FDP/DVP-Landtagsreform sieht die von ihr gesetzten Ziele erreicht – Die Verwaltungsstrukturreform ist nach Auffassung der FDP/DVP-Fraktion ein Erfolg. „Durch das jetzt im Landtag verabschiedete Weiterentwicklungsgesetz wird dieser Erfolg gefestigt“, stellte der innenpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Hagen Kluck, in der Parlamentsdebatte fest. Die Verwaltung in Baden-Württemberg werde dienstleistungsorientierter und damit bürgernäher. Und sie arbeite deutlich effizienter. „Sogar die Opposition findet nur noch kleine Haare in der Suppe“, meinte der Reutlinger Abgeordnete.

Dass man bei der Festlegung der Standorte für Schulbehörden, Flurneuordnungs-Dienststellen und Grundbuchämter nicht alle wünsche erfüllen könne, liege auf der Hand. Es sei richtig, die verschiedenen Dienststellen in einem sorgfältig austarierten System auf die einzelnen Regionen zu verteilen. Aufs Grundbuchamt müsse sich ohnehin niemand persönlich bemühen, weil alle Daten künftig in den Rathäusern elektronisch abgerufen werden könnten. Die gemeinsamen Dienststellen der Flurneuordner und Vermesser hätten auch keinen großen Publikumsverkehr. „Und ein Schulamt habe selbst ich als Vater von vier Söhnen in deren gesamter Schulzeit niemals aufsuchen müssen“, betonte Hagen Kluck.„Wir Liberalen wollen bekanntlich weitgehend autonome Schulen“, sagte der FDP-Innenpolitiker, „wir halten nichts von Schulen, die an der kurzen Leine der Kultusbürokratie gehalten werden.“ Die FDP/DVP-Fraktion hätte die Schulräte gerne auch bei den Landratsämtern gelassen. Die dort praktizierte enge Zusammenarbeit mit den Schulträgern und den Jugendämtern müsse fortgesetzt werden. Bei Vermessung und Flurneuordnung werde die FDP darauf achten, dass man sich dem angestrebten Privatisierungsziel von 80 Prozent bei den operativen Vermessungsaufgaben nähert. Wichtig seien und blieben den Liberalen das Einheitsforstamt und die Absage an Holzvermarktungsmonopole. Uneingeschränktes Lob spendete Kluck dem ebenfalls beschlossenen Nachtrag zum Staatshaushalt 2008. Der sichere den Übergang von Beschäftigten aus den Landratsämtern zum Kultusministerium ab. Noch viel wichtiger sei aber die Verwendung von weiteren 100 Millionen Euro aus dem Überschuss des vergangenen Jahres zur Schultentilgung. „Die FDP/DVP stimmt da sehr gerne zu, weil wir damit ein weiteres Zeichen für die solide Finanzpolitik unserer gemeinsamen Regierung mit der CDU setzen“, sagte Kluck.

Haushalt weiter konsolidieren – Verbot der Neuverschuldung in Verfassung – In der Landtagsdebatte über die Regierungserklärung des Ministerpräsidenten sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll unter anderem (es gilt das gesprochene Wort): „Politik in Baden-Württemberg kann eine Bilanz vorweisen, auf die wir stolz sein können. Wir sollten uns aber stets der Tatsache bewusst sein, dass wir diese Erfolgsbilanz zuallererst den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes verdanken, den Arbeitnehmern und Unternehmern, den Tüftlern und Forschern, den Familien, den Mittelschichten, die das Fundament unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolgs bilden

Aber auch die Politik steht in der Verantwortung, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass eine positive gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung auch in Zukunft gewährleistet werden kann; und insofern ist die Erfolgsbilanz unseres Landes immer auch eine Erfolgsbilanz für die Politik. • Wir investieren mehr als alle anderen Länder in Bildung und Wissenschaft. Und Baden-Württemberg liegt weit vorn, wenn es um den Aufwand an Forschung und Entwicklung im öffentlichen und im privatwirtschaftlichen Bereich geht.• Es gibt in Baden-Württemberg weniger Straftaten als in den meisten anderen Ländern; und wir sind erfolgreicher als die anderen bei der Verfolgung und Aufklärung von Straftaten. Wir liegen vorn im Bereich der inneren Sicherheit.• Der Arbeitsmarkt hat sich sehr positiv entwickelt; die Arbeitslosigkeit liegt bei 4%. In etlichen Bereichen ist ein Fachkräftemangel so gravierend, dass er Wachstumschancen beeinträchtigt, wenn nicht rasch Abhilfe geschaffen wird.• Jeder, der ausbildungswillig ist, findet in Baden-Württemberg wieder eine Lehrstelle. Die Anstrengungen der Wirtschaft sind enorm; aber auch die Leistungen der Politik haben mit dazu beigetragen. Dies alles kann nicht staatlich verordnet werden. Aber dies alles kann sich nur entwickeln, wenn die Politik für Rahmenbedingungen sorgt, die Mut machen: Mut zur Eigenverantwortung, Bereitschaft zum Risiko, Bereitschaft zur Leistung, Mut zum Wettbewerb.Wir wollen alles tun, diese Leistungsbilanz weiter zu verbessern und die Spitzenstellung unseres Landes erhalten und auszubauen.Handlungsnotwendigkeiten für die Zukunft – Weichenstellungen sind erfolgtWir wissen aber auch, wo noch Defizite zu verzeichnen sind. Um auch in Zukunft allen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes gute Chancen zu eröffnen, müssen wir noch mehr investieren in Bildung und Betreuung, müssen wir uns noch stärker engagieren bei der Integration von Personen, die aus Familien mit Migrationshin-tergrund stammen, müssen wir noch mehr tun in Wissenschaft und Forschung. Die Weichen hierfür sind gestellt: Im Einvernehmen mit den kommunalen Landesverbänden ist der Rahmen abgesteckt worden für den Ausbau der Betreuungsangebote für Kleinkinder im Alter von unter drei Jahren. Die hierfür bereitgestellten Mittel steigen kontinuierlich an. Ab 2013 werden es 165 Millionen zusätzlich sein – nicht einmalig, sondern pro Jahr.Die Zahl der Ganztagsschulen steigt von Jahr zu Jahr kräftig an. Die Ziele des Konzepts „Zukunft Bildung und Betreuung“ – ebenfalls mit den kommunalen Landesverbänden verabredet – werden kontinuierlich umgesetzt. Und mit der „Qualitätsoffensive Bildung“ wird nochmals mehr investiert, um alle Kinder besser individuell fördern zu können – 528 Millionen in den vier Jahren bis 2012. Der Integrationsplan des Landes ist verabschiedet. Sprachstandserhebungen –etwa eineinhalb Jahre vor der Einschulung – werden verpflichtend. Selbstverständlich muss und wird es dann auch eine flächendeckende Sprachförderung geben. Und natürlich ist sich das Land auch in diesem Zusammenhang seiner finanziellen Verpflichtung gegenüber den Kommunen bewusst. Den Stand der Forschung an baden-württembergischen Hochschulen dokumentieren die Erfolge bei der Exzellenz-Initiative. 8 von 9 Universitäten sind ausgezeichnet worden, darunter 4 – von bundesweit 9 –in der höchsten Stufe. Wir haben uns zur Einführung von Studiengebühren entschlossen, und wir garantieren: die Einnahmen aus Studiengebühren werden ausschließlich zur Verbesserung der Lehre an unseren Hochschulen verwendet. Und mit dem Masterplan 2012 wird die Zahl der Studienan-fängerplätze an den baden-württembergischen Hochschulen zwischen 2007 und 2012 um insgesamt 16.000 erhöht. Die Kosten dafür werden sich im Jahr 2012 und danach auf 150 Millionen belaufen – wiederum nicht einmalig, sondern Jahr für Jahr.All dies sind zentrale Felder der Zukunftsgestaltung. Es lohnt sich, hier zu investieren. Aber gleichwohl gilt: Die grundlegende Konsolidierung des Haushalts ist ebenso Zukunftsgestaltung wie eine den Anforderungen der Zukunft Rechnung tragende Ausgestaltung von Bildung, Betreuung, Wissenschaft und Forschung. Jeden dieser Stränge isoliert, nur für sich betrachtet umzusetzen, wäre vergleichsweise einfach. Wer nur über Bildung und Betreuung oder nur über Wissenschaft und Forschung redet und die Notwendigkeiten und Zwänge des Haushalts nicht berücksichtigen muss, tut sich leicht. Und genauso leicht tut sich, wer nur abstrakt über die Notwendigkeiten der Haushaltskonsolidierung philosophiert, die konkrete Anwendung aber schuldig bleibt. Und deshalb fällt es der Opposition auch so leicht, vormittags die jeweiligen Fachabgeordneten aufmarschieren zu lassen, die jegliches Regierungshandeln wenn schon nicht als gänzlich falsch, dann doch zumindest als „zu spät“ und „zu wenig“ abqualifizieren, während abends und an Sonntagen die Festvorträge gehalten werden, in denen die mangelnde Entschlossenheit, Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit der Politik beklagt wird. Eine verantwortliche Politik ist dies nicht. – Die hohe Kunst der Politik besteht demgegenüber gerade darin, Politik so zu formulieren, dass beides zugleich umgesetzt werden kann: dass die notwendigen Investitionen in die Zukunft getätigt werden können, um in Bildung und Wissenschaft an der Spitze stehen zu können, und dass es dennoch gleichzeitig gelingt, dauerhaft Schluss zu machen mit einer Politik, die durch die Verschuldung des Staates in Teilen auf Kosten und zu Lasten künftiger Generationen lebt.Haushaltskonsolidierung – Verbot der Neuverschuldung in die VerfassungDie Haushaltsdaten des Jahres 2007 haben es erlaubt, das Inkrafttreten des grundsätzlichen Verbots der Neuverschuldung – zuvor für 2011 angestrebt – auf das Jahr 2008 vorzuziehen. Insofern haben der Nachtragshaushalt für 2007 und 2008 und die ihn begleitenden Gesetze einen Meilenstein in der Haushaltspolitik des Landes dargestellt: Erstmals seit 36 Jahren ein Haushalt ohne zusätzliche Schulden, sondern mit einem Einstieg in den Abbau der Verschuldung, den wir jetzt auf 350 Millionen aufstocken können. Baden-Württemberg ist nicht das erste und nicht das einzige Land, das einen Haushalt ohne Neuverschuldung vorlegt. Wir sind dennoch stolz darauf, weil wir wissen, wie steinig der Konsolidierungskurs war, den wir über Jahre hinweg beschritten haben, und ohne den der heutige Erfolg nicht möglich gewesen wäre.Denn es ist ja nur vordergründig richtig, dass dies vor allem dem konjunkturellen Aufschwung und den dadurch deutlich verbesserten Steuereinnahmen zu verdanken ist: Ohne einen konsequenten Kurs der Konsolidierung des Haushalts, ohne die wiederholten Einsparrunden der letzten Jahre wäre dieser Erfolg nicht möglich geworden. Und wenn wir allen zusätzlichen Ausgabewünschen, die aus der Öffentlichkeit und von der Opposition in dieser Zeit an uns herangetragen wurden, Folge geleistet hätten, dann wären wir heute noch weit vom Ziel der Neuverschuldung Null entfernt.Wir können stolz sein auf das, was wir erreicht haben. Zugleich aber müssen wir dafür sorgen, dass der Verzicht auf jegliche Neuverschuldung und der Einstieg in die Schuldentilgung kein Einzelfall bleibt, sondern Normalfall wird. Die Regierung wird uns auch für 2009 einen Haushalt vorlegen, der ohne Neuverschuldung auskommt. Und wir gehen davon aus, dass dies auch für die Jahre 2010 und 2011 der Fall sein wird.Und parallel zu dem, was wir mit unserer Haushaltspolitik real umsetzen, gilt es auch, sich zwischen Bund und Ländern auf ein möglichst präzises Regelwerk zur Begrenzung und zum Abbau der Verschuldung zu verständigen und es in den Verfassungen zu verankern. Auch wenn eine Regierungsmehrheit damit stets ein Stück Handlungs- und Gestaltungsfreiheit aufgibt: wir wollen diese Selbstbindung, weil es selbstverständlich werden muss, Abschied zu nehmen von einer Politik, die zu Lasten künftiger Generationen lebt.Wir setzen dabei – ohne der Debatte des Nachmittags vorgreifen zu wollen – auf einen Erfolg der Föderalismuskommission II und unterstützen den Herrn Ministerpräsidenten dabei, auf dieser Basis zu einer eindeutigen, wirksamen und verlässlichen verfassungsrechtliche Regelung zu kommen. Aber wir wollen auch keinen Zweifel daran lassen, dass wir eine eigenständige baden-württembergische Regelung zur Schuldenbegrenzung in der Landesverfassung anstreben, falls die Föderalismuskommission II zu keinen oder nur unzureichenden Ergebnissen kommen sollte.

Erträge aus Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke zur Stärkung erneuerbarer Energien einsetzen – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, erklärt zu Medienberichten, in denen er sich zu energiepolitischen Fragen äußert: „Sollte der Eindruck entstanden sein, dass ich nicht voll hinter den Beschlüssen der baden-württembergischen FDP und der baden-württembergischen Koalitionsvereinbarung stehe, fühle ich mich falsch interpretiert. Ich wollte durch meine Äußerungen nur die Sorgen vieler Menschen aufnehmen, die aufgrund der Vorkommnisse um die Schachtanlage Asse entstanden sind.

Der Beschluss des Landeshauptausschusses der FDP vom Frühjahr dieses Jahres entspricht auf ganzer Linie meiner Meinung über den künftigen Umgang mit Kernenergie und den erneuerbaren Energien. So bin ich für eine Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke. Die derzeit festgelegten Restlaufzeiten der vier baden-württembergischen Kernkraftwerke lassen sich nicht in Einklang bringen mit den Zielen einer sicheren, klimaverträglichen, eigenständigen und wirtschaftlichen Energieversorgung.Auch aus meiner Sicht ist Kernenergie eine Übergangstechnologie. Ob es langfristig ge-lingt, eine vollständige Deckung des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien zu erreichen, kann heute noch nicht eingeschätzt werden. Daher ist es notwendig, dass Deutschland auch an der weltweiten kerntechnischen Forschung weiterhin teilnimmt. Weiter unterstütze ich voll die in der Koalitionsvereinbarung festgelegte Absicht und lege Wert darauf, mit den Betreibern von Kernkraftwerken eine rechtlich verbindliche Vereinbarung zu schließen, in der sich diese freiwillig verpflichten, mindestens 50 Prozent der wirtschaftlichen Erträge aus einer Laufzeitverlängerung zur Erforschung, Markteinführung und Herstellung der Marktreife von erneuerbaren Energien zur Verfügung zu stellen. Um diesen Teil unserer Beschlusslage nicht in der öffentlichen Diskussion untergehen zu lassen, habe ich Verständnis für kritische Nachfragen auch innerhalb unserer Fraktion geäußert.“

Kelek: Religionsausübung ist Privatsache – Prof. Goll: Zwangsheirat nicht zulassen – „Es ist zu begrüßen, dass auch türkische Frauen, die im Zuge der Familienzusammenführung nach Deutschland emigrieren, wenigstens Grundkenntnisse der deutschen Sprache vorweisen müssen, denn erst dann haben sie die Chance, hier von Anfang an am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.“ Dies sagte die Sprecherin für Frauen und Gleichstellungsfragen, Dr. Birgit Arnold, auf dem Liberalen Frauentag der FDP/DVP-Landtagsfraktion, der unter dem Thema „Meine Welt – Eure Welt – Unsere Welt? – Migrantinnen im Spannungsfeld von Tradition und Moderne“ stand.

Die FDP-Landtagsabgeordnete forderte, dass der Staat die Schulpflicht konsequent durchsetzen sollte, damit Mädchen aus Familien mit Migrationshintergrund das gesamte Unterrichtsangebot wahrnehmen könnten. „Es geht nicht, dass junge Mädchen muslimischen Glaubens von ihren Eltern verboten bekommen, am Schwimm- und Turnunterricht oder an Schulausflügen teilzunehmen“, so Arnold. Sie wolle auch diejenigen Menschen stärken, die sich öffentlich gegen antidemokratische Tendenzen in Teilen der muslimischen Gesellschaft wenden. „Ich unterstütze hier die in Deutschland lebende Soziologin und Autorin Necla Kelek, die sich dafür ausspricht, ein muslimisches Patriarchat im Rahmen eines gesellschaftlichen Diskurses zu verhindern.“Dr. Necla Kelek sagte in ihrem engagierten Vortrag vor 120 Gästen im Landtag, es mache sie froh, dass ein deutsches Gericht vor Wochen zum ersten Mal durch ein Urteil der Schulpflicht den Vorrang gab vor der Absicht von Eltern, aus religiösen Gründen ihr Kind vom Turn- und Schwimmunterricht auszuschließen. Nach den Worten von Kelec sollte die Schulpflicht notfalls durch die Polizei erzwungen werden. Im Islam muss nach den Worten von Kelek die Trennung von Staat und Religion durchgesetzt werden. Religionsausübung sei Privatsache und dürfe deshalb von orthodoxen Kräften in der muslimischen Gesellschaft nicht als Deckmantel missbraucht werden, um ein muslimisches Patriarchat in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung aufzubauen. Die Trennung von Staat und Kirche habe in Europa die Aufklärung und damit die Entstehung der Menschenrechte ermöglicht. Mit Nachdruck forderte Kelek, diese wichtigen europäischen Errungenschaften zu verteidigen, denn sie garantierten den Schutz des Individuums vor Übergriffen jeglicher Art. Der Integrationsbeauftragte des Landes, Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll, sagte, dass die meisten der Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund gut integriert seien. Die Le-bensweise der meisten Migrantinnen sei weder integrationshemmend noch emanzipations-hinderlich. Viele – gerade Frauen und Mädchen aus der zweiten und dritten Generation – sind nach den Worten von Goll bildungs- und familienorientiert. Es sei mittlerweile unver-kennbar, dass Frauen mit Migrationshintergrund in ihren Familien eine Schlüsselfunktion einnehmen. Diese dienten oft als Ansprechpartnerinnen für Kindertagesstätten, Schulen und für das soziale Umfeld.Wie der Justizminister weiter sagte, befänden sich allerdings nicht wenige Migrantinnen in problematischen Familienverhältnissen, einige seien sogar von Zwangsheirat oder gar von so genannten Ehrenmorden bedroht. „Dies dürfen wir unter keinen Umständen ignorieren oder zulassen – auch dann nicht, wenn sich solche Praktiken unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit verstecken“, so Ulrich Goll. Bei der Bekämpfung der Zwangsheirat spiele Baden-Württemberg eine Vorreiterrolle. Neben der Bundesratsinitiative für ein Zwangsheirat-Bekämpfungs-Gesetz wurde ein Maßnahmenkonzept zur Bekämpfung der Zwangsheirat verabschiedet. Im Vordergrund steht nach den Worten des Integrationsbeauftragten die Schaffung von niedrigschwelligen Informations- und Hilfsangeboten. Gezielte Aufklärung, Information über die eigenen Rechte, über Beratungsstellen, über richtige Verhaltensweisen bei konkreter Bedrohung seien die Grundlage für die Bekämpfung von Zwangsehen. Zu diesem Zweck wurde unter Federführung des Integrationsbeauftragten die Informationsbroschü-re „Du entscheidest, wen und wann du heiratest“ erstellt. Darin werde klargestellt, dass ge-wisse Regelungen und Normen, denen die Frauen in ihrem familiären Umfeld unterworden sein können, mit der Rechtsordnung dieses Landes nicht vereinbar sind. Hans Ilg, Pressesprecher

FDP schlägt Einführung von Studiengutscheinen vor / Skepsis bei Umgestaltung der ZVS – „Wir brauchen in der Hochschulfinanzierung eine Abstimmung mit den Füßen statt einer zentralen Lenkung“. Dies sagten der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, und der hochschulpolitische Sprecher Dietmar Bachmann auf einer Landespressekonferenz, die unter dem Thema „Freiheit der Hochschulen stärken“ stand. Dazu schlugen die beiden FDP-Politiker als Modellversuch die Einführung von Studiengutscheinen in Baden-Württemberg vor.

Demnach erhält jeder Studierende mit der Zulassung zu einem Fach Gutscheine für eine bestimmte Anzahl von Semestern, die für das betreffende Studium angesetzt sind. Der Studierende gibt dann zu Beginn eines jeden Semesters einen Gutschein bei der Hochschule seiner Wahl ab. Diese sammelt die Gutscheine und löst sie beim Land ein. „Auf diese Weise erhalten die Studierenden mehr Nachfragemacht und die staatliche Hochschulfinanzierung wird um ein leistungsorientiertes Element ergänzt“, so Dietmar Bachmann.In den Studiengutscheinen sehen Noll und Bachmann auch ein wirksames Instrument, um sicherzustellen, dass die Mittel, die das Land im Rahmen seines Programms „Hochschule 2012“ zur Einrichtung von 16 000 zusätzlichen Studienplätzen bereitstellt, auch wirklich ih-rem ursprünglichen Zweck gemäß eingesetzt werden. „Denn Studiengutscheine bieten den effektivsten Schutz vor der Versuchung, Gelder für andere Zwecke als die der Schaffung neuer Studienplätze einzusetzen. Auch könnte man auf diese Weise faire Chancen unter den Hochschulen schaffen, denn über die Mittelzuweisung würde der Markt entscheiden und nicht eine zentrale Planung aufgrund von unsicheren Prognosen und Berechnungen“, so Bachmann.Zu beachten sei dabei, dass nach Studienfächern differenziert werden müsse. „Ein Studienplatz in Luft- und Raumfahrttechnik ist naturgemäß teurer als in Betriebswirtschaftslehre. Dies gilt es in die Berechnung des Gegenwerts des jeweiligen Studiengutscheins einzubeziehen.“ Auch müssten die Studiengutscheine flexible Studienlösungen zulassen, so zum Beispiel ein Halbtagsstudium, um Familie und Studium oder Beruf und Studium vereinbaren zu können. Noll und Bachmann betonten, dass es sich bei den Studiengutscheinen um ein Instrument der staatlichen Hochschulfinanzierung handelt, das für Studierende keine Kosten nach sich ziehen darf. Auf ihrem jüngsten Landesparteitag in Mannheim sprach sich die FDP für Stu-diengebühren aus, deren Höhe sozialverträglich bleiben muss. Die 500 Euro, die die Stu-dierenden in Baden-Württemberg als Semesterbeitrag bezahlen, bleiben in diesen Rahmen. Voraussetzung ist für die Liberalen allerdings, dass neben fairen Bedingungen für die Rückzahlung Studienkredite zur Verfügung stehen, die moderat verzinst sind. Eine von der FDP/DVP-Fraktion initiierte Anfrage bezüglich Krediten seitens der L-Bank führte schließlich zur Senkung der Zinsen. Noll und Bachmann betonten, dass es unabhängig davon gelte, in Baden-Württemberg ein Stipendiensystem aufzubauen, das weit mehr als nur die bundes-weit ca. 2 % Studierenden erfasst. Im Wettbewerb um die besten Köpfe seien auch die Hochschulen gerade dabei, Regelungen für begabte Studierende zu treffen.„Klar muss aber der Grundsatz gelten: Wer bezahlt, entscheidet mit. Die Studierenden müssen neben Mitspracherechten in den Studienkommissionen auch echte Mitentschei-dungsrechte in den beschließenden Hochschulgremien erhalten. Nur wenn die Studierenden ein Auge darauf haben, dass ihre Beiträge auch unmittelbar für die Verbesserung der Lehre verwendet werden, kann wirksam das Gegenteil verhindert werden“, so die beiden Politiker.Zur Umgestaltung der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) warnte der Fraktionsvorsitzende: „Wir sollten nicht den Bock zum Gärtner machen!“. Der hoch-schulpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Dietmar Bachmann, erinnerte: „Die FDP hat schon lange ein Ende der Studentenlandverschickung durch die ZVS gefordert.“Noll und Bachmann zeigten sich skeptisch, ob es gelingen wird, aus einer Behörde, die aus-schließlich mit der bürokratischen Verteilung von Studierenden auf die unterschiedlichen Hochschulstandorte beschäftigt war, nun eine Einrichtung zu machen, die den einzelnen Hochschulen Hilfestellungen und Ratschläge bei der Auswahl der Studierenden geben kann. „Ziel der Hochschulen und Universitäten muss es sein, die besten Köpfe unter den Bewerbern für die Studienplätze zu bekommen. Deshalb stärkt das Recht zur eigenständigen Auswahl der Studierenden die Autonomie der Hochschulen in besonderer Weise und gibt ihnen wichtige Gestaltungsmöglichkeiten. Diese Chance darf nicht allzu schnell aufgegeben werden, auch wenn sich das Auswahlverfahren insbesondere in den großen Fächern aufwändig gestaltet. Unsere exzellenten Hochschulen müssen die Chance behalten, sich exzellente Studierende auszuwählen. Wir Liberalen werden ein wachsames Auge darauf haben, dass diese Chance den Hochschulen auch in Zukunft nicht genommen wird“, so Noll und Bachmann.Als Alternative beziehungsweise Ergänzung zu einem Rückgriff auf die ZVS schlugen Noll und Bachmann landesspezifische Lösungen vor, die auf den vielfältigen Erfahrungen der baden-württembergischen Hochschulen aufbauen. So könnten Eingangsprüfungen für Fächer, die sich an mehreren Hochschulen im Land finden, landesweit koordiniert werden. Das Land könnte darüber hinaus Serviceleistungen, Schulungen und in besonderen Fällen Personal zur Durchführung der Auswahlverfahren bereit stellen.Im Bereich der Berufsakademien begrüßten die beiden Politiker, dass die Absolventen künftig einen Bachelor-Abschluss erhalten werden. Die Gründung der Dualen Hochschule, die zu diesem Zweck aus den Berufsakademien gebildet wird, haben die Liberalen im Landtag mitgetragen. „Dennoch ist es uns ein wichtiges Anliegen, dass die dezentrale Struktur der Berufsakademien erhalten bleibt und die einzelnen Einrichtungen ihr Budget, ihre Perso-nalien und ihre fachlichen Angelegenheiten selbst regeln. Denn gerade die Beteiligung der regionalen Wirtschaftsunternehmen an den Berufsakademien garantiert die hohe Qualität der dort praktizierten dualen Ausbildung.“ An diesem Erfolgsmodell darf nach Auffassung der FDP/DVP-Fraktion nicht gerüttelt werden.

Baden-Württemberg 21 als Paradebeispiel für ökologische Verkehrspolitik – Die FDP/DVP-Fraktion hat die heutige Entscheidung des Kabinetts, Baden-Württemberg 21 trotz der Kostenrisiken weiter zu verfolgen, mit großer Erleichterung aufgenommen. Nur so kann die Region Stuttgart, Karlsruhe und Ulm an die deutschen und europäischen Verkehrsnetze angebunden bleiben.

„Baden-Württemberg 21 ist für uns das Paradebeispiel für ökologische Verkehrspolitik“ erklärte der verkehrspolitische Sprecher Dietmar Bachmann. „Das Auto kann weder unter Umweltgesichtspunkten noch in punkto Geschwindigkeit mit der Bahn mithalten. Die Entwicklung beim Flugverkehr zeigt, dass unsere Entscheidung, keine zweite Start- und Landebahn zu bauen, richtig war. Bleibt also nur die Bahn, soll die Region Stuttgart, Karlsruhe und Ulm nicht vom Rest Europas abgeschnitten werden.“Das Projekt sei im Übrigen unter drei Aspekten eines der wichtigsten Umweltschutzprojekte im Land: Eine Verlagerung von Verkehr auf die Bahn spart CO² ein. Durch die Tunnel bricht für die vom Lärm geplagten Menschen im Stuttgarter Kessel eine ruhigere und bessere Zeit an. Schließlich werden die frei werdenden Flächen den Flächenverbrauch in der Region deutlich reduzieren.

FDP-Landtagsabgeordneter hakt bei Regierung nach und hält zu Bauern Kontakt – Die Milchbauern sind derzeit wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. Doch die Milchpreise dürften in Zukunft sogar eher noch stärkeren Preisschwankungen unterworfen sein als bisher. Das geht aus der Antwort des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Dr. Hans-Peter Wetzel hervor. Wetzel hatte gefragt, was die Landesregierung dagegen unternehme, um den Milcherzeugern langfristig Existenz sichernde Preise zu gewährleisten. Die EU-Milchquotenregelung wird aller Voraussicht nach 2015 auslaufen.

In der Antwort des Ministeriums heißt es weiter, dass sich die Landesregierung für eine Übergangslösung einsetze, die „eine gleitende Anpassung ohne starke Preiseinbrüche“ ermögliche. Man wolle weiter „Marktstabilisierungsmaßnahmen als Si-cherheitsnetz“ erhalten. Allerdings dürften „die Preise künftig stärker durch die Marktverhältnisse bestimmt werden und auch die Preisschwankungen zunehmen.“ Nach Auffassung der Regierung sind die Produktpreise zwar ein wichtiger Faktor, doch die Existenzsicherung müsse man in einem größeren Zusammenhang sehen. Es gehe dabei mehr darum, wie der einzelne Bauer mit den Marktpreisen zurecht komme und wie man ihm „marktkonformes Verhalten“ erleichtern könne. Daran knüpften die Maßnahmen des Landes an, die sich am Modell der europäischen Agrarpolitik orientierten: So erhielten betroffene Bauern etwa Ausgleichsleistungen für höhere Produktionsstandards innerhalb der EU sowie für spezifische Benachteiligungen in weniger wettbewerbsfähigen Regionen. Ferner honoriere man ökologische Leistungen, etwa im Rahmen des MEKA-Programms, und man unterstütze auch Be-triebe „bei der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.“ Wetzel wollte ferner wissen, welche Möglichkeiten das Kartellrecht biete, bei der Ab-nahme von Rohmilch Machtmissbrauch von Seiten der Molkereien zu verhindern. Landwirtschaftsminister Peter Hauk räumte ein, dass eine marktbeherrschende Stellung von Molkereien durchaus möglich sei, auch wenn dafür derzeit keine konkreten Belege vorlägen. Allerdings gehe das Bundeskartellamt den „offenen Fragen“ derzeit in einer Untersuchung nach. Insbesondere prüfe man, ob die eingeschränkten Kündigungsmöglichkeiten der Milcherzeuger bei den Molkereien, obwohl diese vom Genossenschaftsgesetz gedeckt seien, einen „Missbrauchstatbestand“ erfüllten.Der FDP-Abgeordnete Wetzel, der den Milchlieferboykott der Bauern von Anfang an unterstützt hatte, will das Thema nicht aus den Augen verlieren und mit Milchbauern weiterhin Kontakt halten. „Wenn unsere Bauern aufgeben müssen, dann geht unsere schöne Kulturlandschaft ganz schnell vor die Hunde. Keinem, der diese Gegend liebt, kann das egal sein.“

Gericht stellt Existenz vernichtende Wirkung für Wirte von Einraumkneipen fest – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, hat die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts begrüßt. Die Verfassungsrichter hätten die ursprüngliche Linie der FDP/DVP-Landtagsfraktion im Gesetzgebungsverfahren zum Schutz der Nichtraucher in Gaststätten und Diskotheken in vollem Umfang bestätigt. Diese war leider mit dem Koalitionspartner nicht umsetzbar. Der massive Eingriff in die Berufsfreiheit von Gastronomen bis hin zur Existenzgefährdung wurde höchstrichterlich als unverhältnismäßig festgestellt:

Wenn Gaststätten kleiner als 75 Quadratmeter sind und keine zubereiteten Speisen anbieten, darf ab sofort der Wirt entscheiden, ob seine Gäste rauchen dürfen oder nicht. Voraussetzung ist, dass der Wirt vor dem Lokal eine entsprechende Kennzeichnung anbringt und Minderjährige keinen Zutritt haben. Nach den Worten von Noll gilt es nun, das verfassungswidrige Gesetz durch eine Neuregelung zu ersetzen, die dem Gesundheitsschutz einerseits und der Berufsfreiheit andererseits Rechnung trägt. Ein absolutes Rauchverbot in gastronomischen Betrieben werde es mit der FDP/DVP-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg nicht geben. Darüber habe mit dem Koalitionspartner in der Vergangenheit auch immer Einigkeit bestanden. „Eine Neuregelung sollte sich in unseren Augen an denen vom Verfassungsgericht vorgegebenen Übergangsregelungen orientieren“, so Noll.

– Anlässlich der bevorstehenden Halbzeit der Legislaturperiode stellte die Spitze der Südwestliberalen am heutigen Freitag ihre Bilanz der Öffentlichkeit vor. Die Landesvorsitzende der baden-württembergischen FDP/DVP, Birgit Homburger, der stellvertretende Ministerpräsident und Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll, der Fraktionsvorsitzende im baden-württembergischen Landtag, Dr. Ulrich Noll, und der Wirtschaftsminister Ernst Pfister zogen bei einer Pressekonferenz ein überaus positives Fazit.

„Versprochen – beschlossen – gehalten: Wir stehen nachweislich für diesen Mechanismus ehrlicher Politik!“ – so die Landesvorsitzende der FDP am Beginn ihrer Erläuterungen. Birgit Homburger legte mit ihren Kollegen aus der Partei eine umfangreiche Bilanz vor. Sie erklärte weiter: „Die gute Halbzeitbilanz der Landesregierung in Baden-Württemberg zeigt vor allem im Vergleich mit der schwarz-roten Stillstandskoalition in Berlin: Die FDP macht den Unterschied! Durch unsere klare und entschlossene Politik waren und sind wir der Motor in dieser Koalition. Die erste Hälfte der Legislaturperiode liegt fast hinter uns. Die FDP ist in einer Parteienlandschaft, die fast schon beliebig laviert, zur Partei mit dem klarsten Programm und dem klarsten Profil geworden. Die Bürgerinnen und Bürger können sich darauf verlassen, dass wir auch weiterhin der Garant für einen zuverlässigen Kurs bleiben. Dank uns ist das Land nicht an der kurzen Leine der schwarz-roten Koalition.“ Der baden-württembergische Justizminister und stellvertretende Vorsitzende der Landes-FDP, Prof. Dr. Ulrich Goll, erklärte: „Unsere Leistungsbilanz kann sich sehen lassen. Die Bürgerinnen und Bürger wissen, dass wir für eine Politik mit Augenmaß stehen. „Viel hilft viel“ war noch nie unsere Devise. Wenn andere fast schon reflexartig nach immer neuen Verboten und immer neuen Überwachungsmaßnahmen rufen, ist es allein die FDP, die die Freiheit der Menschen und die Bürgerrechte aktiv verteidigt und unseren Rechtstaat mit wacher Vernunft sinnvoll weiterentwickelt.“ Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, erklärte: „Wir stehen vor umfassenden Veränderungen und Herausforderungen in Gesellschaft und Staat. Die funktionierende Koalition in Baden-Württemberg zeigt deutlich, dass wir Liberale den Angstmachern in allen anderen Parteien eine Politik entgegensetzen, die Mut macht, die Freiheit zu nutzen und für sich selber und andere Verantwortung zu übernehmen. Wir gestalten Politik, die nahe an den Anliegen der Bürgerinnen und Bürgern ist und nie den Blick für die wichtigen Weichenstellungen für die Zukunft verliert.“

Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel im ländlichen Raum künftig erleichtert – In einer Landtagsdebatte zur Einbringung der Novelle des Landesplanungsgesetzes hat der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion Dr. Hans-Ulrich Rülke, den Gesetzentwurf der Landesregierung als ausgewogen bezeichnet. Die Gesetzesnovelle war notwendig geworden, weil eine entsprechende EU-Richtlinie umzusetzen war. Das Wirtschaftsministerium hatte dem Wunsch der Koalitionsfraktionen von CDU und FDP entsprochen, die Richtlinie lediglich im Verhältnis 1:1 umzusetzen und nicht darüber hinaus zu gehen.

Aus der Sicht Rülkes gelingt es dem Gesetz, einerseits dem zentralen Anliegen der Landespolitik des Flächensparens gerecht zu werden und andererseits die weitere wirtschaftliche Entwicklung nicht zu behindern. Besonderen Wert legte Rülke auf die Feststellung, dass das Gesetz einen Beitrag dazu leiste, die Einzelhandelsversorgung im ländlichen Raum zu verbessern. Eine starre Handhabung der 800 Quadratmeter-Beschränkung der Verkaufsfläche von Einzelhandelsprojekten im ländlichen Raum führe dazu, dass der dortigen Bevölkerung lediglich noch Discounter angeboten werden könnten. „Hochwertiger Einzelhandel braucht mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche“, sagte Rülke. In der Gesetzesbegründung wird künftig die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel im ländlichen Raum ausdrücklich begrüßt, wenn sie der Grundversorgung der Bürgerinnen und Bürger dient.

FDP sieht in den neuen Strukturen auch nach der Evaluation einen großen Wurf – „Trotz aller kritischen Stimmen war und ist diese Reform ein Erfolg“, erklärte der in-nenpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion in der Landtagsdebatte über die Wei-terentwicklung der Verwaltungsstrukturreform. „Wir haben den Verwaltungsaufbau bereinigt, die Zahl der Sonderbehörden kräftig reduziert und es vor allem den Bürge-rinnen und Bürgern den Umgang mit den Behören einfacher gemacht“, stellte Kluck fest. Die Bereitschaft zum Nachbessern der Reform wertete er als Beleg dafür, „wie offen und modernisierungsbereit unser Land die Sache angeht.“

Dass Baden-Württemberg diesen wichtigen Schritt zu einer einräumigen Verwaltung gewagt habe, werde allgemein anerkannt. Der Urvater der Verwaltungsreform, Prof. Dr. Joachim Jens Hesse, bescheinige dem Land eine ungewöhnliche Modernisie-rungsbereitschaft. Die FDP/DVP-Fraktion teile seine Meinung: „Nach Baden-Württemberg kommt lange nichts und dann mit Niedersachsen ein weiteres gelb-schwarz regiertes Bundesland.“ Kluck zitierte die Verwaltungswissenschaftler Prof. Dr. Jörg Bogumil und Falk Ebinger von der Ruhr-Universität in Bochum, von denen die Verwaltungsstrukturreform in Baden-Württemberg als „großer Wurf“ bezeichnet worden sei. In die Reform seien über 450 Behörden und Ämter einbezogen worden, von welchen über 350 abgebaut, zusammengelegt oder eingegliedert wurden. Von den Maßnahmen seien 20 000 Beschäftigte betroffen. Gemessen am Ausmaß dieser Reform habe der Übergang des Personals wie auch der Aufgaben überraschend gut funktioniert. Die vorgesehenen Veränderungen bei der Schul-, Vermessungs-, Flurneuordnungs- und Forstverwaltung sieht Kluck teilweise kritisch. „Der Kultusminister hat nun bald seine Schulämter wieder“, sagte er, „wir sind gespannt darauf, ob sie besser funktio-nieren als in der Obhut der Landräte“. Die enge Zusammenarbeit der Schulverwal-tung mit den Jugend-, Sozial- und Gesundheitsämtern müsse weitergehen. Bei Ver-messung und Flurneuordnung werde die FDP darauf achten, dass man sich dem angestrebten Privatisierungsziel von 80 Prozent bei den operativen Vermessungs-aufgaben nähere. Wichtig sei und bleibe den Liberalen das Einheitsforstamt. Gerade nach den bayerischen Erfahrungen wollen wir bei uns keine Monopole bei der Holz-vermarktung.Dank sagte Kluck allen Bediensteten, „die nach den jetzt anstehenden Änderungen hoffentlich bald wieder in Ruhe schaffen können“. Sie könnten das in dem Bewusst-sein tun, bundesweit dafür Anerkennung einzuheimsen.

FDP sieht in den neuen Strukturen auch nach der Evaluation einen großen Wurf – „Trotz aller kritischen Stimmen war und ist diese Reform ein Erfolg“, erklärte der in-nenpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion in der Landtagsdebatte über die Weiterentwicklung der Verwaltungsstrukturreform. „Wir haben den Verwaltungsaufbau bereinigt, die Zahl der Sonderbehörden kräftig reduziert und es vor allem den Bürgerinnen und Bürgern den Umgang mit den Behören einfacher gemacht“, stellte Kluck fest. Die Bereitschaft zum Nachbessern der Reform wertete er als Beleg dafür, „wie offen und modernisierungsbereit unser Land die Sache angeht.“

Dass Baden-Württemberg diesen wichtigen Schritt zu einer einräumigen Verwaltung gewagt habe, werde allgemein anerkannt. Der Urvater der Verwaltungsreform, Prof. Dr. Joachim Jens Hesse, bescheinige dem Land eine ungewöhnliche Modernisierungsbereitschaft. Die FDP/DVP-Fraktion teile seine Meinung: „Nach Baden-Württemberg kommt lange nichts und dann mit Niedersachsen ein weiteres gelb-schwarz regiertes Bundesland.“ Kluck zitierte die Verwaltungswissenschaftler Prof. Dr. Jörg Bogumil und Falk Ebinger von der Ruhr-Universität in Bochum, von denen die Verwaltungsstrukturreform in Baden-Württemberg als „großer Wurf“ bezeichnet worden sei. In die Reform seien über 450 Behörden und Ämter einbezogen worden, von welchen über 350 abgebaut, zusammengelegt oder eingegliedert wurden. Von den Maßnahmen seien 20 000 Beschäftigte betroffen. Gemessen am Ausmaß dieser Reform habe der Übergang des Personals wie auch der Aufgaben überraschend gut funktioniert. Die vorgesehenen Veränderungen bei der Schul-, Vermessungs-, Flurneuordnungs- und Forstverwaltung sieht Kluck teilweise kritisch. „Der Kultusminister hat nun bald seine Schulämter wieder“, sagte er, „wir sind gespannt darauf, ob sie besser funktionieren als in der Obhut der Landräte“. Die enge Zusammenarbeit der Schulverwaltung mit den Jugend-, Sozial- und Gesundheitsämtern müsse weitergehen. Bei Ver-messung und Flurneuordnung werde die FDP darauf achten, dass man sich dem angestrebten Privatisierungsziel von 80 Prozent bei den operativen Vermessungsaufgaben nähere. Wichtig sei und bleibe den Liberalen das Einheitsforstamt. Gerade nach den bayerischen Erfahrungen wollen wir bei uns keine Monopole bei der Holzvermarktung.Dank sagte Kluck allen Bediensteten, „die nach den jetzt anstehenden Änderungen hoffentlich bald wieder in Ruhe schaffen können“. Sie könnten das in dem Bewusstsein tun, bundesweit dafür Anerkennung einzuheimsen.

FDP-Fraktion verlangt von öffentlich-rechtlichen Sendern Qualität statt Quote – Dass die öffentlich-rechtlichen Sender nach wie vor die Radio- und Fernsehlandschaft dominieren, betonte der medienpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Hagen Kluck, in der Landtagsdebatte über die Erhöhung der Rundfunkgebühren. Die Liberalen seien froh, dass die unabhängige Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) die beantragte Erhöhung um einen Euro auf 95 Cent reduzierte. Kluck forderte weitere Rationalisierungs- und Sparbemühen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und mahnte die Sender gleichzeitig zu mehr Qualität. Bei jeder Erhöhung frage sich der Gebührenzahler, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis noch stimme.

Im Hinblick auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts stimme die FDP der Ge-bührenerhöhung zu. Der KEF-Bericht mache deutlich, „dass die Rundfunkanstalten keineswegs unter Geldmangel leiden“. Die Kommission sehe „weitere Einsparmöglichkeiten in der Verbesserung der organisatorischen Gestaltung der Leistungsprozesse“. Sie gehe davon aus, „dass in größerem Umfang als angemeldet auch in den kommenden Jahren Rationalisierungs- und Sparmaßnahmen möglich sein werden“. Hagen Kluck bedauerte, dass sich die Ministerpräsidenten beim elften Rundfunkän-derungsstaatsvertrag noch nicht dazu durchringen konnten, in bestimmten Bereichen sinnvolle Gebühren-Ermäßigungen zu empfehlen. So sei erneut die gerade für das Touristik-Land Baden-Württemberg wichtige Entlastung der Hotels abgelehnt worden. Das Beherbergungsgewerbe fordere mit Recht eine Reduzierung der Pauscha-le. Erneut kritisierte der Reutlinger Abgeordnete die Methoden der Gebührenein-zugszentrale. Die werde überflüsssig, wenn man endlich die von der FDP geforderte Medienabgabe einführen würde. „Das würde sehr hohe Verwaltungskosten einsparen und der Schnüffelei endlich ein Ende setzen“, sagte Kluck. Die FDP steht laut Kluck zum Grundversorgungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. ARD und ZDF sollten aber auf schlechte Kopien von ausgelutschten Formaten wie Kuppel- und Castingshows verzichten. Mit dem Deutschen Kulturrat forderte der medienpolitische Sprecher der FDP-Fraktion „eine ständige interne wie öffentliche Diskussion zur Sicherung von Qualitätsstandards“. Im Zweifelsfall müsse der Grundsatz gelten „Qualität vor Quote“.

Mauteinnahmen auf Länder bezogen auswerten – Südwesten jetzt an der Reihe – Die Geschichte der Menschheit hat eindrucksvoll bewiesen, dass eine Volkswirtschaft ohne den Austausch von Waren und Wissen mit anderen Volkswirtschaften keine Zukunft hat. Das chinesische Kaiserreich hatte das Schwarzpulver erfunden, war aber bei seinen Einsatzmöglichkeiten den Kolonialmächten hoffnungslos ausgeliefert – und es ging unter. Die DDR hatte den Trabant und den Plattenbau erfunden, aber jeden Austausch über bessere Autos und bessere Architektur unterbunden – und sie ging unter. Nordkorea lebt in der Isolation – und … warten wir mal ab.

Handel und Wandel dagegen haben stets zu Wachstum und Wohlstand geführt. Nehmen Sie im Altertum die Phönizier, die Griechen oder die Karthager. Nehmen Sie im Mittelalter die Hanse, die Fugger, oder die Ulmer Kaufleute. Und nehmen Sie die Zeit der Industrialisierung, in der die Eisenbahn zum Träger des Aufschwungs wurde. Sie sehen – der Ausbau der Handelswege führt zu Wohlstand und Fortschritt. Aber leider ist dieser Prozess auch umkehrbar. Der Verfall der Römerstraßen im Mittelalter ging Hand in Hand mit dem Rückschritt in eine dunkle Zeit voll Not und Elend. Und heute? Noch haben wir eine ordentlich ausgebaute Infrastruktur in Deutschland. Aber die fehlenden Investitionen machen sich mehr und mehr bemerkbar. Dabei geht es nicht nur um Schlaglöcher, Staus und Dauerbaustellen auf Autobahnen. Es geht inzwischen wirklich um Verfall. Sie erinnern den tragischen Zusammenbruch einer Autobahnbrücke in Minneapolis / USA mit zahlreichen Toten? Mich hat dies besonders tief berührt, denn ich bin während meiner dortigen Studienzeit oft über genau diese Brücke gefahren. Allein in Baden-Württemberg befinden sich 10,4 % der Brücken im Zuge von Bundesautobahnen und -fernstraßen in einem ungenügenden bzw. nicht ausreichenden Zustand, wie sich aus der Antwort auf einen entsprechenden Antrag von uns in Drucksache 14 / 1784 ergibt. Sie erinnern das Bahnunglück in Eschede, die kürzliche Kollision mit Schafen und die Rückrufaktion anlässlich der Entgleisung in Köln? Die Zahl der tragischen Unfälle steigt, die Staus und Baustellen nehmen ständig zu, die Engpässe werden immer offensichtlicher. Was muss denn noch geschehen, bis die Bundesregierung endlich aufwacht? Wie lange will der Tiefensee denn weiter still ruhen und dem Verfall zusehen? Und vor allem: Wie lange wird noch in beleuchtete Kuhwiesen in Vorpommern investiert während blühende Landschaften zwischen Lörrach und Mannheim, zwischen Karlsruhe und Ulm im Dauerstau versinken? Geld wird im Verkehrsbereich genug aufgebracht. Aus der Mineralölsteuer flossen dem Bund 2007 etwa 41 Mrd. Euro zu. Hinzu kommen fast 3,3 Mrd. Euro aus der LKW-Maut. Während Anfang der 70’er Jahre des vergangenen Jahrhunderts noch etwa 50 % der Mineralölsteuereinnahmen in den Bau von Bundesautobahnen und Bundesfernstra-ßen investiert wurden, sind es heute gerade noch ca. 15 %. Und bei der Maut ist es kein Stück besser. Nach ihrer Einführung gab es keine Mehrausgaben für Verkehrsinvestitionen, sondern eine bloße Umschichtung von Mitteln. Die allgemeinen Haushaltsmittel wurden um ziemlich genau die Summe gekürzt, die dem Bund aus der Maut zufloss. Der Bundesfinanzminister kassiert inzwischen von den Autofahrern viermal so viel Geld wie er ihnen zurückgibt. Die Autofahrer werden immer mehr zu den Melkkühen der Nation. Dies gilt auch und gerade für das Trans-portgewerbe, das das Rückgrat unserer Wirtschaftskraft ist. Ich darf kurz erinnern: Wohlstand nur durch Handel und Wandel! Beim Melken jedenfalls beherzigt die Bundesregierung die Weisheiten von Winston Churchill nicht, der messerscharf erkannt hatte: Eine Kuh, die man weiter melken will, sollte man nicht schlachten. An anderer Stelle orientiert sie sich sehr wohl an Churchill, der nur dann Statistiken glauben wollte, wenn er sie selbst gefälscht hatte. Aber selbst zum Fälschen ist der Tiefensee zu faul. „Eine länderbezogene Auswertung der Mauteinnahmen sei nicht möglich, da sich die Grenzen der einzelnen Länder häufig zwischen zwei Mautstationen befänden“ – so die lapidare Auskunft aus seinem Ministerium. Eine blödere Ausrede gibt es wohl kaum. Es hätte völlig genügt, die eindeutig in einem Land vereinnahmte Maut offenzulegen und die Restsumme zu beziffern. Auch die Entwicklung der Investitionen in die Bundesautobahnen und Bun-desstraßen wird nicht offengelegt. Sie sei „kontinuierlich gewachsen“ so Tiefensees Ministerium. Und warum wird uns dies alles vorenthalten? Weil der Tiefensee seine verfehlte Politik fortsetzen möchte. Das wenige Geld, das aus den gigantischen Einnahmen aus der Mineralölsteuer und der Maut in Straßen investiert wird, wird nämlich immer noch im Osten investiert. Die fast unbefahrene A 71 durch den Thüringer Wald – die ich an diesem Pult immer wieder gern erwähne – ist nur ein Beispiel. Aber sie ist ja nur ein ganz kleiner Ausschnitt. Bei uns wird das Geld verdient und in Wolfgang Tiefensees Wahlkreis in Sachsen und in Angela Merkels Wahlkreis in Vorpommern wird es investiert. Helmut Kohl als Ziehvater unserer Kanzlerin ist ein geschichtsbewusster Mann. Würde man ihn fragen, würde er bestätigen, dass nach unter dem Verfall der Verkehrswege der Handel leidet. Und ohne Handel kein Wohlstand. Noch ist es nicht zu spät. Auch wenn er noch so still ruht – wecken sie, liebe Genossinnen und Genossen, bitte den Tiefensee. Wir brauchen dringend ein Straßenbauprogramm West!

Landesgraduiertenförderungsgesetz trägt auch zum Bürokratieabbau bei – In einer Landtagsdebatte über das „Gesetz zur Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses (Landesgraduiertenförderungsgesetz – LGFG)“ sagte der hochschulpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dietmar Bachmann, unter anderem:

„In der ersten Lesung haben wir seitens der Koalitionsfraktionen bereits deutlich gemacht, dass dieses Gesetz weniger Bürokratie und mehr Freiheit bedeutet. Was können sich die Menschen in unserem Land mehr von einem Gesetzesvorhaben erhoffen? Die Ausschussberatungen haben uns in dieser Einschätzung bestätigt. Wir haben lediglich eine einzige Änderung vorgenommen. Unser Kernziel bleibt es, den Hochschulen mehr Freiheit bei der Ausgestaltung der Graduiertenförderung zu geben. Die Kritik der Opposition entbehrt nicht nur jeder Grundlage – sie offenbart ein gestörtes Verhältnis zur Freiheit. Lassen Sie mich dies an zwei Beispielen verdeutlichen: Beispiel 1: Die Grünen beantragten landesweit einheitliche Quoten für die Frauenförderung. Frauenförderung ist wichtig. Aber man muss sich mit der Wirklichkeit auseinander setzen. In manchen Studiengängen sind Frauen ganz überdurchschnittlich vertreten und in anderen Studiengängen völlig unterrepräsentiert. Wo viele Frauen sind, sollte man viele Frauen för-dern – wo keine sind, kann man auch keine fördern. Deutlich sinnvoller war der Antrag der SPD, der die Frauenförderung am Anteil der Frauen festmachen wollte. Auch eine solche landesweite Vorgabe macht aber absolut keinen Sinn. Dies kann man viel besser vor Ort in der jeweiligen Hochschule regeln. Wir von FDP und CDU geben den Hochschulen einen Vertrauensvorschuss. Wir glauben, dass sie mit dem Thema Frauenförderung vernünftig und richtig umgehen werden. Beispiel 2: Mindestsätze für die Förderhöhe wollte vor allem die SPD einführen. Auch dies dokumentiert die Liebe zum Staatsdirigismus und das mangelnde Vertrauen in die Akteure vor Ort. Fragen Sie doch bitte nach den aktuellen Mietspiegeln in Baden-Württemberg. Sie werden nach der Lektüre feststellen, dass die Mieten an unterschiedlichen Hochschulstandorten auch ganz unterschiedlich sind. Dies gilt auch für andere Lebenshaltungskosten. Wie kann man vor dem Hintergrund völlig unterschiedlicher Lebenshaltungskosten einheitliche Mindestfördersätze fordern? Wir von CDU und FDP gehen davon aus, dass jede Hochschule das selbst am besten regeln kann. Sie sehen anhand dieser Beispiele, dass für uns Freiheit und Autonomie der Hochschulen keine leeren Floskeln sind. Sie sehen, dass wir ganz im Sinne gelebter Subsidiarität an die Kompetenz und das Verantwortungsbewusstsein vor Ort glauben. Und Sie sehen, dass die Koalition in den Landesfarben schwarz-gelb den Menschen Vertrauen entgegen bringt – Vertrauen in ihre Fähigkeit, ihre eigenen Angelegenheiten selbst und vernünftig zu regeln.In einem Punkt haben wir das Gesetz nachgebessert. Wir haben in einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen eine Berichtspflicht an den Landtag eingefügt. Diese Berichte werden zum einen dazu dienen, die Erfolge bei der Graduiertenförderung zu dokumentieren. Sie werden uns zum anderen eine Orientierung darüber geben, wie die Gelder an den einzelnen Hochschulen verwendet wurden. Sie sehen an diesem Beispiel, dass wir auf der parlamenta-rischen Ebene mit den Kolleginnen und Kollegen von CDU, SPD und GRÜNEN hervorragend zusammenarbeiten. Ich möchte mich herzlich bei Kollegin Bauer bedanken, die die Anregung für diese Änderung gegeben hat. Wären Deine Kolleginnen und Kollegen in Berlin bloß ebenso vernünftig wie Du, liebe Theresia! Dann stünde Jamaika nicht nur für guten Rum und ausgeprägte Lebensfreude, sondern könnte ein Synonym für gute Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen im Bund sein. Im Ländle dagegen beweisen wir mit dem Landesgraduiertenförderungsgesetz einmal mehr, dass unsere Koalition in den Landesfarben schwarz-gelb diesem Land einen soliden Weg in eine gute Zukunft ebnet.“

Kernenergie ist für FDP-Landtagsfraktion Brückenenergie – Ausstieg, wenn möglich – Ideologische Verblendung in der Energiepolitik hat der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, den Landtagsgrünen vorgeworfen. Die Grünen hatten eine Landtagsdebatte zur Strompreisentwicklung beantragt und dabei in Abrede gestellt, dass die Kernenergie zur Preisdämpfung im Energiebereich beitragen könne.

Rülke wies darauf hin, dass der Weltklimarat die Atomenergie als effektive Maßnahme gegen den Klimawandel bezeichnet habe und das Hamburgische Weltwirtschafts-Institut (HWWI) ohne Laufzeitverlängerung erst jüngst für Deutschland eine Stromlücke von 15,5 Prozent prognostiziert habe.Überall auf der Welt sehe man für die Kernenergie für die absehbare Zeit eine Zukunft und selbst in Deutschland sei der Säulenheilige der Ökobewegung, Erhard Eppler, mittlerweile vom so genannten Atomkonsens abgekommen. Lediglich die grünen Ideologen seien noch als Geisterfahrer unterwegs, und wer aus den eigenen Reihen abweiche, mit dem gingen die Grünen um, „wie eine Sekte mit Aussteigewilligen“. Als Beispiele nannte Rülke Hubert Kleinert, Margareta Wolf und Boris Palmer. Für die Grünen sei der Atomausstieg eben keine politische, sondern eine religiöse Frage. „Bevor die Grünen den Atomausstieg hinterfragen, hinterfragt die Bischofskonferenz die unbefleckte Empfängnis“, so Rülke. Als Gründe für die hohen Strompreise im Südwesten nannte der wirtschaftspolitische Sprecher den mangelnden Wettbewerb, die ungünstige Topografie und die langen Netzwege im Land Baden-Württemberg. Die FDP/DVP-Landtagsfraktion sehe die Kernenergie als Brückentechnologie. Man wolle aussteigen, wenn es möglich sei. Aber die „grüne Behauptung“, die Konzerne machten mit der Kernenergie erheblich Kasse, beweise doch deren Wirtschaftlichkeit. Die Erträge, so Rülke, wolle die FDP nutzen, um günstigen Strom zu produzieren und die Erforschung sowie den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben.

Schulen bekommen Recht auf Budgets für Personalmittel – Mehr Selbstständigkeit – In einer Landtagsdebatte über die Regierungserklärung des Ministerpräsidenten zur „Quali-tätsoffensive Bildung“ sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll unter anderem (es gilt das gesprochene Wort):

„Vor wenigen Wochen wurde ich persönlich für meine Forderung „Mehr Geld für die Bildung in die Hand zu nehmen“ heftig kritisiert, nicht zuletzt von Ministerpräsident Oettinger. Umso dankbarer bin ich für das rasche Handeln: Durch die reichlich sprudelnden Steuermehreinnahmen sind wir in der Lage, ohne neue Schulden, die finanzielle Basis für die wichtigste Investition zu schaffen, nämlich in die Zukunftschancen unserer Kinder und Jugendlichen. Im Focus der öffentlichen Diskussion stehen mir derzeit zu sehr die nackten Zahlen, zu wenig das Gesamtkonzept, das auf mehr Qualität und mehr Möglichkeiten des individuellen Förderns aller Kinder setzt – sowohl der Leistungsstarken als auch der Leistungsschwächeren. Mehr individuelle Förderung braucht eine Verstärkung des Personaleinsatzes. Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um klassische Lehrerstellen, sondern auch um die eigenverantwortliche Entscheidung der Schulen vor Ort, mit welchem Personal dies am besten umgesetzt wird. Die von uns schon im Koalitionsvertrag geforderte Möglichkeit, den Schulen „Mittel statt Stellen“ zuzuweisen konnten wir jetzt im Rahmen der Bildungsoffensive als „Recht zur Budgetierung von Personalmitteln und damit Umwandlung von Stellen in Mittel durch die einzelne Schule“ verankern. Ihre Aufmerksamkeit möchte ich auch darauf lenken, was sich beim Klassenteiler hinter dem Satz „die Schulen bewirtschaften die gemäß Organisationserlass zugewiesenen Stunden eigenständig“ verbirgt: Der Schule bleibt es selbst überlassen, ob sie die zugewiesenen Mehr-Deputate dazu verwendet, Klassen tatsächlich zu teilen, oder innerhalb größerer Klassen mehr und differenziertere Arbeits- und Lerngruppen zu bilden. Der Klassenteiler ist also eine verlässliche rechnerische Größe, die mehr individuelles Fördern ermöglicht. Für mich ist es der liberale Erfolg, dass ein eigenes Kapitel aufgenommen wurde mit dem Titel: „Maßnahmen zur Stärkung der selbstständigen und selbstverantwortlichen Schule“. Dies ist der Schlüssel für Schulträger und Schulen vor Ort, sich auf den Weg zu mehr Individualität und Qualität zu begeben. Ein politisches Signal setzen wir auch durch die „Einrichtung einer Beratungsstelle … bei der Umsetzung selbstständiger Schulkonzepte“, das unserer Forderung entspricht, die Schulträger und Schulen vor Ort nicht wie bisher zu bremsen, sondern zu ermutigen und zu unterstützen, neue Wege zu gehen.Auch die Einbindung der Wirtschaft in regionale Bildungsnetzwerke entspricht unserer jahre-langen Forderung, dass Schule sich „öffnen“ muss! Wer solche neuen Konzepte, teilweise auch an neuen Standorten realisieren will, braucht neben pädagogischer auch organisatorische Kompetenz und Ressourcen – dem kommen wir mit den Aussagen zur Leitungsstruktur und Leitungszeit sowie Personal-Entwicklung nach. Für Seiteneinsteiger und die „Qualitäts-sicherer“ – als solche sehe ich die Evaluatoren – schaffen wir finanzielle Anreize. Wichtig ist uns auch die Aufnahme eines Verweises auf den Anspruch von Privatschulen, entsprechend dem „Bruttokostenmodell“ an den Verbesserungen im staatlichen Schulsystem teilzuhaben. Für die Hauptschulen ist sowohl was sie Qualität als auch was Standortfragen angeht, die Tür weit offen, vor Ort unterschiedliche Wege zu dem Ziel zu gehen, möglichst jedem Kind im Anschluss an die Grundschule die Perspektive auf einen Mittleren Bildungsabschluss zu bieten – und zwar ohne große Umwege. Schulträger und Schulen können bei künftigen Standort- und Schulart- Entscheidungen mehrere Wege gehen: – mehrzügige Hauptschulen mit Werk-Realschulabschluss – Kooperation und Verbund von Haupt- und Realschule (siehe Papier „Kooperation Hauptschule Realschule“ des Kultusministeriums)All diese Wege haben das Ziel, Kinder nicht schon am Ende der Grundschule auf den möglichen Schulabschluss festzulegen, sondern jedem Kind die Chance zu eröffnen im Lauf der Klassen 5 und 6 zu beweisen, zu welcher Leistung es befähigt ist. Ich kann mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass damit für einen Großteil der Schülerinnen und Schüler längeres gemeinsames Lernen möglich wird. Dass der gymnasiale Bereich davon ausgenommen ist, respektiere ich, da dessen Einbeziehung ohne umfassendere Form auch der gymnasialen Ausbildung derzeit nicht umsetzbar wäre. Noch ein Wort zum richtig verstandenen längeren gemeinsamen Lernen: Es setzt voraus, dass mehr individuelle Arbeits-, Leistungs- und Lerngruppen im Klassenverbund ermöglicht werden. Mit der Bildungsoffensive weiten wir die Ressourcen dafür deutlich aus. In der Standortdebatte halte ich für wichtig, dass die Mittel, die rein rechnerisch durch ei-ne Zusammenlegung frei würden, zu zwei Drittel bei den Schulen beziehungsweise den Schulträgern verbleiben. Sie sollen eingesetzt werden für Qualitätsverbesserungen im pädagogischen Bereich sowie für Mehrkosten, die dem Schulträger z.B. durch zusätzliche Schülerbeförderungskosten entstehen. Diese Anreize scheinen mir sinnvoller als das Schwadronieren über „Schließungsorgien“. Auf die Maßnahmen zur Verbesserung der frühen Förderung will ich nicht ausführlich eingehen, da Ihnen hoffentlich bewusst ist, dass die Sprachstandsdiagnosen und Sprachförderung, aber auch die bessere Qualifizierung von ErzieherInnen im Wesentlichen auf ständigen Druck von uns Liberalen hin umgesetzt werden.

Möglicherweise aber weit mehr infizierte Pflanzen im Umlauf als angenommen – Der von der Europäischen Union als gefährlicher Parasit eingestufte Citrusbockkäfer ist bisher in Baden-Württemberg noch nicht aufgetaucht. Dies geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des stellvertretenden Vorsitzenden der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Friedrich Bullinger, hervor (Drucksache 14/2922).

Die Landesregierung nahm damit Stellung zur Frage des Sprechers für den ländlichen Raum, wie das Gefahrenpotential des Citrusbockkäfers zu beurteilen sei. Auslöser war die Entdeckung befallener Bäume in einer Lieferung chinesischer Zierpflanzen. Rund 130 000 potenziell infizierte Fächerahornbäume waren so bundesweit über einen deutschen Discounter in Umlauf gebracht worden. Dass ein Befall durch den Parasiten bisher in Baden-Württemberg nicht festgestellt wurde, kann nach den Worten von Bullinger jedoch nicht als Entwarnung verstanden werden – die Fächerahornpflanzen des Discounters, die bisher durch Befall auffielen, waren nicht die einzigen importierten Pflanzen dieser Spezies. Weitere Exemplare wurden bundesweit über einen zweiten Discounter, Gärtnereien, Baumschulen, Baumärkte und Gartencenter vertrieben.Der Citrusbockkäfer kann alle gesunden hart- und weichholzigen Laubgehölze befal-len. Gesunde Bäume bringt er innerhalb kurzer Zeit zum Absterben. In Italien, wo über 200 Quadratkilometer befallen sind, wurden bis zu 130 der typischen kreisrunden Ausbohrlöcher, die der Schädling hinterlässt, in einem einzigen Baum festgestellt. Erfolgreich verlief hingegen die Bekämpfung in Frankreich, wo der Befall nach Aussagen der dortigen Behörden durch eine frühzeitige Ausrottungsaktion eingedämmt wurde.Sollte sich der Citrusbockkäfer in Baden-Württemberg etablieren, so wäre auch hier ein rigoroses Durchgreifen die einzige Lösung. „40 Prozent der Fläche Baden-Württembergs ist von Wäldern bedeckt, deshalb ist die Landesregierung zu einer schnellen Vorsorge verpflichtet“, so der Sprecher für den ländlichen Raum.Vorbildlich ist nach den Worten Bullingers das Verhalten der baden-württembergischen Bürgerinnen und Bürger. Nachdem in der Presse über das Vorkommen des Schädlings in zwei Bundesländern informiert wurde, sandten viele besorgte Bürger Bilder von aufgefundenen Bockkäfern anderer Arten und sogar lebende Tiere ein. Glücklicherweise konnte bisher in jedem Fall Entwarnung gegeben werden, so die Landesregierung.

Ulrich Noll und Martin Zeil: Kemptener Erklärung zur Wirtschaftsförderung – Eine Delegation der baden-württembergischen FDP/DVP-Landtagsfraktion – an der Spitze der Fraktionsvorsitzende Dr. Ulrich Noll sowie die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Michael Theurer und Dr. Friedrich Bullinger – stellte zusammen mit bayerischen FDP-Kollegen, darunter der bayerische FDP-Landtagsspitzenkandidat Martin Zeil, MdB, in Kempten die „Kemptener Erklärung zur Wirtschaftsförderung“ vor:

„Der Mittelstand ist das Fundament des Wohlstands und der Innovationskraft Baden-Württembergs und Bayerns. FDP-Wirtschaftspolitik ist deshalb vor allem Politik für den Mittelstand. Kleine und mittlere Unternehmen sind nicht nur Garant für die Wirt-schaftsstandorte Baden-Württemberg und Bayern, sondern auch für die Zukunft und Ausbildung junger Menschen. Diese Unternehmen schaffen und sichern die meisten Arbeitsplätze und tragen den Großteil der Steuerlast. Mit ihrem Fleiß und ihrer Qualität tragen sie maßgeblich zum Ansehen der beiden Länder bei.Entscheidung über Erbschaftssteuer auf LänderebeneDie schwarz-rote Bundesregierung plant eine drastische Erhöhung der Erbschaftssteuer und bringt damit viele Mittelständler sowie Familien mit Wohneigentum in Bayern und Baden-Württemberg in existenzielle Gefahr. Tausende von Arbeitsplätzen sind bedroht. Gerade im Süden der Republik sind Familienbetriebe eine wichtige Säule für wirtschaftliche Stabilität, allgemeinen Wohlstand und eine gerechte Ge-sellschaft. Die Erbschaftssteuer ist dagegen ungerecht, weil noch einmal versteuert werden muss, was im Leben schon mehrfach versteuert wurde.Die FDP-Landtagsfraktion Baden-Württemberg und FDP Bayern fordern deshalb: – Betriebe und Eigentum dürfen durch die schwarz-rote Erbschaftssteuerreform nicht zusätzlich belastet werden.- Die Entscheidung über die Erbschaftssteuer muss auf Länderebene stattfinden können.- Die Erbschaftssteuer soll in Baden-Württemberg und Bayern abgeschafft werden.Entlastung und Förderung des MittelstandesDie Liberalen in Baden-Württemberg und Bayern haben sich neben der Abschaffung der Erbschaftssteuer folgende weitere Ziele gesetzt:- Verbesserung der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften- Absenkung der Hürden für die Einstellung ausländischer Fachkräfte- Ablehnung von Mindestlöhnen- Intensivierung von überregionalen Infrastrukturmaßnahmen- Abbau bürokratischer Hemmnisse- Stärkung der Innovationsfähigkeit- Optimierung der UnternehmensbetreuungDie bayerische FDP will als „zukünftige Landtagsfraktion“ an die erfolgreichen Maßnahmen des baden-württembergischen Zukunftsprogramms Mittelstand anknüpfen und so die Wirtschaftskraft der südlichen Bundesländer erhalten.“

Fraktions-Forum mit Hans-Ulrich Rülke und Beate Fauser zu „Wirtschaft und Ethik“ – Trotz einer Arbeitslosigkeit von unter vier Prozent, einem beeindruckenden Wirtschaftswachstum, hervorragenden Exportgeschäften der deutschen Unternehmen scheinen immer mehr Menschen der sozialen Marktwirtschaft nicht mehr zu trauen. Hinzu kommen bei VW, Siemens oder Telekom Fehlentwicklungen, die bei wegfallenden Arbeitsplätzen dazu führen, dass vor allem Großunternehmen zunehmend in Misskredit gerieten.

Diese Ausführungen des wirtschaftspolitischen Sprechers der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, setzten den Rahmen für das „foyer liberal“, das im Landtag dieses Mal unter dem Titel „Wirtschaft und Ethik“ stand. Moderiert wurde das Diskussionsforum von Wolfgang Molitor, dem stellvertretenden Chefredakteur der Stuttgarter Nachrichten. Beate Fauser, die mittelstandspolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, zitierte in ihrer Begrüßung der Gäste Robert Bosch, der im Jahr 1921 festgestellt habe, dass „eine anständige Art der Geschäftsführung auf die Dauer das Einträglichste ist und die Geschäftswelt eine solche höher einschätzt, als man glauben sollte“.Dass wirtschaftliches Handeln und Ethik bei der rasanten Globalisierung der Märkte nach Meinung vieler Bürger nicht zusammenpassen, diese These hält Dr. Wolfgang Malchow, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor des Welt-Unternehmens Bosch, für falsch. Gerade Bosch, der schwäbische Riese, bringe mit anderen deutschen Weltmarktunternehmen soziale Standards und wachsenden Wohlstand in Länder wie Tschechien oder Litauen, die in früheren Jahren aufgrund des „eisernen Vorhangs von der Marktwirtschaft abgeschnitten waren“. Malchow nimmt wahr, dass sich in Ländern wie China eine tiefer werdende Kluft zwi-schen Arm und Reich auftut – „gleichzeitig stellen wir fest, dass viele unserer Mitarbeiter in China früher zu fünft in einem Zimmer aufwuchsen und heute eine Eigentumswohnung besitzen“. Vom ethischen Standpunkt aus betrachtet verhalte sich Bosch einwandfrei, weil in Deutschland nicht abgebaut, sondern zusätzliche 20.000 Arbeitsplätze aufgebaut wurden. Gabriele Siedle, Mitglied der Geschäftsführung der S. Siedle & Söhne Telefon- und Telegra-fenwerk oHG in Furtwangen, kritisierte das Verhalten von Managern, die bei hohen eigenen Gehältern Mitarbeiter entlassen, im sicheren Wissen, dass die Älteren keinen Arbeitsplatz mehr finden werden. Dies sei kein ethisches Handeln und für die Geschäftsführung von Siedle in Furtwangen, „wo wir uns sozial engagieren und offen in der Stadt leben“, unvorstellbar. Zur Frage von Moderator Wolfgang Molitor, ob kleinere Unternehmen „auf der ethisch sicheren Seite sind, weil sich bei ihnen Ethik rechnet“, sagte Gabriele Siedle: „Es kommt nicht auf die Größe an – Wirtschaft wird von Menschen gestaltet, und wenn sich alle Menschen an die Anstandsgebote hielten, bräuchten wir diese Diskussion nicht zu führen.“ Das Unternehmen Siedle, habe sich schon vor 50 Jahren Leitlinien gegeben, auf die auch alle zukünftigen Manager verpflichtet werden. Falk Schöller, Pfarrer und Studienleiter an der Evangelischen Akademie Bad Boll, sagte, dass in einer funktionierenden sozialen Marktwirtschaft Ethik implizit sei, denn hier gebe es fairen Wettbewerb „und kostengünstige Produkte, die sich die Menschen kaufen können“. Wenn es trotzdem zu Ungleichheiten komme, „muss es zu einem Ausgleich für die Armen kommen“. Es dürfe keinen Bereich geben, „der ohne Verantwortung für sich, den anderen gegenüber und vor Gott ist“. Dass sich Unternehmen in der dritten Welt niederließen, könne von Ethik geprägt sein, wenn sie soziale und ökologische Standards einhielten. So verarbeite Siemens in Indien kein Asbest, weil dies in Deutschland verboten sei. Mit Dr. Sebastian Wolf, Vorstandsmitglied von Transparency International Deutschland, war sich Schöller einig, dass Transparenz die „fundamentale Voraussetzung für das Funktionieren von Ethik ist“. Wolf sah auch Zeichen der Hoffnung am Horizont, als er aus dem Feld der Korruption von „gewissen Inseln“ berichtete, wo unter dem Dach der OECD (Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit) zwischen den Projektbeteiligten ein Nicht-Bestechungsübereinkommen ausgearbeitet wurde. Auch beim Bau des Berliner Flughafens hätten sich Auftraggeber und Firmen im Zusammenwirken mit der Stadt Berlin und Transparency International Deutschland auf einen Integritätspakt geeinigt.Hans Ilg, Pressesprecher

Zahlenspielereien und Personalspekulationen beenden – „Es ist gerade einmal vier Wochen her, dass mein Appell, mehr Geld für Bildung in die Hand zu nehmen, eher kritisch kommentiert wurde – mit der Bildungsoffensive sehe ich meine Forderung erfüllt“, sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll.

Er habe jedoch auch mehr Bildung fürs Geld gefordert. Der Schlüssel für einen Aufbruch zu mehr individueller Förderung und konzeptionellen Weiterentwicklungen vor Ort liegt für Noll im Recht der Schulen, grundsätzlich „Mittel statt Stellen“ in Anspruch zu nehmen. Dies betreffe im Übrigen auch die durch die Absenkung des Klassenteilers ermöglichte eigenverantwortliche Ressourcennutzung durch die Schulen vor Ort.„Dass uns der Aufbruch zu mehr Autonomie und Eigenverantwortung sehr wichtig ist, zeigt die Tatsache, dass unserer Anregung gefolgt wurde, eine Beratungsstelle einzurichten, die all diejenigen unterstützen soll, die sich auf den Weg zu mehr Autonomie und Eigenverantwortung machen wollen“, so Noll. Zum vorrangigen Ziel, jedem Kind nach der Grundschule die Perspektive auf einen mittleren Bildungsabschluss zu eröffnen, biete die Bildungsoffensive unterschiedliche Wege: von der zweizügigen Hauptschule mit Werkrealschule bis zur Kooperation von Haupt- und Realschule mit gemeinsamen Eingangsstufen. Die Entscheidung dar-über, ob ein Kind zum Hauptschul- oder zum mittleren Abschluss geführt werde, falle also künftig in aller Regel deutlich später als bisher — wenn man so wolle – nach längerem gemeinsamem Unterricht! Die zwischen Kultusminister Rau und den Regierungsfraktionen verabredete Bildungsoffensive biete den finanziellen Rahmen und die notwendige Flexibilität, um mit allen Beteiligten den Aufbruch zu „mehr Bildung fürs Geld“ zu starten. Noll: „ Wir von der FDP/DVP-Fraktion stehen einstimmig hinter Minister Rau und die-ser Bildungs-Offensive!“

Kinderschutzkongress im Landtag – Behörden vernetzen – Erziehungskraft der Eltern stärken – „Wenn es um das Kindeswohl geht, dann sollten wir bei einem Missbrauchsverdacht lieber einmal zuviel als zu wenig hinschauen – dies hat mit Denunziantentum nichts zu tun.“ Dies sagte der Vorsitzende der baden-württembergischen FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, auf dem Kinderschutz-Kongress der Fraktionsvorsitzendenkonferenz der FDP-Fraktionen im Bund und den Ländern im Stuttgarter Landtag. Wie Noll sagte, gebe es in der Öffentlichkeit immer wieder Beschwerden über zu frühes Eingreifen der staatlichen Behörden – „aber diese haben eher unsere Hilfe als irgendwelche Beleidigungen verdient.“

Nach den Worten von Noll muss im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe das Rad nicht immer wieder neu erfunden werden. Es gehe vielmehr darum, vor Ort die bestehenden Einrichtungen besser zu vernetzen. Häufig scheiterten Kooperationen der einzelnen Träger aufgrund der unterschiedlichen Finanzierungssysteme. Deshalb müssten die Prioritäten in den Haushalten von Bund, Ländern und Kommunen neu gesetzt werden. Noll sagte weiter, dass in der Prävention nicht die Androhung von staatlichen Sanktionen im Vordergrund stehen sollte. „Wir müssen den mit der Kindererziehung überforderten Eltern durch Angebote helfen, wir müssen sie in ihrer Erziehungskraft stärken. Ich bin überzeugt, dass wir mit dem in Baden-Württemberg auf den Weg gebrachten Programm „Stärke“ einen Schritt in die richtige Richtung machen.“ Die FDP-Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß setzte sich für die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz ein. Zwar gebe es im Bundestag noch keine Zwei-Drittel-Mehrheit für eine Grundgesetzänderung, „doch ich werbe gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus der Kinderkommission um Mitstreiter innerhalb der Bundestagsfraktionen“. Nach den Worten der Sprecherin für Kinder und Jugend der FDP-Bundestagsfraktion „sind Kinder Grundrechtsträger, aber es besteht kein Zweifel darüber, dass vor allem Kinder des besonderen Schutzes und der Förderung ihrer Entwicklung bedürfen“. Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Fälle von Misshandlung und Vernachlässigung zeige sich erneut, dass Kinder das schwächste Glied in der Kette sind. Mit der Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz würde ein klares Signal an Politik, Justiz und Gesellschaft gesendet und klargestellt: „Kin-der sind eigenständige Persönlichkeiten mit eigener Würde und dem Anspruch, ihre Individualität anzuerkennen.“ Bei den Eltern müsse auch für die Einhaltung der empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen geworben werden. Gruß: „Skeptisch bin ich allerdings, wenn Vorsorgeuntersuchungen zur Pflicht gemacht würden.“Laut Prof. Dr. Harald Bode, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin, kann der Verlust oder Mangel an elterlicher Pflege und Zuwendung bei Kindern körperliche und psychische Folgen auslösen. Diese Deprivation lasse sich in Tierversuchen sogar an Veränderungen der Gehirnstruktur nach-weisen. Es erfolge in manchen Fällen eine chronische Umprogrammierung des Gehirns. Posttraumatische Stress-Syndrome könnten Menschen ein Leben lang begleiten. Diese emotionale Vernachlässigung gehe durch alle sozialen Ebenen. Auch Kindesmisshandlungen könnten sich in jedem Sozialmilieu zutragen, es sei aber auffällig, dass bildungsferne Schichten – geprägt von sozialem Stress und Armut – in vielen Fällen betroffen seien. Auch Harald Bode sprach sich für den Aufbau eines Netzwerkes aus, das von der Geburtshilfe über Kinderkrankenschwestern, Ärzte, Kinderkrippen, Kindergärten bis hin zu den Schulen geknüpft ist. Roland Kaiser, der Leiter des KVJS-Landesjugendamtes (Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg) berichtete, dass sein Verband von der Landesregierung beauftragt wurde, eine Qualifizierungsoffensive zum Schutz von Kindern durchzuführen. Hierfür stehen für die Jahre 2008 und 2009 insgesamt 600.000 Euro zur Verfügung. Weiter habe der KVJS im Jahr 2006 zusammen mit der Uniklinik Ulm das Modellprojekt „Guter Start ins Kinderleben“ initiiert. In Pforzheim und im Ostalbkreis werden noch bis Oktober 2009 durch frühzeitige Förderung die Beziehungs- und Erziehungskompetenz von Eltern gezielt gestärkt und bereits bestehende interdisziplinäre Kooperationsformen und Vernetzungsstrukturen der Hilfeangebote weiterentwickelt. Schließlich startet am 1. September dieses Jahres das Landesprogramm „Stärke“. Hier wird die Elternkompetenz unter anderem durch einen Gutschein in Höhe von 40 Euro für Bildungskurse und durch Unterstützung für Familien in besonderen Lebenssituationen gestärkt. Der Finanzrahmen beträgt im Jahr 2008 1,5 Millionen Euro, ab 2009 jeweils vier Millionen Euro pro Jahr.In Niedersachen kommen nach den Worten von Prof. Dr. A. Windorfer von der Stiftung „Eine Chance für Kinder“ Familienhebammen zum Schutz des Kindeswohles zum Einsatz – dieses Projekt habe sich inzwischen zum Erfolgsmodell gemausert. Die Hebammen hätten in ihren Bezirken eine Lotsenfunktion und stellten in der Viel-falt der Sozialverbände ein zentrales Puzzle-Stück dar. Dieses Modell rechne sich für die Kommunen, die Finanzierungskosten seien gering. Dr. Birgit Berg sagte als Referatsleiterin des Landesgesundheitsamtes im Regierungspräsidium Stuttgart, dass es am Weltmaßstab gemessen ein Glück sei, Kind in Deutschland sein zu dürfen. Für eine gedeihliche Entwicklung der Kinder seinen musische und andere kulturelle Einflüsse mehr als wichtig. Die Erwachsenen sollten den Kindern die Möglichkeit geben, an der Gesellschaft teilzunehmen, damit sich soziales Denken und Handeln bilden könne. Der Kongress stand unter der sachkundigen Diskussionsleitung von Gesine Meißner, der sozialpolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion im niedersäch-sischen Landtag, und Dr. Hans-Peter Wetzel, dem rechtspolitischen Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg. Nachhaltigen Eindruck hinterließ die Aufführung des „Präventionstheaters Eukitea“ (Spielwerk Theater Diedorf, Bayern). Ihr Stück hieß: Mein Körper ist mein Freund.

Mehrwertsteuersätze und Rundfunkgebühren im europäischen Vergleich zu hoch – Nach den Worten der tourismuspolitischen Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Beate Fauser, steht der Tourismus wie kaum eine andere Branche im globalen Wettbewerb. Für die Bürgerinnen und Bürger sei es finanziell oft preiswerter, nach Ägypten oder in die Türkei zu fliegen, statt im Schwarzwald oder auf der Alb den Urlaub zu verbringen. Deshalb fordert die FDP-Landtagsabgeordnete eine Absenkung der staatlichen Belastungen, um eine bessere Chancengleichzeit herzustellen. „Unsere Hotellerie und Gastronomie können im ohnehin teuren Standort Deutschland nur Erfolg haben, wenn die Standards angepasst werden. In dieser arbeits- und investitionsintensiven Branche sollten vernünftige Rahmbedingungen geschaffen und mehr berufsspezifische Beratungen geleistet werden“, so Beate Fauser.

„Kein europäisches Land hat ähnlich hohe Mehrwertsteuersätze wie die Bundesrepublik, da wir direkt mit Frankreich, der Schweiz und Österreich konkurrieren, müssen die Mehrwertsteuersätze auf ähnliches Niveau gesenkt werden“ Das gleiche gilt nach den Worten von Fauser für die Rundfunkgebühren und Urheberrechte. Ein 150-Betten Hotel bezahle ca. 26 000 Euro für Rundfunkgebühren, in Österreich betrage diese Summe ca. 500 Euro. Fauser: „Zu danken ist dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), der seit Jahren darauf hinweist, dass die Gebühren, Abgaben und Steuern dem internationalen Standard angepasst werden müssen.“Da viele Hotels in den Urlaubsregionen durch hohe Investitionskosten inzwischen bereits überschuldet seien, müssten die Sonderkonditionen der L-Bank ausgebaut werden. Erfreulich sei, so Beate Fauser, dass der Wirtschaftsminister eine Absenkung des Mehrwertsteuersatzes über den Bundesrat maßgeblich mit unterstützt, um damit die Konkurrenzfähigkeit dieser wichtigen Dienstleistungsbranche zu erhalten.

Parlamentarischer Antrag zu „Terrorkatzen“ im Innenausschuss – „Es hat geklappt“, erklärte der für den Antrag zur ‚Haltung gefährlicher Tiere in Privathaushalten’ federführende FDP-Innenpolitiker Dietmar Bachmann. „Die Landesregierung hat sich heute im Innenausschuss festgelegt, anders als Hessen kein Verbot zu erlassen.“Der hessische Landtag hatte zu Zeiten der CDU-Alleinregierung einen § 43 a über das ‚Halten gefährlicher Tiere’ in das hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung eingefügt. Dort wird „die nicht gewerbsmäßige Haltung eines gefährlichen Tieres einer wild lebenden Art“ verboten. Ein vergleichbares Verbot wird es in Baden-Württemberg nun wohl nicht geben. Das Innenministerium hatte in der Antwort klargestellt, dass es 2006 nur 67 und 2007 sogar nur 59 Straftaten im ganzen Land gab, bei denen andere Tiere als Hunde als Tatmittel eingesetzt wurden.

„Uns ist es damit gelungen, der wuchernden Verbotskultur in unserem Lande zumindest an dieser Stelle einen Riegel vorzuschieben“, so Bachmann. Manchmal muss man eben unge-wöhnliche Wege gehen. Das federführende Ministerium für den Ländlichen Raum hatte die Sache ins Lächerliche gezogen, indem es sich ausschließlich über die Gefährlichkeit von Katzen ausließ. Das Wort von der ‚schwäbischen Terrorkatze’ machte die Runde. Bachmann: „Unser Plan ist aufgegangen. Statt sich zu einem Verbot hinreißen zu lassen, hat unser Koalitionspartner selbst die Lächerlichkeit eines solchen Verbots klargestellt.“ Für die Zukunft denken die FDP-Innenpolitiker über weitere Anträge dieser Art nach. „Vielleicht können wir die Passagierabfertigung auf den Flughäfen beschleunigen, indem wir nachfragen, wie viele Flugzeuge mit Hilfe von Nagelscheren entführt wurden …“.

Heute im Innenausschuss: Mit der Badehose vom Baden-Airport nach Mallorca? – Die Marketingabteilung der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) hat einen Jahresetat von rund 1,5 Millionen Euro, die Baden-Airpark GmbH (BAG) ein Budget von rund 200.000 Euro für Marketingaktivitäten zur Verfügung. Dies geht aus der Antwort des Innenministeriums auf einen parlamentarischen Antrag des FDP-Landtagsabgeordneten Dietmar Bachmann zu den „Marketingaktivitäten des Baden-Airports“ hervor (Drucksache 14/2653). Der Antrag wird heute im für den Verkehr zuständigen Innenausschusse des Landtags behandelt.

Wie der verkehrspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion sagte, stelle der Baden-Airport insbesondere für Ferienreisende wegen seiner guten Erreichbarkeit und ansprechenden Gebührengestaltung eine attraktive Alternative zum Flughafen Stuttgart dar. „Der Beschluss unseres Landesparteitages vom 5. Januar dieses Jahres und unser Ministerpräsident verfolgen dasselbe Ziel: Wir wollen den Flughafen Stuttgart entlasten und insbesondere Ferienflüge über den Baden-Airport abwickeln“, so Bachmann. „Das kann man natürlich nicht anordnen, sondern nur über Anreizsysteme steuern.“ Der Werbung komme ebenso wie der Gestaltung der Parkgebühren und der ÖPNV-Anbindung eine Schlüsselfunktion zu. „Nicht nur für Ferienreisende aus dem badischen Landesteil, sondern aus ganz Baden-Württemberg und den Nachbarländern ist der Baden-Airport attraktiv“, erklärte Bachmann. Und: „Leider geht mit dieser Attraktivität kein entsprechender Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung einher“.Die Marketingaktivitäten der Baden-Airpark GmbH sind im Wesentlichen Auftritte auf den Verbraucher- und Reisemessen von Mannheim bis Freiburg, von Pforzheim über Neustadt bis nach Straßburg, der internationalen Tourismus Börse in Berlin (ITB) sowie der jährlich stattfindenden Konferenz der Flughäfen mit den Luftfahrtunternehmen zur Entwicklung neuer Flugverbindungen (Routes-Konferenz). Weiter steht nach der Antwort der Landesregierung das Marketingbudget für Anzeigen, Mailing-Aktionen und gemeinsame Veranstaltungen mit Reiseveranstaltern und Fluglinien in der Region zur Verfügung. „Das ist wichtig, aber bei weitem nicht ausreichend“, so der Kommentar von Dietmar Bachmann.Der Fragenkatalog des verkehrspolitischen Sprechers bezieht sich auch auf die bis-herigen Marketingaktivitäten des Baden-Airports in den Kreisen Calw, Emmendingen, Freudenstadt, Breisgau-Hochschwarzwald, Schwarzwald-Baar, Karlsruhe, Ortenau und Enz – „ob die Landesregierung diese Aktivitäten als ausreichend erachtet und wie der Internetauftritt des Baden-Airports zu beurteilen ist?“ In der Antwort des Innenministeriums heißt es, dass „die Landesregierung keine Veranlassung sieht, die Marketingaktivitäten der Baden-Airpark-GmbH oder deren Internetauftritt zu kritisieren“. Auf die Frage, „wie die Aufmerksamkeit der in Frage kommenden Klientel verstärkt auf die alternativen Flugmöglichkeiten ab dem Baden-Airport gelenkt werden kann, damit mehr Fluggäste, die bisher noch ab Stuttgart fliegen, den Baden-Airport in Anspruch nehmen“, antwortet die Landesregierung „dass der Flughafen Karlsru-he/Baden-Baden und die Flugmöglichkeiten ab dort in der Bevölkerung bekannt und die Marketingaktivitäten sowohl der Baden-Airpark GmbH selbst als auch der Flughafen Stuttgart GmbH erfolgreich sind.“Bachmann: „Diese Antwort ist für die FDP absolut unbefriedigend. Man muss das aber auf der Zeitachse sehen. Die Antwort stammt aus der Zeit vor der Richtlinienentscheidung des Ministerpräsidenten. Wir gehen davon aus, dass das für den Flugverkehr zuständige Innenministerium jetzt umdenkt und sich den politischen Richtlinien des Ministerpräsidenten fügt.“