Beate Fauser gibt Einblick in die parlamentarische Arbeit einer Abgeordneten – „Mädchen und junge Frauen wählen noch immer überproportional „typisch weibliche“ Berufe und Studienfächer. Der Girls’ Day soll Mädchen und junge Frauen anspornen, sich auch für andere Berufsspektren zu öffnen“. Mit diesen Worten begrüßte die FDP-Abgeordnete Beate Fauser fünfzehn Schülerinnen der Christiane-Herzog Real-schule in Nagold, die sich im Landtag von Baden-Württemberg über die Arbeit einer Landtagsabgeordneten informieren wollten.

Am Girls’ Day öffnen vor allem technische Unternehmen, Betriebe mit technischen Abteilungen, Hochschulen und Forschungszentren in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der Klasse 5. Die Mädchen lernen an diesem Tag Ausbildungsberufe und Studiengänge in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften ken-nen, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind.Der Girls’ Day bietet den Mädchen aber auch die Möglichkeit weiblichen Vorbildern in Führungspositionen aus Wirtschaft und der Politik zu begegnen. Beate Fauser hatte sich für diesen Tag Zeit genommen, die Mädchen aus Nagold zu begleiten und ihnen Einblick in den parlamentarischen Alltag zu gewähren. Nicht nur in den technischen Berufen, auch in der Politik sind Frauen noch immer eine Minderheit. Der Frauenanteil im Landtag von Baden-Württemberg beträgt 23,7 Prozent. Der baden-württembergische Landtag liegt damit an letzter Stelle im bundesweiten Ländervergleich. „Es ist wichtig, dass auch die Interessen der Frauen in der Politik angemessen vertreten sind und Gehör finden“, so der Appell von Beate Fauser an die Mädchen. Ein Gespräch mit Parlamentarischen Beraterinnen derFDP-Landtagsfraktion, die über ihre Arbeit berichteten, beendete den Besuch der Mädchen im Landtag von Baden-Württemberg.

„Stächele ruft FDP im Steuerstreit zur Mäßigung auf“ – Zur Kritik des baden-württembergischen Finanzministers Willi Stächele an der FDP sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:„Der Einzige, der in Baden-Württemberg die Regierungsarbeit erschwert, ist Finanzminister Stächele, der ständig ungefragt mit unausgegorenen Wortmeldungen glänzt.

Niemand fordert Steuersenkungen sofort. Es war die CSU, die das Jahr 2011 in den Berliner Koalitionsvertrag gebracht hat. Auch der Ministerpräsident hat wiederholt deutlich gemacht, dass Entlastungen im Laufe der Legislaturperiode kommen müssen. Nichts anderes fordert die FDP.“

Investitionen in die frühkindliche Bildung und Erzieherausbildung weiter ausbauen – Die bildungspolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Birgit Arnold, sagte in einer Landtagsdebatte zum Thema frühkindliche Bildung und Ausbildung von Erzieherinnen unter anderem:„Die frühkindliche Bildung und Erziehung ist einer der wichtigsten politischen Schwerpunkte der Regierungskoalition in Baden-Württemberg. Es hat sich viel getan in der aktuellen Legislaturperiode:

• Der Ausbau der Betreuungseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren;• Die Einführung des Orientierungsplans im Kindergarten;• Die neue, vorgezogene Einschulungsuntersuchung und die Fördermaßnahmen, die sich daran anschließen sollen, damit möglichst viele Kinder bei der Einschulung schulreif sind;• Modellversuche wie das Projekt „Schulreifes Kind“ und die „Bildungshäuser“;• Das Projekt „Singen – Bewegen – Sprechen“, das nun in die Fläche geht und mehr Musikunterricht in unsere Kindergärten und Grundschulen bringt.Es gibt jedoch noch einiges zu tun, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen. Allein für die auszubauende Betreuung der Kinder unter drei Jahren benötigen wir zusätzlich ca. 7300 Erzieherinnen und Erzieher. Die Landesregierung unternimmt zahlreiche Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen:• Zur Erhöhung der Ausbildungskapazität werden in den nächsten drei Ausbildungsjahren an allen Standorten der Erzieherausbildung zusätzliche Klassen eingerichtet;• In der Öffentlichkeit und an den Schulen wird für den Beruf Erzieherin/Erzieher geworben;• Es stehen mittlerweile an unseren an unseren Pädagogischen Hochschulen im Land über 600 Studienanfängerplätze für ein Studium der frühkindlichen Pädagogik zur Verfügung;• Für die Umsetzung des Orientierungsplans wird der Personalschlüssel in den Kindergärten in drei Etappen bis zum Jahr 2012 von 1,5 Fachkräften je Gruppe auf 1,8 angehoben. Von den Gesamtkosten hiefür in Höhe von 200 Millionen Euro trägt das Land zwei Drittel und die Kommunen ein Drittel.Allein zehn Millionen Euro stellt das Land zusätzlich für die Fortbildung der Erzieherinnen und Erzieher im Bereich Orientierungsplan zur Verfügung. Das ist ebenso richtig und wichtig wie die Berücksichtigung des Orientierungsplans in der Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher.Wir wissen heute, dass in den ersten fünf Lebensjahren und vor der Geburt des Kindes das soziale Umfeld und die wichtigen Bezugspersonen über die spätere Leistungsfähigkeit des Gehirns entscheiden. Kinder lernen am meisten, wenn sie selbst erkunden, begreifen und erfahren – mit möglichst vielen Sinnen und in emotionaler Sicherheit. Diese ist Voraussetzung dafür, dass ein Kind sich mit seiner Umwelt auseinander setzen kann und Lernen möglich wird. Kinder lernen in und durch die Beziehung zu ihren primären Bezugspersonen, und dazu gehören auch Erzieherinnen und Erzieher. Ihre Ausbildung ist deshalb Dreh- und Angelpunkt einer gelingenden frühkindlichen Bildung. Diese muss den neuesten Stand der Wissenschaft berücksichtigen. Die Landesregierung muss und wird den eingeschlagenen Weg konsequent weiter verfolgen.“

Rechtspolitischer Sprecher der Liberalen würdigt wertvollen und ausführlichen Bericht – Der rechtspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Peter Wetzel, hat in einer Plenardebatte über den Tätigkeitsbericht des Landesbeauftragten für den Datenschutz den hohen Stellenwert gewürdigt, den der Datenschutz aktuell einnimmt. „Datenschutz ist ein Grundrecht und muss vom Staat angemessen berücksichtigt werden.“

„Ich finde es gut und richtig, dass das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil über die Vorratsdatenspeicherung dem Datenschutz den Rücken gestärkt hat“, so Wetzel. Ebenso begrüßt der rechtspolitische Sprecher das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Datenschutzaufsicht und ein mögliches Verfahren gegen den umstrittenen elektronischen Entgeltnachweis (ELENA) als ein gutes Signal. Der Datenschutzbericht gebe neben wertvollen Informationen über das „mangelnde Vertrauen der Bürger“ in große Datenansammlungen sowohl bei privaten Unternehmen als auch beim Staat wertvolle Impulse, zum Beispiel im Bildungsbereich: „Die Rüge des Datenschutz-beauftragten zur Veröffentlichung von Abiturprüfungslisten im Internet hat eine sofortige Intervention des Kultusministeriums erwirkt – die Anmerkungen des Datenschutzbeauftragten werden somit erkennbar ernst genommen“, sagte Wetzel.„Wir sind auf dem richtigen Wege, damit ungerechtfertigte Eingriffe von Seiten des Staates in Daten der Bürger auch weiter so gut wie möglich verhindert werden können.“

Auf veränderte Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren – Betreuung ausbauen – In einer Landtagsdebatte über das Thema „Der Ländliche Raum als Rückgrat Baden-Württembergs“ hat die die FDP-Landtagsabgeordnete Monika Chef auf die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit der ländlichen Regionen hingewiesen.

Während in früheren Jahrzehnten die Menschen aufgrund zu weniger Arbeitsplätze aus dem ländlichen Raum abgewandert seien, hätten sich die Zeiten mittlerweile geändert. Chef: „Den Bürgerinnen und Bürgern kommen trotz der Wirtschaftskrise die Wachstumsdynamik und die guten Perspektiven des Ländlichen Raums zugute.“ Der Landesentwicklungsplan gehe zu Recht davon aus, dass die Entwicklung des ländlichen Raums auf eigenständigen Entwicklungsprozessen basiere.„Insbesondere für produzierende Unternehmen ergeben sich aus den günstigen Baulandpreisen, einer deutlich verbesserten Verkehrsanbindung, einem hohen Freizeitwert und einer intakten Landschaft Standortvorteile, die zur Gewinnung von qualifizierten Arbeitskräften von entscheidender Bedeutung sein können“, sagte Monika Chef. Neben der klassischen Wirtschaftsaktivität der Land- und Forstwirtschaft sei der ländliche Raum in besonderer Weise auch eng mit dem Tourismus verknüpft. „Dazu gehören der Erholungs- und Gesundheitssektor mit Thermalbädern und einem gesundheitsfördernden Klima.“Allerdings gehe es in der Zukunft auch darum, den Bürgern die Teilhabe an technischen und elektronischen Strukturen wie Telekommunikation zu sichern. „Gerade im ländlichen Raum sollte die Nutzung des Internets bald eine Selbstverständlichkeit sein.“ Weiter besteht nach den Worten von Chef ein Nachholbedarf an organisierten Betreuungsangeboten für Kinder unter drei Jahren, Kindergarten- und Schulkinder. Für die Politik gelte, auf die Wünsche von Eltern, auf die veränderten Anforderungen des Arbeitsmarktes und auf die neuen Möglichkeiten der Informationstechnologien zu reagieren, so Monika Chef.

FDP/DVP-Fraktion sieht Baden-Württemberg als Einwanderungsland auf gutem Weg – Ziel liberaler Integrationspolitik ist es, Zuwanderern gleiche Bildungs- und Berufs-chancen zu gewähren und sie möglichst umfassend am gesellschaftlichen und wirt-schaftlichen Leben zu beteiligen. Das betonte der innenpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Hagen Kluck, in der Landtagsdebatte zur Integration. „Die FDP ist dafür, dass sich mehr qualifizierte Mitgrantinnen und Migranten für eine Karriere im öffentlichen Dienst entscheiden“, sagte der Reutlinger Abgeordnete, „das ist hierzulande besonders wichtig, weist Baden-Württemberg unter den Flächenländern doch mit 25 Prozent den höchsten Anteil an Einwohnern mit Migrationshintergrund auf.“ Im Bundesdurchschnitt seien es nur knapp 19 Prozent.

Hagen Kluck erinnerte daran, dass beispielsweise im Polizeivollzugsdienst seit über 15 Jahren von der Möglichkeit Gebrauch gemacht werde, auch nichtdeutsche Bewerberinnen und Bewerber einzustellen. Man habe damit im Land sehr gute Erfahrungen gemacht. Bei der Nachwuchswerbung für den Polizeiberuf werde deutlich auf die Ausnahme vom Erfordernis der deutschen Staatsbürgerschaft hingewiesen. In diesem Zusammenhang habe die Polizei generelles Lob verdient für ihre vielfältige Zusammenarbeit mit Organisationen von Zuwanderern vor Ort. Dabei werde sehr gute präventive Arbeit geleistet.„Wir alle wissen, dass im Integrationsplan die interkulturelle Öffnung als eine der we-sentlichen integrationspolitischen Leitlinien der Landesregierung verankert ist“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, „deshalb streben wir auch im Schulbereich eine Erhöhung des Anteils an Lehrkräften mit Migrationshintergrund an.“ Solche Lehrerinnen und Lehrer können sehr wichtige Vorbildfunktionen für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien einnehmen. Klar müsse aber auch sein, dass es ohne eine vergleichbare Qualifikation nicht gehe, da nach den Kriterien von Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung ausgewählt werden müsse. „Ist diese Qualifikation bei Personen mit Migrationshintergrund gegeben, steht ihnen bereits heute der Weg zum öffentlichen Dienst offen“, erläuterte Hagen Kluck. „Wichtig ist, das wir weiterhin mit Engagement an die Frage herangehen, denn ein erhöhter Anteil von Migranten im öffentlichen Dienst bietet Bürgerschaft und Staat viele Vorteile“. So könne zum Beispiel die Beschäftigung von Migranten in den Arbeitsabläufen einen völlig neuen, bereichernden „Input“ bringen. Es sei eine alte Erfahrung, dass die Akzeptanz der Verwaltung in der Gesamtbevölkerung höher sei, wenn sie auch in ihrem Personalbestand die Realität in der Bevölkerung widerspiegle. Zudem könne die Verwaltung besser auf Menschen mit anderer kultureller und sprachlicher Herkunft eingehen und so viele Verwaltungsabläufe ein-facher gestalten. Nicht zuletzt hätten Migrantinnen und Migranten im öffentlichen Dienst auch eine Vorbildfunktion für andere Zuwanderer, die sich für diesen beruflichen Weg entscheiden könnten und damit einen besseren Bezug zu Kommune und Staat bekommen würden.

Ausnahmetatbestände schaffen – Keine einseitige Verdammung des Automobils – In einer Landtagsdebatte zum Thema Feinstaub sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Dietmar Bachmann: „Die Maßnahmen zur Reduzierung der Luftschadstoffe haben die Lebenserwartung gesteigert und die Lebensqualität deutlich erhöht. Für uns Liberale steht es außer Frage, dass wir diesen Weg weiter gehen, der bereits durch die Umweltpolitik Hans-Dietrich Genschers bereitet wurde.“

Auf diesem Weg müsse jedoch mit Vernunft und Augenmaß vorangeschritten werden. Und: „Aus epidemiologischen Studien kann kein kausaler Zusammenhang zwischen Feinstaubkonzentration und Gesundheitsschäden hergeleitet werden“, zitierte Bachmann aus der Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage seiner Fraktion zu diesem Thema. Man arbeite offenbar auf europäischer Ebene mit Hypothesen. Bachmann: „Die Antwort der Landesregierung macht zu Recht deutlich, dass bisher nur mit Sicherheit gesagt werden kann, dass die Gesamtwirkung der Umweltschadstoffe vom Feinstaub über Stickoxyd und Ozon bis zum Schwefeldioxid zusammen mit anderen Faktoren wie Lärm nachweislich gesundheitliche Schäden hervorruft. Wir wünschen uns deshalb, dass sich die Maßnahmen in Zukunft nicht wie bei einer Hysterie auf einen einzelnen Luftschadstoff konzentrieren, sondern dass das Gesamtbild zählt.“Dies sollte sich nach den Worten von Bachmann auch im Maßnahmenkatalog niederschlagen. So hätten Kleinfeuerungsanlagen einen deutlich höheren Anteil an der Feinstaubkonzentration und an anderen Umweltgiften als der Kraftfahrzeugverkehr. Vor diesem Hintergrund könne es nicht richtig sein, Fahrverbote anzudenken, solange man in jedem Baumarkt Braunkohle kaufen könne.Bachmann plädierte dafür, die Zahl der Messstellen deutlich zu erhöhen, um dem eigentlichen Anliegen des europäischen Gesetzgebers nachzukommen: „Nach der europäischen Luftqualitätsrichtlinie sollen Messstellen so gelegt werden, dass auch Daten über die Exposition der Bevölkerung im Allgemeinen gewonnen werden. Erst wenn nicht mehr direkt am Auspuff wie am Neckartor in Stuttgart, sondern z.B. auch in Fußgängerzonen und Wohngebieten gemessen wird, hätten wir ein vernünftiges Gesamtbild.“ Erst dann könne man entscheiden, ob Fahrverbote oder bauliche Maß-nahmen die richtige Lösung zum Schutz der Menschen sind. „Nach unserer Überzeugung gehört Durchgangsverkehr nicht in die Städte. Er gehört vielmehr in Tunnel und auf Umgehungsstraßen“, so Bachmann.Auch im Bereich der Ausnahmetatbestände sei ein Vorgehen mit mehr Augenmaß wünschenswert. Bachmann: „Die Ausnahme für Oldtimer ist sehr vernünftig. Weitere Ausnahmen sollten für den Gelegenheitsverkehr mit Spezialfahrzeugen, Reisebussen oder auch bei Schaustellern gelten.“ Die Belastung durch wenige Fahrten dürfte nicht messbar sein, läge doch die Reduktion durch die Einführung der Umweltzonen insgesamt im unteren einstelligen Bereich.“„Wir gehen davon aus, dass die Sache bei unserer Umweltministerin in Zukunft in guten Händen liegt und dass sie das Augenmerk in Zukunft noch stärker auf die Lebensqualität der Bevölkerung legt. Eine einseitige Verdammung des Automobils, wie ihn die Grünen immer wieder predigen, können wir nicht brauchen. Eberhard von Kühnheim hat einmal zu Recht gesagt, dass Mobilität nicht die Folge des Wohlstands, sondern seine Grundlage ist“, so Bachmann.

Unternehmensfinanzierung weiter sicherstellen – Länderfinanzausgleich muss gerecht sein – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, hat in einer von den Liberalen beantragten Debatte zum Thema „Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg – den Spitzenplatz erhalten“, betont, dass es Kennzeichen der erfolgreichen Politik des Landes ist, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen. Der Staat selbst sei nicht der bessere Unternehmer. Das Land würde sich beim Versuch übernehmen, im Alleingang alles erforderliche zu tun, um kraftvoll aus der stärksten Krise seit Bestehens Baden-Württembergs herauszukommen. Hier sei auch der Bund in der Verantwortung.

Nach den Worten von Rülke waren die Konjunkturprogramme des Bundes und des Landes wesentliche Beiträge zur Krisenbewältigung. Auch die Sicherstellung der Unternehmensfinanzierung sei von großer Bedeutung. „Die Bürgschaftsprogramme sind erfolgreich, doch wir sind bereit, nachzujustieren“, so Rülke. Insbesondere gehe es um die Frage, ob zur Verfahrensvereinfachung die Wertgrenze, bis zu der die L-Bank für die Bürgschaftsvergabe zuständig ist, auf bis zu zehn Millionen Euro zu erhöhen ist. Erst ab diesem Wert würde der Wirtschaftsausschuss des Landtags zuständig werden. Bisher beträgt der Grenzwert fünf Millionen Euro. Wie Rülke weiter sagte, müsse in Zukunft auf die Verbesserung der Infrastruktur und einen gerechten Länderfinanzausgleich besonders Wert gelegt werden. „Nach langen Jahren des Aufbaus Ost, brauchen wir nun ein Programm Südwest“. Und: „Angesichts des massiven Steuerrückgangs in Baden-Württemberg im Umfang von vier Milliarden innerhalb eines Jahres kann es nicht sein, dass wir noch rund 1,6 Milliarden Euro in den Länderfinanzausgleich zahlen. Andere Länder leisten sich Dinge, die bei uns nicht Standard sind. Beispielsweise beitragsfreie Kindergartenplätze oder der Verzicht auf Studiengebühren. Wir müssen gegebenenfalls eine erneute Klage in Betracht ziehen.“

FDP unterstützt Energiekonzept der Landesregierung – Blick nicht auf Windkraft verengen – Der Vorsitzende und energiepolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, hat sich in einer Landtagsdebatte zum Thema Windkraft für einen weiteren Ausbau dieser regenerativen Energiequelle in Baden-Württemberg ausgesprochen: „Wir wollen mehr Standorte. Die Möglichkeiten sind noch nicht ausgeschöpft.“

Rülke erteilte jedoch dem Vorschlag der Opposition, durch gesetzgeberische Maßnahmen mehr Windräder zu erzwingen, eine deutliche Absage: „Statt zentralistisch gegen die Regionalverbände vorzugehen und den Regionen damit neue Windräder zu verordnen, müssen die Verantwortungsträger vor Ort überzeugt werden, dass die Ausweisung neuer Gebiete sinnvoll ist.“ Im Einzelfall könnten dann zum Beispiel zur Ermöglichung von Windkraftanlagen Zielabweichungsverfahren stattfinden, so Rülke.Im Hinblick auf die Kritik der Opposition am Energiekonzept der Landesregierung warnte Rülke davor, den Blick auf die Windkraft als erneuerbare Energie zu verengen: „Wer den Eindruck erweckt, die Ziele des Energiekonzepts 2020 seien nur mit dem Ausbau der Windkraft zu erreichen, der verkennt die großen Fortschritte Baden-Württembergs in allen Bereichen der regenerativen Energieerzeugung.“ Für die libe-rale Fraktion stellte er klar: „Wir stehen zu dem Ziel, im Jahr 2020 mindestens 20 Prozent des Energiebedarfs aus regenerativen Energiequellen zu decken.“ 20 Prozent sei dabei die untere Zielmarke, die gerne übertroffen werden könne.

– Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, erstattet Strafantrag wegen übler Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens gegen unbekannt.

Das Nachrichtenmagazin Focus hat ihm mitgeteilt, dass auf einer der Redaktion vorliegenden Daten-CD sein Name genannt sei. Danach führe Rülke bei der Schweizer Bank Julius Bär in Zürich ein Konto in Höhe von 600 000 Schweizer Franken. Rülke: „Die Informationen auf der CD entsprechen nicht den Tatsachen. Es ist offensichtlich, dass mich jemand verleumden will.“

Werkrealschule, Inklusion und Lehrerausbildung im Blickpunkt der Liberalen – „Wir haben bewiesen, dass wir gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten nicht an Bil-dung sparen. Mehr noch, wir investieren in erheblichem Umfang zusätzlich in die Bildung. Dies sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, auf einer Landespressekonferenz in Stuttgart.

„Konkret bedeutet dies rund 530 Millionen Euro für die Senkung des Klassenteilers und für zahlreiche weitere Qualitätsverbesserungen im Schulbereich. Weiter wird das Land jährlich rund 140 Millionen Euro für die Umsetzung des Orientierungsplans in den Kindergärten aufbringen.“ Der Fraktionsvorsitzende sprach auch das Hochschulausbauprogramm 2012 an, das im Endausbau über 200 Millionen Euro für 20 000 neue Studienanfängerplätze umfassen wird. Diese Ressource müsse nicht zuletzt im Interesse des Steuerzahlers effektiv und im Sinne einer echten Qualitätsverbesserung im Bildungswesen eingesetzt werden. Nach den Worten von Rülke dürfe man sich auf dem Erreichten jedoch nicht ausruhen. Nachdem Baden-Württemberg im Bereich der Bildungsausgaben pro Kopf an der Spitze der westdeutschen Flächenländer liege, hätte ein von der bayerischen Wirtschaft in Auftrag gegebenes Gutachten zur Bildungsautonomie in den deutschen Bundesländern für Baden-Württemberg insgesamt einen Platz im guten Mittelfeld festgestellt. „Das ist für uns Liberale ein Hinweis, dass Baden-Württemberg auf dem richtigen Weg hin zu einem Bildungswesen der Eigenständigkeit und Selbstverantwortung ist. Gleichzeitig sind wir aber auch aufgefordert, in diesem wichtigen Bereich intensiv weiterzuarbeiten“, sagte Rülke.Die stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der FDP/DVP-Fraktion, Dr. Birgit Arnold, unterstrich, dass die FDP/DVP-Fraktion das Konzept der neuen Werkrealschule von Anfang an unterstützt habe. „Vor allem von den zusätzlichen Lehrerwochenstunden zur individuellen Förderung und von der verstärkten Berufsorientierung erwarten wir uns, dass mehr Schüler als bisher zur mittleren Reife gelangen. Wichtig war und ist uns aber, dass die geforderte Zweizügigkeit im Interesse der Verantwortlichen vor Ort so flexibel wie möglich ausgestaltet werden kann. Die FDP/DVP-Fraktion hält an ihrer Auffassung fest, dass nicht nur in den Klassenstufen 5 bis 7, sondern auch ab Klasse 8 die Vertei-lung einer unter einer gemeinsamen Schulleitung stehenden Werkrealschule auf mehrere Standorte durch das Schulgesetz gedeckt ist und zugelassen werden kann.“ Damit hätte man an der Basis bei der Umsetzung der neuen Werkrealschule viel Unruhe vermeiden können. Nach den Worten von Arnold ist der Entwicklungsprozess noch nicht abgeschlossen: „Hier nehmen wir die Kultusministerin beim Wort, dass das gesamte Konzept nicht in Stein gemeißelt sei und man dies gegebenenfalls zeitnah korrigieren werde.“Mit Hinblick auf die Hauptschulen setzt sich die FDP/DVP-Fraktion auch weiterhin für den Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Realschulen in Form von Schulverbünden oder anderen Kooperationsformen ein. „Wir gehen davon aus, dass durch die neue Werkrealschule mit ihren Wahlpflichtfächern etwa vorhandene Berührungsängste zwischen Haupt- und Realschulen abgebaut werden können“, so Arnold.Arnold begrüßte die Äußerungen der Kultusministerin zum gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung. „Wir unterstützen die Bemühungen von Prof. Dr. Schick, vorhandene Hürden abzubauen und betroffenen Familien die nötige Hilfestellung zu geben.“ Dabei wolle die FDP/DVP-Fraktion die Sonderschulen in ihrer erfolgreichen Arbeit stärken und zugleich kooperationswilligen Schulen neue Wege der inklusiven Beschulung eröffnen. Den Verantwortlichen vor Ort müsse so viel Entscheidungs- und Gestaltungsfreiheit wie möglich gelassen werden. „Auch hier gilt unser Grundprinzip – von unten herauf wachsen lassen“, so Arnold.„Ich bin auch froh“, so Arnold weiter, „dass der liberale Vorstoß in der Regierungskoalition erfolgreich war, für die Regelstudienzeit angehender Grundschullehrer zukünftig acht Semester anzusetzen. Damit werden in Zukunft auch Grundschullehrer eine qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten. Bei der Ausgestaltung der Lehramtsstudiengänge sollten wir allerdings den Studierenden einerseits und den Pädagogischen Hochschulen andererseits genügend Gestaltungsspielraum lassen.“ So sei mehr Wahlfreiheit bei der Fächerkombination geboten. Außerdem sollten Musik, Kunst und Sport als eigenständige Fächer erhalten bleiben und nicht im Verbund studiert werden.

Liberaler Kongress mit Wirtschaftsminister Pfister – Dienstleistungen im Aufwind – „Die Innovationskraft der baden-württembergischen Unternehmen ist die beste Voraussetzung, um den Strukturwandel in den nächsten Jahren zu bewältigen. Die klassischen Industriebereiche wie Automobilwirtschaft und Maschinenbau haben zwar unter der Wirtschaftskrise Einbußen hinnehmen müssen, ihre Vielfalt an wirtschaftlichen Aktivitäten und ihre Kreativität geben aber zu großen Hoffnungen Anlass. Die Politik sollte nicht sagen, in welchen Bereichen sich die Schlüsselindustrien der Zukunft zu entwickeln haben, sondern sie sollte die notwendigen Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung setzen.“ Dies sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans Ulrich Rülke, auf einem liberalen Wirtschaftskongress im Landtag mit dem Titel „Den Strukturwandel gestalten“.

Wirtschaftsminister Ernst Pfister betonte in seinem Vortrag, dass FDP-Fraktion und Wirtschaftsministerium die Stärkung des Dienstleistungsstandortes Baden-Württemberg zum „Top-Thema der Wirtschaftspolitik“ gemacht hätten. Die Dienstleistungswirtschaft des Landes trage heute 60 Prozent zur Wertschöpfung bei, stelle rund 60 Prozent der Ausbildungsplätze, zwei Drittel der Arbeitsplätze und fast 80 Prozent der Unternehmensgründer. Pfister: „Zwei Botschaften sind mir besonders wichtig – die Verflechtungen von Industrie und Dienstleistungen werden immer enger. Vor allem wissensintensive Dienstleistungen sind Treiber für Innovation und technischen Fortschritt. Und: Dienstleistungen ersetzen keine Industrieprodukte, sondern ergänzen sie mit einem die Produkte begleitenden Service. Die Stärke der baden-württembergischen Unternehmen besteht darin, dass sie statt singulärer Produkte komplette Problemlösungen mit einem hohen Dienstleistungsanteil anbieten können.“ Wie der Wirtschaftsminister weiter sagte, wolle die Landesregierung beispielsweise mit Autoherstellern und Zulieferern Baden-Württemberg als Motor, Modell-Land und Leitanbieter automobiler Zukunftstechnologien neu positionieren.Walter Ganz, Institutsdirektor des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart, sagte, dass die badenwürttembergischen Dienstleistungsunternehmen die Chance hätten, die gleichwertige Exzellenz zu erreichen, die das Land im industriellen Produktionsbereich auszeichne. Allerdings spüre die heimische Zulieferindustrie jetzt auch den Druck der internationalen Märkte. Das Fraunhofer Institut unterstütze dank der Förderung durch die Landesstiftung das Wirtschaftsministerium bei seiner Initiative, die neusten Erkenntnisse der Dienstleistungsforschung den kleinen und mittleren Unternehmen zu vermitteln.Zwei Vertreter der Dienstleistungsbranche stellten auf dem Wirtschaftskongress ihre Unternehmen vor. Jürgen C. Hinn konnte die „Testo industrial services GmbH“ in Kirchzarten in den Bereichen Messtechnik, Mitarbeiter-Qualifizierung und Informationstechnologie auf den internationalen Märkten platzieren. Martin Zimmermann, Geschäftsführer der „Visenso GmbH in Stuttgart, widmet sich der Visualisierung von virtuellen Techniken in den Bereichen Crash-Verhalten von Automobilen, Medizintechnik, Optik und Bildung. Er zitierte einen Physiklehrer mit den Worten: „Dank unseres hochmodernen Klassenzimmers werde ich von meinen Schülern zum ersten Mal in technischer Hinsicht ernst genommen.“

– Die FDP-Fraktionen aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen fordern nach der gestrigen Beschlussfassung zum Jugendmedienschutzstaatsvertrag deutliche Nachbesserungen. „Unser Ziel ist es, Anbietern, Nutzern und besonders Eltern mit dem Jugendmedienschutzstaatsvertrag ein praxistaugliches und transparentes Instrument an die Hand zu geben, das Kinder und Jugendliche vor entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten in geeigneter Weise schützt.

Unserer Meinung nach darf Jugendmedienschutz jedoch nicht dazu führen, dass die Freiheit des Internets als interaktives Medium deutlich eingeschränkt wird”, so die Fraktionsvorsitzenden Thomas Hacker (Bayern), Dr. Hans-Ulrich Rülke (Baden Württemberg), Florian Rentsch (Hessen) und Christian Dürr (Niedersachsen). Wir bedauern, dass es bei der gestrigen Ministerpräsidentenkonferenz trotz Bedenken der FDP-Fraktionen keine Mehrheit für eine Verschiebung und Veränderung des 14. Rundfunkänderungsstaatsvertrags gegeben hat. „Die aktive Einbeziehung der Anbieter in den Jugendmedienschutz begrüßen wir ausdrücklich und sehen die regulierende Selbstregulierung als zukunftsweisenden Weg. Überreglementierung bei der Einführung von Netzsperren sind jedoch angesichts der globalen Vernetzung nicht nur fehl am Platz, sondern auch kaum durchsetzbar.” Schüler- und Jugendorganisationen müssten per Gesetz die auf ihren Seiten geschalteten Foren oder Blogs 24 Stunden lang auf jugendgefährdete Inhalte hin überprüfen. Dies gilt dann auch für ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagierte Verbände sowie für politische Parteien und deren Jugendorganisationen. Einzige Alternative für Anbieter wäre, diese Seiten künftig nur volljährigen Nutzern zugänglich zu machen. Eltern, die ein Jugendschutzprogramm nutzen, schneiden ihre Kinder vom Zugang zu diesen Informationen hingegen ab. Dies ist aus Sicht der FDP-Fraktionen nicht zustimmungsfähig.Nach Meinung der liberalen Parlamentarier nimmt durch die Einführung neuer und unbestimmter Rechtsbegriffe die Rechtsunsicherheit der Verbraucher, insbesondere der Eltern, deutlich zu. „Jugendmedienschutz wird aber nur dann effektiv sein, wenn alle an einem Strang ziehen: Anbieter unter Einbeziehung der Selbstkontrolleinrichtungen auf der einen Seite sowie Nutzer der Onlinemedien auf der anderen Seite. Staatliche Eingriffe darf es nur dann geben, wenn dieses System der regulierenden Selbstregulierung versagt. Wir werden die Zeit bis zur endgültigen Unterzeichnung für Nachbesserungen nutzen, da die jetzige Fassung von den Fraktionen so nicht mitgetragen wird”, so die Fraktionsvorsitzenden einstimmig.

Kommunen sollen höheren Anteil an Umsatzsteuer und eigenes Hebesatzrecht bekommen – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, hat sich dafür ausgesprochen, die Gewerbesteuer abzuschaffen und dafür den Kommunen einen höheren Anteil an der Umsatzsteuer sowie ein eigenes Hebesatzrecht auf die Einkommen- und Körperschaftssteuer zu gewähren. „Die Wirtschaftskrise hat uns gezeigt, dass die Gewerbesteuer ein unberechenbares Instrument für die Finanzierung der Städte und Gemeinden sein kann“, sagte Rülke auf einem Kommunalkongress der FDP im Landtag. Mit einer Reform könnte eine weit weniger konjunkturanfällige Finanzausstattung der Städte und Gemeinden erreicht werden. Rülke setzte sich weiter dafür ein, im Verhältnis zwischen Bund und Kommunen ein ähnlich striktes Konnexitätsprinzip im Grundgesetz zu verankern wie in der baden-württembergischen Landesverfassung im Verhältnis zwischen Land und Kommunen. Den Kommunen dürften vom Bund nicht weiter Leistungen auferlegt werden, ohne dass damit ein fairer finanzieller Ausgleich verbunden sei, so Rülke.

Die finanzpolitische Sprecherin der FDP/DVP-Fraktion, Heiderose Berroth, sagte: „Das Land und die Kommunen mussten in der Wirtschaftskrise in erheblichem Umfang Steuermindereinnahmen verkraften. Die Kommunen hat es im Jahr 2009 sogar noch härter als das Land getroffen.“ Allerdings zeige der Blick auf den Zeitraum 1998 bis 2008, wie es insgesamt um die Finanzbeziehungen zwischen Land und Kommunen bestellt sei. Das Land konnte in diesen zehn Jahren bei den Steuereinnahmen einen Zuwachs um 2,8 Prozent verzeichnen, die Kommunen um 4,1 Prozent. Netto – also nach Berücksichtigung aller Verteilungssysteme – habe sich der kommunale Anteil an den Steuereinnahmen in diesen zehn Jahren von 41,8 auf 43,3 Prozent erhöht. Die vereinbarten Entnahmen des Landes aus der kommunalen Finanzmasse im Umfang von 405 Millionen Euro pro Jahr seien hier bereits berücksichtigt. Die künftige Ausgestaltung des Finanzausgleichs müsse mit Blick auf die realen Ergebnisse in den Jahren 2009 und 2010 wieder in gewohnt fairer Partnerschaft mit den Kommunen fest-gelegt werden, so Heiderose Berroth. Der rechtspolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Dr. Hans-Peter Wetzel, kritisierte, dass den Kommunen als Träger der Sozialleistungen von den Bundesregierungen der letzten elf Jahre eine Menge zusätzlicher Aufgaben „ohne fairen Finanzausgleich zugemutet wurde“. Es sei an der Zeit, die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der verschiedenen staatlichen Ebenen zu schaffen. Wetzel: „Die rot-grüne Bundesregierung schuf beispielsweise eine Grundsicherung im Alter, die das Geltendmachen von Unterhaltsansprüchen gegenüber Kindern auf Fälle beschränkte, in denen das jährliche Gesamteinkommen über 100.000 Euro betrug. Man kann das für richtig halten, aber es ist schlicht unanständig, sich dafür feiern zu lassen, wenn gleichzeitig die Kommunen dafür aufkommen.“ Nach den Worten von Wetzel gehören die Sozialausgaben in allen Haushalten zu den größten Ausgabeposten. „Wir können nicht tatenlos zusehen, wie diese Ausgaben weiter steigen. Wir brauchen dringend eine Aufgabenkritik, um aus dieser Spirale herauszukommen.“Der sozialpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Dr. Ulrich Noll, sagte: „Das Land und die kommunalen Landesverbände halten in ihren Vereinbarungen zum Haushalt 2010/2011 fest, dass es im Bereich der Kinderbetreuung gegenwärtig keinen Veränderungsbedarf gibt. Das ist richtig.“ Ebenso nachvollziehbar sei aber, dass die kommunalen Spitzenverbände dieses Thema Jahr für Jahr auf die Agenda der gemeinsamen Finanzkommission setzten. „Einen zusätzlichen Beitrag des Landes aufgrund eines über die aktuelle Prognose hinausgehenden Platzbedarfs werden wir mittragen.“ Denn der Ausbau der Kinderbetreuung sei eine gesamtgesellschaftliche Priorität. „Ich bin überzeugt, dass die Kommunen ihrer Verantwortung gerecht werden, wenn ihnen eine gesicherte Einnahmebasis zur Verfügung steht. Wir im Land sehen uns als Treuhänder der Kommunen gegenüber dem Bund“, sagte Noll.

Birgit Arnold: Mitarbeit der Eltern unterstützt schulischen Bildungserfolg – „Die Mitarbeit der Eltern an den Schulen des Landes ist der FDP ein großes Anliegen und deshalb im Koalitionsvertrag festgehalten. Erziehungspartnerschaften können zu einem produktiven Miteinander beitragen und das Schulklima positiv beeinflussen. Es ist uns wichtig, dass die Eltern schlicht mithelfen.“ Dies sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, anlässlich des Diskussionsforums Foyer liberal im Landtag mit dem Titel „Eltern und Schule“.

Wie bedeutend der Beitrag der Eltern für den schulischen Bildungserfolg ist, betonte auch die bildungspolitische Sprecherin der FDP/DVP- Fraktion, Dr. Birgit Arnold. „In den seit 2004 eingeführten neuen Bildungsplänen wird die Mitwirkung der Eltern viel stärker als in der Vergangenheit berücksichtigt. Das schafft Platz für Gestaltung“, so Arnold. Der Schweizer Schulgründer Peter Fratton berichtete von den Erfahrungen in seinen „Häuser des Lernens“, in denen es neben den Grundregeln des Umgangs miteinander Rituale gebe, die für Respekt und Ruhe sorgten. „Die gemeinsame Arbeit zugunsten unserer Kinder bedeutet, dass man ständig die Balance zwischen Schülern, Eltern und Schule suchen muss.“ Für Anne Kreim, Vorsitzende des Bundesverbandes der Schulfördervereine und langjähriges Mitglied im Landeselternbeirat, war es nach ihren Worten immer ein Anliegen, in der Schule mitarbeiten zu können und dabei ihre Elternkompetenz einzubringen. Sie sieht es als „gesellschaftspolitische Aufgabe“ an, die Eigenverantwortung der Erziehungsberechtigten zu fördern. Ursula Duppel-Breth, ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Landeselternbeirats, sagte, dass die gesetzlich verankerten Rechte zur Beratung in Baden-Württemberg von vielen Eltern wahrgenommen werden. Aus ihrer Sicht ist es auch wichtig, gute Kontakte zur Schulleitung aufzubauen: „Ich wünsche mir mehr Schulleiter ohne Stopp-Schild.“ Als Leiterin des Bildungsnetzes Heimsheim erklärte sie, dass man durch die Bildung von Netzwerken vor Ort am meisten erreichen könne. Regionale Erziehungspartnerschaften zwischen Eltern und Schulen werden weiter ausgebaut. Dafür sorgt im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes das Projekt „Integration gemeinsam schaffen – für eine erfolgreiche Bildungspartnerschaft mit Eltern mit Migrationshintergrund“ unter Federführung des Justizministeriums, das von Dr. Wolfgang Kunze vorgestellt wurde. Das von der FDP/DVP-Landtagsfraktion unterstützte Projekt sorgt nach den Worten von Kunze dafür, dass mit flächendeckender Elternarbeit Kinder bessere Bildungschancen haben.

Agrarpolitischer Sprecher fordert, ökologisch wertvollen Baustoff Holz verstärkt einzusetzen – Der agrarpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Friedrich Bullinger, sagte in einer Landtagsdebatte über die „Auswirkungen der aktuellen Holzmarktlage auf die Forst- und Holzwirtschaft in Baden-Württemberg“ unter anderem:„Der durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelöste Zusammenbruch der Auslandsmärkte und die kränkelnde Konjunktur stellen die holzverarbeitenden Betriebe und damit die gesamte Forst- und Holzwirtschaft im zweitreichsten Waldland Baden-Württemberg vor besondere Herausforderungen.

Die verheerenden Stürme und der Boom auf dem Exportmarkt führten in den vergangenen zehn Jahren auch im Südwesten zu hohen Verarbeitungskapazitäten. Allein in den Jahren 2006 bis 2007 erhöhten sich die Einschnittskapazitäten der Sägewerke in Bayern und Baden-Württemberg um beachtliche 4,5 Millionen Festmeter. Diese Marktveränderungen bekommen auch die Waldbesitzer massiv zu spüren, da sie von der Holzindustrie abhängig sind. Die derzeit durchaus akzeptablen Rohholzpreise können nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele kleinere Betriebe unrentabel wirtschaften müssen. In Anbetracht der veränderten Situation am Holzmarkt ist es daher erforderlich, ein nachhaltiges Angebot an akzeptablen Preisen bereitzuhalten. Insbesondere unsere heimischen holzverarbeitenden Unternehmen mit ihren mittel-ständischen Strukturen brauchen eine kontinuierliche Holzversorgung. Selbstverständlich gilt dies auch für unsere größeren Sägewerke. Der Holzpreis darf nicht als Instrument der Strukturpolitik in dieser Branche missbraucht werden. Dies würde in letzter Konsequenz bedeuten, dass wir im Land bald weniger Waldbesitzer haben. Damit verbunden wäre eine veränderte Landschaft, die wir als Touristikland Baden-Württemberg mit über 250.000 Beschäftigten auf keinen Fall wollen. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass die Zukunft des Waldes auch weiterhin davon abhängt, ob in der Forstwirtschaft etwas zu verdienen ist. Um Gottes Lohn oder nur mit Hobby-Waldbauern werden wir unsere Kulturlandschaft nicht erhalten können. Vor allem junge Menschen sind nicht bereit, sich dieser oft mühevollen Arbeit zu unterziehen. Der Wald hat etwas mit Wirtschaft, sprich mit nachhaltiger Bewirtschaftung zu tun. Es gibt hier im Hohen Haus durchaus Stimmen, die den Wald eher als Freizeitpark für Reiter und Mountainbiker betrachten. Andere wiederum würden aus unseren Kultur- und Wirtschaftswäldern lieber Naturparke und Urwälder machen. Derzeit ist die Rohstoffversorgung der baden-württembergischen Nadelholzsäger angespannt, was nicht zuletzt zur Verunsicherung vieler kleiner Waldbesitzer führt. Darüber hinaus können die gestiegenen Rundholzpreise von derzeit ca. 80 Euro je Festmeter Fichte nicht hinwegtäuschen, auch nicht die Energiepreise bei Holzpellets und Hackschnitzel. Sehr geehrter Herr Minister Köberle, ich erwarte von Ihrem Haus und dem Wirtschaftsministerium ein größeres Engagement bei der begonnenen Clusterpolitik Forst und Holz.An dieser Stelle möchte ich auch die Gemeinde-, Stadt- und Kreisräte bitten, sich bei öffentlichen Bauten für den verstärkten Einsatz von Holz auszusprechen. Denn die Zahl der Neubauten geht längst zurück. So rechnet man in Baden-Württemberg mit jährlich nur noch 25.000 bis 35.000 Wohnungen, die neu erstellt bzw. als Ersatzbauten errichtet werden. Auch gilt es, bei der Altbausanierung und thermischen Sanierung unserer Gebäude mehr Holz zu verarbeiten. Die Holzindustrie, unsere Sägebetriebe und die mit ihnen untrennbar verbundenen Waldbesitzer – ob Kommunal, Privat- oder Staatsforst -, brauchen langfristig kalkulierbare Rahmenbedingungen. Ziel muss es daher sein, die Wettbewerbsfähigkeit der Forstwirtschaft in Baden-Württemberg langfristig zu erhalten. Dies kann erreicht werden, wenn• sich die Holz verarbeitende Industrie den Marktverhältnissen anpassen kann, • die Netzwerkbildung und Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen gestärkt wird, • Instrumente zum Schutz der Branche vor extremen Preissprüngen gefunden werden, • der ökologisch wertvolle Bau- und Energiestoff Holz verstärkt eingesetzt wird • und die Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft weiterhin durch die L-Bank, Bürgschaftsbank, mittelständische Beteiligungsgesellschaft, das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum oder durch das Liquiditätshilfeprogramm unterstützt werden.“

Die Einhaltung bestehender Gesetze muss Vorrang haben – Zum Vorschlag von Innenminister Rech, den Städten und Gemeinden ein Verbot des Alkoholkonsums an bestimmten Plätzen zu ermöglichen, sagte der innenpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Hagen Kluck:

„Dem Vorstoß des Innenministers steht die FDP/DVP-Landtagsfraktion skeptisch gegenüber. Wir können uns nicht vorstellen, dass noch mehr Verbote und Gesetze die Symptome wirksam bekämpfen. Wir müssen an die Ursachen gehen und vor allem dafür sorgen, dass die Einhaltung der schon bestehenden Gesetze ausreichend kontrolliert wird. Das gilt beispielsweise für das Jugendschutzgesetz in Bezug auf Alkoholabgabe und Alkoholkonsum.“

Hindernisse abbauen – Mehr Freiraum für passgenaue Lösungen vor Ort geben – In einer Landtagsdebatte über den Gesetzentwurf zur Änderung des Schulgesetzes sagte die bildungspolitische Sprecherin, Dr. Birgit Arnold: „Teilhabe statt Fürsorge, darum geht es uns heute – oder wie es eine betroffene Familie formuliert hat: „Wir wollen für unseren Sohn größtmögliche Selbständigkeit, statt staatlicher Daueralimentation.“

Darum geht es heute wieder in dieser Debatte – es geht letztendlich um Freiheit. Deshalb ist das Thema „Inklusion“ auch für uns Liberale so wichtig. Es geht um die Chance eines behinderten Menschen, sein Leben so selbstbestimmt und frei zu leben, wie es irgend möglich ist. Und es geht um die Freiheit der Eltern, zu entscheiden, wo ihr behindertes Kind unterrichtet werden soll. Vor allem deshalb – das sage ich schon an dieser Stelle, lehnen wir Ihren Gesetzentwurf ab, weil er dieses Wahlrecht der Eltern einschränkt – Sie wollen nämlich die Schulen für Lernbehinderte, für Erziehungshilfe und für Sprachbehinderte abschaffen. Das ist für uns der falsche Weg.Er schränkt zum einen das Wahlrecht der Eltern ein. Und er lässt einen Punkt unberücksich-tigt, den die UN-Konvention für ganz wesentlich erachtet. So heißt es in Artikel 7 der Kon-vention: ‚Bei allen Maßnahmen, die Kinder mit Behinderungen betreffen, ist das Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist.’ Es gibt zum Beispiel sprachbehinderte Kinder, die mit ein paar Wochenstunden Sonderpädagogik nicht auskommen. Es gibt Kinder, die brauchen den schützenden Raum einer Förderschule, die intensive Unter-stützung und Begleitung, die dort möglich ist. Deshalb lehnen wir die von Ihnen vorgeschlagene Abschaffung einer Reihe von Sonderschulen ab. Wir haben ein erfolgreiches Sonderschulsystem. Und wir wollen es in seinen Grundzügen erhalten. Denn wir brauchen mehr denn je, wie es der VBE treffend formuliert hat, die „Professionalität der sonderpädagogischen Kompetenz“. Aber wir betonen mit Nachdruck: Wir wollen, das deutlich mehr Kinder mit Behinderungen als bisher in unseren Regelschulen zusammen mit Kindern ohne Behinderungen unterrichtet werden können, zielgleich oder zieldifferent. Das von mir eingangs beschriebene Grundprinzip der gesellschaftlichen Teilhabe muss sehr viel mehr als bisher, auf der Ebene der Schulen und der Schulverwaltung realisiert werden. Es muss zum vorrangigen Handlungsprinzip werden. Das sieht der Expertenrat auch so. Betroffene Eltern schil-dern uns immer wieder, wie mühsam es ist, wie viele Hindernisse es gibt, wenn sie ihre be-hinderten Kinder in einer Regelschule unterrichten lassen wollen.Das muss sich ändern. Wir werden darauf hinarbeiten – die Schulverwaltung muss Schulen unterstützen, beraten, auch fortbilden, die gemeinsamen Unterricht realisieren wollen. Wir begrüßen mit Nachdruck das Votum des Expertenrates für ein qualifiziertes Elternwahl-recht. Aber dieses Wahlrecht darf nicht von vorneherein wieder eingeschränkt werden mit dem Hinweis, die Kosten oder der Mehraufwand seien zu hoch. Das wäre ja eine Beibehaltung des status quo. Wir wollen mehr inklusiven Unterricht – dann müssen wir in einem ver-tretbaren Rahmen auch die nötigen baulichen und technischen Voraussetzungen dafür schaffen. Wir begrüßen eine weitere Empfehlung des Expertenrates: Bei der Umsetzung der Leitidee eines inklusiven Bildungssystems sollte es keine einzige allgemeingültige Lösung geben. Sondern für jeden Einzelfall soll eine passgenaue Lösung entwickelt werden.Das bedeutet für uns aber auch – lassen wir die Schulen vor Ort die Initiative für die Koope-ration von Sonderschulen und Regelschulen entwickeln, geben wir ihnen den nötigen Frei-raum für passgenaue Lösungen. Sie haben die nötigen Kompetenzen, sie haben die nötigen Erfahrungen auf beiden Seiten. Es gibt schon wunderbare Beispiele der Kooperation – etwa die Torwiesenschule in Stuttgart oder die Gustav-Heinemann-Schule in Pforzheim. Lassen wir es von unten herauf wachsen. Wir brauchen keine weiteren Schulversuche, wir müssen den Schulen auf beiden Seiten nur die nötigen Ressourcen geben. Wir müssen die vorhandenen Strukturen besser miteinander vernetzen, wir müssen sonderpädagogische Kompetenzen in die Ausbildung aller Lehrer integrieren und sie viel mehr als bisher dazu befähigen, zu diagnostizieren, zu differenzieren, zu kooperieren. Wir sind in der Sonderpädagogik in Baden-Württemberg auf einem guten Weg. Was uns noch fehlt, sind mehr Möglichkeiten für einen inklusiven Unterricht. Lassen Sie uns damit anfangen, hier und heute.“

In Baden-Württemberg gibt es beim Leistungssport Licht und Schatten – Die sportpolitische Sprecherin der FDP/-DVP-Landtagsfraktion, Dr. Heiderose Berroth, hat in einer Plenardebatte über die große Anfrage der FDP/DVP-Fraktion “Leistungssportler und Leistungs(Drucksache 14/3707) den Trend festgestellt, dass es in Baden-Württemberg immer weniger Erfolge im Spitzensport gibt. „Viele Sportler, die hier im Land groß geworden sind, für die wir viel getan haben, damit sie sich so gut entwickeln können, sind plötzlich weg“, sagte Berroth.

In Vancouver errangen die Baden-Württemberger Simone Hauswald und Martin Schmitt erfreulicherweise drei Medaillen, dies sei jedoch nur ein kleiner Teil des reichen Medaillensegens von immerhin 30 Medaillen für Deutschland, so Berroth. Die sportpolitische Sprecherin forderte die Landesregierung auf, sich mit Nachdruck für die Rettung des Skiinternats Furtwangen einzusetzen. „Ansonsten kann man den Winterleistungssport in Baden-Württemberg abschreiben“. Berroth wünschte sich zudem eine intensivere Sportförderung durch die Wirtschaft. Beispielsweise gingen viele Spitzensportler aus Baden-Württemberg zu Bayer Leverkusen, da Salamander Kornwestheim weggefallen sei: „Der Lurchi lahmt!“. Außerdem geht aus der Antwort der Landesregierung auf die Anfrage hervor, dass die vielfältige Förderung in Baden-Württemberg teilweise unkoordiniert sei.Auch müsse man im Hochschulbereich dafür sorgen, dass Sportler dort studieren können, wo die für ihre Disziplin wichtigen Übungsstätten und Trainingsorte sind. Von Seiten der Universitäten müsse auf Trainings- und Wettkampfphasen Rücksicht genommen und berücksichtigt werden, dass die Studiendauer wegen der Wett-kampfunterbrechungen verlängert werden müsse. Im Hinblick auf die beruflichen Perspektiven der baden-württembergischen Sportler sollte nach den Worten von Berroth das Land vor allem im Bereich der Polizei und im Schul- und Hochschulbereich Perspektiven anbieten, damit junge Menschen auch nach der Zeit als aktive Leistungssportler einen direkten Anschluss an die berufliche Zukunft haben. Ein ähnliches Engagement sollte die Wirtschaft bieten. „Da sind wir in einigen Bereichen noch ein Entwicklungsland“. „Vor allem aber brauchen wir in Baden-Württemberg insgesamt mehr Empathie für den Sport. Schließlich ist Leistungssport besonders wichtig. Er ist Bedingung für den Breitensport, denn beim Leistungssport wird die Begeisterung geweckt, die unsere Kinder in die Sportvereine und unsere Erwachsenen in die Trainingsstunden bringt. Das ist ein wichtiger Aspekt für die Gesundheit der Menschen im Land.“ „Das, was wir in Baden-Württemberg an Gutem haben, wollen wir weiterhin erhalten, ausbauen und zu einem guten Ende bringen“, sagte Berroth.

Keine neuen Fakten – keine neue Diskussion – Der verkehrspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dietmar Bachmann, erklärt zu der erneut aufgeflammten Debatte über den möglichen Ausbau des Landesflughafens Stuttgart:

„Seit der Entscheidung gegen eine zweite Start- und Landebahn am Stuttgarter Flughafen sind keine neuen Fakten aufgetaucht, die eine Neuauflage der Debatte oder gar neue Gutachten rechtfertigen würden. Die Passagierzahlen sind in Stuttgart derzeit rückläufig, während in Karlsruhe/Baden-Baden Zuwächse zu verzeichnen sind. Dies entspricht dem Konzept der Landesregierung, das die FDP/DVP-Fraktion in vollem Umfang mitträgt. Eine optimale Nutzung der vorhandenen Start- und Landekapazitäten im Land entspricht dem Gebot des sparsamen Einsatzes öffentlicher Finanzmittel.“

Land zahlt pro Jahr 1,6 Milliarden – Zustimmung zu Regierungserklärung von Stefan Mappus – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, hat in einer Land-tagsdebatte die Unterstützung seiner Fraktion für die Regierungserklärung des Ministerprä-sidenten signalisiert. „Wir sind an der Seite von Stefan Mappus, wenn es darum geht, den Länderfinanzausgleich gerechter zu gestalten.“ Es sei ein nicht länger hinnehmbarer Zustand, dass Baden-Württemberg bei einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von acht Prozent zurzeit 1,6 Milliarden Euro pro Jahr in den Finanzausgleich einzahle. Rülke: „Deshalb fordere ich eine erneute Klage vor dem Bundesfassungsgericht.“

„Wir wirken auch mit, wenn es nach dem Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise darum geht, den Landeshaushalt zu konsolidieren. Hier sind Denkverbote fehl am Platz“, sagte Rülke. Dies gelte für die Universitätskliniken, die beispielsweise in eine freie gemeinnützige Trägerschaft überführt werden könnten. Wenn man darüber nachdenke, von welchen Aufgaben der Staat sich trennen könnte, dann sei die FDP bereit, auch über Themen wie Flurneuordnungs- und Vermessungsverwaltung sowie Hochbau und Liegenschaften zu reden. Weiter müsse diskutiert werden, ob das Land seine Anteile an der Landesbank behalte oder private Modelle bevorzuge. Auch den Staatsdienern sei zuzumuten, angesichts der demographischen Entwicklung wie viele andere Bürger bis zum Alter von 67 Jahren zu arbeiten. Mit der Dienstrechtsreform sei der Regierungskoalition ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung gelungen.Erfreut zeigte sich Rülke über die Äußerung von Ministerpräsident Mappus, dass es die Ver-längerung der Laufzeit für Kernkraftwerke nicht ohne einen wesentlichen finanziellen Beitrag der Energieunternehmen gebe. Rülke: „Ich sage es noch einmal in aller Deutlichkeit, wir sind nicht bereit, den Energieversorgern die Gewinne aus einer Verlängerung der Laufzeit quasi zum Nulltarif in den Rachen zu werfen.“ Vielmehr müsse die Hälfte der Erlöse für die Erforschung und Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien zur Verfügung gestellt werden. Beim Thema Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sprach sich der FDP-Fraktionsvorsitzende für einen wesentlich stärkeren Ausbau der Bundesautobahnen und Bundesstraßen aus. Nachdem in den letzten 20 Jahren die meisten Finanzmittel in die östlichen Bundesländer geflossen sind, sei jetzt der Südwesten an der Reihe. Auch über neue Finanzierungsinstrumente wie die Maut oder Vignette dürfe nicht länger nur im Landtag diskutiert werden. Rülke: „Deshalb fordert die FDP/DVP-Landtagsfraktion, baldmöglichst eine entsprechende Bundesratsinitiative auf den Weg zu bringen.“

Bei neuer Aufsichtsbehörde in Baden-Württemberg auf Unabhängigkeit achten – Der rechtspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Peter Wetzel, hat das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur in Deutschland üblichen Praxis der „staatlichen Aufsicht“ über die Datenschutzstellen begrüßt. Damit verstoße die Bundesrepublik gegen geltendes EU-Recht, so der EuGH. Nach den Worten von Wetzel unterstreicht das höchste europäische Gericht damit die Notwendigkeit, dass die zuständigen Datenschutzstellen ihre Aufgaben in völliger Unabhängigkeit wahrnehmen. Dies schreibe die EU-Datenschutzrichtlinie vor.

„Die Überwachung der Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch private Stellen und durch öffentlich-rechtliche Unternehmen im Wettbewerb darf keiner staatlichen Kontrolle unterliegen“, sagte Wetzel. Und: „Bei den anstehenden Planungen über die Gestaltung der Zusammenlegung der Datenschutzaufsicht in Baden-Württemberg müssen wir daher besonders darauf achten, dass die Unabhängigkeit der neuen Behörde von Anfang an gegeben ist. Daher ist es erforderlich, die neue Datenschutzstelle an den Landtag anzugliedern. Das Urteil bedeutet eine deutliche Stärkung der Unabhängigkeit beim Datenschutz“, so der rechtspolitische Sprecher.

Entwicklung der Persönlichkeit hat Vorrang vor Gesetzesverschärfungen – Nach Auffassung der Liberalen kann der Landtag auf das vom Sonderausschuss Jugendgewalt und Jugendgefährdung vorgelegte Ergebnis stolz sein. „Wir haben nicht für neue Gesetze plädiert, sondern fordern tief greifende Präventionsmaßnahmen, die langfristig Wirkung zeigen“, erklärte FDP-Obmann Hagen Kluck dazu im Landtag. Die gesetzten Ziele würden der Landesregierung viel abverlangen und auch hohe finanzielle Mehrbelastungen bringen. „Die FDP-Fraktion ist trotzdem bereit, diesen Weg zu gehen“, sagte Kluck, „zum Wohle unserer Kinder und Jugendlichen und in der Hoffnung, solche Bilder wie die des 11. März 2009 nie mehr sehen zu müssen“.

Nach dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen sei es wichtig gewesen, nicht zur Tagesordnung überzugehen. Der Sonderausschuss habe die Landespolitiker vor vielen unwürdigen Debatten bewahrt. Dafür gebühre allen vier Fraktionen Dank. Der Landtag könne auf die ihm jetzt vorgelegten Ergebnisse stolz sein.Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende erinnerte daran, dass die Freiheit des Einzel-nen für Liberale ein hohes Gut ist. Forderungen nach Gesetzen, die Menschen in ihrer per-sönlichen Lebensgestaltung einschränken, stehe die FDP grundsätzlich skeptisch gegenüber. „Wir sind froh, dass der Ausschuss mehrheitlich nicht zu simplen Verbotsforderungen tendiert hat, sondern sich bewusst war, dass man mit Gesetzesverschärfungen im Bereich Waffen oder gewalthaltiger Computerspiele etwas suggerieren würde, was es nicht gibt: Nämlich einfache Erklärungen für solch unfassbare Gewalttaten an Schulen“, sagte der Reutlinger Abgeordnete. Statt wesentliche Gewinne an Sicherheit durch solche Verbote zu erzielen, würde man Milli-onen in Ihrer Freiheit ungerechtfertigt einschränken, ganz gleich ob man zum Beispiel bestimmte Computerspiele für abartig hält oder nicht. Verbote sind laut Kluck die am meisten überschätzten Stellschrauben, zumal Baden-Württemberg insbesondere in den strittigen Bereichen überhaupt keine alleinige Gesetzgebungskompetenz habe. Es sei deshalb richtig, den Schwerpunkt auf die Bereiche zu setzen, in denen das Land die alleinige Verantwortung trägt. Dies seien neben den Ermittlungs- und Verwaltungsbehörden vor allem die Bildungs- und Sozialpolitik. Mit der Stärkung des schulpsychologischen Dienstes schaffe man die Voraussetzungen für eine frühe Identifizierung von Entwicklungsdefiziten, die dann möglichst schnell und niederschwellig behandelt werden könnten. Die Kontaktaufnahme mit entwicklungs-gefährdeten Kindern und Jugendlichen sei eine zentrale Aufgabe, um es gar nicht soweit kommen zu lassen, wie in Winnenden. Ein weiteres zentrales Handlungsfeld ist nach Meinung der FDP die Medienpädagogik. „Ausgehend vom stabilen Fundament des Kindermedienlands und vom Landesmedienzentrum, unterstützen wir alle Bestrebungen, Projekte im Sinne erhöhter Wirksamkeit zusammenzuführen, Erfolgreiches nachhaltig zu verankern und die medienpä-dagogische Arbeit insgesamt zu stärken“, so Hagen Kluck. „Die präventiv-erzieherische Schulung der Kinder und Jugendlichen im Umgang mit Medien hat in der global vernetzten Welt zentrale Bedeutung.“ Bestehende Gesetz will Kluck mit Nachdruck angewendet wissen: „Die polizeiliche Internet-kompetenz wurde kontinuierlich ausgebaut. Durch anlassunabhängige Internet-Recherchen gelingt es immer häufiger, strafbare Inhalte beispielsweise in Form von menschenverachtenden Videos, aufzuspüren und zur Verfolgung an die Justiz weiterzugeben.“ Das Innenministerium werde weitere Mittel erhalten, um vor allem das Kompetenzzentrum Internetkriminalität, die anlassunabhängigen Recherchen und die IT-Beweissicherung ausbauen zu können. Um zu unterstreichen, dass die bestehenden Gesetze – auch ohne Vorratsdatenspeicherung – ausreichend sind, um Kinder und Jugendliche vor grob jugendgefährdenden Inhalten zu schützen, würden die Justizbehörden ebenfalls gestärkt, sagte Kluck.

Großes Lohngefälle zwischen Frauen und Männern in Deutschland – „Es ist bedauerlich, dass wir jedes Jahr zum Internationales Frauentag mit negativen Zahlen aufwarten müssen. Dies zeigt, wie schleppend die Gleichstellung von Frauen und Männern vorangeht“, sagte die frauenpolitische Sprecherin der FDP/DVP Fraktion, Dr. Birgit Arnold, anlässlich des Internationalen Frauentages, der jedes Jahr am 8. März begangen wird.

Es sei für ein wirtschaftlich so hoch entwickeltes Land wie Deutschland einfach nicht akzeptabel, dass die weiblichen Beschäftigten mit 23,2 Prozent ihres Einkommens unter dem ihrer männlichen Kollegen liegen. Dieses Lohngefälle wurde jüngst von der Brüsseler EU Kommission scharf gerügt. Lediglich die weiblichen Beschäftigten in den Niederlanden (23,6 Prozent), Österreich (25,2 Prozent), Tschechien (26,2 Prozent) und Estland (30,3 Prozent) stehen schlechter da als in Deutschland. „Dieses Lohngefälle dürfen wir nicht als Gott gegeben hinnehmen und vor allem nicht damit entschuldigen, dass Frauen einfach schlechter bezahlte und geringer qualifizierte Teilzeitjobs ausführen“, so Arnold. Dass Frauen auf solche Arbeitsplätze zurückgreifen müssen, sei für sich gesehen ein weiterer Aspekt, der die Gleichstellungssituation von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft schlecht aussehen lasse.
Frauen bezahlen Kindererziehung und Kinderpause immer noch mit beruflicher Benachteiligung. Damit Frauen die Vereinbarung von Familie und Beruf gelingt, sind sie gezwungen Tätigkeiten im Niedriglohnbereich und Teilzeitjobs anzunehmen. Im Privaten erleben Frauen nach wie vor wenig Unterstützung bei der Haushaltsführung. Frauen erbringen 23 Stunden pro Woche für die Hausarbeit, dagegen kommen die Männer gerade mal auf 6 Stunden. Das Ungleichgewicht bei der Bezahlung resultiert daher auch aus den schlechteren Rahmenbedingen, die die Frauen für eine erfolgreiche und qualifizierte Berufsausübung vorfinden. Erstmals drohe Brüssel offen mit Sanktionen, notfalls auch mit geeigneten Rechtsinstrumenten, um den Lohnabstand zu verringern. „Dieses, von der EU Kommission angedrohte Vorgehen, begrüße ich ausdrücklich. Es macht keinen Sinn jedes Jahr zum Internationalen Frauentag mit negativen Nachrichten aufzuwarten und zu beklagen,ohne dass wirksame Maßnahmen ergriffen werden, die eine Änderung im Lohngefälle von Frauen und Männern herbeiführen“, so Arnold.

Nicht verhandelbare Voraussetzung zur Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, begrüßt die Aussage von Ministerpräsident Mappus, dass es die Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken nicht zum Nulltarif geben wird.

„Ich unterstütze den Kurs des Ministerpräsidenten voll und ganz“, sagte Rülke. Die FDP sei für die Verlängerung der Laufzeiten, aber die Energieunternehmen müssten die Hälfte ihrer Gewinne für die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien abführen. „Dies ist eine nicht verhandelbare Voraussetzung, deshalb erwartet die FDP/DVP-Landtagsfraktion ein Angebot der Energiekonzerne“, sagte Rülke.