Telearbeit von Bäumer freitags aus Berlin während seine Mitarbeiter in Stuttgart schwitzen – Im Zusammenhang mit der Beantwortung seines Antrags „Personalressourcen im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur“ (Landtags-Drucksache 15/2009) sagte der verkehrspolitische Sprecher Jochen Haußmann am 27. Juli 2012 in Stuttgart:

„Die Stellungnahme der Landesregierung zu meinen Fragen wegen der Präsenz des Amtschefs in seinem Ministerium sowie seiner Dienstreisen nach Berlin haben mich nicht beruhigt. Für mich bleibt ein ‚Gschmäckle‘. Wie kann es sein, dass dieser Spitzenbeamte freitags ‚von Zeit zu Zeit‘ (Zitat Stellungnahme) Telearbeit aus Berlin macht? Besondere Gründe, die die Absenz nachvollziehbar machen würden, werden in der Stellungnahme nicht genannt. Das riecht schon etwas nach ‚dolce far niente‘ und das in Zeiten, in denen sein Ministerium unter der hohen Arbeitsbelastung leidet. Ein verantwortlicher Kapitän bleibt auf der Brücke und verabschiedet sich nicht freitags in die Telearbeit von Berlin aus. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die anderen Mitglieder der Amtsspitze brauchen einen präsenten Ansprechpartner. Der Hinweis auf Telefon und moderne Bürokommunikation geht da fehl. Auch wenn in der Stellungnahme bisher erst sechs Dienstreisen nach Berlin im Umfeld des Wochenendes erwähnt werden, so gibt es doch einen räumlichen Zusammenhang zwischen Telearbeitsplatz und Dienstreiseziel. Ich bin auf die Beratung im Ausschuss gespannt. Es müssen alle bestehenden Zweifel restlos ausgeräumt werden, dass man es sich hier hübsch einrichtet und womöglich Berufliches und Privates vermischt. Mich interessiert auch, ob es womöglich einen Zusammenhang zwischen Telearbeit in Berlin und der von ihm gegründeten Firma ‚BRIDGES Politik und Organisationsberatung GmbH‘ in Berlin gibt. Zumindest wird er auf der dortigen Homepage unter „Team & Netzwerk“ genannt. Die lückenlose Aufklärung ist man nicht zuletzt auch gegenüber den fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ministeriums schuldig. Diese lesen über ihren Minister und dessen Kreuzfahrturlaub schon genug in der Zeitung.“

Gutachten der vom Untersuchungsausschuss beauftragten Sachverständigen und des Rechnungshofs widersprechen Grün-Rot – Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, und der FDP-Obmann im Untersuchungsausschuss, Andreas Glück, sagten zu dem vom Untersuchungsausschuss in Auftrag gegebenen und nun vorliegenden Gutachten:

„Auch das jetzt vorgelegte Gutachten weist auf Verfahrensfehler hin. Nach der Aussage mehrerer Zeugen im Untersuchungsausschuss ist dies wenig überraschend. Das Gutachten kommt weiterhin nicht zu dem Schluss, dass der Kaufpreis überhöht gewesen wäre. In diesem Punkt entspricht es dem Gutachten des Rechnungshofs, der ausdrücklich keine Aussage über die Angemessenheit des Kaufpreises vornehmen konnte.“Mittlerweile liegen drei Gutachten vor: 1. Der Rechnungshof bezweifelt grundsätzlich, dass nach über eineinhalb Jahren die Angemessenheit des Kaufpreises überhaupt noch beurteilt werden kann.2. Das vom Untersuchungsausschuss beauftragte Sachverständigengutachten, das keinen überhöhten Kaufpreis feststellt.3. Die von der Landesregierung in Auftrag gegebene gutachterliche Stellungnahme stellt demgegenüber nicht nur einen überhöhten Kaufpreis fest, sondern traut sich bei einem Milliardenbetrag sogar zu, bis auf 100.000 Euro genau zu sagen, wie viel zu viel bezahlt wurde.„Dies lässt die von der Landesregierung beauftragte Stellungnahme als unseriös erscheinen“, so Glück und Rülke.

Grün-rote Bildungspolitik hat Situation der Kommunen verschärft – Vor Ort entwickelte Schulkonzepte nicht weiter verbieten – Zur von Grün-Rot angekündigten regionalen Schulentwicklung sagten der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, und der bildungspolitische Sprecher, Dr. Timm Kern:

„Grün-Rot verlangt nun von den Kommunen und den Verantwortlichen vor Ort, dass sie das Porzellan wieder kitten, das die Koalitionäre mit ihrer ideologisch motivierten Bildungspolitik zerschlagen haben. Durch die privilegierte Einführung der Gemeinschaftsschule und die überstürzte Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung ist die schwierige Situation erheblich verschärft worden, in der sich die Kommunen aufgrund der rückläufigen Schülerzahlen ohnehin schon befinden. Wenn es Grüne und SPD ernst meinen mit der von ihnen angekündigten ‚Bildungspolitik von unten‘ und wenn die regionale Schulentwicklung nicht zum Feigenblatt grün-roten Durchregierens werden soll, muss die Landesregierung den Kommunen auf Augenhöhe begegnen. Sie darf Schulkonzepte, die den Bedürfnissen vor Ort entsprechen, wie zum Beispiel die Kooperation oder den Verbund einer Werkrealschule und einer Realschule nicht weiter verbieten.”

Die unsolide Haushaltspolitik der Landesregierung wird zum Risiko für das Land – Anders als der Finanz- und Wirtschaftminister Nils Schmid hält der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, die negative Prognose der Rating-Agentur Moodys für ein Alarmzeichen. ‘

Aus Rülkes Sicht räche sich die Ankündigung der Regierung Kretschmann, trotz bester Konjunktur und gewaltiger Steuereinnahmen Milliarden neuer Schulden machen zu wollen. „Der Schuldensirtaki der Herren Kretschmann und Schmid führt absehbar zu einem schlechteren Rating des Landes und damit zu höheren Zinszahlungen. Es wird Zeit, dass die beiden ihren Ausflug in griechische Gefilde beenden und lernen, was solide Haushalte sind”, so Rülke wörtlich.

An technologiepolitischen Schwerpunkten auch unter veränderten politischen Bedingungen festhalten – Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, sagte auf einer Landespressekonferenz: „Ein herausragendes Ziel der Landespolitik besteht in der Sicherung und dem Ausbau der Position Baden-Württembergs als leistungsfähigem Forschungs- und Technologiestandort im internationalen Wettbewerb“. Voraussetzung sei dafür, dass die Wirtschaft eines exportorientierten Hochlohnlandes wie Baden-Württemberg auf den Weltmärkten mit technologisch hoch stehenden Produkten, Verfahren und Dienstleistungen agiere. Das Land habe sich 2010/2011 entschlossen, technologiepolitische Schwerpunkte in den Bereichen Nachhaltige Mobilität, Automobilforschung, Umwelttechnik und Ressourceneffizienz, Medizin und Pflege sowie den Informations- und Kommunikationstechnologien zu setzen, wie dies unter anderem auch von Gutachtern wie McKinsey/IAW und Prognos empfohlen wurde.

Die FDP-Landtagsfraktion halte diese Schwerpunkte weiterhin für richtig. „Wir sehen aber die Gefahr, dass im Land nun unter Grün-Rot eine Industriepolitik Einzug hält, die dem Standort mehr schadet denn nutzt. Das Land ist immer gut damit gefahren, sich darauf zu beschränken, solide wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen und die Unternehmen selbst entscheiden zu lassen, welche Produkte, Prozesse und Dienstleistungen entwickelt werden“, so Hans-Ulrich Rülke. Um diesen Prozess kritisch-konstruktiv zu begleiten, hat die FDP-Landtagsfraktion zwei Große Anfragen zur Innovationspolitik des Landes auf den Weg gebracht.Die Große Anfrage „Innovationspolitik des Landes Baden-Württemberg“ (DS 15/2071) thematisiert:• Fragen der grundlegenden Orientierung der Innovationspolitik des Landes, z.B. der steuerlichen und der Projektförderung,• fragt exemplarisch nach Erfolgen und Misserfolgen sowie Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich der Förderung von Biotechnologie und Medizintechnik, • diskutiert die Bilanz und die Erweiterungsmöglichkeiten des Innovationsgutscheins als eines speziell für kleinere Unternehmen geeigneten Instrumentariums des Technologietransfers und der Innovationsförderung • und wirft allgemeine Fragen der Innovationspolitik auf wie die der Innovationsberatung, der Innovationsberichterstattung und der Förderung eines gedeihlichen Innovationsklimas.Die zweite Große Anfrage „Innovation im Wechselspiel von Wissenschaft und Wirtschaft“ geht vom weit überdurchschnittlichen Anteil der privaten und öffentlichen Aufwendungen Baden-Württembergs für Forschung und Entwicklung in Höhe von 4,3 % des Bruttoinlandsprodukts aus. Vor diesem Hintergrund wird thematisiert:• welchen Beitrag die Forschungseinrichtungen und Hochschulen im Land Baden-Württemberg für die Innovationskraft und den Technologietransfer, gerade zu Gunsten kleiner und mittlerer Unternehmen sowie möglicher Existenzgründer, leisten können und wie das Land dies unterstützen kann,• welche Verbesserungschancen im Bereich der sogenannten seed-Förderung, beim Programm „Junge Innovatoren“ oder bei der Etablierung eines Talentmanagements im Rahmen der Existenzgründungsförderung durch das Land möglich sind,• welche vielfältige Formen der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft sich im Land Baden-Württemberg entwickelt haben und welche Potentiale für eine Vertiefung und Erweiterung dieser Zusammenarbeit bestehen.

Offenbar kennt Nils Schmid selbst nicht die Bürgschaftsregeln und –praxis des Landes – Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft hat in seiner Antwort auf einen parlamentarischen Antrag der FDP-Landtagsfraktion mit dem Titel „Bürgschaften des Landes für kleine und mittlere Unternehmen in der Insolvenz“ mitgeteilt, dass es in den letzten zehn Jahren (2002 bis 2011) keinerlei Landesbürgschaften für Unternehmen gegeben habe, die sich zum Zeitpunkt der Bürgschaft in der Insolvenz befunden hätten. Außerdem habe es keine einzige Landesbürgschaft für kleine und mittlere Unternehmen gegeben. Diese Mitteilung habe Minister Schmid selbst unterschrieben.

Wie der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, sagte, sei damit die Kritik des Ministers Schmid an der FDP, die sich im Falle der Insolvenz von Schlecker gegen die Gewährleistung von Bürgerschaften durch das Land Baden-Württemberg ausgesprochen hatte, in sich zusammengebrochen. Schmid hatte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung am 16. Juni 2012 erklärt: „Der Widerstand gegen eine Staatsbürgschaft war eine parteipolitische Marketingmaßnahme der Liberalen. Sie verschwiegen, dass es immer wieder viele staatliche Bürgschaften für kleine und mittlere Betriebe gibt.“ Rülke weiter: „Die Äußerungen von Minister Schmid stellen einen höchst unqualifizierten Versuch dar, die FDP zu diffamieren. Offenbar kennt der Minister nicht einmal die Bürgschaftsregeln und die Bürgschaftspraxis des Landes.“ Bei Bürgschaften bedürfe es eines klaren ordnungspolitischen Kompasses: Keine Benachteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen, keine verkappte Industriepolitik, sondern Konzentration auf marktfähige Lösungen und neue Geschäftsmodelle, so Rülke.Auch auf den unteren Ebenen der L-Bank sowie der Bürgschaftsbank habe es laut Schmid selbst in den letzten Jahren keinerlei Bürgschaften für insolvente Unternehmen gegeben. Was Schmid vorhatte, sei also eine in der Geschichte des Landes einmalige „Lex Schlecker“ gewesen.In Schmids Antwort auf Rülkes Anfrage finde sich der Satz: „Landesbürgschaften werden grundsätzlich nur gegenüber Kreditinstituten gewährt.“ Weder Schlecker, noch der Schlecker-Insolvenzverwalter noch irgendeine Form einer Auffanggesellschaft seien offensichtlich Kreditinstitute. „Es ist erkennbar, dass Minister Schmid die Bürgschaftsregeln des Landes nicht kennt beziehungsweise ignoriert, weil es ihm darum, ging sich mit dem Thema Schlecker zu profilieren, um so aus dem Schatten des Ministerpräsidenten heraus zu kommen“, so Rülke.Das Ministerium mache auch klar, dass Massekredite (also Kredite für Unternehmen vor oder in der Insolvenz) „aufgrund des hohen Ausfallrisikos regelmäßig ohne die Einbindung öffentlicher Bürgschaften oder Landesbürgschaften dargestellt“ werden (Originalzitat Nils Schmid). Damit gebe der Minister offen zu, dass er angestrebt habe, im Falle Schlecker ein Risiko einzugehen, das das Land sonst nie eingehe. Es sei ihm um eine einseitige Bevorzugung des Unternehmens Schlecker gegangen. Mit seiner Behauptung in der Süddeutschen Zeitung, es gebe für mittelständische Unternehmen eine vergleichbare Behandlung durch das Land Baden-Württemberg habe Minister Schmid den offenkundig vorsätzlichen Versuch unternommen, die Öffentlichkeit zu täuschen.

Haltlose Vorwürfe von Grün-Rot sind nur mit eigenen Zweifeln am Ergebnis der von der Landesregierung beauftragten gutachterlichen Stellungnahme erklärbar – Der Fraktionsvorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, und der FDP-Obmann im Untersuchungsausschuss, Andreas Glück, sagten zu dem von Grünen und SPD erhobenen haltlosen Vorwurf, die FDP verweigere sich einer aktiven Aufarbeitung des EnBW-Anteilskaufs, was sich darin zeige, dass ein Antrag von Grünen und SPD nicht mitgetragen werde:

„Bisher liegt der FDP-Landtagsfraktion weder die Schiedsklage noch die in Bezug genommene, von der Landesregierung in Auftrag gegebene gutachterliche Stellungnahme zum Wert der EnBW-Anteile vor. Der FDP vorzuwerfen, sie beteilige sich nicht an einer Initiative, deren Zielrichtung und Grundlagen der FDP-Fraktion bislang weitgehend unbekannt sind, ist schlicht unseriös und blanker grün-roter Populismus.“ Augenscheinlich liege den Regierungsfraktionen zumindest die gutachterliche Stellungnahme, womöglich auch die Klageschrift vor. Insoweit stelle sich die Frage, warum diese Dokumente bislang nicht allen Fraktionen und auch nicht dem Untersuchungsausschuss zur Verfügung gestellt wurden. Für diese Woche sei das Ergebnis der vom Untersuchungsausschuss beauftragten Sachverständigen zum Thema Wertermittlung angekündigt worden. „Offenbar befürchtet Grün/Rot, dass selbst der nun schon deutlich reduzierte von ihnen behauptete Schaden von 840 Mio. Euro von den Sachverständigen erschüttert wird. Anstatt die vom Rechnungshof geäußerten grundlegenden Zweifel an einer nachträglichen objektiven Wertermittlung, die nach Ansicht des Rechnungshofes – wenn überhaupt – allenfalls mit internen Unternehmensinformationen möglich sein soll, zur Kenntnis zu nehmen, stellt Grün/Rot den nunmehr noch behaupteten – bereits um über die Hälfte zusammengeschmolzenen – Schaden von 840 Mio. Euro als Tatsache dar“, so Rülke und Glück weiter. Um dringend erforderliche Informationen über die ICC-Klage und die von der Landesregierung in Auftrag gegebene Stellungnahme zu erhalten, hat die FDP/DVP-Fraktion am vergangenen Mittwoch, 17. Juli, einen Antrag eingebracht (Drucksache 15/2108).

Geplante EU-Verordnung darf so nicht kommen – Im Rahmen der Beratung eines fraktionsübergreifenden Entschließungsantrags zu den Bodenverkehrsdiensten am Flughafen Stuttgart sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann:

„Der gemeinsame Entschließungsantrag ist ein wichtiges Signal in Richtung Brüssel, dass wir die dortigen Planungen für eine neue EU-Verordnung nicht hinnehmen werden. Ein sachgerechter Wettbewerb ist auch in unserem Interesse. Wenn man nun aber in Brüssel meint, die Anzahl der Anbieter von Bodenverkehrsdiensten völlig frei zu geben, dann schüttet man das Kind mit dem Bad aus. Die Rahmenbedingungen müssen in diesem besonderen Tätigkeitsfeld der Bodenverkehrsdienste schon so gesetzt werden, dass ein vernünftiges Arbeiten möglich ist. Die Brüsseler Pläne könnten jedoch zu völligen Marktverwerfungen führen. Wir Liberale stehen für Qualitätswettbewerb. Einem Wettlauf um Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, wie er aus den EU-Plänen folgen könnte, reichen wir nicht die Hand. Auf Bundesebene wurde deshalb bereits am 08.02.2012 ebenfalls zum Ausdruck gebracht, gegen die Brüsseler Pläne vorzugehen. Es ist gut, dass jetzt auch die Landesregierung aufgefordert wird, sich gegenüber Bund und EU weiterhin zu engagieren.“

Unternehmerische Fähigkeiten stärken – Verlust von Produktionsflächen verringern – Der stellvertretende Vorsitzende und Sprecher für Agrarpolitik und Verbraucherschutz der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Friedrich Bullinger, sieht in der Kasseler Erklärung der FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz die Position der Landwirte, Förster, Jäger, Holzwirtschaft und Verbraucher sowie den Naturschutz erheblich gestärkt. In fünf Punkten listet die Arbeitsgruppe Landwirtschaft, Naturschutz und Forsten der FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz Anforderungen für eine zukunftsweisende Agrar- und Verbraucherschutzpolitik auf:

1. Unternehmerische Fähigkeiten stärkenLandwirtinnen und Landwirte sollen die steigenden Anforderungen in der Herstellung hochwertiger Nahrungsmittel und nachwachsender Agrarrohstoffe auch in Zukunft in der bisherigen Qualität erfüllen können. Dazu müsse beispielsweise die unternehmerische Freiheit gestärkt werden. Europaweit seien faire Wettbewerbsbedingungen zu verankern. Die Effizienz der Kontrollen soll dadurch erhöht werden, dass korrekt wirtschaftende Betriebe seltener kontrolliert werden als auffällig gewordene.2. Boden ist nicht vermehrbar – Verlust landwirtschaftlicher Produktionsflächen verringernIm zunehmenden Wettbewerb um die Fläche dürfen die Beschäftigten im Agrarsektor nicht das Nachsehen haben. Ziel sei auf eine stärkere Reduzierung des Flächenverlustes hinzuwirken. Eine Ökologisierungskomponente mit verpflichtender Flächenstilllegung, wie es die EU in den Überlegungen zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik vorsieht, darf es auf keinen Fall geben. Vielmehr sollten Bund und Länder gemeinsam die rechtlichen Vorgaben und Regulierungsinstrument auf dem Bodenmarkt mit dem Ziel einer Verringerung des Agrarflächenverbrauchs überprüfen. 3. Verbraucherschutz stärkenDie deutschen Verbraucherschutzstandards gehören europaweit zu den höchsten. Dennoch hat das verantwortungslose Handeln Einzelner zur Stigmatisierung einer ganzen Branche und zur Verunsicherung bei den Bürgerinnen und Bürgern geführt. Deshalb muss die Transparenz bei der Produktion und Vermarktung von Lebensmitteln und Agrarrohstoffen erhöht werden.4. Tierschutz verbessern Der Tierschutz in der Nutztierhaltung unterliegt in Deutschland im internationalen Vergleich hohen Standards. Ein Schwerpunkt ist die Verpflichtung der Tierhalter, Eigenkontrollen durchzuführen. Die Einführung höherer Tierschutzstandards in der Nutztierhaltung ist jedoch nicht kostenlos zu haben. Dies würde auch zu einem schnelleren Strukturwandel und zur Verlagerung der Nutztierhaltung in Ausland führen.5. Umgang mit Natur an länderspezifischen Gegebenheiten ausrichtenWir fordern, dass innerhalb Europas der Umgang mit der Natur, der Jagd und Fischerei sowie der Landwirtschaft stärker an den länderspezifischen Gegebenheiten ausgerichtet wird. Europäische Einheit darf nicht bedeuten, natürlich Unterschiedliches zwanghaft anzugleichen. Holz ist unser wichtigster nachwachsender Rohstoff. Für eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Wirtschaft ist die Bereitstellung von Holz für verschiedene Nutzungen von großer Bedeutung. Wir fordern, die Bewirtschaftung unserer Wälder sowohl an den Erfordernissen naturräumlicher Gegebenheiten auszurichten als auch an der Nachfrage der Wirtschaft. Das Nadelholz darf mit seinen verschiedenen Nutzungen in der Bau- und Möbelwirtschaft nicht aus unseren Wäldern verdrängt werden, es muss vielmehr entsprechend dem Bedarf erhalten werden.Info: Die vollständige Kasseler Erklärung finden Sie im Internet unter: http://www.fdp-dvp.de/docs/Kasseler_Erklaerung.pdf

Abschaffung des Gesetzes macht Weg für innovative Verordnung frei – Im Rahmen der ersten Beratung des Gesetzentwurfs zur Aufhebung des Fahrberechtigungsgesetzes sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann:

„Der vorliegende Gesetzentwurf lässt liberale Herzen höher schlagen. Das bisherige Landesgesetz kann aufgehoben werden, weil die schwarz-gelbe Bundesregierung ihre Hausaufgaben gemacht hat. Nunmehr kann das Land unmittelbar durch Verordnung regeln, unter welchen Voraussetzungen ehrenamtlich Tätige Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen fahren dürfen, ohne dass sie den gesonderten sehr teuren Führerschein machen müssen. Das ist ein Stück weit Anerkennungskultur für Ehrenamtliche, aber auch ein notweniger Baustein, damit die Hilfsorganisationen ihre Arbeit vernünftig machen können. Es freut mich auch, dass durch die Abschaffung des nicht mehr benötigten Gesetzes ein Stück weit Bürokratieabbau verwirklicht werden kann.“

Zusagen aus dem Koalitionsvertrag nicht weiter auf die lange Bank schieben – Die FDP-Landtagsfraktion hat einen Gesetzentwurf zur Stärkung der Beteiligung Jugendlicher in der Kommunalpolitik vorgelegt, der Thema einer Landtagsdebatte war (Drucksache 15/1674). Die Gemeindeordnung soll so abgeändert werden, dass die Gemeinde Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligen muss. Dazu sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Prof. Dr. Ulrich Goll: „Das Prinzip der Partizipation von Jugendlichen auf der kommunalen Ebene wird damit nicht mehr als bloße Option, sondern als Verpflichtung ausgestaltet. Insbesondere wird die Einrichtung eines Jugendgemeinderats nahegelegt. Für diesen gilt es dann, für die Gemeinden ein Rederecht, ein Vorschlagsrecht und ein Anhörungsrecht einzurichten.“

„Durch diese Manifestation des Grundsatzes der Mitbestimmung Jugendlicher wird es den Jugendlichen erleichtert, sich aktiv in den politischen Prozess einzubringen – und dies, ohne die Gemeinden in ihrer Selbstverwaltung unangemessen zu beschneiden“, so Goll. Es sei auffallend, dass die so genannte „Bürgerregierung“ in einem weiteren Bereich ihren Versprechungen aus dem Koalitionsvertrag ohne Grund hinterherhinke.Mit dem Gesetzentwurf will die FDP-Landtagsfraktion Jugendlichen ein stärkeres Beteiligungsrecht bei den Angelegenheiten einräumen, die sie in der Gemeinde direkt betreffen. „Jugendliche früh in die politische Beteiligung mit einzubeziehen, ist das beste Mittel gegen Extremismus“, führten Goll und der jugendpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern aus. Jugendliche für demokratische Prozesse zu gewinnen, habe einen unschätzbaren Wert für die politische Bildung, die gesellschaftliche Teilhabe und die Demokratie insgesamt. Es sei weit verbreitet, die angeblich steigende Politikverdrossenheit unter Jugendlichen zu beklagen, so Goll und Kern. Dann müsse man von politischer Seite aber auch reagieren: „Es ist wichtig, Jugendlichen die Gewissheit zu geben, dass Ihre Interessen für politische Entscheidungsprozesse ein sehr wichtiger Faktor sind – hier darf es nicht jeder Gemeinde selbst überlassen bleiben, ob sie Jugendliche bei sie direkt betreffenden Fragen beteiligt.“

FDP-Fraktion fordert Grün-Rot auf, die Öffentlichkeit über ihre wahren Ziele zu informieren – Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern, sagte in einer von den Liberalen beantragten Aktuellen Debatte über die von der Landesregierung geplanten Streichungen und Umschichtungen von Lehrerstellen:

„Die FDP-Landtagsfraktion begrüßt, dass der Ministerpräsident endlich einmal den Versuch unternimmt, die Problematik des demographischen Wandels anzugehen. Aber die Art und Weise, wie die grün-rote Regierung hierbei vorgeht, gleicht einer bildungspolitischen Geisterfahrt. Was ist schlimmer: Eine Mehrarbeitsstunde auf freiwilliger Basis, wie sie die CDU/FDP-Regierung auf den Weg gebracht hat und wie sie Grün-Rot wieder gekippt hat? Oder Kürzungen bei der Beamtenversorgung und eine Stellen-streichungsorgie, die bei weitem das in den Schatten stellt, was die CDU/FDP-Landesregierung an kw-Vermerken (künftig wegfallend) – mit der ausdrücklichen Zu-stimmung von SPD und Grünen – für die Jahre 2014 bis 2018 beschlossen hatte? Denn Grün-Rot will nicht nur die 8.055 Lehrerstellen anhand der kw-Vermerke wegfallen lassen, sondern auch die ‚Qualitätsoffensive Bildung‘ der Vorgängerregierung im Umfang von rund 3.500 Stellen rückgängig machen. Dabei ist gerade die Senkung des Klassenteilers ein Instrument, um sicherzustellen, dass die frei werdenden Ressourcen im Bildungswesen verbleiben, und dass an allen Schularten übergroße Klassen gleichermaßen verhindert werden.“ Timm Kern forderte eine transparente und nachvollziehbare Erhebung der Schülerzahlen, der Klassengrößen sowie der Unterrichtsversorgung. Gleichzeitig warf er der Landesregierung vor, sie meide Transparenz in diesem Zusammenhang ganz bewusst und bedaure nun scheinheilig die Notwendigkeit der Schließung kleiner Schulstandorte. Kern hierzu: „Es war doch die grün-rote Koalition, die durch eine übereilte und die Folgen nicht bedenkende Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung alle Schularten unter zusätzlichen Druck gesetzt und dadurch die Kommunen vielerorts in eine äußerst schwierige Lage gebracht hat. Es war doch die grün-rote Koalition, die mit dem vorgefertigten und pädagogisch einseitigen Paket ‚Gemeinschaftsschule‘ und dem goldenen Zügel den Kommunen die Wahlmöglichkeiten und jede Form von Entscheidungsfreiheit raubt. Grün-Rot hat die schwierige Situation erheblich verschärft, in der sich die Kommunen aufgrund des demographischen Wandels befinden.“Kern sagte ferner, der Verdacht, dass in großem Stil Umschichtungen zugunsten dieses grün-roten Lieblingskindes geplant sind, habe sich erschreckend schnell bestätigt. Es seien Planungen bekannt, dass allein in den Jahren 2012, 2013 und 2014 insgesamt 1.650 Lehrerstellen von anderen Schularten zu den Gemeinschaftsschulen umgeschichtet werden sollen – und dies ohne die Sonderschullehrer, die ja speziell im Bereich der Inklusion eingesetzt werden. „Skandalös ist dabei, wie Grün-Rot mit Hinweis auf die Sparzwänge den übrigen Schularten die Stellen entziehen will und einseitig der Gemeinschaftsschule zuschustert“, so Kern.Timm Kern forderte die grün-rote Landesregierung auf, die Öffentlichkeit über ihre bil-dungspolitischen Ziele aufzuklären. „Streben Sie ein zweigliedriges Schulsystem an, weil Sie aufgebrachte Eltern fürchten wie seinerzeit beim Volksentscheid in Hamburg über die schwarz-grüne Schulreform? Oder ist Ihr Ziel ein Einheitsschulsystem, wie bei Herrn Zeller, der das gegliederte Schulsystem in seinen öffentlichen Vorträgen als nicht mit der Verfassung vereinbar diffamiert? Oder wie bei Herrn Bosch von derselben Stabsstelle, der bei einer Veranstaltung am 12. Juni dieses Jahres in Tübingen unver-hohlen sagte, wenn es nach ihm ginge, werde das Gymnasium abgeschafft? Und wie stehen Sie von Grün-Rot zu der zurzeit diskutierten These, die Gemeinschaftsschule könne nur ohne die Konkurrenz durch das Gymnasium und die Realschule ein Erfolg werden? Über die Inhalte von Bildungspolitik lässt sich trefflich streiten, aber Wahrheit und Klarheit sind Sie den Bürgerinnen und Bürgern in Baden-Württemberg schuldig.“

Fachkräfteallianz ist durch schwarz-gelbe Vorgängerregierung in die Wege geleitet worden – In einer Aktuellen Debatte mit dem Titel „Der zunehmende Fachkräftebedarf als Wachstumshemmnis und politische Aufgabe“ hat der mittelstandspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Leopold Grimm, die Landesregierung kritisiert. Mit ihrer Bildungspolitik hintertreibe Grün-Rot alle Bemühungen zur Behebung des Fachkräftemangels. Die Konzentration der Ressourcen auf die Einführung der Gemeinschaftsschule führe zu einer Vernachlässigung der beruflichen Schulen. Grimm warnte davor, dass in Zukunft den Kindern und Jugendlichen das abhanden komme, wofür Baden-Württemberg bisher bekannt sei: „Für die vorzügliche Ausbildung der Schülerinnen und Schüler.“

Nach den Worten von Grimm hat sich die schwarz-gelbe Vorgängerregierung lange vor Grün-Rot des Problems Fachkräftemangel angenommen. Beispielsweise sei die Vorbereitung der sogenannten Fachkräfteallianz durch Schwarz-Gelb in die Wege geleitet worden. Für Baden-Württemberg sei es nicht nur wichtig, Fachkräfte aus Südeuropa anzuwerben, sondern in der Bildung sämtliche ideologischen Attacken auf die Ausbildungsfähigkeit von Schülern zu unterlassen.

FDP-Fraktion will Kinder gezielt unterstützen -Trotzdem Zustimmung für grün-rotes Gesetz – In der zweiten Beratung über den grün-roten „Gesetzentwurf zur Einbeziehung von Lebenspartnerschaften in ehebezogene Regelungen des öffentlichen Dienstrechts“ hat der Fraktionsvorsitzende Dr. Hans-Ulrich Rülke die Zustimmung der FDP-Landtagsfraktion signalisiert. Rülke kritisierte jedoch erneut, dass ein entsprechender Vorschlag der Liberalen schon zu Beginn der Legislaturperiode von der Regierungskoalition abgelehnt wurde.

„Unser Vorschlag, den wir heute nicht wieder aufgreifen, ist nach wie vor der bessere, der modernere und der zukunftsfähigere“, sagte Hans-Ulrich Rülke. Auch die FDP-Landtagsfraktion setze sich dafür ein, verheiratete und in eingetragener Partnerschaft lebende Beamtinnen und Beamte mit Blick auf den Familienzuschlag gleichzustellen, habe aber alternative Wege gesehen, dieses Ziel zu erreichen. Es sei auch möglich, die Gleichstellung dadurch zu erreichen, dass auf einen ehebezogenen Teil des Familienzuschlags verzichtet wird. Die so frei werdenden Finanzmittel könnten dann innerhalb des Familienzuschlags zugunsten der Kinder erhöht werden. Grünes Licht gab Hans-Ulrich Rülke für den rückwirkenden an der Föderalismusreform orientierten Stichtag 1. September 2006: Ab hier wird auf Antrag eine Gleichstellung von Personen in eingetragener Partnerschaft in Bezug auf die jeweils geltenden Regelungen zum Familienzuschlag, zur beamtenrechtlichen Versorgung, zur Beihilfe, zu den Reise- und Umzugskosen sowie zum Trennungsgeld vorgenommen.

Staatsgerichtshof soll Schuldenorgien bremsen können – In der zweiten Beratung über den Gesetzentwurf der CDU-Fraktion mit dem Ziel einer Über-prüfbarkeit der Einhaltung der Regeln der Landeshaushaltsordnung durch den Staatsge-richtshof sagte der Vorsitzende und finanzpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Es ist dringend notwendig, diese Möglichkeit zu schaffen!“ Die grün-rote Landesregierung wolle ja allgemein mehr Zuständigkeiten für und mehr Klagemöglichkeiten vor dem Staatsgerichtshof. Dies sei ja angeblich Teil ihrer Politik des „Gehört-werdens.“ Die FDP-Fraktion inte-ressiere sehr, ob dies auch für die Opposition gelte. Zu Oppositionszeiten habe Grün-Rot eine rasche Verankerung der Schuldenbremse in der Landesverfassung gefordert und nun halte man die Opposition seit Monaten hin. Gleichzeitig habe man das Beispiel Nordrhein-Westfalen vor Augen, wo eine rot-grüne Landesregierung mit ihrem Haushalt vor dem Verfassungsgericht gescheitert sei. Auch hier klaffe wieder ein gewaltiger Krater zwischen Anspruch und Wirklichkeit dieser Regierung. In der Opposition habe der heutige Staatssekretär Rust gewaltig die Backen aufgeblasen und im Dezember 2007 im Landtag das Verschuldungsverbot der schwarz-gelben Landesregierung als zu lasch kritisiert. Nun sei derselbe Ingo Rust, gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten und dem Finanzminister dabei, dieses „lasche“ Verbot aus den Angeln zu heben, um ungehemmt neue Schulden machen zu können. Ein Gefälligkeitsgutachten sei vorgestellt worden, um Grün-Rot den Weg zu immer neuen Schuldenorgien zu ebnen. Die FDP-Fraktion wolle wissen, ob eine Änderung der Landes-haushaltsordnung auf dem Wege sei, um immer mehr Schulden machen zu können und ausgeglichene Haushalte auf den Sankt-Nimmerleinstag zu vertagen.Der CDU-Antrag sei ein Akt der Notwehr gegen den drohenden Griechenlandkurs der Landesregierung. Es müsse verhindert werden, dass Kretschmann und Schmid im Schulden-Sirtaki in die Staatspleite stolpern. Damit sei dieser Antrag auch ein Akt der Nothilfe für das Land und seine Bürger. Wer Grün-Rot heute nicht auf dem Weg in den Schuldenstaat stoppe, zahle später über viele Jahre die Zeche, so Hans-Ulrich Rülke.

FDP-Fraktionschef wirft Landesregierung vor, Energiewende auf Bundesebene zu torpedieren – Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, hat Ministerpräsident Kretschmann in seiner Erwiderung auf dessen Regierungserklärung zur Energiewende vorgeworfen, den Bund aktiv in seiner Energiepolitik zu behindern. Seit Langem gebe es einen Konsens aller demokratischen Parteien in Deutschland, sich in der Energiepolitik von Erdöl, Kohle und Uran wegzubewegen und langfristig eine hundertprozentige Versorgung aus erneuerbaren Energien anzustreben. Dissens habe es aber stets in der Frage des Zeithorizonts gegeben. Immerhin seien die Frage des Klimaschutzes, der Versorgungssicherheit und der Bezahlbarkeit von Energie neben dem Ausstieg aus der Kernenergie zu berücksichtigen gewesen, so Rülke.

Wenn der Ministerpräsident von Energieeinsparung und Energieeffizienz rede, sei man ebenfalls mit ihm einig. Bereits hier zeige sich aber, wie weit Anspruch und Wirklichkeit beim Politiker Winfried Kretschmann auseinanderklafften. Im Landtag rede Kretschmann scheinheilig von Energieeffizienz und stemple den Bund zum Sündenbock einer zu langsamen Energiewende. Im Bundesrat blockiere er aber gleichzeitig das Gesetz zur steuerlichen Absetzbarkeit der energetischen Sanierung. Nicht besser sei Kretschmanns Industriepolitik. Wortreich beklage er fehlenden Markt und Wettbewerb im Energiebereich. Gleichzeitig zementiere er planwirtschaftliche Strukturen durch knallharten Lobbyismus für eine längst antiquierte Solarwirtschaft in Deutschland. Die ostdeutschen Solarfirmen seien die modernen Ruhrgebietshütten. Die Solarwirtschaft in Deutschland habe einen Innovationsanteil von 2,5 Prozent. Das sei „low-tech“ und nicht „high-tech“. 55 Prozent der Subventionen würden in Deutschland in 3 Prozent der Stromerzeugung fließen. Außerdem gebe es eine Bevorrechtigung für Solarstrom bei der Einspeisung, so dass niemand die dringend notwendigen Gaskraftwerke baue, weil diese unwirtschaftlich gemacht würden. Im Vergleich zu dieser Planwirtschaft seien Erich Honeckers Fünfjahrespläne geradezu ordnungspolitische Quantensprünge gewesen, so Rülke. Als es darum gegangen sei diesen Unsinn einzuschränken, habe die Regierung Kretschmann mit anderen Sozialisten wie Horst Seehofer dagegen im Bundesrat als Cheflobbyist der Solarwirtschaft verbissen gekämpft. Der damalige Vorschlag der Bundesminister Rösler und Röttgen hätte der erste Schritt auf dem Weg zur Energiewende werden sollen. Doch Kretschmann habe sich daran beteiligt, dem Bund bereits bei diesem ersten Schritt die Beine wegzuschlagen.Die Wirtschaft im Lande brauche aber nicht nur bezahlbare Energie, sondern vor allem auch eine verlässliche Energieversorgung zum jeweils richtigen Zeitpunkt. Die notwendigen „back-up-Kapazitäten“ aus Gas und Kohle seien dringend erforderlich. Mit Sonne und Wind allein sei die Energieversorgung des Landes nicht zu leisten.Ähnlich traurig sehe es im Bereich der Speicherung und des Leitungsausbaus aus. Die Landesregierung sorge mit ihrer Energiepolitik dafür, dass die Menschen und die Wirtschaft im Lande immer entweder zu wenig oder zu viel Energie hätten, aber niemals Bedarfsgerechtigkeit hergestellt werde.Es sei richtig, so Rülke, die Bedingungen für die Windenergie im Lande zu verbessern. Zu diesem Zwecke habe bereits die alte Landesregierung den Windatlas erstellen lassen. Es sei aber nicht zielführend, über das Landesplanungsgesetz die Regionalverbände auszuschalten und den Schwarzen Peter den Kommunen zuzuschieben. Obendrein sorge der Windenergieerlass zu erbitterten Auseinandersetzungen vor Ort. Kretschmann falle nichts ein zur Wasserkraft und zur Geothermie. Die Biomasse führe ein stiefmütterliches Dasein. Statt Innovation gebe es ein Grünlandumbruchverbot. Kretschmann melde Fehlanzeige auf dem Wärmemarkt und tue nichts im Bereich der Entwicklung von Wärmepumpen. Nebenbei habe sein Umweltminister alle Klimaziele aufgegeben und erkläre die CO2-Reduzierung für weniger wichtig und nicht vordringlich. Stattdessen würden Kretschmann und Untersteller nur von Windenergie reden und dabei auch den Nachhaltigkeitsbeirat ignorieren, der angesichts von Rotoren mit 180 Metern Höhe ein Moratorium fordere.In ihrer alibimäßigen Fokussierung auf Windmühlen erinnerten Winfried Kretschmann und Franz Untersteller an Don Quijote, den Ritter von der traurigen Gestalt und seinen Schildknappen Sancho Pansa, die – CO2-neutral auf Pferd und Esel – skurrilen Abenteuern entgegenritten, so Rülke. Auch das Ende der Geschichte erinnere stark an das berühmte Vorbild bei Cervantes. Schließlich ritten Don Kretschote und Sancho Franza gegen Windmühlen, die sie für Monster hielten, die die gesamte Energieversorgung alleine stemmen können. Am Ende seiner Energiepolitik würde aber Don Kretschote verwundert am Rotor eines Windrades hängen, sich mitdrehen und erstaunt feststellen, dass es nur ein Windrad und kein Monster sei.Aus Sicht der FDP-Fraktion seien fünf Handlungsfelder anzugehen:1.) Der Netzausbau. Hier sei wie beim Fernstrassenbau eine einheitliche Bun-deszuständigkeit notwendig, um voran zu kommen.2.) Erneuerbare Energien. Hier müsse man von der Planwirtschaft zum Wettbewerb kommen. Auch die bevorrechtigte Einspeisung müsse auf den Prüfstand gestellt werden.3.) Kraftwerksbau. Der Bau von Kohle- und Gaskraftwerken müsse ermöglicht und nicht verhindert werden.4.) Energieeffizienz. Schluss mit der Blockade der steuerlichen Abzugsfähigkeit der energetischen Sanierung im Bundesrat!5.) Energieforschung. Diese werde erstickt durch eine Subventionspolitik, die endlich ein Ende finden müsse. Vom Plan zum Markt heiße die Devise.Im Ergebnis betreibe die Regierung Kretschmann eine verheerende Energiepolitik. Wenn man so weiter mache, würde man einen Beitrag dazu leisten, dass in Deutschland bald wieder über die Laufzeit von Kernkraftwerken diskutiert würde, so Rülke.

Grün-Rot benötigt dazu 100 Beamtenstellen für nicht hoheitliche Tätigkeiten – Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, und der justizpolitische Sprecher Prof. Dr. Ulrich Goll kritisieren die Entscheidung der Landesregierung, die Verträge für die Teilprivatisierung der Justizvollzugsanstalt Offenburg rückgängig zu machen. Dazu müssen die Verträge von rund 100 Mitarbeitern eines privaten Unternehmens gekündigt werden und es werden gut 100 neue Beamtenstellen benötigt. Rülke und Goll: „Dies ist eine rein ideologisch motivierte Entscheidung – sie entbehrt jeder sachlichen Begründung. Es geht der Landesregierung wohl nur um das sozialistische Prinzip, wonach in der Wirtschaft immer der Staat vor dem Privaten kommen muss.“

Rülke und Goll warnen vor einer weiteren Belastung des Staatshaushalts auf Kosten der Beamten. Als skandalös werten Rülke und Goll, dass dafür 100 weitere Beamtenstellen benötigt werden und bei den derzeitigen Beamten gekürzt wird. Dass nur 37 Neustellen erforderlich sein sollen, was an sich schon eine stolze Zahl ist, sei eine Milchmädchenrechnung: die durch die Standortschließung freiwerdenden Stellen könnten sinnvoller verwendet werden und bei Freiwerden dem Haushalt zurückgeführt werden. „Die Offenburger Lösung war und ist sinnvoll, denn man muss in einer Justizvollzugsanstalt nicht hoheitlich waschen, bügeln oder kochen. Grün-Rot setzt auf staatliche Lösungen, die langfristig zur Überforderung des Gemeinwesens beitragen, denn es werden immer mehr zusätzliche Beamte gebraucht. Dies ist der falsche Weg.“

Es darf nicht der Eindruck entstehen, Baden-Württemberg wäre mit dem derzeitigen Länderfinanzausgleich einverstanden – Zur Absicht des bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer, gegen den bestehenden Länderfinanzausgleich vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen, sagte der Vorsitzende der baden-württembergischen FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Die baden-württembergische FDP-Landtagsfraktion fordert Ministerpräsident Kretschmann auf, sich mit Horst Seehofer und möglichst auch mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier abzustimmen. Es wäre ein verheerendes Signal, wenn nur Bayern klagte, denn es entstünde der Eindruck, Baden-Württemberg wäre mit dem derzeitigen Länderfinanzausgleich einverstanden. Es darf nicht sein, dass unser Land im Abseits steht.“

Direktanbindung der Gäubahn an Flughafen und Messe bleibt bestehen – Der verkehrspolitische Sprecher Jochen Haußmann der FDP-Landtagsfraktion teilt zum Ergebnis der S21-Projektpartner zum Filderdialog mit:

„Ich begrüße die Entscheidung der S21-Projektpartner. Für die Menschen entlang der Gäubahn bleibt die Direktanbindung an den Flughafen und die Messe gesichert.Die FDP-Landtagsfraktion hat seit langem Verbesserungen beim Filderbahnhof angemahnt. Wichtig ist es, die beim Filderdialog begonnene Transparenz nun auch bei den weiteren Planungen für den Filderbahnhof unter der Flughafenstraße und für den Lärmschutz auf den Fildern fortzusetzen. Wir wären in dem Verfahren schon wesentlich weiter, hätte nicht Verkehrsminister Winfried Hermann vertragswidrige und die Volksabstimmung missachtende Varianten in den Dialog mit eingebracht. Die Projektpartner haben entschieden. Jetzt ist der Weg frei für die Projektingenieure, eine bessere Lösung für den Filderbahnhof zu planen. Ich hoffe, dass die Projektpartner auch bei der Wendlinger Kurve nochmals den Dialog suchen, so dass zumindest eine Aufwärtskompatibilität für einen späteren zweigleisigen Ausbau möglich ist.“

Experten unterstützen prinzipiell Zuwanderung des Rothirsches ins Biosphärengebiet – Das baden-württembergische Wappentier, der Rothirsch, will „heim“ ins Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Die Landesregierung lässt ihn (noch) nicht. Doch an der grün-roten Front bröckelt es. Eine vom Münsinger Landtagsabgeordneten Andreas Glück moderierte Expertenanhörung der FDP-Landtagsfraktion im Stuttgarter Landtag brachte viele positive Signale. Nach den Worten von Glück war die sachliche Diskussion aller Teilnehmer trotz unterschiedlicher Auffassungen sehr hilfreich. „Der Hirsch ist Landeskulturgut, aber auch Teil der Identität unserer Region“, so Glück.

Die derzeitige gesetzliche Regelung sieht ein Abschussgebot für Rotwild außerhalb ausge-wiesener Rotwildgebiete vor. Die grün-rote Landesregierung hält an dieser Verpflichtung fest. Das soll sich nach der Auffassung von Andreas Glück für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ändern. Bereits im März hatte er die Landesregierung aufgefordert, das gesetzliche Abschussgebot auszusetzen und eine natürliche Zuwanderung des Rotwilds in seine angestammte Heimat des Biosphärengebiets wissenschaftlich zu begleiten. Ziel müsse es sein, ein geeignetes Wildkorridorkonzept zu erarbeiten, bei dem die Belange der Land- und Forstwirtschaft, aber auch des Naturschutzes, des Tourismus und des Verkehrs berücksichtigt werden, so Glück. Bei der Anhörung bekam Glück Unterstützung vom Landesjagdverband (LJV). Gerade der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen als das „Herz“ des Biosphärengebiets sei durch seine Offenheit für ein „Steppentier“ wie den Hirsch gut geeignet, sagte der LJV-Rotwildexperte Dieter Henning. „Ich sehe keinen besseren Platz für eine Modellregion“, betonte auch Frank Simon, offizieller Bildungspartner und Mitentwickler des Rahmenkonzepts für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb im Arbeitskreis „Wald, Holz und Jagd“. Gemeinsam mit Petra Bernert, der Leiterin des Biosphärenzentrums Schwäbische Alb, legte Simon dar, welche Entwicklungsziele sich das Biosphärengebiet im Blick auf den Hirsch geben wolle. Bernert betonte, man habe sich des Themas Rotwild angenommen und stehe ihm grundsätzlich positiv gegenüber. Für eine gute wissenschaftliche Begleitung einer Zuwanderung müsse man vermutlich das Abschussgebot im Biosphärengebiet aufheben.Frank Sürmann, umweltpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, erklärte, Baden-Württemberg befinde sich bei den Rotwildgebieten bundesweit an letzter Stelle. So habe Hessen einen Rotwildanteil von 40 Prozent der Landesfläche, Baden-Württemberg lediglich 4 Prozent. Die guten Erfahrungen in Hessen führten zwischenzeitlich dazu, eine generelle Freigabe der Rotwildgebiete ins Auge zu fassen. Insgesamt stellten die Rotgebiete eine Bereicherung sowohl beim Tourismus als auch bei der Biodiversität dar. Dort, wo Rotwild genügend Freiraum habe, würden sich auch Waldschäden in Grenzen halten.Kritiker einer Rückkehr des Hirschs ins Biosphärengebiet Schwäbische Alb wie die Vertreter der Forstkammer Baden-Württemberg, Jerg Hilt und Siegfried Riedl, sowie der NABU führten zu erwartende Schäden am Baumbestand an, wenn auch aus unterschiedlicher Perspektive. Dr. André Baumann, Vorsitzender des NABU Baden-Württemberg, resümierte gleichwohl, das Biosphärengebiet als solches sei durch seinen hohen Offenlandanteil und die relativ geringe verkehrliche Zerschneidung grundsätzlich für den Hirsch geeignet. Allerdings müsse es zunächst in den bestehenden Rotwildgebieten ein erfolgreiches Rotwildmanagement geben. Der BUND betrachtet das Rotwild indes als Bereicherung. Die Wiederzulassung bedeute eine Verbesserung der Biodiversität, wie Samuel Kick erläuterte. Bernhard Panknin vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz verwies auf die Probleme in den vorhandenen Rotwildgebieten, diese seien noch nicht gelöst. Die Wiederansiedlung des Rotwilds im Biosphärengebiet sei verfrüht. Voraussetzung seien entsprechende Managementplanungen. Des Weiteren sei die Finanzierung völlig offen. Sobald diese Fragen geklärt seien, sei das Rotwild im Biosphärengebiet jedoch „höchstwill-kommen“. „Alle sind übereingekommen, für die Wiederansiedlung von Rotwild im Biosphärengebiert Schwäbische Alb einen Schritt nach dem anderen gehen zu wollen. Neben unter-schiedlichen zeitlichen Vorstellungen zeigt sich doch: Die Richtung stimmt“, so Andreas Glück.

Neue Verkehrsverträge im Schienenpersonennahverkehr brauchen Controlling – Zu der heutigen Berichterstattung über eine Studie des Verkehrs-Clubs Deutschland (VCD), wonach das Land für den Schienenpersonennahverkehr an die DB Regio AG jährlich 140 Millionen Euro zu viel zahle, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann:

„Der Vorwurf, dass das Land als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr zu viel bezahle und damit Stuttgart 21 begünstigt habe, ist auch seitens des VCD nicht neu. Das Verkehrsministerium hat klargestellt, dass am derzeitigen so genannten großen Verkehrsvertrag nicht sinnvollerweise nachgesteuert werden könne. Jetzt gilt es, für die Anschlussvergaben für den Zeitraum ab 2016 Vorsorge zu treffen. Dabei steht für mich die Aufnahme von Kriterien für mehr Transparenz an erster Stelle. Die neuen Verträge sollten deshalb dann im Internet veröffentlicht werden. Die vom Land gezahlten Preise, also der Zuschussbedarf und die Konditionen der Anreize für gute Leistungen sowie die Bedingungen für Sanktionen bei schlechten Leistungen sollten dargestellt werden. Und ebenso sollten die Daten, die ohnehin erhoben werden, veröffentlicht werden. Beispielsweise zur Pünktlichkeit, zur tatsächlichen Auslastung (Verkehrsaufkommen) oder den Ergebnissen von Qualitätserhebungen. Ohne zusätzliche Bürokratie wäre mehr Trans-parenz und somit Wettbewerb gegeben.Ich fordere von Verkehrsminister Hermann, jetzt rasch einen Zeitplan für gestaffelte Vergaben der Verkehrsleistungen vorzulegen. Wir brauchen einen Vergabekalender mit Entzerrungsplan, um tatsächlichen Wettbewerb zu ermöglichen. Das vom derzeitigen Auftragnehmer Deutsche Bahn abgewickelte Verkehrsvolumen kann nicht auf einen Schlag ausgeschrieben werden. Dafür gibt es zu wenige Anbieter für einen echten Wettbewerb. Somit brauchen wir einen Stufenplan. Das muss jetzt in die Wege geleitet werden. Die VCD-Studie sollte für Minister Hermann ein weiterer Ansporn sein.“

Das von Minister Schmid bestellte Parteigutachten überzeugt nicht – Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, und der energiepolitische Sprecher und FDP-Obmann im Untersuchungsausschuss, Andreas Glück, werten das heute von Finanz- und Wirtschaftsminister Schmid vorgestellte Wertgutachten zur EnBW als nicht überzeugend. Es sei die erste von zahlreich vorliegenden Stellungnahmen, die den vom Land an die EDF bezahlten Preis als zu hoch ansieht und sei über eineinhalb Jahre nach dem Kauf erstellt worden, so Rülke und Glück. „Ob eine objektive Wertermittlung heute überhaupt noch seriös möglich ist, hat kürzlich der Rechnungshof in seinem Gutachten bezweifelt“, so Rülke.

„Das als unabhängig bezeichnete Wertgutachten ist tatsächlich ein von Minister Schmid be-stelltes sogenanntes Parteigutachten, das die ICC-Klage des Landes stützen und weitere Schadenersatzklagen vorbereiten soll“, so Glück. Dass die beauftragten Wirtschaftsprüfer im Ergebnis einen stark überhöhten Kaufpreis feststellen, sei deshalb nicht überraschend. Rülke und Glück: „Für das Gutachten wurde offenbar je nach Bedarf eine Argumentation gewählt, die zu einem möglichst niedrigen Anteilswert und damit einem möglichst hohen Schaden führt: • So werde der überhöhte Kaufpreis vor allem mit einer nicht gerechtfertigten Kontroll-prämie auf den Börsenkurs begründet. Dabei sei bislang insbesondere auch von Grünen und SPD stets betont worden, dass der Börsenkurs angesichts des sehr geringen Streubesitzes von unter zwei Prozent in Bezug auf den Unternehmenswert nur bedingt aussagekräftig sei. • Die Anteilseigner – das Land Baden-Württemberg und die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) – werden im Hinblick auf eine Kontrollmehrheit wie zwei konkur-rierende Energieversorger behandelt, obwohl sie in der Praxis bisher eng und vertrauensvoll im Interesse des Landes zusammengearbeitet haben. • Schließlich wird die Forderung der Wirtschaftsprüfer nach einem den Kaufpreis reduzierenden Paketabschlag mit dem Verkaufsinteresse der EDF begründet. Dabei ver-mittelte Umwelt- und Energieminister Untersteller unlängst als Zeuge im Untersu-chungsausschuss den Eindruck, die EDF habe eigentlich gar nicht verkaufen wollen, so Rülke und Glück.

Verkehrsminister soll Öffentlichkeit nicht länger hinhalten – Landesinteressen wahren – In einer von der FDP-Fraktion beantragten Aktuellen Debatte mit dem Titel „Konsequenzen aus dem Filderdialog – Chancen für die Filderregion nutzen durch einheitliche Positionierung der Landesregierung“ sagte der verkehrspolitische Sprecher Jochen Haußmann:

„Nachdem Staatsrätin Erler und Verkehrsminister Hermann durch ihre falschen Rahmenvorgaben und ihr unprofessionelles Vorgehen den Filderdialog verkorkst haben, müssen jetzt die noch verbliebenen Chancen für den Filderraum genutzt werden. Das bedeutet, dass der Verkehrsminister jetzt als Vertreter des Projektpartners Land für die Flughafenstraße-Lösung eintreten muss. Sie sollten sich im Prinzip auch bei den Teilnehmern des Filderdialogs dafür entschuldigen, dass eine völlig falsche Ausgangslage vermittelt wurde. Die von Hermann propagierte Gäubahn-Variante hatte zu keiner Zeit Aussicht auf Realisierung. Minister Hermann hat erneut wieder alles daran gesetzt, das Projekt Stuttgart 21 zu torpedieren. Wie verzweifelt er sein muss, sieht man ja daran, dass er urplötzlich für Tunnellösungen ist. Nichts mehr mit ‚oben bleiben‘. Auf einem ganz anderen Blatt steht, wie der Verkehrsminister Steuergelder des Landes für Geheimgutachten praktisch aus dem Fenster werfen darf, um eine Variante zu untersuchen, die gegen die vom Land geschlossene Verträge verstoßen würde. Hier muss der Steuerzahler für Hermanns Wunschträume bluten. Damit nicht genug: Er hält auch mindestens zwei Gutachten unter Verschluss, die sich gegen seine Wunsch-Variante Gäubahntunnel wenden. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie der Ministerpräsident ein solches Agieren dulden und verantworten kann. Der Filderdialog hat zwei Vorschläge unterbreitet. Neben der irrelevanten Gäubahn-Variante auch die Flughafenstraße-Lösung. Hierfür soll sich Hermann konstruktiv einsetzen und auch für eine Kofinanzierung offen sein. Schließlich hat er den Bürgerinnen und Bürgern auf den Fildern Unterstützung zugesagt.“

Wer bei den Schulen Einsparpotenziale nutzen will, kommt um nachvollziehbare Berechnung nicht herum – Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern, sagte zur Ankündigung des Ministerpräsidenten, 12 600 Lehrerstellen zu streichen:

„Offenbar hat der Rechnungshof in ein Wespennest gestochen. Bei der grün-roten Landesregierung jagt nun beim Thema „Lehrerstellen“ eine hilflose und unseriöse Verlautbarung die nächste. Einerseits will sie das gesamte Bildungswesen Richtung Gemeinschaftsschule umgraben und rühmt sich, angeblich geplante Stellenstreichungen der Vorgängerregierung rückgängig gemacht zu haben. Andererseits kündigt der Ministerpräsident massive Stellenstreichungen an, ohne dass der tatsächliche Stellenbedarf der Schulen fundiert berechnet worden wäre. Wer die Qualität in unserem Bildungswesen sichern und gleichzeitig bei sinkenden Schülerzahlen Einsparpotenziale nutzen will, kommt um eine transparente und nachvollziehbare Berechnung der benötigen sowie der frei werdenden Stellen nicht herum.“

Es ist traurig, dass die Grünen solch schreckliche Ereignisse wie in Karlsruhe reflexhaft politisch ausschlachten wollen – Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, und der innenpolitische Sprecher Prof. Dr. Ulrich Goll sagten zur Forderung der Grünen-Fraktion, das Waffenrecht anlässlich des Geiseldramas in Karlsruhe zu verschärfen:

„Es ist traurig, dass die Grünen solche schrecklichen Ereignisse wie zuletzt in Karlsruhe umgehend reflexhaft politisch ausschlachten wollen. Damit werden die Grünen den Opfern in keiner Weise gerecht und stellen zudem tausende von unbescholtenen Jägern und Sportschützen unter Generalverdacht. Die sorgfältige und behutsame Arbeit des Sonderausschusses Winnenden wird mit solchen Vorschlägen mit Füßen getreten.“