Bahnchef Grube sollte aufpassen, dass er nicht jede Glaubwürdigkeit verliert – Zum Kompromissangebot der Bahn, das Projekt Stuttgart 21 bis zum 15. Juli anzuhalten, wenn die Stadt Stuttgart auf sich daraus ergebende Forderungen in Millionenhöhe verzichte, sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

“Das Projekt Stuttgart 21 gerät in Gefahr, zum Tollhaus zu werden. Bahnchef Grube sollte aufpassen, dass er mit seinem Wackelkurs und wöchentlich neuen Wasserstandsmeldungen nicht jede Glaubwürdigkeit der Bahn verspielt. Denn es ist nicht besonders glaubwürdig, wenn man in der einen Woche erklärt, sechs Monate Baustopp würden 410 Millionen Euro kosten, und in der anderen dann ohne Not sechs Wochen Baustopp anbietet, nur weil Herr Kretschmann mit einem Anruf gedroht hat.”

Drei Jahre Verzögerung und Mehrkosten von 410 Millionen Euro bei Baustopp bis Oktober – Zu den Aussagen von Verkehrsminister Hermann nach der Sitzung des Lenkungs-kreises für das Bahnprojekt Stuttgart 21 sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann:„Es ist schon bemerkenswert, wie der Verkehrsminister den Rechtsstaat seiner Gedankenwelt unterordnen möchte. Hermann ist weder bereit, gültige Verträge und die etwaigen Schadenersatzansprüche bei Nichteinhaltung anzuerkennen, noch ist er willens, das Ergebnis des im Rahmen der Schlichtung vereinbarten Stresstests für sachlich verbindlich zu erklären. Hermann klammert sich an seine Wahlkampfaussagen und will einfach die Fakten nicht anerkennen.

Sollte der Baustopp auf Druck von Grün-Rot wirklich bis zu einer Volksabstimmung im Oktober fortgeführt werden, wird sich das Land Forderungen der Deutschen Bahn AG nach Übernahme der Kosten für den Baustopp in keinem Fall entziehen können. Wenn Winfried Hermann wirklich glaubt, das Land müsste sich an den prognostizierten Stillstandskosten in Höhe von 410 Millionen Euro nicht beteiligen, handelt er als Verkehrsminister in höchstem Maße unverantwortlich für das Land Baden-Württemberg. Wahrscheinlich deshalb wird sich nun der Ministerpräsident der Sache annehmen müssen.“

Wunschträume des grünen Verkehrsministers würden Verbraucher belasten – Zur Äußerung des grünen Verkehrsministers Hermann, dass die Einbeziehung vier-spuriger Bundesstraßen in das bestehende Mautsystem nur ein erster Schritt sein könne, Ausweichverkehr auf mautfreie Straßen drohe und auch kleinere Lastwagen einbezogen werden müssten, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann:

„Auch in dieser Frage zeigt sich, was dem mittelständischen Transportgewerbe in Baden-Württemberg unter grünen Vorzeichen droht. Offenbar möchte Hermann wie im Wahlprogramm der Grünen aufgeführt, Maut auf allen Fernstraßen und auch für kleinere Lastkraftwagen ab 3,5 Tonnen. Der Koalitionsvertrag sieht das jedoch nicht vor. Es wäre wünschenswert, wenn sich der grüne Verkehrsminister auf jüngst ge-schlossene Vereinbarungen, statt auf seine Wunschträume stützen würde. Es soll wohl der oftmals umweltfreundlichste Transport per LKW diskreditiert und abkassiert werden. Die Zeche würde der Verbraucher zahlen, auf den die Kostenerhöhungen abgewälzt werden. Vernünftige Politik sieht anders aus.“

Eignung von Winfried Hermann als Vermittler bei Stuttgart 21 ist zu hinterfragen – Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann, bezweifelt die Glaubwürdigkeit der Äußerungen des Verkehrsministers Hermann zum Stresstest: “Nachdem Winfried Hermann sich in der vergangenen Woche noch als Speerspitze des Wiederstands stilisiert hat, gibt er heute bei Stuttgart 21 den vermittelnden Minister.

Er sollte sich lieber einem Stress-Selbsttest unterziehen und hinterfragen, ob er nach seiner zur Schau getragenen Gegnerschaft zu Stuttgart 21 wirklich der richtige Mann ist, um eine notwendige sachorientierte Politik voranzubringen. Derzeit wirkt Winfried Hermann, als sei er im Ministeramt noch nicht angekommen.”

Das Land kann sich keinen Verkehrsminister-Azubi leisten – Baden-Württemberg will sich nach den Worten von Verkehrsminister Hermann (Grüne) nun doch nicht an den Kosten für einen verlängerten Baustopp bei Stuttgart 21 beteiligen.

Zuvor hatte Hermann gesagt, man werde schauen, ob man einen Kompromiss finden kann. Dazu sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke: “Hermanns Eiertanz lässt nichts Gutes für das Land erwarten. Erst muss er von Kretschmann zurückgepfiffen werden und dann von Schmiedel. Das Land kann sich keinen Verkehrsminister-Azubi leisten.

FDP lehnt Tempolimit auf Autobahnen ab – Pkw-Maut nur in Form einer Vignette für Bundesfernstraßen – Zu den heutigen Äußerungen des designierten Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zur künftigen grün-roten Verkehrspolitik sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke: Winfried Kretschmann liefert den Beweis, dass die grün-rote Verkehrspolitik vor allem Gängelungen und Einschränkungen der Bürgerinnen und Bürger bedeutet.

Die Grünen preisen das starre Tempolimit als Heilsbringer. Eine moderne Verkehrspolitik setzt jedoch auf intelligente Telematiklösungen zur situationsbedingten Steuerung des Verkehrs. Diese schaffen nachweislich Sicherheit auf unseren Autobahnen und haben eine hohe Akzeptanz. Noch vor wenigen Wochen war die Einführung einer Pkw-Maut bei gleichzeitiger Abschaffung der KfZ-Steuer sowohl für Grüne wie SPD laut laut ihren Wahlprogarammen aus sozialen und ökologischen Gründen inakzeptabel.Deshalb ist es jetzt umso verwunderlicher, dass Kretschmann sich eines Besseren besinnt und Bereitschaft zeigt, die Finanzierung der Straßeninfrastruktur auf eine neue Grundlage zu stellen. Wir Liberale lehnen jedoch eine generelle Maut für alle Straßenklassen abenso ab wie auch Mautsysteme, die das Erstellen von Bewegungsprofilen der Bürgerinnen und Bürger ermöglichen. Sollte sich Grün-Rot zu einer Vignette für Bundesfernstraßen bei gleichzeitiger Abschaffung der KfZ-Steuer durchringen, sichern wir unsere Unterstützung zu.”

Zweifel, ob Kretschmanns Autorität ausreicht, um Palmer in die Schranken zu verweisen – Zur Äußerung von Winfried Kretschmann, am mit der SPD ausgehandelten Kompromiss festzuhalten und auch einen nach der Volksabstimmung gescheiterten Ausstieg aus dem Bahnprojekt Stuttgart 21 zu akzeptieren, sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

“Die Botschaft Kretschmanns hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Es wird spannend sein zu verfolgen, ob der designierte Ministerpräsident genügend Autorität hat, um von einer persönlichen Mission getragene Stuttgart-21-Gegner wie Boris Palmer in die Schranken zu verweisen.”

Grüne werden weiterhin alles für ein Scheitern von Stuttgart 21 tun – Zur Einigung von Grünen und SPD beim Thema Stuttgart 21 sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion Dr. Hans-Ulrich Rülke:”Die Grünen können vorerst ihren Anhängern kein Ende von Stuttgart 21 verkünden. Stattdessen mussten sie sich auf Druck der SPD auf ein juristisch zweifelhaftes Verfahren zur Einleitung der Volksabstimmung einlassen.

Dabei hoffen sie auf eine verfassungsverändernde Mehrheit im Landtag. Bei Lichte betrachtet ist dieser Kompromiss nur ein Burgfrieden. Kretschmann und die Grünen werden weiterhin alles tun,um das gesamte Bahnprojekt Stuttgart – Ulm scheitern zu lassen, notfalls auch gegen den Volkswillen.”

Verdacht des Wahlbetrugs bei Volksabstimmung über Stuttgart 21 drängt sich auf – Zu Äußerungen Winfried Kretschmanns, wonach die Grünen bei der Frage nach einer Volksabstimmung über das Bahnprojekt Stuttgart 21 Fehler gemacht haben, sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Diese Ehrlichkeit hätte Herrn Kretschmann vor der Wahl besser angestanden. Nun drängt sich der Verdacht des Wahlbetrugs auf: Erst werden die Wähler mit dem Versprechen einer Volksabstimmung geködert. Wenn dann die Stimmen in der Wahlurne liegen, stellt man plötzlich fest, dass man hier einen Fehler gemacht hat.“

Grün-Rot darf sich Plänen der Bundesregierung im Interesse des Landes nicht verschließen – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, hat sich vor dem Hintergrund des Arbeitspapiers des Bundesverkehrsministeriums für eine rasche Einführung einer Pkw-Vignette ausgesprochen: „Ohne die Einführung einer Pkw-Vignette ist die Finanzierung von Ausbau und Unterhalt unseres Fernstraßennnetzes nicht zukunftsfähig.

Deswegen begrüßen wir, dass bei der Bundesregierung offensichtlich ein Umdenkprozess eingesetzt hat.“ Rülke sprach sich dafür aus, im Gegenzug die Kfz-Steuer abzuschaffen, um die Bürgerinnen und Bürger nicht zusätzlich zu belasten. „Ziel muss es sein, auch die ausländischen Verkehrsteilnehmer wie in allen anderen europäischen Ländern zur Kasse zu bitten, um so zusätzliche Erlöse für Straßenbau und Unterhalt zu erzielen.“Rülke forderte Grüne und SPD in Baden-Württemberg auf, ihren Widerstand gegen die Pkw-Vignette aufzugeben. Gerade für Baden-Württemberg sei es von zentraler Bedeutung, dass der Ausbau der Infrastruktur durch Erhebung einer Maut für Pkw unabhängig von der Kassenlage des Bundes forciert werden kann. „Im Transitland Baden-Württemberg werden wir bis 2025 ein überdurchschnittliches Wachstum im straßengebundenen Güter- und Personenverkehr haben, das ist so viel wie in keinem anderen Bundesland“, so Rülke. „Wenn Grün-Rot den Wohlstand des Landes nicht gefährden will, sollten die künftigen Koalitionäre ihren ideologischen Widerstand gegen die Vignette aufgeben und auf ein Modell hinwirken, welches die Bürgerinnen und Bürger nicht zusätzlich belastet.“

Beide Partner wollen Volksabstimmung nur riskieren, wenn Ergebnis in ihrem Sinne ist – Zu den ins Stocken geratenen Verhandlungen zwischen Grün und Rot über das Bahnprojekt Stuttgart 21 sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Die grün-rote Liebesheirat scheint sich beim Thema Stuttgart 21 eher als Zwangsehe zu entpuppen. Beide Partner wollen eine Volksabstimmung nur riskieren, wenn das Ergebnis in ihrem Sinne ist. Die nächsten Wochen werden zeigen, wer in der künftigen Koalition der Koch und wer der Kellner ist. Die angebliche Partnerschaft auf Augenhöhe wird an diesem Thema zerbrechen.“

FDP kritisiert in Plenardebatte über Untersuchungsausschuss Vorverurteilungen – Mehr Respekt vor der Polizei als Trägerin des staatlichen Gewaltmonopols forderte der FDP-Obmann Hagen Kluck in der Landtagsdebatte über den Untersuchungsausschuss zum „Polizeieinsatz Schlossgarten“. Gleichzeitig verlangte Kluck ein Ende der verbalen Aggressionen: „Wir Liberalen raten zur Abrüstung, fangen wir bei den Worten an. Schließlich geht es um einen Bahnhof und nicht um den Bau einer Startrampe für Massenvernichtungswaffen“.

„Wäre der Einsatz optimal gewesen, bräuchten wir diese Debatte heute nicht zu führen“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Weil einiges schief gelaufen sei, erwarte man von der Polizeiführung eine intensive Nachbereitung des Einsatzes. Kluck erinnerte daran, dass es zum Polizeieinsatz zahlreiche Anzeigen gebe: „Wenn die Ergebnisse der gerichtlichen Überprüfungen vorliegen, kann man Schlussfolgerungen ziehen. Bis dahin gilt für Polizisten wie für Demonstranten in einem Rechtsstaat die Unschuldsvermutung. Da sind Vorverurteilungen, Entlassungsbegehren und Rücktrittsaufforderungen wenig hilfreich“. Das gelte auch dann, wenn sie hier und da von FDP-Mitgliedern erhoben würden, so Kluck.

Für den innenpolitischen Sprecher steht fest, dass weder der Ministerpräsident noch andere Regierungsmitglieder Einfluss auf die Arbeit der Polizei genommen haben. „Für die gegenteilige Behauptung der Opposition gibt es keine Beweise, ja nicht einmal Indizien“, so Kluck. Leider fehle Grünen und SPD die Größe, das zuzugeben. Als die Opposition begriffen habe, dass es keinerlei Anweisungen „von oben“ gab, habe sie ihr Ziel im Untersuchungsausschuss geändert. Kluck: „Zuerst warfen Sie Ministerpräsident Mappus vor, den Polizeieinsatz veranlasst zu haben. Dann plötzlich nehmen Sie ihm übel, dass er den Einsatz nicht verhindert hat.“

Die FDP sei unvoreingenommen in den Untersuchungsausschuss gegangen und habe sich auch als einzige vor Abschluss der Beratung einer öffentlichen Beweiswürdigung enthalten. „Statt Sachverhalte aufzuklären und nach der Wahrheit zu suchen, wollte vor allem die Opposition wohl eher Punkte im Wahlkampf sammeln. So kann man einen Auftrag gründlich missverstehen.“

Dem Ruf nach Änderungen des Versammlungsrechts erteilte Hagen Kluck eine Absage. Die in Baden-Württemberg geltenden Versammlungsregeln seien ausreichend und ausgewogen. „Wir stehen auch uneingeschränkt zum friedlichen Demonstrationsrecht, so wie es in Artikel 8 des Grundgesetzes garantiert ist“. Über das, was friedlich ist, seien im Untersuchungsausschuss unterschiedliche Auffassungen zu Tage getreten, manche würden sich auf das im Grundgesetz garantierte Widerstandsrecht berufen. Kluck: „Das gilt aber nicht für den Fall, dass man bestandskräftige Baugenehmigen nicht akzeptiert. Ein eventuelles Widerstandsrecht muss vielmehr gegen denjenigen gerichtet sein, der die demokratische Grundordnung beseitigen will.“ Kluck zitierte den Sprecher der so genannten Parkschützer mit dem Satz: „Das können doch die Menschen für sich entscheiden, wann sie etwas gewalttätig finden und wann nicht“. Dabei habe selbst der von der Opposition geladene Sachverständige Prof. Poscher klargestellt, dass ein Platzverweis in jedem Fall zu befolgen ist. Nach dessen Aussage hätten auch die anderen formellen Voraussetzungen für den Einsatz der Vollstreckung und des unmittelbaren Zwanges vorgelegen. Den Vergleich der Demonstrationen gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 mit Gandhis Kampf gegen die britische Kolonialherrschaft in Indien oder mit den Montagsdemonstrationen in Leipzig und anderswo in der DDR ist für Kluck unerträglich: „Das kommt einer Verhöhnung der Opfer dieses berechtigten zivilen Ungehorsams gleich.“

Nach den Worten von Kluck sind aus dem eskalierten Protest politische Lehren zu ziehen: „Der Dialog über umstrittene Großprojekte muss frühzeitig beginnen, wir brauchen im Vorfeld von Planungsentscheidungen eine intensivere, für Otto Normalverbraucher und Lieschen Müller verständliche Bürgerbeteiligung.“ Die politische Bildungsarbeit müsse verbessert werden, damit Schülerinnen und Schüler den Unterschied zwischen einem diffusen egoistischen Rechtsempfinden und dem tatsächlichen Recht erkennen. Kluck: „Alle politischen Kräfte sollten sich darüber einig werden, dass ein liberaler Rechtsstaat keine rechtsfreien Räume dulden darf. Rechtssicherheit ist ein hohes Gut. Recht und Freiheit gehören untrennbar zusammen.“

Scheitern der ursprünglichen Pläne muss für Bahn und Bund Ansporn sein – Der verkehrspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dietmar Bachmann, ruft die Projektträger des Rheintalbahn-Ausbaus auf, wesentliche Teile des Vorhabens neu zu planen: „Das Nein des Regierungspräsidiums zu den vorliegenden Planungen für Offenburg ist ein klares Signal dafür, dass ein Ausbau der Rheintalbahn nur menschen- und umweltgerecht erfolgen kann.

Die bisher vorliegenden Planungen berücksichtigen die berechtigten Interessen der Anwohner und die Belange des Umweltschutzes in vielen Abschnitten zu wenig.“ Bachmann zeigte sich deshalb erleichtert, dass das Regierungspräsidium mit seiner heutigen Entscheidung die Genehmigung für den Abschnitt Offenburg verweigert: „Zwei zusätzliche oberirdisch gebaute Gleise mitten durch Offenburg sind für die Menschen zurecht nicht hinnehmbar. Deshalb hoffe ich, dass mit der heutigen Entscheidung ein Einsehen bei den Projektträgern einkehrt.“Der verkehrspolitische Sprecher erinnerte daran, dass ein Ausbau für die Bahn auch nach einer angemessenen Berücksichtigung der Interessen von Mensch und Umwelt noch hoch profitabel sei. „Für das gesamte Ausbauvorhaben wurde ein überragender Kosten-Nutzen-Faktor von 2,7 errechnet. Dies sollte Bund und Bahn genügend Ansporn geben, Alternativplanungen im Rheintal zügig anzugehen. Wir Liberale stehen zum Bekenntnis der Landesregierung, an einem menschen- und umweltgerechten Ausbau dieser wichtigen Eisenbahntrasse mitzuwirken.“

Grüne offenbar auf Höhepunkt ihrer Dagegen-Kultur – Kein Baustopp bis zum Stresstest – In einer Landtagsdebatte zum Thema „Stuttgart 21 nach der Schlichtung“ sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke: „Der Schlichterspruch von Heiner Geißler muss Verpflichtung für uns alle sein.“

Dies gelte in besonderem Maße für die Grünen, die die Person Heiner Geißler ursprünglich vorgeschlagen hätten. „Die Grünen wollten die Schlichtung, sie wollten genau diesen Schlichter und jetzt wollen sie das Schlichtungsergebnis nicht, weil es anders ausgefallen ist, als sie sich erhofft hatten. Dies ist nichts anderes als ein neuer Höhepunkt grüner Dagegen-Kultur“, so Rülke.Nach den Worten von Rülke war es vorhersehbar, dass die Grünen auch hier ein „unehrliches Spiel“ spielen: „Sie sind für erneuerbare Energien, aber gegen Hochseewindparks, Stromtrassen und Pumpspeicherkraftwerke. Sie sind für den Sport, aber gegen Olympische Spiele im eigenen Land, sie sind gegen Mobilfunkmasten und rufen per SMS zu Demonstrationen auf. Und jetzt ist Boris Palmer für Verbesserungen bei Stuttgart 21, aber gegen das Projekt.“ Jeder, der bereits vor der Schlichtung an der politischen Kultur der Grünen gezweifelt hat, sehe sich einmal mehr bestätigt, so der Vorsitzende.„Ihr Verhalten hat jedoch auch Vorteile“, sagte Rülke in Richtung Opposition. „Den Menschen in Baden-Württemberg werden durch Ihre Reaktionen auf den Schlichterspruch die Alternativen für die Wahl am 27. März 2011 klar aufgezeigt: Auf der einen Seite ein bewährtes Regierungsbündnis, dass Wohlstand und Fortschritt für unser Land sichert und auf der anderen Seite ein Bündnis der Blockade, des Dagegenseins und des populistischen Opportunismus aus Grün, Rot und Rot.“Vor diesem Hintergrund wies Rülke Forderungen nach einem Baustopp bis zum zugesagten Stresstest des geplanten Bahnknotens ab: „Wir Liberale werden nicht zulassen, dass das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm nach vielen Stunden des konstruktiven Diskurses durch ein solches Bündnis weiter blockiert wird. Die Argumente sind ausgetauscht, der Bau kann und muss weitergehen.“

Liberale zu konstruktiver Detailverbesserung bereit – SPD und Grüne scheitern – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, sagte anlässlich des Schlichterspruchs von Heiner Geißler zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm:„Mit seinen Vorschlägen hat der Schlichter sehr deutlich gemacht, dass das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm mit seinen Teilprojekten Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm alternativlos und richtig ist.“

Trotz aller Polemik sei es den Kritikern weder gelungen, das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm ernsthaft in Frage zu stellen, noch nachzuweisen, dass sie mit K21 eine ausgereifte und kostengünstigere Alternative hätten. „Die Projektgegner und insbesondere die Grünen sind mit ihrem Ziel gescheitert, dieses wichtige Infrastrukturvorhaben zu kippen“, so Rülke.Zufrieden zeigt sich der Fraktionsvorsitzende auch mit den Aussagen Geißlers zum SPD-Vorschlag für eine Volksabstimmung: „Der Schlichterspruch macht noch einmal deutlich, dass außer der SPD niemand mehr ernsthaft dieses verfassungswidrige Anliegen verfolgt. Damit ist auch die SPD gescheitert.“ Heiner Geißler habe vielmehr durch seine Ausführungen die Rückgratlosigkeit der Sozialdemokraten unterstrichen.Hinsichtlich der im Schlichterspruch vorgeschlagenen Verbesserungen sagte Rülke die Unterstützung seiner Fraktion zu: „ Stuttgart 21 und die Neubaustrecke werden kommen. Die FDP sieht sich deshalb in Ihrer konsequenten Haltung bestätigt. An der angestoßenen Diskussion um Detailverbesserungen werden wir konstruktiv mitwirken, um eine möglichst optimale Betriebsqualität des neuen Bahnknotens zu erreichen.“Rülke erwartet von den Grünen, dass Sie ihre populistische Stimmungsmache gegen das Projekt nun einstellen. „Die Grünen haben die Person Heiner Geißler als Schlichter vorgeschlagen, deshalb sind sie nun in besonderer Verantwortung ebenfalls konstruktiv mitzuwirken. Eine Umsetzung des Schlichterspruchs erscheint nicht sinnvoll, wenn sich nur eine Seite daran gebunden fühlt“, so Rülke.

„Starkes Stück – einen Schlichter vorschlagen und dessen Vorschläge nicht akzeptieren“ – In ihren Reaktionen auf die Ergebnisse der Stuttgarter Schlichtung beziehungsweise auf den Schlichterspruch von Heiner Geissler feiert die Partei der Grünen aus Sicht des Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, einen neuen Höhepunkt ihrer „Dagegen-Kultur“.

Es sei schon „ein starkes Stück, wenn jemand einen Schlichter vorschlägt, wochenlang mit ihm am Tisch sitzt und dann am Ende wieder einmal dessen Vorschläge nicht akzeptiert“, so Rülke wörtlich. Dies passe aber zur Gesamtstrategie der Grünen. Erst sei man für die Schiene, dann aber gegen Bahnhöfe und Schnelltrassen. Dann sei man für Erneuerbare Energien, aber gegen Transporttrassen und Pumpspeicherkraftwerke. Weiter sei man für den Sport, dann aber gegen Olympische Spiele. „Jetzt aber ist der Höhepunkt erreicht, wenn man für einen Schlichter ist, aber gegen dessen Schlichterspruch“, sagte Rülke

– Zur Kritik von Nils Schmid an Schlichter Heiner Geißler sagt der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans Ulrich Rülke:

“Heiner Geißler hat zu Recht erkannt, dass eine Volksabstimmung über das Projekt Stuttgart 21 weder juristisch möglich noch politisch sinnvoll ist. Einzig die SPD jagt dieser Schimäre mit derselben Inbrunst hinterher, mit der Don Quijote gegen die Windmühlen kämpfte. Nils Schmid wird in diesem Wahlkampf immer mehr zum Ritter von der traurigen Gestalt.”

Liberale sagen „Ja“ zu leistungsfähigem öffentlichen Personennahverkehr und Radwegen – Der verkehrspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dietmar Bachmann, sagte in einer Landtagsdebatte über das „Landes-Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz“ unter anderem:

„Aus unterschiedlichen Quellen wissen Sie, dass unsere Fraktion es sich mit diesem Gesetz nie leicht gemacht hat. Neue Gesetze bedeuten neue Aufgaben und neue Aufgaben bedeuten neue Bürokratie. Als wir vor etwa drei Jahren vor der Entscheidung standen, ob es ein Landesgemeindefinanzierungsgesetz braucht, haben wir allerdings innerhalb weniger Tage aus Überzeugung „Ja“ gesagt. Denn unsere Städte und Gemeinden brauchen leistungsfähige Straßen und einen leistungsfähigen öffentlichen Personennahverkehr. Bei Straßen tun sich die Grünen traditionell schwer. Verwundert hat uns aber, dass die Grünen mittlerweile auch den Ausbau der Stadtbahnen etwa in Karlsruhe ablehnen.Nicht ganz so einfach haben es wir uns mit der zweiten Frage gemacht, nämlich ob es der Mischfinanzierung zwischen Land und Gemeinden für diese Projekte wirklich bedarf. Hätte man diese Aufgabe in der Zuständigkeit der Städte und Gemeinden belassen können? Selbstverständlich nein: Für uns ist das Konnexitätsprinzip ein eherner Grundsatz: Wer bestellt bezahlt! Und weil das Land überörtliche Verkehrswege planen muss, muss es auch die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen. Blieb die dritte Frage, nämlich ob es einer gesetzlichen Regelung bedarf oder ob eine Verwaltungsrichtlinie ausreichend gewesen wäre. Auch in dieser Frage haben wir vor über drei Jahren aus Überzeugung gesagt: Bei einer so wichtigen Maßnahme ist es richtig, dass das Parlament über die Grundsätze entscheidet. Ein Gesetz von solcher Bedeutung und Tragweite bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung. Insofern hat es uns nicht verwundert, dass wir weit mehr als ein Jahr nach dieser Grundentscheidung nichts mehr von dem Vorhaben gehört hatten. Umso mehr hat es uns gefreut, als vor etwa eineinhalb Jahren ein erster Diskussionsentwurf das Licht der Welt erblickte. Wir haben uns damals mit drei Punkten intensiv auseinandergesetzt. Zum einen steht das gesamte Gesetz unter Finanzierungsvorbehalt. Es weckt damit Hoffnungen auf neue Straßen und neue Straßenbahnen. Und es führt wegen des Haushaltsvorbehaltes zwangsläufig zu Wartelisten. Diesen Punkt haben wir als bedauerlich, aber unum-gänglich akzeptiert, denn der Landeshaushalt braucht Planungssicherheit.Der zweite Punkt, mit dem wir es uns nicht leicht gemacht haben, ist die Aufzählung der förderfähigen Vorhaben. Es war immer selbstverständlich, dass Durchgangsstraßen ebenso wie Straßen- und Stadtbahnen förderfähig sein sollen. Fraglich war aber, ob bei Radwegen und jetzt auch beim Lärmschutz die Gemeinden die Entscheidung allein hätten besser treffen können – eine Kompensation über den Gemeindefinanzausgleich vorausgesetzt. Das nachhaltige Drängen des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs hat uns aber von der Notwendigkeit einer Cofinanzierung durch das Land überzeugt. Der dritte und schwierigste Punkt war für uns die Frage, ob die konkrete Ausgestaltung der Förderung einer Verwaltungsvorschrift der Landesregierung vorbehalten werden soll. Aus unserer Sicht werden damit ganz wesentliche Entscheidungen ohne Parlament getroffen. Einerseits macht dies die verwaltungsseitige Abwicklung einfacher und schlanker. Andererseits wäre uns ein Mehr an demokratischer Legitimation lieber gewesen. Ich möchte mich auch im Namen der Fraktion bei Frau Ministerin Gönner dafür bedanken, dass sie uns unmittelbar nach ihrem Amtsantritt signalisiert hat, dass das Parlament selbstverständlich die Gelegenheit erhält, in informeller Weise beim Erlass dieser Verordnung An-regungen und Wünsche einzubringen. Was lange währt, wird umso besser! Es zeigt aber auch, dass diese Koalition in den Landesfarben schwarz-gelb nicht nur handlungsfähig ist, sondern in aller Sorgfalt zukunftsfähige Lösungen findet.“

FDP begrüßt geplante Ausdehnung auf Fahrzeuge bis 7,5 t – Gesamtgewicht – Der innenpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Hagen Kluck, hat den Gesetzentwurf der Landesregierung zur Einführung eines sogenannten Feuerwehrführerscheins für Fahrzeuge bis 4,75 Tonnen Gesamtgewicht (Fahrberechtigungsgesetz) ausdrücklich begrüßt.

„Wir sind der Landesregierung dankbar, dass dieses Fahrberechtigungsgesetz so rasch auf den Weg gebracht werden konnte. Die Feuerwehren werden bereits ab 2011 von hohen Kosten entlastet und vor einem Mangel an Fahrzeugführern bewahrt“, so Kluck. Es sei absolut unverständlich, dass der ehemalige SPD-Verkehrsminister Tiefensee die benötigte Ausnahmeregelung im Straßenverkehrsgesetz solange heraus gezögert habe. „ Diese unbürokratische Entlastung unserer ehrenamtlichen Rettungshelfer und Feuerwehrleute hätten wir gerne viel früher beschlossen.“Sicherheitsbedenken ließ Kluck in diesem Zusammenhang nicht gelten: „Da vor Einführung des EU-Führerscheins eine 7,5 t-Lkw-Schulung ebenfalls nicht Bestandteil des Fahrunterrichts für den Führerschein Klasse 3 gewesen ist, halte ich die vorgebrachte Kritik einiger Verbände zugunsten unserer Feuerwehren und Rettungsdienste für vernachlässigbar. Ich bin mir sicher, dass die Verbände in der Lage sind, ihren Fahrernachwuchs sorgfältig und verantwortungsbewusst auszubilden.“Kluck sprach sich noch einmal ausdrücklich für die Ausdehnung des sogenannten Feuerwehrführerscheins auf Fahrzeuge bis 7,5 t-Gesamtgewicht aus. „Viele Einsatzfahrzeuge, insbesondere der Feu-erwehr, haben ein Gesamtgewicht zwischen 4,75 t und 7,5 t und werden folglich von der Erleichterung gar nicht erfasst. Nach dem Willen der FDP sollten ehrenamtliche Einsatzkräfte deshalb mit ihrem Pkw-Führerschein Klasse B nach einer organisationsinternen Schulung und Prüfung auch Einsatz-fahrzeuge bis 7,5 t Gesamtgewicht fahren dürfen.“ Im Bundesrat habe die Landesregierung bereits einem entsprechenden Vorstoß des Freistaats Bayern zugestimmt. „Die heutige Ankündigung von Bundesverkehrsminister Ramsauer, diese Initiative aufzugreifen und die Regelungen im Straßenverkehrsgesetz zum Feuerwehrführerschein entsprechend auszuweiten, begrüße ich deshalb ausdrücklich. Auch hier wird wieder einmal deutlich: Während Rot und Grün jahrelang Lippenbekenntnisse abgeben haben, ziehen unsere Regierungen im Bund und Land zum Wohle unserer hunderttausenden ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfern an einem Strang“, so Kluck.

Land muss mit eigenen Mitteln für besseren Menschen- und Umweltschutz sorgen dürfen – Der verkehrspolitische Sprecher Dietmar Bachmann hat in einer Landtagsdebatte ein klares Bekenntnis der FDP-Landtagsfraktion zu „Baden 21“, dem Ausbau der Rheintalbahn, abgegeben. „Nicht erst heute, sondern von Anfang an haben wir uns diesem Projekt bekannt.“

Nach den Worten von Bachmann ist es ein liberales Anliegen, auch die Rheintalbahn „menschen- und umweltfreundlich“ zu gestalten. Das bedeute mehr Lärmschutz, eine Lärmbündelung entlang der Autobahn verbunden mit einem umfassenden Schutz der Anwohner vor dem kombinierten Bahn- und Autolärm und den Tunnelbau bei bestimmten Streckenabschnitten, beispielsweise in Offenburg. „Was für Baden-Württemberg recht ist, muss für Baden billig sein“, sagte Bachmann, der betonte, dass es „menschen- und umweltfreundliche Lösungen nie billig gibt“. Der verkehrspolitische Sprecher kritisierte die Grünen, die gestützt auf ein neues Gutachten „dem Land verbieten wollen, bei Bahnprojekten Geld in die Hand zu nehmen“. Wer die Verfassung bei Stuttgart 21 bemühe, müsse wissen, dass er damit bei Baden 21 den Lärmschutz boykottiert. Laut Justizministerium gehe die herrschende Meinung davon aus, dass man Bahnprojekte im Interesse der Bürgerinnen und Bürger mit Landes- und kommunalem Geld verbessern dürfe, so Bachmann. Dies entspreche bundesweit der gängigen Praxis und einem „vernünftigen Verständnis von Föderalismus“. Bachmann: „Im Interesse der Menschen darf man einen bundesweiten Standard nicht unterschreiten, sehr wohl aber mit zusätzlichem Geld überschreiten.“ Wer verbieten wolle, bei Bahnprojekten zusätzliches Geld zu investieren, betreibe eine Politik zu Lasten von Mensch und Umwelt. „Der Vorstoß der Grünen ist ein Schlag ins Gesicht derer, die sich für konstruktive Lösungen bei der Umsetzung von Infrastrukturprojekten einsetzen. Dies macht einmal mehr deutlich, dass unser Land in den kommenden Jahren statt der Dagegen-Politik der Grünen die Dafür-Politik unserer Koalition braucht“, so Bachmann.

– Zum Versprechen des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer, dass die Grünen bei einer Regierungsbeteiligung in Baden-Württemberg das Bahnprojekt Stuttgart 21 stoppen würden, sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Es wundert mich schon sehr, wie Palmer zu dieser Aussage kommt. Sowohl die Parteivorsitzenden als auch der Fraktionsvorsitzende haben deutlich gesagt, dass sie nicht versprechen können, Stuttgart 21 zu stoppen. Da fragt man sich, mit welcher Legitimation der Oberbürgermeister von Tübingen spricht. Immerhin erhält er in seinem Kampf gegen Stuttgart 21 auch Gegenwind aus der eigenen Stadt, in der im Übrigen seit Längerem nicht gesehen wurde. Es stellt sich die Frage, wer bei den Grünen eigentlich das Sagen hat und wem man glauben kann.“

Qualitätssprung für Regionalverkehr – Viele Landesteile profitieren von neuem Bahnknoten – Der verkehrspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dietmar Bachmann, fordert die Landesregierung und die Deutsche Bahn AG auf, den Nutzen des Bahnprojekts Stuttgart 21 für das ganze Land Baden-Württemberg noch umfassender herauszustellen.

„Die Auseinandersetzungen im Schlossgarten vermitteln den Eindruck, als drehe sich alles nur um die Tieferlegung des Hauptbahnhofs. Die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FDP/DVP-Fraktion durch die Landesregierung (Drucksache 6970) zeigt jedoch einmal mehr, in welch hohem Maße das ganze Land von Stuttgart 21 profitiert.“ Nach den Worten von Bachmann lässt sich durch die Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart ein Angebotskonzept im Nahverkehr umsetzen, welches neben neuen Direktverbindungen erhebliche Angebotsverbesserungen für viele Landesteile mit sich bringt. Wie aus der Antwort der Landesregierung hervorgeht, werden auf fast allen Schnellverbindungen im Nahverkehr ganztägige Taktverdichtungen vollzogen. So gibt es beispielsweise auf der neuen Interregioexpress-Linie (IRE) Karlsruhe – Ulm – Friedrichshafen einen Stundentakt, zwischen Stuttgart und Tübingen einen halbstündigen Regionalexpressverkehr (RE) und zusätzlich ein stündliches IRE-Angebot. Auch Franken und Ostwürttemberg profitieren in erheblichem Maße durch Stuttgart 21. Zukünftig wird hier zwischen Schwäbisch Hall-Hessental und Stuttgart ganztätig eine zusätzliche zweistündige IRE-Linie eingerichtet. Aus Richtung Aalen wird künftig ein RE-Halbstundentakt zur Verfügung stehen. Bachmann: „Der neue Bahnknoten Stuttgart mit dem neuen Stuttgarter Hauptbahnhof wird Baden-Württemberg zu einem Qualitätssprung im Regionalverkehr verhelfen. Die vorliegende Angebotskonzeption für den Nahverkehr im Land könnte mit dem bestehenden Kopfbahnhof nicht einmal annähernd umgesetzt werden.“

FDP wirft Grünen und SPD vor, Zukunft des Landes aufs Spiel zu setzen – In einer Landtagsdebatte über die Regierungserklärung des Ministerpräsidenten zu Stuttgart 21 hat der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, die Forderung der FDP nach einem Mediator bekräftigt. „Wir wollen zur Versachlichung der Diskussion eine unabhängige und unvoreingenommene Persönlichkeit, die im Dialog zwischen Befürwortern und Gegnern benannt werden soll. Deshalb fordern wir die Projektgegner dazu auf, wenigstens zu Gesprächen über einen möglichen Mediator an den Verhandlungstisch zu-rückzukehren“, sagte Rülke.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende ging mit den Grünen scharf ins Gericht: „Von den vier Ver-kehrswegen Straße, Luft, Schiene und Wasser haben die Grünen schon zwei in die Wüste geschickt, nämlich Straße und Luft. Jetzt verabschieden sich die Grünen auch von der Schiene. Somit verbliebe für die Fortbewegung in einem Baden-Württemberg, in dem die Grünen die Macht übernommen hätten, nur noch der Wasserweg. Kaiser Wilhelm II. hat einst gesagt: ‚Die Automobile werden wieder verschwinden, die Zukunft gehört dem Pferd.‘ In der Tradition von Kaiser Wilhelm II. sagt Winfried Kretschmann heute: ‚Autos, Flugzeuge und Züge werden verschwinden. Die Zukunft gehört dem Floß.‘ Und so jemand will das Land regieren. Und die einst stolze SPD biedert sich auch noch als Juniorpartner an!“ Nach den Worten von Rülke würde das Land ein einseitiger Ausstieg aus Stuttgart 21 bis zu 1,4 Milliarden Euro Schadenersatz kosten. Er wünsche der Opposition von Grünen und SPD viel Vergnügen dabei, dies dem Steuerzahler in Baden-Württemberg zu erklären. Rülke: „Viel Vergnügen auch bei künftigen Verhandlungen mit dem Bund. Mit Hohn und Spott würden wir bedacht. In Berlin würde es heißen, da kommen sie, die Baden-Württemberger. Sie verhandeln knallhart, bis sie das Geld haben – anschließend geben sie es aber wieder zurück“.Weiter kritisierte Rülke, dass diejenigen, die Stuttgart 21 über Jahre mit allen Mitteln bekämpft und verzögert haben, jetzt die durch Verzögerungen eingetretenen Kostensteigerungen beklagen. Beim angeblichen Alternativprojekt Kopfbahnhof 21 gebe es keine ernstzu-nehmende Planung, kein Geld, das zur Verfügung stehe, aber dafür eine Streckenführung durch dicht besiedeltes Gebiet im Neckartal. Rülke: „Es müsste K 22 heißen, denn frühestens dann hätte es Realisierungschancen. Im Übrigen sollten die sogenannten Parkschützer einmal die Frage beantworten, wie viele Bäume denn für die vorgesehene Trassenführung von zwei neuen Gleisen unter dem Rosensteinpark gefällt werden müssten.“ Der SPD hielt der FDP-Fraktionsvorsitzende vor, erst für Stuttgart 21 zu sein und dann das Bahnprojekt für unumkehrbar zu erklären. Dann wolle die SPD plötzlich eine Volksabstimmung und scheue dabei nicht davor zurück, die Verfassung zu verbiegen. „Am Ende wollen die Sozialdemokraten dann eine neue Verfassung, damit die Spielregeln und die Machtinteressen der SPD so zusammengebracht werden können, dass es für die angestrebte Junior-partnerschaft mit den Grünen reicht.“ Im Übrigen sei nicht ersichtlich, so Rülke, weshalb eine Volksabstimmung zur Befriedung beitragen sollte. Die Stuttgart-21-Gegner hätten die demo-kratischen Mehrheitsentscheidungen bisher nie anerkannt. Rülke: „Die Gegner des Projekts behaupten, die Mehrheit in den demokratischen Gremien habe nur deshalb für Stuttgart 21 gestimmt, weil sie falsch informiert war. Aus dieser dreisten Behauptung schließe ich, dass viele der Stuttgart-21-Gegner auch das Ergebnis einer Volksabstimmung nicht anerkennen würden, sondern der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger ebenfalls vorwerfen, sie sei falsch informiert gewesen. Um dann anschließend zu verkünden, der Kampf gegen Stuttgart 21 gehe weiter.“ Nach den Worten von Rülke wünscht sich die FDP für die Zukunft jedoch mehr direkte Demokratie durch die Bürgerschaft. Bürgerentscheide müssten aber zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt werden, und nicht, wenn alle zuständigen Parlamente und Gremien ein Projekt mit demokratischer Mehrheit längst verabschiedet hätten. Der FDP-Fraktionsvorsitzende kündigte an, im bevorstehenden Wahlkampf dafür einzutreten, dass für ein Volksbegehren nicht mehr ein Sechstel, sondern nur noch ein Zehntel der Wahlberechtigten erforderlich sei. Außerdem solle ein Volksentscheid schon gültig sein, wenn die Mehrheit ein Fünftel statt ein Drittel der Wahlberechtigten ausmache. Rülke: „Die FDP bekennt sich ohne Wenn und Aber zu einem Projekt, das unserem Land eine hochleistungsfähige Infrastruktur innerhalb der europäischen Magistrale zwischen Paris und Preßburg und eine zeitgemäße Anbindung von Landesmesse und Landesflughafen bringt.“

Friedliche Proteste durch Gruppe von Agressoren überlagert – Mediationsverfahren notwendig – Die FDP/DVP-Fraktion hat sich in ihrer heutigen Sitzung ausführlich von Innenminister und Polizeiführung über den Polizeieinsatz am 30. September 2010 informieren lassen. „Die Ausführungen des Ministers und das vorgelegte Bildmaterial machten deutlich, dass der Polizeieinsatz im Schlossgarten im Zusammenhang mit der Einrichtung der Baustelle für Stuttgart 21 verhältnismäßig war und die im Grunde friedlichen Proteste durch einen Kern aggressiver Demonstranten überlagert wurden“, sagten Fraktionsvorsitzender Dr. Hans-Ulrich Rülke und der innenpolitische Sprecher Hagen Kluck. Damit so etwas nicht wieder geschieht, bekräftigte Rülke den FDP-Vorschlag zu einem Mediationsverfahren: „Damit Sachar-gumente wieder in den Vordergrund treten, brauchen wir eine unabhängige Persönlichkeit, die Befürworter und Gegner dieses Jahrhundertprojekts wieder an einen Tisch holt“.

Die FDP erwartet nach den Worten ihres innenpolitischen Sprechers Hagen Kluck, dass die Polizei trotz der Geschehnisse an ihrer Strategie der Deeskalation festhält: „Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm ist so gut, dass es der Bevölkerung erklärt werden kann“. Die Fraktion fordert die friedlichen Demonstranten auf, sich von dem immer größer werdenden aggressiven Kern nicht zu strafbaren Handlungen drängen zu lassen. „Die Blockade von Baustellen und das Besetzen von Einsatzfahrzeugen der Polizei sind durch das demokratische Demonstrationsrecht nicht legitimiert“, betont Kluck. Mittlerweile hätten auch Organisatoren des Protestes offen zugegeben, dass es ihnen nicht um den Schutz von Bäumen oder Mineralquellen, sondern sowohl um die Diskreditierung demokratisch gefasster Mehrheitsentscheidungen als auch um die Landtagswahl gehe. Die FDP appelliert an Eltern und Lehrer, der Instrumentalisierung von Kindern und Jugendlichen bei diesen Protesten entgegenzuwirken. „Wer Kinder und Jugendliche zur Teilnahme an unkalkulierbaren Protestaktionen ermutigt und darin demokratischen Anschauungsunterricht sieht, befindet sich auf einem gefährlichen Irrweg“, erklärt die bildungspolitische Sprecherin Dr. Birgit Arnold. Sie fordert eine bessere Zusammenarbeit zwischen Stuttgarter Ordnungsbehörde, Polizei und Bahn, damit ordnungsgemäß angemeldete Demonstrationen in berechenbaren Bahnen bleiben.

FDP-Landtagsfraktion lehnt eine Änderung der Landesverfassung ab – Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, hat die neuerliche Kehrtwende der Landes-SPD scharf kritisiert.

Nachdem die SPD noch vor wenigen Wochen das Projekt Stuttgart 21 als unumkehrbar bezeichnet hatte, schlug sie in dieser Woche vor, die Regierungsmehrheit solle im Landtag gegen sich selber stimmen, um doch noch einen Volksentscheid zu ermöglichen. In einer erneuten Kehrtwende sei SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel jetzt von diesem absurden Vorschlag abgekommen und habe einen neuen skurrilen Vorschlag entwickelt. Nun schlage Schmiedel plötzlich vor, die Landesverfassung zu ändern, um zu einem Volksentscheid zu kommen. Aus der Sicht Rülkes tut die Landes-SPD alles, um künftig nicht mehr ernst genommen zu werden. „Als jemand, der vom Sport kommt, habe ich ein Problem damit, wenn jemand bei Halbzeit die Spielregeln ändern will, nur weil ihm der Spielverlauf nicht passt“, sagte der FDP-Fraktionschef.