Rülke fordert einen grundlegenden Neustart in der baden-württembergischen Windkraftpolitik
Angesichts der jüngsten Windenergie-Ausschreibungen der Bundesnetzagentur und mehrerer Projektstopps in baden-württembergischen Gemeinden erklärt der Spitzenkandidat der FDP für die kommende Landtagswahl und Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Hans-Ulrich Rülke:
„Dass Baden-Württemberg bei den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur trotz vieler Projektideen nur vergleichsweise wenige Zuschläge erhält, zeigt: Der Ausbau der Windenergie im windschwächeren Süden steht wirtschaftlich deutlich stärker unter Druck als in Norddeutschland. Windenergie ist in Baden-Württemberg ohne eine massive Ausweitung der Subventionen kaum wirtschaftlich. Gleichzeitig türmen sich über 1.700 Windenergieanlagen in der Planungsphase. Für mich ist klar, dass die meisten dieser ‚Powerpointwindräder’ wegen finanzieller Schwierigkeiten auch wieder in der Schublade verschwinden werden.
Gleichzeitig verdeutlichen die jüngsten Projekteinstellungen in Owingen-Überlingen, Grosselfingen, Ehreskirchen-Münstertal und Bruchsal, dass die Grünen die wirtschaftlichen und finanziellen Risiken vieler Projekte seit Jahren unterschätzt haben. Diese Naivität rächt sich nun”, so Rülke.
Mit Blick auf die ausufernden Kosten für Stromkunden und Steuerzahler müsse daher die Bundesregierung schnellstmöglich das Förderregime der Windkraft überarbeiten. „Es braucht noch in diesem Jahr eine Reform des Referenzertragsmodells und ein Stopp der Überförderung von Schwachwindstandorten. Dazu gehört auch, ungerechtfertigte Subventionen wie die Offshore-Umlage abzuschaffen. Ziel muss sein, wieder zur marktwirtschaftlichen Windkraftpolitik der schwarz-gelben Bundesregierung von 2013 zurückzukehren. Das Geld der Steuerzahler dafür zu verwenden, Windräder extra zu finanzieren, weil sie sich zu wenig drehen, ist weder ökologisch, noch ökonomisch sinnvoll”, betont Rülke.
Der Fraktionsvorsitzende kritisiert darüber hinaus die Landespolitik: „Beim Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg sehen wir eine zunehmende Verlagerung vom Freiland in den Wald. Wir als FDP sehen den forcierten Ausbau im Wald mit Blick auf die Auswirkungen für Natur und Artenvielfalt zunehmend kritisch. Windkraft sollte stets ohne Subventionen errichtet werden und nur dort, wo die nachgewiesene Windhöffigkeit und der Ertrag stimmen.
Die Bilanz der grünen Windkraftpolitik bewertet er abschließend folgendermaßen: „Die einseitige Fokussierung des grün-geführten Energieministeriums auf Windenergie ist krachend gescheitert. Von den versprochenen 1000 Windkraftanlagen konnte der Bestand de facto nur um 62 zusätzliche Anlagen erweitert werden. Ebenso ist die Vergabeoffensive für die Vermarktung von Staatswaldflächen gescheitert – vier Jahre nach Beginn wurde auf den ausgeschriebenen Flächen noch keine Anlage gebaut.”
Für Rülke steht fest: „Wir brauchen für die kommende bürgerliche Landesregierung einen Neustart in der Windkraftpolitik. Die durch dirigistische Bundesvorgaben wie das 1,8-Prozent-Flächenziel bestimmten Vorgaben lehnen wir für unsere Landesflächen entschieden ab. Ebenso ist der politisch forcierte Windkraftausbau der Grünen im Staatswald sofort zu beenden.”













