr mit dem Hinweis auf (angeblich) ausführliche Beratungsgespräche, in denen die Funktionsweise wie die Risiken entsprechender Produkte umfassend dargestellt worden seien, abgewehrt werden. Somit werde ein wirksamer Beitrag zur Rechtssicherheit geleistet.

„Damit ist zugleich sichergestellt, dass Banken kein Interesse mehr daran haben könnten, Kommunen entsprechend spekulative Papiere zu verkaufen“, so Rülke weiter. Aufgrund von Verweisungen in den einschlägigen Gesetzen gelte die Vorschrift auch für Landkreise, Zweckverbände und Eigenbetriebe. Für kommunale Unternehmen in privater Rechtsform werde Paragraph 102 der Gemeindeordnung entsprechend ergänzt.Aus Rülkes Sicht sei diese Initiative notwendig, weil in den vergangenen Jahren zunehmend kommunale Kämmerer durch Banken geködert wurden, solche Geschäfte abzuschließen, um angeblich Zinsen zu sparen. „Mit unserem Gesetzentwurf schaffen wir ein Mehr an Rechtsklarheit“, so der Fraktionsvorsitzende. Das Aufkommen von Derivategeschäften auf kommunaler Ebene mache eine klarstellende gesetzliche Regelung notwendig. Künftig solle nur noch die Absicherung von Zinsänderungsrisiken zulässig sein.

Landesregierung kann ihre grün-roten Träume wohl nur durch den Griff in die Taschen der Bürger verwirklichen – Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, hat in einer Aktuellen Debatte mit dem Titel „Steuererhöhungsphantasien der Landesregierung“ die grün-rote Lan-desregierung scharf kritisiert: Immer wieder schlage die SPD einen Dreiklang aus einer Wie-dereinführung der Vermögensteuer, einer Erhöhung der Erbschaftsteuer und einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes bei der Einkommensteuer vor, um angebliche Probleme auf der Einnahmeseite öffentlicher Haushalte zu kompensieren. Die Begründung sei, dass staatliche Aufgaben sonst nicht angemessen erledigt werden könnten.

Nach den Worten von Rülke ist die Richtigkeit dieser Aussagen nicht zu belegen. Die Steu-erschätzungen belegten stattdessen beispielsweise für das Jahr 2013 eine kontinuierliche Steigerung der Einnahmen, wenn man die Schätzungen von 2009 bis 2012 zu Grunde lege. Darüber dürfe nicht vergessen werden, dass der Wegfall des Aufkommens aus der Vermö-genssteuer durch das Jahressteuergesetz 1997 im Wesentlichen durch Erhöhungen im Bereich der Erbschafts- und Grunderwerbsteuer zum großen Teil ausgeglichen wurde. Zusätzlich kommt noch die substanzverzehrende Wirkung der Vermögenssteuer, was insbesondere für junge Unternehmen eine Gefahr darstelle. Und: Die Wiedereinführung der Vermögenssteuer würde in der Steuerverwaltung bundesweit bis zu 2000 weitere Stellen notwendig machen. Rülke: „Aus diesen Gründen erteilt die FDP-Landtagsfraktion eine klare Absage an eine mögliche Wiedereinführung der Vermögensteuer. Die Landesregierung kann ihre grün-roten Träume wohl nur durch den Griff in die Taschen der Bürger verwirklichen.“

Länderbonds sind nicht im Interesse Baden-Württembergs – Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, hat in einer Landtagsdebatte die Unterstützung der FDP-Fraktion für die Zustimmung des Landes Baden-Württemberg zum Fiskalpakt in dieser Woche im Bundesrat signalisiert. Aus Rülkes Sicht sei es in dieser Situation notwendig, zu einem gemeinsamen europäischen wie auch nationalen Kraftakt zur Verteidigung des Euro wie auch des europäischen Hauses zu kommen. Es seien alle Mitgliedstaaten gefordert wie auch der Bund und alle Bundesländer. Es sei auch wichtig, dass alle demokratischen Parteien zusammenwirkten. Auf die ausscherenden Kommunisten könne man hierbei gut verzichten, so Rülke. Europa bedeute für Deutschland im Allgemeinen aber auch für Baden-Württemberg im Besonderen Frieden und auch Wohlstand.

Bei den zurückliegenden Verhandlungen sei es notwendig gewesen, dass sich alle Beteiligten bewegten. Andere bei anderen Themen und die FDP beim Thema Finanzmarkttransaktionssteuer. Es sei aber erfreulicherweise gelungen, diesem Ungetüm in den Verhandlungen die Giftzähme zu ziehen, so dass keine Gefahr mehr für Mittelstand und Kleinsparer drohe. Die Schonung von Altersvorsorge, Kleinanlegern und Realwirtschaft in Verbindung mit der Teilnahme von neun Staaten sorge dafür, dass die Ausgestaltung eines praktikablen Gesetzentwurfs einer Finanzmarkttransaktionssteuer für den Euroraum unwahrscheinlicher geworden sei als der Fang eines Wolpertingers im Rosensteinpark, so Hans-Ulrich Rülke.Es sei auch erfreulich, dass die Länder durch den Fiskalpakt im Ergebnis zu noch mehr Haushaltsdisziplin angehalten würden als durch die Schuldenbremse ohnehin schon. Die Festlegung der Obergrenze für das gesamtstaatliche strukturelle Defizit bei 0,5 Prozent des BIP sei erfreulich und im Interesse des Landes. Richtig sei es, dass der Bund im Gegenzug die Länder, vor allem aber die Kommunen entlaste, immerhin würden die Länder ja für die Kommunen haften.Erfreulicherweise seien nun alle in der Frage von Eurobonds zur Vernunft gekommen. Wenn Kanzlerin Merkel erkläre, es gebe keine Eurobonds so lange sie lebe, so freue er sich über diese Aussage, sagte Rülke. Er äußerte die Hoffnung, dass der Kanzlerin mindestens eine Lebenserwartung wie ihren Vorgängern Konrad Adenauer und Helmut Schmidt beschieden sein möge. Er wolle damit aber nicht gesagt haben, dass sie auch bis dahin im Amt bleiben solle.Rülke sagte weiter, es sei zwar einerseits richtig, dass man über Eurobonds zu einer kurzfristigen Beruhigung der Märkte kommen könne. Mittel- bis langfristig hätten diese aber eine verheerende Auswirkung auf die Spar- und Reformbereitschaft der Krisenstaaten in der Eurozone. Eine Überlastung des deutschen Steuerzahlers würde am Ende die Währungsunion sprengen und würde das Projekt Europa auch bei den Menschen diskreditieren. Anti-europäische Parteien wären am Ende die Profiteure. „Wer das europäische Haus einreißen will, für den sind Eurobonds die geeignete Abrissbirne!“, so Rülke wörtlich. Man unterstütze den gefundenen Kompromiss und die Landesregierung bei ihrer Zustimmung im Bundesrat. Es stelle sich aber die Frage, welche Auswirkungen „Länder-Bonds“ am Ende hätten. Rülke äußerte die Befürchtung, dass die Sparan-reize für finanzschwache Länder konterkariert würden. Die Zinsunterschiede zwischen den Ländern, die die positive Funktion hätten, Probleme anzuzeigen, würden verdeckt. Man bekämpfe das Fieber, das eine Krankheit anzeige und laufe Gefahr, dass die Krankheit selbst sich immer mehr auswachse.Die Bundeshaftung im Außenverhältnis sei begrüßenswert, wenn auch die Gefahr bestehe, dass mancher diese ausnutze.Es sei gut, so Rülke, dass der Bund den Ländern bei der Eingliederungshilfe für Behinderte entgegen komme und es für den Kita-Ausbau einmalig 580 Millionen Euro und weiterhin jährlich 75 Millionen Euro gebe. Auch sei das Entgegenkommen des Bundes im Bereich der Grundsicherung im Alter im Landesinteresse.Das Verhandlungsergebnis im Infrastrukturbereich könne man dagegen getrost vergessen. Hier sei der „Maulheld Seehofer“ wieder einmal krachend gescheitert. Wenn Bayern nicht 1,5 Milliarden für seine Straßen bekomme, dann stimme er im Bundesrat nicht zu. So habe er im Vorfeld getönt. Abgeschlossen habe er dann für die Zusage, dass der Bund im Herbst nochmals mit den Ländern über das Thema rede. Was das heiße, wisse ohnehin jeder. Seehofers Drohungen seien stets gleichermaßen „furchteinflößend“. Wenn der bayerische Löwe in Berlin mit Koalitionsbruch drohe, so Rülke, dann frage er sich schon, was denn die CSU anschließend machen wolle. „Stellt Seehofer dann den Antrag, die bayerische Schwesterpartei der Piraten werden zu wollen?“, so Rülke wörtlich.Eine Volksabstimmung über ein im Kern verändertes Grundgesetz im Falle einer tiefgreifenden Abgabe nationaler Souveränitätsrechte an die europäische Ebene bezeichnete Rülke als folgerichtige Überlegung der weiteren Entwicklung in Europa beziehungsweise des Euroraumes.

FDP setzt sich für den Erhalt der Vielfalt ein, die das berufliche Schulwesen auszeichnet – Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern, sagte in einer Landtagsdebatte zur Unterrichtsversorgung an beruflichen Schulen:

„Jede Revolution hat ihre Gewinner und ihre Verlierer. Zu den großen Verlierern der grün-roten Umwälzungsarbeiten im baden-württembergischen Bildungswesen zählen die beruflichen Schulen. Denn für die beruflichen Schulen wurde eben nicht nur nicht das Optimum des Möglichen getan, sondern die beruflichen Schulen sind auf der grün-roten Prioritätenliste weit nach hinten gerutscht. Anders lässt sich nicht erklären, warum Grün-Rot in den vergangenen Haushaltsberatungen den Antrag der FDP ablehnte, die 133 für die Teilrückkehr zum neunjährigen Gymnasium notwendigen Stellen besser für den Ausbau der beruflichen Gymnasien zu investieren als für die feigenblattartige Erfüllung eines wohlfeilen Wahlversprechens.“Timm Kern erinnerte auch an die selbstgesteckten Ziele der Koalitionspartner. „Wenn nach Auffassung der Enquete-Kommission „berufliche Bildung“ 900 Lehrerstellen in den beruflichen Schulen fehlen und Grüne und SPD in einem weitergehenden Minderheitenvotum auf die Bereitstellung der Ressourcen drängten, dann müsste es den Regierungsfraktionen jetzt ein inneres Bedürfnis sein, diese Bedarfslücke zu schließen. Das strukturelle Unterrichtsdefizit an den beruflichen Schulen hält sich aber seit Jahren konstant bei über drei, zum Teil über vier Prozent, die Bugwelle der angesammelten Lehrerwochenstunden bei den Lehrern ist auch in diesem Jahr wieder um 200 Deputate auf aktuell 1860 Deputate gewachsen, und es werden immer noch viele Bewerberinnen und Bewerber vor allem für die beruflichen Gymnasien aus Kapazitätsgründen abgewiesen und nicht wegen ihrer Noten. Schlimm sei es, so Timm Kern, dass Grün-Rot so tue, als gebe es in ihrem Spiel nur Gewin-ner. „Die Landesregierung verweist gerne darauf, dass kurzerhand 100 Lehrer zusätzlich für drei Jahre an die beruflichen Schulen abgeordnet werden. Das Instrument der Abordnung ist sicherlich in besonderen Fällen wichtig. Aber warum werden hier stattdessen keine Stellen zugewiesen? Hierfür gibt es nur eine Erklärung: Man bildet Provisorien, um im Bedarfsfall Ressourcen für andere große Vorhaben zur Verfügung zu haben. Denn bei genauerem Hinsehen ist die Gemeinschaftsschule die strukturelle Hauptrivalin der beruflichen Schulen. Sie bietet alle allgemein bildenden Schulabschlüsse an und verzichtet dabei vollständig auf eine Differenzierung nach Leistungsniveaus. Dabei ist gerade die Vielfalt und Differenzierung ver-bunden mit einer hohen Durchlässigkeit der Markenkern unseres beruflichen Bildungswesens, das sich zu einem wahren Exportschlager weltweit entwickelt hat und das wie kaum ein zweites Bildungssystem das Prinzip „Aufstieg durch Bildung“ verkörpert. Durch ihre Schulpolitik bringen Grüne und SPD junge Generationen um ihre Aufstiegs- und Berufschancen.“ Kern appellierte an die Koalitionspartner: „Grüne und SPD wären gut beraten, sich von der pädagogisch einseitigen Fixierung auf die Binnendifferenzierung in einer Lerngruppe zu lösen. Gerade auch die äußere Differenzierung in verschiedene Schularten und damit eine vielfältige Palette von Lernangeboten, wie es für die beruflichen Schulen so typisch ist, birgt erhebliche Chancen für den einzelnen jungen Menschen. Wer es wirklich ernst meint mit der individuellen Förderung, muss neben der Binnendifferenzierung auch auf die äußere Differenzierung setzen.

Durchlässigkeit wird verbessert – Liberale schlagen Weiterbildungs-Gutscheine vor – Der wissenschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern, sagte anlässlich einer Debatte über einen Gesetzentwurf der Landesregierung zur Stärkung der akademischen Weiterbildung: „Die FDP-Landtagsfraktion unterstützt die Gesetzesänderungen zur Stärkung der akademischen Weiterbildung ausdrücklich. Die Anrechenbarkeit von außerhalb der Hochschule erworbenen Leistungen verbessert die Durchlässigkeit zwischen der Weiterbildung außerhalb der Hochschulen und an den Hochschulen. Zusammen mit dem Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte, wie er schon in der vergangenen Legislaturperiode eröffnet wurde, werden hier nun Möglichkeiten geschaffen und Anreize gesetzt, aus dem Beruf heraus ein weiterbildendes Studium aufzunehmen und Beruf und Weiterbildung besser miteinander zu verzahnen.

Den unterschiedlichen Lebensumständen der Studierenden im Erststudium und den sich weiterbildenden Studierenden trägt eine Soll-Vorschrift Rechnung. Die Hochschulen werden verpflichtet, die Studiengänge so auszugestalten, dass sie auch in Teilzeit studiert werden können. Die Art und Weise der Umsetzung der Vorgabe bleibt den Hochschulen damit selbst überlassen. Dass die Hochschulen nun die Vergütung der in der Weiterbildung tätigen Hochschullehrer eigenständig ausgestalten können, ist ebenfalls eine wichtige Voraussetzung dafür, dass mehr Weiterbildungsangebote entstehen. Aus Sicht der FDP ist gut und richtig, dass für die Weiterbildungsangebote Studiengebühren erhoben werden können. Denn wie sollte angesichts der knappen, aber dringend benötigten finanziellen Ressourcen im Hochschulbereich auch sonst der Weiterbildungsbereich auf- und ausgebaut werden? Ob man gänzlich ohne zusätzliche staatliche Mittel auskommt oder auf welche Weise eine etwaige staatliche Unterstützung intelligent ausgestaltet werden kann, muss sich noch zeigen. Ein denkbares Finanzierungsmodell wären Weiterbildungsgutscheine, die unabhängig von der Trägerschaft eingelöst werden könnten. Immerhin haben wir es mit einem weitgehend privat organisierten bzw. von privaten und freien Einrichtungen getragenen Weiterbildungsmarkt zu tun. Notwendig erscheint es uns Liberalen, dass bei aller Unterstützung für das lebenslange Lernen stets eine Aufgabenkritik vorgenommen wird. In diesem Fall muss immer wieder gefragt werden, was Aufgabe des Staates ist, und was nicht. Und ebenso, was Aufgabe der akademischen Weiterbildung ist, und was die Betriebe und freien Träger besser leisten können.“

FDP kritisiert Verfasste Studierendenschaft – Studentenparlament als Alternative – Der wissenschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern, sagte anlässlich der zweiten Beratung des Gesetzentwurfs der FDP-Landtagsfraktion und des Gesetzentwurfs der Landesregierung zur Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft:

„Der Gesetzentwurf der Landesregierung erweist der Verbesserung der studentischen Mitbestimmung einen Bärendienst. Mit ihrem unscharf definierten politischen Mandat und ihrer Zwangsmitgliedschaft wird die grün-rote Verfasste Studierendenschaft nicht nur erheblichen bürokratischen Aufwand und Mehrkosten für Hochschulen wie für Studierende verursachen, sondern auch zahlreiche Streitigkeiten in die Hochschulen tragen. Dabei könnte man auch einfach ein Studentenparlament ohne Zwangsmitgliedschaft und Zwangsbeiträge, aber mit klaren Zuständigkeiten, einfachen und transparenten Strukturen und einer Wahl anhand der allgemeinen demokratischen Wahlgrundsätze einführen.“Timm Kern kritisierte ferner die mangelnde Bereitschaft der grün-roten Landesregierung zu einer ernsthaften Auseinandersetzung über die Ausgestaltung der studentischen Mitbestimmung in Baden-Württemberg. „Dass Grüne und SPD die schwerwiegenden Einwände nicht ernst nehmen, die ihnen die Experten aus der Praxis durch die Bank bei der öffentlichen Anhörung des Wissenschaftsausschusses zum Thema „Studentenparlament und Verfasste Studierendenschaft“ ins Stammbuch geschrieben haben, zeigt eindrücklich, was die „Politik des Gehörtwerdens“ im Praxistest wert ist: Nichts!“Kern bedauerte, dass die Koalitionäre mit ihrer Regierungsmehrheit nicht nur den FDP/DVP-Gesetzentwurf für ein Studentenparlament ablehnten, sondern sich auch einem Entschließungsantrag zu einer Urabstimmung unter den Studierenden über die Organisationssatzung zur Mitbestimmung an ihrer Hochschule verweigerten. „Wenn es Grün-Rot wirklich ernst wäre mit mehr Demokratie an den Hochschulen, dann hätten die Koalitionspartner eine Urabstimmung mit moderatem Quorum der Mindestbeteiligung unter den Studierenden zulassen müssen. Die FDP/DVP-Fraktion unterstützt diese Forderung der Rektorenkonferenz der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und hat ein Zustimmungsquorum von zehn Prozent der Studierenden vorgeschlagen, die ein Satzungsentwurf in der Urabstimmung erhalten muss, um Gültigkeit zu erlangen. Nach unserer Überzeugung sollten Studierenden auf demokratischem Weg selbst entscheiden, ob sie die hochproblematische grün-rote Verfasste Studierendenschaft überhaupt wollen oder eine andere Form der Mitbestimmung vorziehen.“

Urteil zur Strafbarkeit der Beschneidung von Jungen verlangt Gesamtstrategie – Zur Meldung, der Kinderschutzbund Baden-Württemberg begrüße das Urteil zur Strafbarkeit der Beschneidung von Jungen, sagte der sozialpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann:

„Die jüngste Gerichtsentscheidung zum Thema Beschneidung muss zum Anlass genommen werden, eine Gesamtstrategie zu entwerfen. Mir ist wichtig, das Thema Beschneidung von Mädchen in den Vordergrund zu rücken. Diese höchst grausamen und oftmals lebensgefährlichen Verletzungen durch die Entfernung der Klitoris berauben die Mädchen ihrer späteren sexuellen Empfindsamkeit. Ich fordere die Sozialministerin und die Integrationsministerin auf, spätestens bis Jahresende ein schlüssiges Gesamtkonzept vorzulegen. Die Bundesratsinitiative zur Strafbarkeit von Beschneidungen ist mir bekannt. Das hilft aber auch nicht weiter, wenn die Verstümmelung bereits vorgenommen wurde. Es muss unmissverständlich klar werden, dass wir in Deutschland die Beschneidung von Mädchen nicht tolerieren. Wir brauchen ein Präventionskonzept. Daran muss sich die Landesregierung messen lassen.“