Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Wirtschaft – Wie die stellvertretende Vorsitzende und finanzpolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Heiderose Berroth, mitteilte, werden die Zuschüsse für die Kontaktstel-len „Frau und Beruf“ (Einzelplan 07 Wirtschaftsministerium) für das Jahr 2009 um 150 000 Euro auf 1,092 Millionen Euro erhöht. Dies hat der Finanzausschuss des Landtags auf Initiative der Liberalen beschlossen. Nach den Worten von Berroth ist die Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Wirtschaft damit weiter gestärkt. „Deshalb freut es mich besonders, dass mit der Anhebung der finanziellen Mittel das Netz der Kontaktstellen erweitert wird und für bestehende Einrichtungen eine Anpassung an die Lohnsteigerungen der letzten Jahre erfolgt.“

Da es im Raum Ulm-Donau-Iller und Biberach bisher an einem speziellen Beratungsangebot für Frauen rund um das Thema Beruf, Wiedereinstieg und Vereinbarkeit fehle, sei besonders erfreulich, dass es künftig auch in Ulm eine Kontaktstelle Frau und Beruf geben wird, für die jetzt eine Landesförderung möglich wird. Die vorhandenen Beratungsstellen der Kontakts-stelle Ostwürttemberg in Aalen und Heidenheim, könnten im dortigen Raum nicht beratend tätig sein, da entsprechende personelle Ressourcen dafür nicht ausreichen und zudem die Wege viel zu weit wären.Nach den Worten von Berroth hat sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ulm bereit erklärt, eine Kontaktstelle Frau und Beruf einzurichten und die entsprechenden Mitfinanzie-rungsmittel bereitzustellen. Berroth: „Ich begrüße es, dass wieder eine IHK als Träger auftreten wird, und damit die Industrie- und Handelskammern weiterhin zum Trägerkreis gehören.“

Selbstverpflichtung in Washington vor über zehn Jahren unterzeichnet – „Baden-Württemberg setzt die eingegangene Selbstverpflichtung, Kunstwerke, die während der Zeit des Nationalsozialismus beschlagnahmt wurden, in den eigenen Museen, Archiven und Bibliotheken zu identifizieren, unzureichend um“, kritisierte die kunst- und kulturpolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Heiderose Berroth. „Während andere Museen in der Bundesrepublik mittlerweile eigene Stellen geschaffen und Mittel bereitgestellt haben, um die vor über zehn Jahren eingegangene Selbstverpflichtung zu erfüllen, ist in Baden-Württemberg bisher kaum etwas geschehen. Das muss sich ändern.“

Auf eine parlamentarische Anfrage von Heiderose Berroth (Drucksache 14/3811) erklärte jetzt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, dass man in den letzten zehn Jahren die staatlichen Museen regelmäßig auf die Verpflichtung aufmerksam gemacht habe. Die positive Nachricht ist für Berroth, dass mit dem Landeshaushalt 2009 erstmals ein Betrag von jeweils 30.000 Euro an die Staatsgalerie Stuttgart, die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, das Badischen Landesmuseum Karlsruhe und das Landesmuseum Württemberg gehen soll, um dort Nachforschungen über die Herkunft strittiger Museumsbestände (Provenienzrecherche) anstellen zu können.Berroth sieht allerdings weitergehenden Handlungsbedarf: „Die Landesbibliotheken und Landesarchive profitieren von der gewährten finanziellen Ausstattung offensichtlich nicht, obwohl diese genauso in den Geltungsbereich der so genannten „Washingtoner Erklärung“ fallen wie Museen – das ist für mich nicht nachvollziehbar.“ Zumindest sei sicherzustellen, dass die nun erstmals gewährten Mittel verstetigt und nicht zweckentfremdet würden. Ein künftig stärkeres Engagement des Ministeriums sei wünschenswert. „Je früher Institutionen gefährdete Bestände selbst erkennen, desto eher kann in Verhandlungen mit den rechtmäßigen Eigentümern ein Verbleib in baden-württembergischen Sammlungen erreicht werden“, sagte Berroth.Nach Auskunft der Landesregierung wurden in den letzten zehn Jahren vom Land drei als NS-Raubkunst qualifizierte Gemälde an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben. Über die Rückgabe aus kommunalen Museen, Archiven und Bibliotheken lägen keine Erkenntnisse vor. Zurzeit kämpft die Stadt Freiburg um den Verbleib des Dix-Gemäldes „Max John“ im Museum für Neue Kunst der Stadt, auf das Rückgabeansprüche geltend gemacht wurden.Info: Die sogenannte „Washingtoner Erklärung“ vom 3. Dezember 1998 ist eine die Unterzeichnerstaaten rechtlich nicht bindende Übereinkunft, um die während der Zeit des Natio-nalsozialismus beschlagnahmten Kunstwerke zu identifizieren, deren Vorkriegseigentümer oder deren Erben ausfindig zu machen und eine „gerechte und faire Lösung“ zu finden.Am 14. Dezember 1999 folgte Deutschland dieser Selbstverpflichtung mit der „Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz“ und der „Handreichung zur Umsetzung der Washingtoner Erklärung“. Alle öffentlichen deutschen Museen, Archive und Bibliotheken sollen zur Auffindung „NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter“ beitragen. Dazu müssen die Besitzverhältnisse für den Zeitraum von 1933 bis 1945 überprüft werden, soweit ein Anfangsverdacht gegeben ist. Für diesen führen die „Handreichungen“ umfangreiche Hinweise auf Merkmale an. Die überprüften Informationen sollen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste weitergegeben und in deren Internet-Webseite „LostArt.de“ veröffentlicht werden. Unter dieser Adresse sind auch Suchanträge aus dem Ausland einzugeben.

Wertvolle Kulturgüter durch Feuchtigkeit bedroht – Der wissenschaftspolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion, Dietmar Bachmann, und der Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses im Landtag, Dieter Kleinmann, sprachen sich nach einem Besuch in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart für einen zügigen Ausbau der größten wissenschaftlichen Bibliothek in Baden-Württemberg aus. „Die Landesbibliotheken haben die wichtige Aufgabe, die schriftliche und elektronische Überlieferung des Landes zu erfassen und zu bewahren. Durch den Neuzugang von 80 000 Medien pro Jahr werden die Raumkapazitäten der Württembergischen Landesbibliothek bereits im Jahr 2014 erschöpft sein. Das Land muss deshalb den geplanten Ausbau der Bibliothek zügig in Angriff nehmen – auch weil die Baumängel inzwischen so gravierend sind, dass die Substanz der wissenschaftlichen Bestände bedroht ist“, sagte Dietmar Bachmann.

Auch aus wirtschaftlichen Erwägungen rechne sich der Ausbau, denn schon jetzt müssten jährlich über 580 000 Euro für das Anmieten von Räumen aufgewendet werden. Berechnungen der Bibliotheksleitung zufolge belaufen sich die Einsparungen durch den Erweiterungsbau auf über 930 000 Euro. Einige Buchbestände, darunter wertvolle Kulturgüter wie Handschriften, einmalige Inkunabeln (Bücher aus dem 15. Jahrhundert, dem Anfang der Buchdruckerkunst) sowie andere frühe Buchdrucke sind von eindringendem Wasser und Feuchtigkeit bedroht. „Dachrinnen in Innenräumen sind nicht schön, in einer der wertvollsten Bibliotheken des Landes sind sie aber ein Skandal“, so Bachmann. Es dürfe nicht sein, dass eine Gutenberg-Bibel in Räumen lagere, die feucht sind. Der Ausbau biete auch die Chance, die Landesbibliothek benutzerfreundlicher zu gestalten. Die neue Struktur setze Personalressourcen frei, die für verlängerte Öffnungszeiten auch am Wochenende eingesetzt werden können, so Bachmann weiter. Zudem könne dem veränderten Nutzerverhalten Rechnung getragen werden. Das fast 40 Jahre alte Gebäude der Landesbibliothek besitzt keinen großen Freihandbe-reich und keine Räume für Einzel- und Gruppenarbeit. Dabei hat sich Zahl der Biblio-theksnutzer seit Bestehen des Gebäudes verdreifacht. Dieser steigende Trend ist auch in Zeiten der Online-Verfügbarkeit zahlreicher Informationen nach wie vor un-gebrochen, so dass zu wenige Nutzerarbeitsplätze zur Verfügung stehen. Bachmann und Kleinmann waren sich einig: „Nur eine mutige und umfassende Lösung schafft eine zeitgemäße und zukunftsfähige Landes- und Ausleihbibliothek in Stuttgart.“

FDP/DVP-Landtagsfraktion entsendet Vertreter zum Empfang nach Karlsruhe – „Mit Bedauern nehme ich zur Kenntnis, dass ein Treffen zwischen der Landesregierung und Bildungsminister Saidi Kibeya aus Burundi in Stuttgart offensichtlich nicht zu organisieren war“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion Dr. Birgit Arnold anlässlich des Besuches des Ministers in Baden-Württemberg. „Umso mehr war es mir ein Anliegen, die FDP/DVP-Landtagsfraktion beim Stehempfang zu Ehren von Herrn Saidi Kibeya im Karlsruher Rathaus zu vertreten.

Unser Dank gilt dem Rektor der Europäischen Schule Karlsruhe und ehemaligen dänischen Minister Tom Hoyem und der Stadt Karlsruhe, die alles dafür getan haben, dass Saidi Kibeya seinen Aufenthalt in Baden-Württemberg in positiver Erin-nerung behalten wird.“ Info: Zwischen 1985 und 1993 war Burundi offizieller Partnerstaat von Baden-Württemberg.

Grußprojekt: Umbau zum Durchgangsbahnhof und Schnellbahnstrecke – „Lassen Sie uns zu diesem Weihnachtsfest den Menschen in Baden-Württemberg ein Geschenk machen, das größte Einzelprojekt zur Stützung der Konjunktur: BW 21“. Dies sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dietmar Bachmann, in der heutigen Debatte mit dem Titel „Vertragsunterzeichnung Projekt Stuttgart 21 und Neu-baustrecke Stuttgart – Ulm“. In seiner Rede stellte Bachmann die Vorteile des Projekts für die Menschen in den Vordergrund: – weniger Lärm durch die unterirdische Streckenführung- weniger Flächenverbrauch und Wohnen am Park durch das Recycling der Gleisflächen- kürzere Fahrtzeiten, vor allem im Regionalverkehr durch bessere Anbindungen- mehr umweltfreundlicher Bahnverkehr als Beitrag zum Klimaschutz

Mit Blick auf die Grünen erklärte Bachmann: „Wir haben nicht nur Träume von einer besseren Zukunft, wir verwirklichen sie auch.“Bald ist Weihnachten – das Fest der Liebe, der Geschenke und der Träume. Nicht nur Kin-der, auch Erwachsene träumen gerade in der Weihnachtszeit von einer besseren Welt. Je schwieriger die Zeiten, umso größer die Träume. Und nur wer Träume hat, findet auch die Kraft, sie zu verwirklichen! Nehmen Sie z.B. Bing Crosby: I’m dreaming of a white christmas … Sie träumen gerade von schneebedeckten Landschaften, Rehen am Waldrand und Kindern beim Schlittschuhlaufen. Aber plötzlich wachen Sie auf – und vor Ih-nen steht Jürgen Trittin – welch ein Alptraum! Nix schneebedeckt sagt der – Klimawandel. Nix Rehe am Waldrand sagt der – Artensterben. Nix Kinder beim Schlittschuhlaufen sagt er – kein Eis. Wir dagegen sagen Ihnen: Wer nicht von weißen Weihnachten träumen kann, der hält auch den Klimawandel nicht auf! Wir, die Fraktionen von CDU, SPD und FDP / DVP, haben nicht nur Träume von einer besseren Zukunft – wir verwirklichen sie auch.Baden-Württemberg 21 ist so ein Traum. Diejenigen, die an die Zukunft glauben, lade ich deshalb ein zu einer Zeitreise: Wir schreiben das Jahr 2025. Und wir stehen in der Wohnstu-be der Familie Müller in der Rosensteinstraße. Es ist der Heilige Abend. Die Kerzen brennen, die Kinder lachen und im Hintergrund klingt leise „Stille Nacht – Heilige Nacht“. Es klingt leise und dennoch hören wir das Lied! Es wird nicht übertönt vom Kreischen der Achsen, vom Rumpeln der Weichen und vom Quietschen der Bremsen. Der Stuttgarter Kopfbahnhof existiert nicht mehr. Und die Müllers halten inne und danken für die Erlösung. Sie danken für die Erlösung vom unerträglichen Lärm des Kopfbahnhofs.Lassen Sie uns ein Stück weiter gehen. Wir stehen auf der Terrasse der Familie Fröhlich. Die Fröhlichs bewohnen eines der neuen Reihenhäuser an der Parkallee. Vor uns erstreckt sich ein wunderschöner Park. Wir sehen Spuren im Schnee – die Spuren von Peter und Lisa, den Kindern der Fröhlichs. Am Vormittag waren sie im Sauriermuseum und sind durch den Park nach Hause gelaufen. Auf dem Tisch der Fröhlichs duftet die Weihnachtsgans. Doch bevor Vater Fröhlich sie anschneidet hält die Familie inne und dankt für ihr neues Zuhause. Ihr Tisch mit der Weihnachtsgans steht nämlich dort, wo im Jahr 2008 um diese Zeit der IC 691 von Mannheim kommend in den Stuttgarter Kopfbahnhof einfuhr. Der Stuttgarter Kopf-bahnhof existiert nicht mehr und die Fröhlichs danken für ihr neues Heim mit diesem wun-derbaren Park vor der Tür.Die Fröhlichs verspeisen die Gans und wir müssen weiter. Weiter an den weihnachtlich ge-schmückten Esstisch der Familie Palmer in Tübingen. Alle sind da – auch Vater Boris. Vor wenigen Stunden gab er noch seinen väterlichen Rat einer jungen Kollegin, der gerade frisch gewählten Bürgermeisterin von Bad Bramstedt. Dank Stuttgart 21 konnte der viel gefragte Oberbürgermeister von Tübingen mit dem Expresszug vom Flughafen in nur dreißig Minuten rechtzeitig, entspannt und auch ohne Fahrrad umweltfreundlich das Weihnachtsessen seiner Familie erreichen.Wir schreiben das Jahr 2025 und die Umwelt ist nicht nur Boris Palmer wichtig. Nachdem er 2011 beim feierlichen Durchstich des Fildertunnels seinen Fehler eingesehen und die GRÜ-NEN verlassen hatte, konnte er als parteiloser Oberbürgermeister der berühmten Universi-tätsstadt am Neckar zahlreiche Umweltvorhaben realpolitisch und trotz einiger Fundi-Demos zügig verwirklichen. Sind das nicht herrliche Träume von einer besseren Zukunft!Dass diese Zukunft zum Greifen nahe ist verdanken wir dem rastlosen Einsatz Vieler. Aus-drücklich danken möchte ich im Namen der FDP / DVP-Fraktion unserem Ministerpräsiden-ten Günther Oettinger, unserem Innenminister Heribert Rech und den Kolleginnen und Kol-legen in der Verkehrsabteilung des Innenministeriums! Danken möchte ich aber auch den Kolleginnen und Kollegen der SPD, allen voran Wolfgang Drexler, dafür, dass Sie Minister Tiefensee von diesem Projekt überzeugt haben. Und danken möchte ich unserer Landesvor-sitzenden Birgit Homburger und der Landesgruppe der FDP für ihren Einsatz innerhalb der FDP Bundestagsfraktion!Bald ist Weihnachten – das Fest der Liebe, der Geschenke und der Träume. Lassen Sie uns • den Traum vom Kurztrip an Silvester von Karlsruhe nach Budapest • den Traum von mehr umweltfreundlichem Bahnverkehr in ganz Baden-Württemberg• den Traum vom lärmfreien Wohnen mitten in der Stadt am Park,lassen Sie uns den Traum von Baden-Württemberg 21 verwirklichen.Lassen Sie uns zu diesem Weihnachtsfest den Menschen in unserem Land ein Geschenk machen. Lassen Sie uns das größte Einzelprojekt zur Stützung der Konjunktur auf den Weg bringen: Baden-Württemberg 21. Lassen Sie uns zeigen, dass wir dieses Land lieben und an seine Zukunft glauben – uns, die Fraktionen von CDU, SPD und FDP / DVP. We are dreaming of a white Christmas, of trains racing through a winter wonderland in the year 25, 25! “

Haushaltsentwurf 2009 in Einnahmen und Ausgaben ohne Kreditaufnahme ausgeglichen – Auszüge aus der Haushaltsrede des FDP/DVP-Fraktionsvorsitzenden Dr. Ulrich Noll in der Plenardebatte am 18. Dezember 2008 (es gilt das gesprochene Wort).Die Perspektiven wirtschaftlicher Entwicklung für das Jahr 2009 haben sich in der zweiten Jahreshälfte 2008 kontinuierlich verschlechtert. Das Ausmaß der Finanzmarktkrise und ihr Durchschlagen auf die Realwirtschaft war in diesem Ausmaß für niemanden vorhersehbar – wer anderes behauptet, lügt. Rechnete man zur Jahresmitte (als der Landeshaushalt 2009 aufgestellt wurde) noch mit einem Wirtschaftswachstum in der Größenordnung von 1,2%, wurde diese Annahme mit der November-Steuerschätzung auf ein reales Wachstum von 0,2% herabgesetzt.

Gegenwärtig schwanken die Prognosen zwischen einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,8%, wie es die Bundesbank für wahrscheinlich hält, und einer tiefgreifenden Wirtschaftskrise mit einer negativen Entwicklung von bis zu 4%. Diese Vielstimmigkeit der Experten erinnert doch sehr an den Spruch von Karl Valentin: „Vorhersagen sollte man immer misstrauen, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.“ Hin-terher sind die Experten nämlich immer klüger als bei ihren Vorhersagen. Dennoch ist für Baden-Württemberg klar: So sehr wir von guten konjunkturellen Phasen überproportional profitieren, so sehr müssen wir in Krisenzeiten mit überproportionalen Einbrüchen rechnen. Der Entwurf für den Haushalt 2009, mit dessen Beratung wir heute beginnen, konnte – und schon dies ist ein Erfolg, und keineswegs eine Selbstverständlichkeit – auch unter Einarbei-tung der Daten der letzten Steuerschätzung vom November so gestaltet werden, dass er – wie schon der Haushalt des Jahres 2008 – in Einnahmen und Ausgaben ohne Kreditauf-nahme ausgeglichen ist. Dies war nur möglich, weil die Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen angesichts einer sehr günstigen Einnahmeentwicklung 2007 und 2008 die Kraft besessen haben, Steu-ermehreinnahmen eben nicht unmittelbar in neue Ausgabenprogramme fließen zu lassen, sondern Vorsorge zu treffen und Rücklagen zu bilden, die jetzt dazu beitragen, nicht nur den Haushalt ausgleichen zu können, sondern trotz schwierigerer Rahmenbedingungen neue Akzente im Bereich der Bildungspolitik und der Kinderbetreuung setzen zu können. Wir haben damit den alten Spruch beherzigt: Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not. Die Finanzierung der Qualitätsoffensive Bildung und des mit den Kommunalen Landes-verbänden vereinbarten Ausbaus der Kleinkindbetreuung ist sichergestellt, und dies nicht nur für das kommende Jahr, sondern in beiden Fällen – durch entsprechende Rücklagen abge-sichert.Damit setzen wir Prioritäten, auch wenn wir sparen; und wir können diese Prioritäten nur setzen, weil wir sparen. Von 18,2 Milliarden €, die den einzelnen Fachressorts aus dem Steueraufkommen des Landes 2009 zur Verfügung stehen, entfallen 8,1 Milliarden € auf den Haushalt des Kultusministeriums und 3,3 Milliarden € auf den Haushalt des Wissenschafts-ministeriums.Das sind Investitionen in die Köpfe, Investitionen in die Zukunft dieses Landes, in die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Auch dies zeigt, dass wir die Prioritäten richtig setzen. Wir wollen den Anteil, den Bildung und Wissenschaft an unserem Haushalt haben, weiter ausbauen, und wir werden ihn weiter ausbauen. Denn wir ruhen uns nicht darauf aus, dass Baden-Württemberg im Ländervergleich schon seit Jahren den höchsten Anteil der Bildungsausga-ben am Gesamthaushalt hat. All dies finanzieren wir nicht mit neuen Schulden, denn auf Schuldenbergen können Kinder nun mal nicht spielen. Angesichts der erheblichen Risiken der konjunkturellen Entwicklung haben wir in der Koaliti-on in diesen Tagen vereinbart, den seither im Haushaltgesetz verankerten Bürgschafts-rahmen von 150 Millionen € um 350 Millionen € zu erhöhen, um Unternehmen gegebe-nenfalls auf diesem Weg Unterstützung gewähren zu können, und unter Einbeziehung der Kommunen ein eigenes, die Bemühungen des Bundes ergänzendes Infrastrukturpro-gramm Baden-Württemberg aufzulegen. Ziel ist es, den Arbeitsmarkt zu stabilisieren und Beschäftigung zu sichern, indem öffentliche Investitionen verstärkt und in das Jahr 2009 bzw. die erste Jahreshälfte 2010 vorgezogen werden.Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass eine dauerhafte Belastung des Landeshaushalts mit diesem Programm nicht verbunden sein soll: Sowohl für Investitionen des Landes wie für die Förderung kommunaler Investitionen über den KIF, den kommunalen Investitionsfonds des Landes wird gelten, dass jetzt zusätzlich realisierte Vorhaben durch geringere Aufwen-dungen in den Jahren 2011 bis 2013 – im Falle des KIF bis 2014 – kompensiert werden, so dass das gesamte Programm über einen Fünf-Jahres-Turnus hinweg haushaltsneutral ausgestaltet wird. Dies unterscheidet unser Investitionsprogramm grundsätzlich von den Konjunkturprogram-men vergangener Jahre: Man hat die Staatsausgaben erhöht, dies über höhere Verschul-dung finanziert, die Rückführung der Schulden aber tunlichst „vergessen“! Auch bei einem Vorziehen von Investitionen des Landes und der Kommunen im Umfang von knapp einer Milliarde € – bis zu 350 Mio. € Land, 300 Mio. € KIF, in etwa gleich viel von kommunaler Seite – kann niemand Garantien dafür geben, in wie weit dieses Programm dazu beiträgt, den wirtschaftlichen Abschwung abzumildern und möglichst rasch wieder auf einen Pfad positiver Wirtschaftsentwicklung zurückzufinden. Die FDP hat auf Landes- wie auf Bundesebene stets dafür plädiert, neben der Verstärkung öffentlicher Investitionen auch und vor allem auf steuerliche Entlastungen der Bürgerinnen und Bürger zu setzen. Wir bleiben dabei: Das beste Konjunkturprogramm besteht darin, den Bürgerinnen und Bürgern mehr von dem Geld in der Tasche zu belassen, was sie hart erar-beitet haben. Ein wesentlicher Vorteil dieser Art von Konjunkturprogramm ist doch, dass nicht der Staat einzelne Branchen, sondern die Bürgerinnen und Bürger durch ihr Konsum- und Investitionsverhalten viel breitere Effekte erzielen, als dies der Staat je könnte. Deshalb war es uns wichtig, dass wir unser Investitionsprogramm so gestalten, dass noch ausrei-chend Rücklagen im Haushalt sind, um die von uns geforderten und wie ich sicher bin, von der Kanzlerin im Januar zu verkündenden Steuerentlastungen ohne neue Schulden im Lan-deshaushalt zu finanzieren. Eine Lehre aus der Finanzmarktkrise muss doch sein, dass gerade staatliche Ausgaben – Disziplinlosigkeit insbesondere in der Vereinigten Staaten uns letztlich in die Krise geführt hat: Lassen Sie uns deshalb gerade nicht in Aktionismus und Disziplinlosigkeit verfallen: Wir dürfen nicht nach dem Motto: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert“ alle Wunschzettel, die uns nicht zuletzt von der Opposition geschrieben werden, erfüllen und den Pfad der Haushaltsdisziplin verlassen, auch nicht wenn Weihnachten vor der Tür steht. Des-halb noch einmal: Dieses Programm ist so ausgestaltet, dass es mit den grundsätzlichen Zielen liberaler Haushalts- und Finanzpolitik vereinbar ist. Es bleibt bei dem Ziel, auch in den kommenden Jahren die Haushalte so zu gestalten, dass sie ohne Kreditaufnahmen ausge-glichen werden können. ~~’~’Die Erfolge der letzten Jahre dürfen nicht verspielt werden. Wir haben in einer ganzen Reihe von Punkten Weichenstellungen erreicht, die erheblich dazu beitragen, den Kurs von Haus-haltskonsolidierung, Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit auf Dauer zu stel-len. Dies darf jetzt nicht in Frage gestellt werden, sondern muss sich gerade jetzt bewähren:Wir haben seit dem Jahr 2007 ein grundsätzliches Verbot der Neuverschuldung in der Landeshaushaltsordnung verankert – ursprünglich auf 2011 terminiert, dann auf 2008 vorge-zogen. Dies unterscheidet uns vom Bund: Wir haben die Zielmarke 2011 schon 2008 er-reicht. Der Bund gibt diese Zielmarke 2011 erkennbar auf! Ohne einen konsequenten Kurs der Konsolidierung des Haushalts, ohne die wiederholten Einsparrunden der letzten Jahre, auch der guten Jahre wäre dies gar nicht möglich gewor-den. Und ich füge hinzu: wenn wir allen zusätzlichen Ausgabewünschen, die die Vertreter der Opposition in all diesen Jahren an uns herangetragen haben, Folge geleistet hätten, wäre die Neuverschuldung Null vermutlich auf den St. Nimmerleinstag verschoben.Wir haben es aber nicht beim Vorziehen des grundsätzlichen Verbots der Neuverschuldung belassen, sondern haben ergänzende Regelungen eingeführt, die die möglichen (und not-wendigen) Ausnahmen vom Verschuldungsverbot restriktiv gestalten: Zum einen verpflichten wir uns, jegliche Neuverschuldung von vornherein mit einem Til-gungsplan zu verknüpfen, der eine Rückführung dieser Verschuldung spätestens innerhalb von sieben Jahren vorzusehen hat. Und zum zweiten werden Kreditaufnahmen, durch die die zum Jahresende 2007 bestehende Höhe der Verschuldung überschritten werden könnte, nur noch in zwei Fällen möglich sein: nämlich bei einem durch die amtliche Steuerschätzung prognostizierten Rückgang der Steu-ereinnahmen um mindestens 1%, also z.B. bei einer gravierenden Rezession, oder bei Na-turkatastrophen und vergleichbar schwerwiegenden Ereignissen.Diese Regelungen, mit denen wir bundesweit Vorreiter sind, dürfen jetzt nicht ad acta gelegt werden, sondern müssen sich gerade jetzt bewähren. ~’~’~’Die FDP hat immer darauf gedrungen, ein solches Regelwerk nicht nur in die Landeshaus-haltsordnung aufzunehmen, sondern die Grundzüge der Regelungen zur Begrenzung und zum Abbau der Verschuldung auch in der Verfassung zu verankern.Ob dies im Rahmen der Arbeit der Föderalismuskommission II noch möglich sein wird, ist wohl eher unwahrscheinlich geworden. Ich bedaure das sehr; aber es ist wohl doch ein Zei-chen dafür, dass manche an diesem Prozess Beteiligte Fragen der Schuldenbegrenzung und des Schuldenabbaus immer schon nur für ein Schön-Wetter-Thema gehalten haben. Notwendig aber sind entsprechende Regelungen, die sich gerade auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten bewähren müssen, ohne Zweifel auch weiterhin. Und notwendig bleibt auch ihre verfassungsrechtliche Absicherung. Und deshalb lassen wir jedenfalls keinen Zweifel daran, dass wir eine eigenständige baden-württembergische Regelung zur Schul-denbegrenzung in der Landesverfassung wollen, falls die Föderalismuskommission II hier zu keinen Ergebnissen kommt.~’~’~’Die FDP hat seit langem – und lange Zeit vergebens – darauf gedrängt, für neu einzustellen-de Beamte einen Pensionsfonds zu bilden, um die Versäumnisse der 70er Jahre, die den Landeshaushalt heute so hart treffen, nicht zu wiederholen. Denn die steigenden Pensions-leistungen sind im wesentlichen verursacht durch Stellenvermehrungen, die – schwerpunkt-mäßig bei den Lehrern und der Polizei – vor allem in den 70er Jahren stattgefunden haben. Jetzt ist der Pensionsfonds da, ausgestattet mit einem Grundkapital von 500 Millionen Euro; und von jetzt an wird für jeden neu eingestellten Beamten ein Betrag von 6.000 € pro Jahr an den Fonds abgeführt. Das ist ein ganz wesentlicher Schritt, um Vorsorge für weiter steigende Pensionsleistungen zu treffen. Auch wenn die Regelungen im einzelnen noch nicht perfekt sind – der abzuführende Betrag ist noch zu niedrig angesetzt, um die Versorgungsausgaben als Teil der Personalkosten in vollem Umfang transparent zu machen und genau der Periode zuzuordnen, in der sie tat-sächlich verursacht und begründet worden sind – ist der Pensionsfonds ein Schritt hin zu mehr Transparenz, zu größerer Haushaltswahrheit und Haushaltsklarheit, und ein Beitrag zu einer nachhaltigen, generationengerechten und zukunftsorientierten Haushaltspolitik. ~’~’~’Auch für die Beamten gilt, was für die gesetzlich Rentenversicherten gilt: Die deutlich höhere und in Zukunft weiter steigende Lebenserwartung verlangt nach Anpassungen im Bereich der Lebensarbeitszeit durch ein Anheben des regelmäßigen Renten- und Pensionseintrittsal-ters. Die Pension mit 67 wird also kommen.Aber es gibt keinen einleuchtenden Grund, baden-württembergische Beamte jetzt schlechter zu behandeln als z.B. die des Bundes, oder generell Beamte anders zu behandeln als ge-setzlich Rentenversicherte. Wir plädieren dafür, die Vorstellung eines baden-württembergischen Sonderwegs nicht weiter zu verfolgen. Für den Fall weiterer Veränderun-gen bei der gesetzlichen Rentenversicherung wäre eine „Revisionsklausel“ der gangbare Weg, uns im Versorgungsrecht im Gleichklang mit der gesetzlichen Rentenversicherung zu bewegen. Dies wäre auch im Sinne der Fortführung einer Politik von Fairness und Partnerschaft, die das Verhältnis zwischen dem Land und den Berufsverbänden und Gewerkschaften des öf-fentlichen Dienstes in dieser Legislaturperiode des Landtags gekennzeichnet und ausge-zeichnet hat. Uns allen sollte klar sein: Unser Land ist auf einen funktionsfähigen, leistungsbereiten und hoch motivierten öffentlichen Dienst angewiesen. Wir wollen Verlässlichkeit und Partner-schaft im Umgang zwischen dem Land und seinen Bediensteten gewährleisten. Der öffentli-che Dienst wird ein schlankerer öffentlicher Dienst sein; aber er muss konkurrenzfähig sein mit der privaten Wirtschaft. Leistung muss sich lohnen, auch im öffentlichen Dienst. Wir wer-den mit weniger öffentlich Bediensteten auskommen müssen; und wir können das auch. Aber wir sind auf gute, hoch qualifizierte Bedienstete angewiesen. All dem haben wir auch dadurch Rechnung getragen, dass wir eine Verständigung mit den Berufsverbänden des öffentlichen Dienstes gesucht und auch gefunden haben. Sie war für beide Seiten von Nutzen. Wir sollten auch für die Zukunft an dieser erfolgreichen, dialogori-entierten Politik festhalten. Dies gilt ausdrücklich für alle Bereiche der anstehenden Dienst-rechtsreform. ~’~’~’Weitere Beispiele einer erfolgreichen, dialogorientierten Politik finden sich im Verhältnis des Landes zu den Kommunen. Die Vereinbarung zwischen dem Land und den Kommunen über die Präzisierung und Erweiterung des in der baden-württembergischen Landesverfassung verankerten Konnexitätsprinzips bleibt ein herausragendes Beispiel.Mit den im letzten Jahr verabschiedeten Gesetzen – in vollem Einvernehmen mit den kom-munalen Landesverbänden erarbeitet und beschlossen – ist erreicht, dass auch• vom Land veranlasste nachträgliche Änderungen landesrechtlich übertragener Aufgaben,• die Übertragung neuer, vom Land bisher nicht wahrgenommener Aufgaben und• eigene Anforderungen des Landes an die Erfüllung bestehender Aufgabenin den Anwendungsbereich des Konnexitätsprinzips fallen und damit bei wesentlichen Mehr-kosten zu einem finanziellen Ausgleich für die Kommunen führen. Neben dieser Vereinbarung konnte auch ein Einvernehmen mit den kommunalen Landes-verbänden über die Ausgestaltung des kommunalen Finanzausgleichs bis zum Jahre 2010 erreicht werden. Es gab eine Verständigung über den Ausbau von Bildung und Betreuung im schulischen und vorschulischen Bereich. Und es gab ein Einvernehmen über die Beteiligung des Landes am Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder im Alter von unter drei Jahren, die jetzt gerade per Gesetz und mit diesem Haushalt umgesetzt wird – um nur wenige wichti-ge Beispiele zu nennen. Die Dialogorientierung und faire Partnerschaft, die das Verhältnis zwischen Land und Kom-munen kennzeichnet, ist eng mit dem Ministerpräsidenten selbst und seinem Politikstil ver-bunden. Ich will dies ganz ausdrücklich anerkennen, würdigen und ihn bei der Fortführung’

Weiterentwicklung der Hauptschule zur Werkrealschule ist ohne Alternative – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, und die schulpolitische Sprecherin, Dr. Birgit Arnold, setzen sich dafür ein, dass alle Hauptschulen im Land in den Prozess der Weiterentwicklung zur Werkrealschule einbezogen werden. „Die Weiterentwicklung der Hauptschule zur Werkrealschule ist ohne Alternative und wird deshalb von der FDP/DVP-Fraktion unterstützt. Die Werkrealschule darf jedoch nicht neben die bisherigen Schularten treten, sondern muss aus der Hauptschule heraus entwickelt werden. Hierzu ist der Hauptschulbildungsgang um Elemente zu ergänzen, die von Klasse 5 an auf den Werkrealschulabschluss vorbereiten. Gleichzeitig kann so der Hauptschulabschluss erhalten bleiben, was für uns Liberale eine zwingende Voraussetzung der Reform ist“, so Noll und Arnold.

Ein mögliches Vorbild für die Neugestaltung sei das Ländliche Schulzentrum Amtzell, eine Grund-, Haupt- und Werkrealschule. Dort wird insbesondere durch Förderkurse und Lernzeiten ab Klasse 5 ein differenziertes Angebot zur individuellen Förderung geschaffen, das die Schüler neben dem Hauptschulabschluss auf den Werkrealschulabschluss vorbereitet. Entsprechend verlassen zwischen 60 und 70 % der Schüler die Amtzeller Schule mit einem mittleren Bildungsabschluss. Dieses Beispiel zeige auch, dass die Schulen und Kommunen vor Ort die besten Lösungen finden. „Das Land sollte sich auf Rahmenvorgaben beschränken und die Finanzierung sicherstellen. Alles Weitere sollen die Schulen eigenverantwortlich regeln. Haben wir den Mut, ihnen das uneingeschränkt zuzutrauen!“, sagte der Vorsitzende der liberalen Landtagsfraktion. Wichtig sei, dass die zukünftigen Werkrealschulen ein Differenzierungskontingent erhalten, mit dem sie von Klasse 5 an mehr individuelle Förderung betreiben können. „Die Ganztagesschule ist auch und gerade für die Haupt- bzw. Werkrealschulen die Schulform der Zukunft. Deshalb muss gewährleistet sein, dass sie alle auf Wunsch Ganztagesschulen werden können“, ergänzte Bir-git Arnold.Auch in Fragen der zukünftigen Standorte lehnen die Liberalen ein zentral verordnetes Einheitsmodell ab. „Größere Schuleinheiten sind sinnvoll und notwendig, wenn man mehr Möglichkeiten zur individuellen Förderung der Schüler schaffen will. Das ist allen Beteiligten bewusst. Aber auch hier kann vor Ort die bestmögliche Lösung gefunden werden. Die Zweizügigkeit darf nicht zum Dogma erhoben werden, und an der Standortfrage darf die Weiterentwicklung zur Werkrealschule nicht scheitern!“, forderten Noll und Arnold. Die Frage der Zusammenlegung kleiner Standorte müsse den Schulträgern überlassen bleiben. So sei eine Werkrealschule an zwei Standorten durchaus vorstellbar. Stabile einzügige Haupt- bzw. Werkrealschulen, wie sie sich vor allem auch im ländlichen Raum finden, könnten bestehen bleiben, indem sie beispielsweise in Kooperation mit anderen Standorten ein ebenso weitgehendes Angebot zur individuellen Förderung der Schüler gewährleisten wie einzelne größere Standorte.„Bereits auf Dreikönig dieses Jahres hat die FDP den Ausbau der Leistungsfähigkeit der Hauptschulen durch mehr Möglichkeiten der individuellen Förderung an den einzelnen Standorten beschlossen. Diesen Weg müssen wir konsequent weiterverfolgen, auch um im Zuge gestiegener Ausbildungsanforderungen mehr jungen Menschen einen mittleren Bildungsabschluss zu ermöglichen, ohne dass der Hauptschulabschluss entwertet oder gar aufgegeben wird. Damit besitzen zahlreiche junge Menschen nach wie vor einen guten Abschluss und so eine wichtige Voraussetzung, um einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz finden zu können. Die Quote derer, welche die Schule ohne Abschluss verlassen, muss so niedrig wie möglich bleiben“, so die beiden liberalen Politiker.

Keine Profilierung auf Kosten des Mittelstands – „Die von der Bundeskanzlerin angestrebte Jobgarantie ist unseriös“, sagte der wirt-schaftspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion Dr. Hans-Ulrich Rülke zur Ankündigung der Bundesregierung, im Januar die Chefs der 30 größten DAX-Konzerne auf eine Jobgarantie im Wahljahr 2009 einschwören zu wollen.

Jobgarantien hätten nur dann einen Gehalt, wenn sie rechtlich verbindlich sind. „Heute weiß aber niemand, wie sich die wirtschaftliche Lage im nächsten Jahr entwickelt“, sagte Rülke. „Im schlimmsten Fall müssten Unternehmen irgendwann zugeben, die Jobgarantie nicht einhalten zu können. Dann dreht sich der angestrebte positive psychologische Effekt ins Gegenteil um“. Nur ein kleiner Teil der Deutschen verdiene sein Geld bei Dax-Konzernen. Die meisten kleinen und mittleren Unternehmen seien gar nicht in der Lage, Ähnliches zu versprechen. Wenn die Rede davon sei, im Gegenzug zu Jobgarantien den Unternehmen Teile der Sozialversicherungsbeiträge zu erlassen, könne dies folglich nur für Großunternehmen gelten. „Letztendlich ist es dann wieder der Mittelstand, der diese Entlastungen der großen mit seinen Steuern zahlt“, so Rülke. „Was uns hier als große Weihnachtsüberraschung präsentiert wird, hat in Wirklichkeit kaum Substanz“, sagte Rülke. Zweifelhaft sei bereits in wie weit die angestrebten Garantien über die Vereinbarungen hinaus gingen, die bereits mit den Gewerkschaften geschlossen wurden. Viele Konzerne arbeiten bereits heute mit einer so schlanken Stammbelegschaft, dass ein zusätzlicher Abbau kaum möglich sei. Zudem sei lediglich von den Stammbelegschaften die Rede, nicht aber von der großen Zahl der Zeitarbeiter. „Entscheidend für eine Wiederbelebung der Konjunktur sind ganz andere Faktoren“, sagte Rülke. „Neben verbesserten steuerlichen Rahmenbedingungen für Verbraucher und Produzenten, sind es die gezielten Investitionen der öffentlichen Hand sowie Zurückhaltung bei den Gewerkschaften.“

Neun Schwerpunktbereiche müssen unabdingbar berücksichtig werden – „Die Identifikation der richtigen Investitionsschwerpunkte ist die Grundvoraussetzung, dass das von der Landesregierung geplante Investitionsprogramm im Markt auch wirklich die gewünschten Impulse setzen kann“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, in Stuttgart. Für die FDP/DVP-Landtagsfraktion müssten im Bereich des Wirtschaftsministeriums neun Bereiche unabdingbar in einem Investitionsprogramm berücksichtigt werden. „Neben einer deutlichen Aufstockung des Wohnungs- und Städtebauprogramms ist das Investitionsprogramm für die wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen in Teilen vorzuziehen“, erläuterte Rülke.

Das Wohnungsbauprogramm des Landes könne so bereits im Jahre 2009 um eine Zuschussvariante ergänzt werden, wie es die Regierungsfraktionen von CDU und FDP sowie die Wohnungswirtschaft bereits mehrfach gefordert hätten. „Auch müssen die Bereiche Tourismus und der Denkmalschutz finanziell besser ausgestattet werden.“ Daneben gelte es, dem Mittelstand von Seiten des Landes eine Krisenberatung anzubieten und den Risikokapitalfonds besser auszustatten. Genauso wenig dürften im Investitionsprogramm des Landes die Co-Finanzierung zum Bundesprogramm für Hightech-Gründungen und eine Stärkung der überbetrieblichen Ausbildung fehlen. „Mit Hilfe der genannten Investitionsschwerpunkte kön-nen wir am ehesten sicherstellen, dass es zu einer wirtschaftlichen Belebung kommt und Land und Kommunen die Steuermittel der Bürger am effektivsten einsetzen“, so Rülke. Entscheidend sei, dass das Geld kurzfristig tatsächlich investiert werde. So müsse sicher gestellt werden, dass die Verwaltungskapazitäten vorhanden seien, um die bereitgestellten Gelder schnellstmöglich und zielgerichtet einzusetzen.

Vorrang für Lösungen vor Ort, statt zentraler Einheitslösung – „Uns, der FDP und mir, ist die Hauptschule lieb und teuer. Wir wissen, mit welch hohem persönlichen Einsatz dort eine hervorragende Arbeit geleistet und eine große Integrationsleistung vollbracht wird. Ich habe mich nicht zwei Jahre mit diesem Thema beschäftigt, um die Hauptschule jetzt abzuschaffen, aber wir kennen auch die Probleme wie der Rückgang ihrer Schülerzahlen und gestiegene Ausbildungsanforderungen“, sagte die schulpolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Birgit Arnold, in der Debatte zum Ausbau der Werkrealschulen Stellung.

Diese Probleme würden von außen aus der Gesellschaft an die Hauptschule herangetragen. So wie sich die Gesellschaft verändere, müsse sich auch die Bildungslandschaft und mit ihr die Hauptschule ein Stück weit verändern, so Arnold. Deshalb habe die FDP an Dreikönig 2008 in ihrem Hauptschulantrag beschlossen, dass es in der globalisierten und hoch technisierten Wissensgesellschaft von heute vor allem darum gehe, methodisch unterschiedliche Lernwege zu eröffnen, die jedem Schüler vielfältige Lern- und Leistungschancen bieten, ohne ihn damit schon auf bestimmte Berufslaufbahnen festzulegen. Deshalb fordere dieser Antrag auch für Hauptschüler die Erstellung von individuellen Entwicklungsplänen und einen besseren Zugang zum Werkrealschulabschluss, um möglichst vielen diesen mittleren Abschluss zu ermöglichen.„All das ist schon längst Beschlusslage der FDP und wird jetzt umgesetzt“, so Arnold. „Jetzt haben wir endlich die Mittel, unsere Vorstellung von der Hauptschule der Zukunft zu verwirklichen – einer Schule, die alle Schüler individuell fördert und die Lernwege zum Haupt- bzw. Werkrealschulabschluss so lange wie möglich offenhält.“Durch die vorgesehene Auflösung von Praxis- bzw. Werkrealschulzug erhielten die zukünftigen Werkrealschulen einen Zehnstundenpool zur individuellen Vorbereitung der Schüler auf den jeweiligen Abschluss. „Einen ähnlichen Stundenpool wünschen wir uns aber auch ab Klasse 5, um von Anfang an einen möglichen Werkrealschulabschluss vorzubereiten.“ Verständnis zeigt Arnold für die Verunsicherung bei Kommunen und Schulen, wie es jetzt mit den einzügigen Hauptschulen weitergehe. „Wir fordern, dass stabil einzügige Hauptschulen zum Beispiel zusammen mit anderen Hauptschulen auch in Zukunft einen Werkrealschulabschluss anbieten können. Hier ist Flexibilität dringend nötig, damit wir möglichst viele Hauptschulstandorte erhalten können.“Außerdem, so die Forderung der liberalen Schulpolitikerin, solle das Kultusministeri-um bei aller nötigen Sorgfalt das neue Werkrealschulkonzept so zügig wie möglich erarbeiten, möglichst noch vor der Kommunalwahl. „Dann können wir im Wahlkampf die Menschen an der Basis davon überzeugen, dass es nicht um die Abschaffung der Hauptschule, sondern um ihre Weiterentwicklung geht, damit ihre Kinder und Enkelkinder fit für die Zukunft sind.“ „Und dann“, betont Arnold abschließend, „muss Schluss sein mit den Reformen. Die Schulen wollen nur noch eins – endlich wieder in Ruhe arbeiten.“

Wissen schafft Zukunft – Höchste Studienanfängerzahl seit Beginn der Statistik – Der hochschulpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dietmar Bachmann, sagte in einer Landtagsdebatte mit dem Titel „Studierenden-Rekord in Baden-Württemberg –Erfolgreiche Hochschulpolitik für Europas Innovationsregion Nummer eins“ unter anderem:

„Eine alte, chinesische Weisheit besagt: ‚Wissen schafft Zukunft.’ Was für China gilt, gilt für Baden-Württemberg erst recht. Der einzige Rohstoff in unserem Land ist das Wissen in den Köpfen der Menschen. Dieser Edelstein in den Köpfen ist denn auch der einzige Rohstoff im Schwabenland, wenn man von Sand und Steinen einmal absieht. Baden-Württemberg hat schon immer von seinen Tüftlern und Bastlern, seinen Dichtern und Denkern gelebt. Was wäre die Dichtkunst ohne Schiller, die Physik ohne Einstein und die Ingenieurwissenschaften ohne Daimler, Benz und Bosch. Bei dem Anteil der Forschungsausgaben am Bruttosozialprodukt und den Patentanmeldungen liegen wir ganz vorn und bei der Arbeitslosigkeit ganz hinten. Die Zahlen bei uns im Lande geben den Chinesen Recht: Wissen schafft Zukunft.Und Wissen schafft die Wissenschaft. Dank der Exzellenzinitiative wissen wir, dass unsere Universitäten in der ersten Liga Tabellenführer sind. Mit der Dualen Hochschule setzen wir europaweit Akzente. Und auch unsere Hochschulen genießen europa- und weltweit hohe Anerkennung. Haben doch viele von ihnen Kooperationen mit namhaften Universitäten in anderen Ländern.Allein die Qualität unserer Wissenschaft wird unsere Zukunft aber nicht sichern. Wir können unser Wohlstandsniveau nur sichern, wenn auch die Quantität stimmt. Unsere hoch spezialisierten Betriebe benötigen exzellente Fachleute. Und deshalb haben wir uns in Baden-Württemberg mit dem Hochschulpakt 2020, dem Ausbauprogramm des Bundes, nicht zufrieden gegeben. Schon lange vor dem Bund haben wir unser eigenes Hochschulprogramm „Hochschule 2012“ auf den Weg gebracht. Die Mittel pro Studienplatz betragen in unserem Landesprogramm ein Vielfaches des Bundesprogramms. Wir können und dürfen uns nicht mit Billigstudienplätzen an Massenuniversitäten zufrieden geben. Wir setzen bewusst auf die teuren Studienplätze in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, damit unsere Hochtechnologiewirtschaft mit Arbeitsplätzen versorgt bleibt. Wir vernachlässigen dabei aber durchaus auch nicht die Zukunftsthemen in den Geisteswissenschaften – im Land der Dichter und Denker eine Selbstverständlichkeit.Wenn ein Land an der Spitze bleiben will, wenn Universitäten ganz vorn dabei sein sollen, muss man ihnen auch die Möglichkeit geben, neue Schwerpunkte zu setzen und Anpassungsprozesse durchzuführen. Vorübergehende Einbrüche bei der Zahl der Studienanfänger, wie wir sie vor der Sommerpause diskutiert haben, müssen natürlich ernst genommen werden. Auch wir haben damals darauf hingewiesen, dass wir dies auf Dauer nicht hinnehmen können. Prof. Dr. Frankenberg hat seitdem mit Hilfe seines Ministeriums durch sanfte Überzeugungsarbeit die Hochschulen im Land auch in der Quantität an eine neue Spitze geführt. Wir haben die höchste Studienan-fängerzahl seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen. Die FDP / DVP – Landtags-fraktion gratuliert dem Wissenschaftsminister zu diesem großartigen Erfolg.Unsere Wissenschaft liegt in Qualität und Quantität ganz vorn. Die Chinesen sagen: ‚Wissen schafft Zukunft.’ Wir sagen klipp und klar: Baden-Württemberg hat Zukunft. Denn wir sichern die Zukunft – wir, die Koalition in den Landesfarben schwarz-gelb.

Mittel aus Studiengebühren müssen in Gänze der Lehre zur Verfügung stehen – Der hochschulpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dietmar Bachmann, sagte in der Landtagsdebatte über „Zweites Gesetz zur Umsetzung der Föderalismusreform im Hochschulbereich (ZHFRUG)“ unter anderem:„Meine Rede aus Anlass der Einbringung dieses Gesetzes hatte ich mit einem Appell beendet: „Lassen Sie uns bei allen Optimierungsversuchen das Ziel im Auge behalten: Das Gesetz muss zum 1. Januar in Kraft treten. Zum einen, damit die Studierenden, die Betriebe und die Hochschullehrer eine verlässliche Grundlage für ihre Arbeit haben. Zum anderen, damit die Duale Hochschule die Mittel aus dem Hochschulpakt 2020 erhält.“ Heute werden wir dieses Ziel erreichen. Das Gesetz wird rechtzeitig in Kraft treten. Vor dem „InKrafttreten“ stand eine Kraftanstrengung. Gemeinsam haben wir – Regierungsfraktionen und Opposition – das Gesetz im Wissenschaftsausschuss ebenso zügig wie sorgfältig beraten. Für die FDP / DVP-Fraktion hatte ich in der ersten Lesung in drei Bereichen Anregungen gegeben. Wir haben diese Bereiche in großem Einvernehmen nochmals angeschaut.

Erstens, beim Thema Zentralisierung stand für uns die Frage im Vordergrund, wo über neue Studiengänge entschieden wird. Der Minister hat uns versichert, dass – wie von uns gewünscht – darüber nicht ohne die Studienakademie vor Ort entschieden werden soll. Es sei im Gesetz angelegt, dass die Initiative aus der Studienakademie vor Ort der Regelfall und eine Anregung aus der Zentrale die absolute Ausnahme sei.Zweitens, die von uns gewünschte Pflicht des Senats, die von seinen Entscheidungen betroffenen Betriebe auf deren Wunsch vorher anzuhören, haben wir durch einen einstimmig vom Ausschuss beschlossenen Antrag im Gesetz verankert. Die Betroffenen werden uns danken. Freuen würde ich mich – drittens -, wenn Sie auch unserem gemeinsamen Antrag zu einem Detail der nachlaufenden Studiengebühren Ihre Zustimmung geben könnten. Konkret geht es um die Frage, wie die im Gesetz vorgesehene Deckelung des Zinssatzes für Studiengebührendarlehen auf 5,5 Prozent finanziert wird. Unser Ziel ist es, dass die Mittel aus Studiengebühren in vollem Umfang zusätzlich für die Lehre zur Verfügung stehen. Dem widerspricht die Finanzierung dieser Deckelung aus dem von den Hochschulen gespeisten Studienfonds. Wir plädieren für eine Finanzierung aus anderen Mitteln. In welchem Umfang und aus welcher Quelle wir Mittel zu diesem Zweck einsetzen können, bedarf sorgfältiger Prüfung. Für heute genügt es, dass wir mit dem Wort „vorrangig“ die Festlegung auf die Finanzierung aus dem Studienfonds streichen und die Option auf eine Finanzierung auch aus an-deren Quellen eröffnen.Damit bin ich beim Thema Studiengebühren. Die FDP/DVP-Fraktion hat Studiengebühren von Anfang an immer nur als nachlaufende Studiengebühren für richtig erachtet. Das Einkommen der Eltern darf keine Rolle spielen. Wie die Lebenshaltungskosten durch das BaföG sollen die Studiengebühren durch den entsprechenden Kredit vorfinanziert werden. Die Rückzahlung erfolgt erst und nur dann, wenn sich das Studium in Form von Einkommen tatsächlich auszahlt. Dann kann man mit Fug und Recht verlangen, dass die Betroffenen einen kleinen Teil der Kosten ihres Studiums selbst tragen. Den Rest erhalten sie nach wie vor als Geschenk vom Steuerzahler.Und Steuerzahler sind eben auch die Kassiererin im Supermarkt und der Straßenbauarbeiter, der bei Frost defekte Wasserleitungen freilegt. Erklären Sie diesen Menschen mal, warum sie das Studium der Investmentbanker mitfinanzieren sollen.Oder gehen Sie doch zu den Kurzarbeitern beim Daimler. Erklären Sie dort, dass der arme bedürftige, ehemalige Student der Finanzwissenschaften, der mit dem Verkauf von Lehmann-Anleihen Millionen verdient hat, die Solidarität der Arbeiter und Bauern verdient, deren Geld er verzockt hat. Diese eine Streitfrage soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir die Duale Hochschule in einem großen, überparteilichen Konsens aus der Taufe heben. Dieser Konsens kennzeichnet unsere Wissenschaftspolitik und er zeigt, wie hervorragend die Arbeit von Prof. Frankenberg und seinem Ministerium ist. Sie zeigt aber auch, wie gut es für unser Land ist, von einer Koalition in seinen Landesfarben schwarz-gelb regiert zu werden.“

Über 70 Prozent der Bewohner des Landes leben auf dem Land – In einer Landtagsdebatte über die „Stärkung des ländlichen Raums in Baden-Württemberg“ sagte der agrarpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion Dr. Friedrich Bullinger:„Das Land Baden-Württemberg ist das wirtschaftlich erfolgreichste Land in Deutsch-land. Wir sind deshalb auch so erfolgreich, weil wir eine Struktur haben, eine Struktur im Bereich der Bildung, der Wirtschaft, der Forschung, aber auch in der Land- und Forstwirtschaft, die seinesgleichen sucht. Wer dies nicht wahrhaben will, der möge sich doch mal in der Rhön, in Nordhessen, im Bayerischen Wald, an der belgischen Grenze in einem der neuen Bundesländern oder dort umsehen, wo jahrzehntelang Sozialdemokraten regierten.

Politik für ländliche Räume ist mehr als Agrar-, Bauern-, Landschafts- und Natur-schutzpolitik. Nein, das ist Politik für die Menschen in diesen ländlichen Räumen. Über 70 Prozent der Bevölkerung leben im weitesten Sinne in ländlichen Räumen. Also ist Förderung des ländlichen Raumes mehr. Es ist Struktur-, Wirtschafts-, Mit-telstands-, Bildungs- aber auch Verkehrspolitik. Für unseren Standort Baden-Württemberg wird neben Bildungs- und Forschungspolitik vor allem die Verkehrsinf-rastrukturpolitik, aber auch die Bereitstellung von modernem zukunftsorientiertem und bezahlbarem Wohnraum mit entscheidend sein, wie attraktiv wir als Standort bleiben. Wir haben noch starke ländliche Regionen, dort, wo andere Bundesländer 10,15, 20 Prozent Arbeitslosigkeit beklagen, wo Bevölkerungsrückgang und Landflucht stattfin-den. Wir haben in Baden-Württemberg mit die niedrigsten Arbeitslosenzahlen und das größte Wirtschaftswachstum in ländlichen Regionen, wie z.B. in Oberschwaben (Biberach, Ravensburg), am Bodenseesee (Friedrichshafen, Konstanz), aber auch am Oberrhein (Lörrach, Rheinfelden) oder in Heilbronn-Hohenlohe, Franken. Ein Indikator für die Attraktivität des ländlichen Raums ist die Bevölkerungsentwick-lung. Während früher von Landflucht gesprochen wurde und ländliche Räume und Ballungsgebiete durchaus unterschiedlich bewertet wurden, können wir heute mit Stolz sagen, dass diese Unterschiede so nicht mehr bestehen. Die ländlichen Räume haben ein eigenes Selbstbewusstsein entwickelt. Die Menschen im ländlichen Raum wissen, wie lebenswert ihre Heimat ist. Gleichwohl ist diese Lebensqualität im ländlichen Raum nicht umsonst zu haben. Die Unterstützung des Landes, des Bundes, aber auch der EU war und ist notwen-dig, um strukturelle Nachteile auszugleichen. Dies gilt vor allem für landschaftlich benachteiligte Gebiete, insbesondere im Bereich der Landwirtschaft. Auch wenn die Zahl der Landwirte seit Jahren rückläufig ist, wollen wir die ländlichen Räume weiter wirtschaftlich stärken, dies auch im Hinblick auf den fortschreitenden Strukturwandel in der Landwirtschaft und dem demographischen Wandel. Nun zur aktuellen Lage in der Landwirtschaft: Unsere landwirtschaftlichen Betriebe, egal ob im Haupt-, Zu- oder Nebenerwerb brauchen Rahmenbedingungen, um sich zu halten und sich weiter entwickeln zu können. Sie brauchen Einkommen und Ge-winne. Fakt ist, wir sind am Markt angekommen. Wir haben einen Wandel der Ag-rarmärkte, wir haben einen Paradigmenwechsel der Agrarpolitik ab 2015 und die Landwirtschaft wird auch weiterhin bezogen auf die Kosten eines Arbeits-platzes, sehr kapital- und energieintensiv bleiben. Aktuelle Überschriften lauten: „Bauern im Südwesten verzeichnen Einkommensplus von gut 22 Prozent, trotzdem hängt die rote Laterne bei den baden-württembergischen Landwirten.“ „Milchbauern befürchten Pleitewellen.“ „Bauern ver-hagelt es die Stimmung, Verbraucher sparen bei Nahrung.“ „Teure Milchprodukte führen zu Konsumverzicht.“ „Spürbarer Konsumverzicht bei Joghurt, Butter und Milchgetränken im ersten Halbjahr bis 8 % , Minus beim Käseabsatz um 7,7% und bei der Konsummilch um 13,7%.“ Baden-Württembergs Landwirte erzielten ein Ein-kommen von 34.748 Euro je Betrieb, wobei der Bundesdurchschnitt bei 47.991 Euro liegt. Obwohl die Einkommen gestiegen sind, liegen sie weiterhin 10 Prozent unter dem gewerblichen Durchschnittslohn.Der lokale Arbeitsmarkt und die hohe Kaufkraft der Baden-Württemberger bieten je-doch weiter beste Chancen für unsere Bauern. Trotzdem gilt es den Spagat zu meis-tern, z.B. bei der Talfahrt des Milchpreises in Richtung 30 Cent. Mit der Kostenstruk-tur kann kaum einer zu diesem Preis produzieren. Der Weizenpreis fiel von 28 Euro pro Doppelzentner im März dieses Jahres auf derzeit 15 Euro. Die Ferkelerzeuger leiden seit mehr als eineinhalb Jahren unter Dumpingpreisen, verursacht durch hohe Kapazitäten in Holland und Dänemark. Wir müssen uns ernstlich fragen, ob der Spielraum, den das Land und der Bund haben, nicht stärker auf die wirklich benach-teiligten Gebiete fokussiert werden muss. Ein wichtiges Förderinstrument für den ländlichen Raum ist die städtebauliche Er-neuerung, die über das Wirtschaftsministerium gefördert wird. Wir haben einen enormen Investitionsstau bei der energetischen und funktionalen Erneuerung des Wohnungsbestandes. Nicht nur Stadtumbau Ost sollte der Bundeswohnungsminister Tiefensee im Auge haben, sondern auch den Investitionsstau West im Wohnungsbau und bei der Verkehrsinfrastruktur. Es ist höchste Zeit, dass von Berlin endlich die al-ten Bundesländer wieder besser berücksichtigt werden.50 % der Städtebaumittel im Land fließen in den ländlichen Raum. Vor allem für die Mittel- und Unterzentren des ländlichen Raumes, aber auch für kleinere Gemeinden sind diese Mittel von herausragender Bedeutung. Als Ministerialdirektor im Wirt-schaftsministerium habe ich immer darauf geachtet, dass die Städtebauförderung auch Dorferhaltungs- und Dorfrevitalisierungsmaßnahmen beinhalten. Diese Linie von Wirtschaftsminister Pfister ist in Deutschland wegweisend in der Städtebauförde-rung.Erst gestern konnte ich mit dem Kollegen Jochen Kübler als sehr positives Beispiel der Förderung durch Städtebau und ELR im nordöstlichsten Zipfel des Landes bei der Stadt Schrozberg kurz vor Rothenburg ob der Tauber, zusammen mit dem Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Richard Drautz, in Augenschein nehmen, wie segensreich die Förderpolitik des Landes wirkt. Die die Regierung tragenden Fraktionen werden daher die Mittel für das ELR-Programm und den Städtebau nicht kürzen, sondern – so hoffe ich – um jeweils mindestens zehn Millionen Euro erhö-hen.Die Landschaft alleine reicht nicht aus, um den ländlichen Raum attraktiv zu gestal-ten. Die Möglichkeit der Bewohner, Einkommen zu erzielen, ist Grundvoraussetzung dafür, dass die Menschen vor Ort wohnen bleiben können. Mit anderen Worten: der ländliche Raum braucht attraktive Arbeitsplätze, aber auch Ausbildungs- und Stu-dienplätze. Die jungen Menschen müssen gar nicht erst weit weg zum Studieren, sondern haben die Möglichkeit ortsnah sich wissenschaftlich zu qualifizieren, was nicht heißt, dass sie nicht einmal ein Jahr ins Ausland sollten. Wir wollen, dass Unternehmen im ländlichen Raum investieren und neue Arbeitsplät-ze schaffen. Hier geht es vor allem um Arbeitsplätze in kleinen und mittelständischen Unternehmen, die wir besonders unterstützen sollten. Wir brauchen dazu jedoch eine andere Steuer- und Abgabenpolitik und weniger Bürokratie, aber auch ein anderes Erbrecht als das, was derzeit in Berlin ausgehandelt wurde. Dieser Entwurf führt da-zu, dass uns die Mitte und der Mittelstand, also unser Rückgrat der Wirtschaft zur Fortführung einer sozial ökologisch orientierten Marktwirtschaft, wegbrechen. Wir müssen auch weiterhin die Unternehmen in Gastronomie und im Bäderbereich unterstützen, denn wir sind Bäderland Nr. 1 und Tourismusland Nr. 2 in Deutschland. Das Sonderprogramm Tourismus des Wirtschaftsministeriums gilt es fortzuführen.Die FDP-Landtagsfraktion unterstützt das neue Tourismus- und Bäderkonzept der Landesregierung. Das gemeinsame Vorgehen vom Ministerium für Ländlichen Raum und Wirtschaftsministerium ist Ausdruck dafür, dass die Tourismuspolitik im Land einerseits gut abgestimmt ist und gleichzeitig die regionalen Besonderheiten berück-sichtigt werden. Die flächendeckende Versorgung des ländlichen Raums mit Breitbandkabelan-schlüssen ist eine weitere Voraussetzung für dessen wirtschaftliche Entwicklung. Wir brauchen das schnelle Internet fürs Dorf. Die FDP-Landtagsfraktion unterstützt des-halb nachdrücklich die Maßnahmen der Landesregierung im Rahmen des Entwick-lungsprogramms Ländlichen Raums (ELR). Hierfür stehen für die Jahre 2008 und 2009 jeweils zehn Millionen Euro zur Verfügung. Wir haben damit das mickrige Bun-desprogramm, das für Baden-Württemberg den Betrag von einer Million Euro jährlich vorsieht, bei weitem übertroffen.Die Liste der Fördermaßnahmen lässt sich fortführen: Mit der Initiative „Existenz-gründungen und Unternehmensnachfolge“ nehmen wir innerhalb Europas einen Spitzenplatz ein. Dies wurde im Dezember 2006 deutlich, als die EU das Informati-onszentrum für Existenzgründungen und Betriebsübernahmen (ifex) des ehemaligen Landesgewerbeamtes unter 400 regionalen Gründungsinitiativen in Europa mit dem European Entreprise Award auszeichnete.“

Höherer Beitrag, weniger Leistung, mehr Zuzahlung – „Der Gesundheitsfonds, der am 1. Januar 2009 in Kraft zu eingeführt wird, trifft das baden-württembergische Gesundheitswesen ins Mark“, sagte der Fraktionsvorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfarktion, Dr. Ulrich Noll, anlässlich der von seiner Fraktion beantragten aktuellen Landtagsdebatte „Folgen der Gesundheitsreform für Baden-Württemberg“.

Gesundheitsreform sei einerseits grundsätzlich abzulehnen, da sie keines der angestrebten Ziele erreiche. Die Finanzbasis werde auf keine nachhaltige Grundlage gestellt. Die letzten Wettbewerbselemente des Gesundheitswesens würden zugunsten einer Staatsmedizin aufgegeben. Die Regulierungsdichte werde noch erhöht. „Der Fonds soll nach meinen Informationen mindestens doppelt so viel Bürokratie und damit Kosten verursachen wie das bisherige System, was einen Sprung von 1,3 Milliarden auf 2,5 Milliarden Euro bedeuten würde. Dieses Geld wird in der Patientenversorgung fehlen“, sagte Noll„Konkret für Baden-Württemberg ist aber besonders dramatisch, dass die schon vorhande-nen Ausgleichsmaßnahmen nun auf die Spitze getrieben werden“, so Noll. Trotz einer Kon-vergenzklausel, die eine übermäßige Belastung der einzelnen Bundesländer verhindern sollte, werde sich der Mittelabfluss in wenigen Jahren auf jährlich 380 Mill. Euro erhöhen. Bisher seien bereits ca. 900 Mill. Euro über den Risikostrukturausgleich der Krankenkassen in andere Bundesländer abgeflossen. Dies entspricht ungefähr dem Betrag, den Baden-Württemberg in den letzten Jahren jährlich in die Krankenhausinvestitionsförderung investiert hat. Mit dem Gesundheitsfonds wird auch die Vergütung ambulanter Leistungen neu geregelt. 3 Milliarden Euro mehr wurden für den Bereich zur Verfügung gestellt. Während aber z. B. in Thüringen der Zuwachs für die ambulante Medizin 24, 6 Prozent entspricht, kommen von dem Geld in Baden-Württemberg nur 2, 5 Prozent an. Wenn man die Kostensteigerungen daneben hält, entspricht dies unter dem Schnitt für den ambulanten Bereich einem Realverlust. Bereits im Jahre 2006 bezifferte das Finanzministerium Baden-Württemberg den jährlichen Verlust Baden-Württembergs durch die Summe aller Ausgleichszahlungen an andere Bun-desländer und unterproportionale Zuweisungen von Seiten des Bundes auf ca. 22 Milliarden Euro. „Die Liberalen stehen zu einer gesamtgesellschaftlichen Solidarität, aber irgendwann ist auch eine Grenze erreicht. Ich würde mich freuen, wenn der Schwerpunkt der Gesundheitsreform auf einer möglichst qualitativ hohen Gesundheitsversorgung für möglichst viele Menschen gelegen hätte und nicht die Gleichheit der Versorgung für alle gesetzlich Versicherten die oberste Maxime gewesen wäre“, sagte Noll.„In den bundesweit vorbildlichen medizinischen Versorgungsstrukturen in Baden-Württemberg wird der gravierende Mittelabfluss deutliche Spuren hinterlassen“, so Noll. Noch hätten die Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs die höchste Lebenserwartung und durchschnittlich die beste Gesundheit. Er hoffe, dass sich diese Zahlen als Folge der Gesundheitsreform in den nächsten Jahren nicht dem bundesdeutschen Durchschnitt angleichen werden. Durch den politisch festgelegten Einheitskassensatz von 15,5 % werden die allermeisten Baden-Württemberger deutlich mehr belasten. „Bei einer alternden Gesellschaft und einem rasanten medizinischen Fortschritt, wäre es unredlich zu behaupten, dass unser Gesund-heitswesen in Zukunft billiger würde“, so Noll. „Wenn uns das Sozialministerium in einer Großen Anfrage der FDP/DVP-Landtagsfraktion mit dem Titel „Die Folgen der Gesundheits-reform auf Baden-Württemberg“ (Drs. Nr. 14/3262) vorrechnet, dass auf die baden-württembergischen Arbeitgeber durch die Gesundheitsfonds Mehrkosten von etwa 280 Mill. Euro zukommen und sich damit Arbeit bei uns verteuert, zeigt dies, dass die Gesundheitsreform die strukturellen Fehler unseres Gesundheitswesens weiter verstärkt. Nachhaltige generationengerechte Sozialsysteme werden wir nur erreichen, wenn diese von den Kosten der Arbeit getrennt werden und mehr eigene Verantwortung den Bürgern überlassen werde. Leider fehlt der sogenannten Großen Koalition dazu der Mut“, sagte Noll. Die geplante Einführung des so genannten Gesundheitsfonds komme einer „sozialistischen Einheitskasse und Staatsmedizin“ gleich. Durch staatlich festgelegte Einheitsbeiträge werde den Krankenkassen das letzte Stück Freiheit geraubt, das es im Gesundheitswesen noch gebe. Bis jetzt seien die Krankenkassen über ihre Selbstverwaltung noch berechtigt gewesen, Haushalte aufzustellen und im Rahmen gesetzlicher Vorgaben Beiträge festzulegen. Durch planwirtschaftliche Kollektivregelungen seien die Probleme nicht in den Griff zu be-kommen. „Wir müssen auf dem Weg umkehren und mehr Verantwortung denen geben, um die es uns geht: Patienten und ihren Ärzten, Versicherten und deren Versicherungsunternehmen“ sagte Noll. „Wenn wir den Krankenkassen die Chance nehmen, bei gutem Wirtschaften, qualitätsvollen Strukturen und Investitionen in Prävention, einen niedrigeren Beitragssatz festzulegen, wo soll da noch Wettbewerb sein?“ Die so genannte Große Koalition treibe Ärzte und Krankenhäuser mit ihrer Reform weiter in die Ethikfalle. Einerseits solle der Arzt sich alleine auf das Patientenwohlkonzentrieren, an-dererseits müsse er stets ein gedeckeltes Budget im Auge haben. „Wir alle wissen, dass selbst das bestorganisierte Gesundheitswesen nicht alles Wünschenswerte wird finanzieren können“, bedauert Noll. „Leider hat sich die Bundesregierung bisher vor der Beantwortung der Frage gedrückt, welche Leistungen auf Dauer überhaupt noch solidarisch finanziert wer-den können und schiebt die Entscheidung, wer welche Leistung erhält, den einzelnen Ärzten zu. Es ist unredliche Politik, allen alles zu versprechen, die notwendigen Finanzierung aber nicht zu gewährleisten und damit eine schleichende Rationalisierung von Leistungen in Kauf zu nehmen“, so Noll. Auf Druck der FDP/DVP-Landtagsfraktion hatte Baden-Württemberg der Gesundheitsreform der so genannten Großen Koalition im Bundesrat nicht zugestimmt.

Früherer FDP-Bundesvorsitzender hat mehr als 40 Jahre Geschichte der FDP mit gestaltet – Der Bundestagsabgeordnete und frühere Bundesvorsitzende der FDP, Dr. Wolfgang Gerhardt, ist der diesjährige Träger der Reinhold-Maier-Medaille. Bei einem Festakt im Neuen Schloss in Stuttgart würdigten der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion Dr. Ulrich Noll, die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger und der Justizminister und stellvertretende Ministerpräsident Prof. Dr. Ulrich Goll Wolfgang Gerhardt als eine Person, die mehr als 40 Jahre die Geschichte der FDP mit gestaltet habe. Die FDP Baden-Württembergs, die FDP/DVP-Landtagsfraktion und die Reinhold-Maier-Stiftung verleihen jedes Jahr die Reinhold-Maier-Medaille an Persönlichkeiten, die in besonderer Weise dem Liberalismus verpflichtet sind.

In seiner Laudatio skizzierte Ulrich Noll den politischen Werdegang Gerhardts als hessischer Landtagsabgeordneter, Fraktionsvorsitzender, FDP-Landesvorsitzender, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, stellvertretender Ministerpräsident, FDP-Bundestagsabgeordneter, FDP-Bundesvorsitzender, Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Ulrich Noll: „Sie sind ein Politiker, der für Freiheit und Fairness steht, über einen inneren Kompass verfügt, der ihn befähigt, Politik über Legislaturperioden hinweg zu analysieren, entwerfen, gestalten und umzusetzen. Sie haben sich Offenheit bewahrt für Korrekturen und Veränderungen in der praktischen Politik, gleichwohl haben Sie die großen Linien eines liberalen Politikansatzes bewahrt und weiterentwickelt. Die Südwest-Liberalen haben Sie besonders in ihr Herz geschlossen, so wie es jedes Jahr auf dem FDP-Dreikönigs-Treffen in der Stuttgarter Oper zum Ausdruck kommt. Sie sind jemand, der nicht auf die billige Pointe zielt, sondern grundsätzlich und mit Überzeugungskraft formuliert.“ Wolfgang Gerhard steht nach den Worten von Noll bei den FDP-Mitgliedern in allerhöchstem Ansehen, weil er ein leidenschaftlicher Verfechter des liberalen Anliegens sei: Liberaler Rechtsstaat und Gewährleistung der Bürgerrechte, Bildung als Bürgerrecht, Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit, freiheitliche Wirtschaftsordnung. Dies zusammen sei alles „eine Freiheit“. Birgit Homburger nannte den diesjährigen Träger der Reinhold-Maier-Medaille einen „wahren Freiheitskämpfer, der uns zeigt, dass Marktwirtschaft und Sozialstaat, Eigentum und Gemeinwohl, Freiheit und Sicherheit keine Gegensätze sind, sondern sich ergänzen können und sollen.“ Wolfgang Gerhardt zeichne aus, dass er „nicht nur mit klaren politische Analysen beeindruckt, sondern Lösungen aufzeigt und damit den Bürgerinnen und Bürgern liberale Angebote macht“.Prof. Dr. Ulrich Goll, sagte als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Reinhold-Maier-Stiftung: „Wolfgang Gerhardt besitzt Bodenständigkeit und Standhaftigkeit, Ausdauer und Langmut, Urteilskraft und Gewissensbildung. Er schreckt nicht vor unbequemen Wahrheiten zurück und formuliert Kritik auch gegen Widerstände. Die Veranstaltungen der Friedrich-Naumann-Stiftung fördern die Fähigkeit junger Menschen, sich in der Diskussion und dem Diskurs mit anderen eine eigene Meinung zu bilden. Diese Fähigkeit ist unerlässlich, um fremder Meinungsführerschaft zu widerstehen und um sich zu mündigen Staatsbürgern zu entwickeln.“ Wolfgang Gerhardt sagte in seiner Replik mit dem Titel „Auf Kurs bleiben“, dass der Namensgeber der Reinhold-Maier-Medaille unter großen Anstrengungen einen Beitrag für „unser Land“ geleistet habe, um es aus der größten Katastrophe seiner Geschichte heraus zu bringen und ihm eine Zukunft zu ermöglichen. „Seine persönliche Ausprägung hat zugleich auch seine Identität bestimmt. Beheimatet im südwestdeutschen Liberalismus, einer kulturellen Ausprägung von Politik, die mir sehr behagt und der ich mich angehörig fühle. In seinem Geist, mit neuer Kraft, bei neuen Aufgaben sollten wir arbeiten.“ In Deutschland habe sich inzwischen eine übermächtige Kultur der Staatsorientierung entwickelt. „Das Kollektiv wird bevorzugt, viele Entscheidungen von Einzelnen – das Geheimnis des Erfolgs marktwirtschaftlicher Ordnungen, das Ludwig Erhardt so unermüdlich den Deutschen vermitteln wollte – hat nie wirklich tiefen kulturellen Boden gewonnen.“

FDP/DVP-Fraktion hat sich frühzeitig für Sprachförderung von Kindern eingesetzt – „Die Frage nach Herkunft und Wurzeln darf in Baden-Württemberg nicht zur entscheidenden Frage über uneingeschränkte Teilhabe in unserer Gesellschaft werden“, sagte der Fraktionsvorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, zu den Feststellungen des Statistischen Landesamts, wonach immer mehr Menschen im Südwesten ausländische Wurzeln haben.

Deshalb habe die FDP/DVP-Landtagsfraktion dafür gekämpft, dass alle Kinder in Zukunft frühzeitig auf ihre Sprachfähigkeit hin untersucht und im Bedarfsfall gefördert werden. „Das Beherrschen der deutschen Sprache ist der Schlüssel zur Integration“, so Noll. Kein Kind dürfe aufgrund der Herkunft seiner Eltern ohne Chance bleiben. „Das ist in unser aller Interesse. Aufgrund der geringen Geburtenrate schrumpft die Bevölkerung in Deutschland. Jeder der bereit ist, sich bei uns zu integrieren und unser Land zu bereichern, sollte uns schon deshalb willkommen sein.“

Land plant Investitionsprogramm in Höhe 2,5 Milliarden Euro – „Ein Investitionsprogramm der Landesregierung in Höhe von 2,5 Milliarden Euro zur energe-tischen Sanierung und zum Einsatz erneuerbarer Energien bei den Landesliegenschaften wird nächste Woche dem Landeskabinett vorgelegt werden“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, heute in Stuttgart. „Damit setzt die Landesregierung die letzte Bedingung um, die die FDP zur Voraussetzung ihrer Zustimmung zum Wärmegesetz gemacht hatte.“ Nach Umsetzung des Konzeptes können das Land jährlich rund 90 Millionen Euro Energiekosten sparen.

Fast 80 Prozent der landeseigenen Gebäude wurden vor Inkrafttreten der ersten Wärme-schutzverordnung im Jahre 1978 errichtet. Die Nutzung landeseigener Gebäude verursacht gegenwärtig ca. 460.000 Tonne CO2-Emmissionen pro Jahr. Nach einer Umsetzung der wirtschaftlichen Einsparpotentiale scheint eine Senkung der CO2-Emissionen um 43 Prozent möglich. In der ersten Lesung des Wärmegesetzes am 11. Oktober 2007 hatte Rülke noch einmal den Verhandlungsstand dargestellt: „Als letzter, aber wichtiger Punkt ist die Forderung unserer Umweltpolitiker zu nennen, für die die gesamte FDP/DVP-Landtagsfraktion steht: Wenn wir überzeugt sind, dass der Einsatz von regenerativen Energien vom Bürger verlangt werden kann, ist die logische Konsequenz, dass sich auch das Land im Bereich seiner Immobilien anschließt, und zwar aller Immobilien. Deshalb fordert die FDP/DVP-Landtagsfraktion die Landesregierung auf, neben Wohngebäuden auch Dienstgebäude im Landeseigentum zügig in den Geltungsbereich des vorliegenden Wärme-Gesetzes einzubeziehen.“

FDP/DVP-Fraktion fordert liberale Schwerpunkte bei Qualitätsoffensive Bildung ein – „Wir müssen die Qualitätsoffensive Bildung nutzen, um die baden-württembergischen Schulen für Freiheit und Eigenverantwortung fit zu machen.“ Dies sagten der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, und die schulpolitische Sprecherin Dr. Birgit Arnold, bei einer Landespressekonferenz in Stuttgart. „Als die Landesregierung im Juli dieses Jahres 528 Millionen Euro einplante, war das zunächst eine quantitative Maßnahme. Im Bildungswesen kommt es aber entscheidend darauf an, dass die Investitionen an der richtigen Stelle eingesetzt werden, damit eine Quali-tätssteigerung erzielt wird.

Viel Gutes ist bislang auf den Weg gebracht worden, darunter die Förderung von Einrichtungen zur Ganztagesbetreuung und Qualifikationsprogramm für zukünftiges Schulleitungspersonal sowie Deputatsnachlässe für Schulleiter. Einige Initiativen von zentraler Bedeutung stehen aber noch bevor, und hier gilt es die richtigen Weichenstellungen vorzunehmen“, so Ulrich Noll.Birgit Arnold sagte: „Wenn die Schulen in den nächsten Jahren eine nachhaltige Personalentwicklung vornehmen sollen, müssen wir ihnen auch Personalverantwortung übertragen. Deshalb hat sich die FDP/DVP-Fraktion nicht nur wie im Koalitionsvertrag festgelegt für die Ausweitung der so genannten schulscharfen Stellen eingesetzt, sondern auch für Personalkostenbudgets im Rahmen der Qualitätsof-fensive Bildung. Die Schulen erhalten nun das Recht, Geld statt Stellen zu wählen. Dadurch können sie auf ortsspezifische Bedürfnisse eingehen oder besondere inhaltliche Schwerpunkte setzen.“ So könnten beispielsweise Fachkräfte für zusätzliche Förderkurse eingestellt oder ein Theaterpädagoge beschäftigt werden, wo dies vor Ort gewünscht werde. Der Weg der Budgetierung sei der Weg der Zukunft. „Die Qualitätsoffensive sieht keine Beschränkung der Umwandlung von Stellen in Mittel vor“, betonte Arnold. „In den nächsten Jahren könnten die Budgets für die Schulen auch ein Instrument sein, um zu erwartende personelle Engpässe zu überbrücken.“ Durch die Beschlüsse zur Senkung des Klassenteilers stehen allein im Gymnasialbe-reich im Jahr 2009 rund 1600 Bewerber 2000 zu besetzenden Stellen gegenüber. „Wenn jeder eingestellt wird, der nicht bis drei auf den Bäumen ist, kann von Qualitätsentwicklung im Personalbereich nun wirklich keine Rede mehr sein“, so Arnold. Längerfristiges Ziel müsste sein, das inzwischen schon sehr komplizierte System unterschiedlicher, häufig zweckgebundener Fördermittel in jeweils einem Budget pro Schule zusammenzufassen. Was die Schulversuche zur Kooperation von Haupt- und Realschulen angehe, bedauerte Noll, dass sich lediglich 19 Standorte beworben hätten. Dies sei enttäuschend. Immerhin gehe es um die Erprobung von Formen längeren gemeinsamen Lernens bei Haupt- und Realschülern. „Offenbar ist es nicht gelungen, vor allem den Realschulen die Sorge vor möglichen Nachteilen zu nehmen. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Kooperationsmodelle wertvolle pädagogische Ergebnisse hervorbringen werden, welche die Befürchtungen widerlegen werden.“ Gemeinsam sprachen sich Noll und Arnold für eine Weiterentwicklung der Hauptschulen zu Werk-realschulen aus, mahnten aber an, dass der Hauptschul-Bildungsgang erhalten bleiben müsse. Und: „Wenn man insgesamt die Quote der Werkrealschulabsolventen erhöhen will, muss man früh beginnen, die Schüler auf die den Werkrealschulabschluss vorzubereiten. Von der Durchlässigkeit zwischen den beiden Bildungs-gängen wird letztlich der Erfolg der Hauptschule in Zukunft abhängen.“Birgit Arnold begrüßte das Konzept der Bildungsregionen, welches das Kultusministerium in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Stiftung und dem Landesinstitut für Schulentwicklung erarbeitet hat. Die geförderte enge Zusammenarbeit zwischen Land, Kommunen und allen am Bildungsprozess Beteiligten in einer Region müsse zu einer echten Verantwortungsgemeinschaft führen. „Das heißt aber auch, dass wir Schulversuche zulassen müssen, wenn vor Ort ein schlüssiges, pädagogisch durchdachtes Konzept vorgelegt wird. Und das muss auch gelten, wenn hierdurch einmal eine Barriere des bestehenden Schulsystems durchbrochen wird. Auf die optimale Förderung der Kinder und Jugendlichen kommt es an, nicht in erster Linie auf die Strukturen“, so Arnold.Um Vielfalt im Schulwesen zu fördern und dabei jedoch unkontrollierten Wildwuchs zu vermeiden, wie ihn die Grünen und die SPD beabsichtigten, regt die schulpolitische Sprecherin einen Wettbewerb für Schulversuche an. So könnten beispielsweise die 20 besten Vorhaben dadurch prämiert werden, dass sie ihren Schulversuch durchführen dürfen. Grundsätzlich müsse aber Klarheit geschaffen werden, welche Bedingungen ein Schulversuch erfüllt haben müsste, um eine Chance auf Übernahme in die Regelform zu haben – ohne dass hierfür ein automatischer An-spruch bestehe. „Ein erfolgreicher Schulversuch, der einfach so ausläuft, hinterlässt nicht nur bei den Beteiligten häufig Frust, sondern wirft auch grundsätzlich die Frage auf, warum man ihn überhaupt durchgeführt hat“, so Arnold.„Bei ihrem Weg in die Eigenständigkeit und bei der Schulentwicklung benötigen die Bildungseinrichtungen unterschiedliche Hilfestellungen und eine wissenschaftliche Begleitung“, sagte Birgit Arnold. Wie in der Qualitätsoffensive Bildung angekündigt, müsse das Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) hierfür personell verstärkt werden. „Ich stelle mir vor, dass wir das LS zu einem effektiven Kompetenzzentrum für Schulentwicklung ausbauen.“ Vorbild könne das niedersächsische Landesamt für Lehrerbildung und Schulentwicklung (NiLS) sein, das neben der Betreuung von Schulentwicklungsprojekten vor allem für die Lehrerbildung des Landes ver-antwortlich ist. Vor allem in diesem Bereich liege ein Schlüssel zur Reform des Bildungswesens, so Arnold. „Wie auf dem vergangenen Dreikönigsparteitag beschlos-sen, fordern wir Liberale eine wesentlich stärker schulstufenbezogene Ausbildung als bisher, auch um mehr Flexibilität beim Einsatz der Lehrkräfte zu erhalten.“ Ebenso gelte es, die LehramtsStudiengänge modular, d.h. in Stufen zu gliedern. Wichtig sei auch, dass Lehramtsstundenten einen international anerkannten Abschluss erhalten, der ihnen den Arbeitsmarkt auch außerhalb des Schulbereichs offen hält. „Es wäre fatal, wenn am Ende des Bologna-Prozesses, d.h. der Umstel-lung der Studiengänge auf Bachelor- und Master-Abschlüsse, die Lehramtsstudiengänge isoliert dastünden. Wir müssen im Gegenteil das Berufsfeld öffnen und Lösungen für die Lehramtsstudiengänge finden“, fordert die bildungspolitische Sprecherin der FDP/DVP-Fraktion.

Landesregierung unterstützt weitere Initiativen – Von der Möglichkeit besondere Agrarerzeugnisse und Lebensmittel mit Herkunftsbezeichnung europarechtlich zu schützen, wird in Baden-Württemberg zu wenig Gebrauch gemacht, bestätigte die Landesregierung auf eine parlamentarische Initiative des wirtschaftspolitischen Sprechers der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke. „Damit vergibt Baden-Württemberg wirtschafts- und tourismuspolitische Potentiale“, sagte Rülke. „Wie in fast allen Wirtschaftsbereichen ist auch bei Agrarerzeugnissen das Bemühen, Produkte rechtlich zu schützen nur unzureichend ausgeprägt“.

Agrarerzeugnisse und Lebensmittel mit Herkunftsbezeichnung würden durch ein EU-Siegel nicht nur besser geschützt, sondern auch aufgewertet, wie Rülke in einem Antrag an die Landesregierung feststellt. In anderen Ländern sei das Bestreben, regional bedeutsame und traditionelle Produkte vor Nachahmung zu schützen ausgeprägter als in Deutschland. So seien beispielsweise in Deutschland vier Käsesorten geschützt, in Frankreich dagegen 45, in Italien 34 und in Griechenland immerhin noch 20. Bei Fleischerzeugnissen seien in Deutschland nur acht Produkte geschützt, in Italien seien es 29, in Portugal sogar 31. Seit 1992 gibt es die Regeln „zum Schutz und zur Aufwertung von besonderen Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln mit Herkunftsbezeichnung“. Mit der Schaffung dieses Siegels hat die Europäische Union eine unter internationalen Organisationen einzigartige Anstrengung unternommen, regional bedeutsame und traditionelle Produkte vor Nachahmung zu schützen.Folgende Agrarprodukte oder Lebensmittel mit Herkunftsbezeichnung aus Baden-Württemberg sind bereits geschützt: 1. Geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)a) Allgäuer Bergkäse g.U.b) Allgäuer Emmentaler g.U.2. Geschützte geographische Angabe (g.g.A.)a) Gögginger Bier (g.g.A.)b) Feldsalat von der Insel Reichenau (g.g.A.)c) Gurken von der Insel Reichenau (g.g.A.)d) Salate von der Insel Reichenau (g.g.A.)e) Tomaten von der Insel Reichenau (g.g.A.)f) Schwäbisch-Hällisches Qualitätsschweinefleisch (g.g.A.)g) Schwarzwälder Schinken (g.g.A.)h) Schwarzwaldforelle (g.g.A.)„Aufgrund seiner vielfältigen regionalen Spezialitäten wird in Baden-Württemberg durchaus noch ein weiter ausbaufähiges und schutzwürdiges Potenzial gesehen“, so das Landwirtschaftsministerium. Auf Landesebene seien derzeit verschiedene Akteure in der Diskussion und gegebenenfalls schon in der Abstimmung, um weitere Produkte entsprechend schützen zu lassen.

Anerkennung für wertvollen Einsatz – Land soll finanzielle Hilfe gewähren – Der bildungspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dieter Kleinmann, sagte, er schätze den vielfältigen Einsatz des Landesverband der Schulfördervereine und ihrer Vorsitzenden Anne Kreim für die rund 500 Fördervereine an den Schulen des Landes. „Durch die Unterstützung des Landesverbands sind viele Fördervereine überhaupt erst in der Lage, ehrenamtlich den Schülern, Eltern und Lehrern wertvolle Hilfe bei der Organisation des Lern- und Lebensorts Schule zukommen zu lassen.

Deshalb unterstütze die FDP/DVP-Landtagsfraktion die Forderung des Landesverbandes der Schulfördervereine, finanzielle Unterstützung durch das Land zu erhalten. Kleinmann: „Die FDP/DVP-Landtagsfraktion wird sich innerhalb der nächsten Haushaltsberatungen dafür einsetzen, dass das Anliegen des Landesverbandes Berücksichtigung findet.“ Dadurch könne dieser seine ehrenamtliche Arbeit effektiver gestalten und ausbauen. Die Schulfördervereine tragen auch zur Identifizierung der Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schule bei.

FDP/DVP-Fraktion will Bildungsreformen von Sachsen in Augenschein nehmen – Die schulpolitische Sprecherin der FDP/DVP-Fraktion, Dr. Birgit Arnold, zeigte sich erfreut darüber, dass die baden-württembergischen Schüler, die in der PISA-Studie in den drei Disziplinen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen/Textverständnis geprüft wurden, „nach wie vor in der ersten Liga spielen“.

Allerdings mahnt Arnold an, das hervorragende Abschneiden Sachsens und Thüringens zum Anlass zu nehmen, das Schulwesen in den beiden Ländern sowie die dort vorgenommenen Bildungsreformen der letzten Jahre genauer in Augenschein zu nehmen. „Vielleicht können wir in Baden-Württemberg etwas von Sachsen lernen, das mit seinem gegliederten Schulsystem eine solche erstaunliche Leistungssteigerung erzielt hat.“PISA könne zwar in der Untersuchung nur punktuell ansetzen, dennoch haben die Bildungsstudien nach Auffassung der liberalen Bildungspolitikerin wichtige Anstöße und Orientierung für den Ausbau des Schulwesens gegeben. Als Beispiel hierfür nannte Arnold die Maßnahmen, welche die Landesregierung zur Sprachförderung von Kindern auf den Weg gebracht hat.

Noll: Bildung ganzheitlich denken – Arnold: Lernen mit Musik und Rhythmen – „Jedem Kind soll ermöglicht werden, in jungen Jahren ein Instrument zu lernen.“ Dies sagte Wirtschaftsminister Ernst Pfister auf dem Liberalen Bildungstag der FDP/DVP-Landtagsfraktion, der dem Thema „Musik macht Schule – Musikalische Bildung in Kindergar-ten und Grundschule“ gewidmet war.

Um dieses Ziel zu erreichen, forderte Pfister, der auch Ehrenpräsident des Deutschen Harmonika-Verbandes ist, einen „baden-württembergischen Musikgipfel“ mit Vertretern der kommunalen Spitzenverbände, Berufsmusiker, Laienmusik, des Landesmusikrats, der Musikhochschulen, Musikschulen und Vertretern der Musikwirtschaft. „Das Land braucht einen Musikgipfel, damit Musik Schule macht“, sagte Pfister. Nach den Worten Pfisters hat die Forschung bestätigt, dass das Spielen eines Instruments nicht nur die individuelle Entwicklung, sondern auch die soziale Kompetenz von Jungen und Mädchen fördere. Pfister: „Musik hat integrative Wirkung und Kraft, denn das gemeinsame Musizieren fördert das Gespür für soziale Zusammenhänge und Teamgeist sowie das Einhalten von Regeln.“Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, sagte, wer von Chancen-gleichheit in der Bildung spreche, müsse nicht nur die Bildungsinhalte im Auge haben, die vordergründig für die Gesellschaft von Nutzen seien. „Wir müssen Bildung ganzheitlich denken, dazu gehören das Singen und das Spielen auf Musikinstrumenten.“ Noll sagte weiter: “Damit auch die musikfernen Familien einbezogen werden, sollten die Angebote flächendeckend, jedoch freiwillig sein.“ Die schulpolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Birgit Arnold, Moderato-rin der Veranstaltung, verlangte unter dem Aspekt „Mozart macht schlau“ eine zielgerichtete Ausbildung von Grundschullehrerinnen und –lehrern sowie von Erzieherinnen und Erziehern. „Wir brauchen neue Formen des Lernens, da Musik einer der stärksten Reize für die neuronale Umstrukturierung im Gehirn sein kann“, so Arnold. Die neue Pädagogik nutze diese Erkenntnis bereits, in dem beispielsweise in den Sprachunterricht Elemente der Musik und des Rhythmus’ einfließen. Markus Cslovjecsek, Professor für Musikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz, demonstrierte die Entwicklung neuer Perspektiven im Umgang mit Musik in Lehr- und Lernsituationen. So lernten schon Grundschüler mit Eifer und Begeisterung, Zahlen in rhythmisierten Bewegungen darzustellen. „Die emotionale Färbung des Lernens ist ein entscheidender Beitrag zum Unterrichtserfolg“, so Cslovjecsek. Er sprach sich mit Nachdruck für ein Ende der Isolierung der Musik in der Unterrichtung des schulischen Fächerkanons aus. Überraschungsgäste waren auf dem FDP-Kongress im Landtag die „Neuberg-Sängerinnen und Sänger“ aus der Grundschule Dossenheim unter der Leitung von Markus Ranzenberger. Sie sangen, klatschten und bewegten sich – das war pure Freude an der Musik und am Rhythmus.Die Bedeutung des Singens als Grundlage jeglicher Musikausübung betonte Marcel Drei-ling, Bundeschorleiter des Schwäbischen Sängerbundes, der sich jetzt „Schwäbischer Chorverband“ nennt. Dreiling sagte, dass jede Erzieherin und jeder Erzieher mit den Kindern singen und musizieren sollten. Wer es nicht könne, müsste fortgebildet werden. Oft werde vergessen, dass Kinder eine hohe Stimmlage haben. Deshalb sollte nicht der Fehler gemacht werden, ein Lied mit der Stimmlage des Erwachsenen zu singen. Manfred Grunenberg, Projektleiter von „Jedem Kind ein Instrument“, sagte, dass das „Ursprungsland“ Nordrhein-Westfalen im Februar 2007 eine „hoch ambitionierte musikpädagogische Breitenbildungs-Maßnahme“ gestartet habe. Dr. Norbert Dietrich, vom Landesverband der Musikschulen, stellte das Modellprojekt „Sin-gen – Bewegen – Sprechen mit fachlicher Anleitung im Kindergarten“ vor. „Aktives Musizie-ren wirkt sich beim Vorschulkind positiv auf den emotionalen Bereich aus. Emotionen begründen wiederum die Motivation und steuern die Aufmerksamkeit. Kinder lernen durch un-mittelbare Erfahrungen mit dem Körper. Dieses kindliche Körperwissen kann durch gezielte Bewegung, Singen und den sprachlichen Ausdruck sensibilisiert und erweitert werden“, so Dietrich.

Bildungspolitische Sprecherin: SPD mit ihrer Bildungspolitik gescheitert – Die schulpolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Birgit Arnold, hat in einer Landtagsdebatte über Veränderungen im Schulgesetz die SPD scharf kritisiert. Mit ihrem jetzt präsentierten Entwurf habe die sozialdemokratische Fraktion das Rückzugsgefecht eingeleitet und das Scheitern ihrer Schulpolitik demonstriert.

Arnold: „Sie hatten die Realschule abgeschafft und ein Gemeinschaftsschule eingeführt. Das Gymnasium hatte nur noch sechs Jahre Zeit, und die Grundschulzeit wollen Sie auf sechs Jahre verlängern. Und jetzt? Hauptschule und Realschule sind noch in ihrem Schulgesetz enthalten. Ich freue mich, dass Sie so vernünftig sind.“ Erfreulich sei, das die SPD von der verpflichtenden sechsjährigen Grundschule abgerückt und damit die geplante Verkürzung der Gymnasialzeit auf sechs Jahre aufgehoben sei. Von der ursprünglichen Gemeinschafts-schule sei nicht mehr viel übrig geblieben. Trotzdem schwäche die SPD im Ergebnis mit ihrem Gesetzentwurf das baden-württembergische Schulsystem. Die FDP/DVP-Landtagsfraktion setzt dagegen auf die Weiterentwicklung des Schulsystems. Die Liberalen unterstützen die regionalen Schulstandorte, indem sie sich für integrierte Schulformen wie Kooperationsmodelle einsetzen. Die Beratungsstellen, die im Rahmen der Bildungsoffensive vorgesehen sind, sollen sich nach den Worten von Arnold zu Kompetenzzentren entwickeln, die neue Wege begleiten und Entwicklungen von unten zulassen. Dabei sollten sie vom Kultusministerium unterstützt werden. Die FDP wolle Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien erhalten und innerhalb der Bildungsoffensive stärken. Arnold: „Wir brauchen einen qualifizierten Facharbeiternachwuchs, gut ausgebildete Realschüler und qualifizierte Gymnasiasten.“

FDP/DVP-Landtagsfraktion ist weiterhin gegen religiöse Voraustrauung – Die Liberalen wollen funktionierende Standesämter, auf deren Feststellungen man sich verlassen kann. Das betonte Hagen Kluck als innenpolitischer Sprecher der FDP/DVP-Fraktion in der Landtagsdebatte über das Personenstandsrecht. „Das Standesamt war, ist und bleibt eine der wichtigsten Behörden“, sagte der Reutlinger Abgeordnete, „es stellt sicher, dass mit der Identität des Einzelnen kein Schindluder getrieben werden kann.“ Nur eine beim Standesamt geschlossene Ehe sei eine Ehe: „Deshalb halten wir auch am Verbot der religiösen Voraustrauung fest. Weil es in unserer Wissensgesellschaft auch viele Unwissende gibt, darf denen nie und nimmer vorgegaukelt werden, sie seien rechtmäßig verheiratet, wenn sie sich das Ja-Wort allein vor dem Traualtar ihrer Religionsgemeinschaft gegeben haben.“

Standesbeamte hätten heute sehr vielfältige und oft auch komplizierte Angelegenheiten zu regeln. Dazu gehörten immer häufiger personenstandsrechtliche Fragen, die durch die zunehmenden Verflechtungen von Bürgerinnen und Bürgern mit oder ohne mehrfachen Migra-tionshintergrund entstehen. Der mittlere Dienst oder eine vergleichbare Ausbildung sei deshalb eine notwendige Voraussetzung für diese Arbeit. Für die Bestellung zum Standesbeamten sei auch der erfolgreiche Besuch eines Einführungslehrgangs und eine mehrmonatige Sachbearbeiter-Tätigeit in einem Standesamt Voraussetzung. „Wir begrüßen genau wie die kommunalen Landesverbände und die Fachorganisationen die Stärkung der Verwaltungs-kraft durch größere Standesamtsbezirke“, sagte Hagen Kluck. Mehr als einen solchen Bezirk gebe es künftig in einer Gemeinde nur dann, wenn er für mehr als 5000 Einwohner zuständig sei. Die Zusammenlegung von Standesamtsbezirken innerhalb einer Gemeinde und die Bildung gemeinsamer Bezirke mehrerer Gemeinden sei im Hinblick auf das elektronische Personenstandsregister zu forcieren. Kluck appellierte an die Städte und Gemeinden, die Möglichkeiten der freiwilligen interkommunalen Kooperation zu nutzen.

FDP/DVP-Fraktion sieht sich weiterhin als Hüterin der Bürger- und Freiheitsrechte – Als ein sorgfältig austariertes, maßvolles und praktikables Werk bezeichnete der in-nenpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Hagen Kluck, das neue Po-lizeigesetz. Es erlaube der Polizei, vernünftig Ihrer Arbeit nachgehen zu können und die innere Sicherheit zu schützen. „Unbescholtene Bürgerinnen und Bürger brauchen vor diesem Gesetz keine Angst zu haben, Ganoven schon“, erklärte der Reutlinger Abgeordnete. Und das sei ja auch der Sinn der Sache. Es sei immer schwierig, die Balance zwischen dem Schutz der Bürgerrechte und den Bedürfnissen der Polizei zu wahren. Dies sei hier aber gelungen.

Für Kluck ist es unverständlich, wie man in den vorgesehenen Änderungen des Polizeigesetzes nur Verschärfungen sehen könne. „Künftig werden Daten von nur wenig mehr Personen gespeichert als bisher, dafür aber bei sehr vielen Personen für einen kürzeren Zeitraum“, erklärte der Abgeordnete. Bei der Video-Überwachung gehe es darum, bei größeren Menschenansammlungen Sicherheit und Schutz zu gewährleisten. Stationäre Kameras werde es weiterhin nur an Orten mit höherer Kriminalitätsbelastung geben. Was ein solcher Brennpunkt ist, werde genauer als bisher definiert. Bei der Wohnraumüberwachung sei mit der Zuständigkeit der Landgerichts-Kammern eine höhere Hürde als bisher eingezogen worden. Der Kernbereich der privaten Lebensgestaltung bleibe ausgenommen. „Wir Liberalen haben dafür gesorgt, dass auch in Zukunft keine Gesprächsinhalte zu präventiven Zwecken abgehört werden“, betonte Hagen Kluck. Die GPS-Ortung sei gemäß den Anregungen des Datenschutzbeauftragten geregelt und ausschließlich zur Abwehr einer erheblichen Gefahr oder zur vorbeugenden Bekämpfung von Straftaten möglich. Was für den Einsatz automatischer Kennzeichenlesesystem vorgesehen sei, entspreche den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. „Eine Online-Durchsuchung wird es nicht geben“, erinnerte Kluck, „weil wir darin einen unverhält-nismäßigen Eingriff in das Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung sehen.“ Der Schutz von Berufsgeheimnisträgern und deren Berufshelfern sei gewährleistet. Es gebe ein absolutes Erhebungs- und Verwertungsverbot bei Seelsorgern, Strafverteidigern und Abgeordneten. Eingriffe in die Vertrauensverhältnisse der Heil-, Beratungs- und Medienberufe seien nur zur Abwehr einer unmittelbaren bevorstehenden Gefahr für Leben, Gesundheit und Freiheit möglich. Geregelt werde mit dem Gesetz auch der Wohnungsverweis in Fällen häuslicher Gewalt. „Wir konnten verhindern, dass diese Gesetz über sinnvolle Maßnahmen hinausschießt“, stellte der innenpolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion fest, „die Liberalen haben sich abermals als Wächter der Grundrechte erwiesen.“ Die Kritik der Opposition sei scheinheilig. In rot-grünen Regierungszeiten seien jede Menge Bürgerrechte unter dem Vorwand der Terrorismus-Bekämpfung eingeschränkt worden. Zahlreiche rot-grüne und schwarz-rote Gesetze zur Inneren Sicherheit seien vom Bundesverfassungsgericht kassiert worden. Aus Baden-Württemberg sei keines dabei gewesen. „Wir wollen einen wehrhaften Staat, der die demokratische Ordnung und die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürgern gegen innere und äußere Gefahren konsequent verteidigt“, sagte Kluck, „das neue Polizeigesetz hilft, Kriminalität wirkungsvoll zu verhindern und Kriminelle mit Nachdruck zu verfolgen. Dieses Gesetz legt unbe-scholtenen Bürgerinnen und Bürgern keine Fußfesseln an. Wir verteidigen die Freiheit nicht dadurch, dass wir sie abschaffen.“