Zur Meldung, wonach Verkehrsminister Hermann keine zeitliche Differenzierung von Fahrverboten für Euro-4- und Euro-5-Diesel anstrebe, sondern einen frühesten Beginn der Verbote ab 1. September 2019 anstrebe, da es im Realbetrieb tatsächlich häufig so sei, dass Euro-4-Diesel weniger Stickoxide emittierten als Euro-5-Diesel sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP/DVP Landtagsfraktion Jochen Haußmann:

„Offenbar hat unser grüner Verkehrsminister im Rahmen seiner Strategie zur Durchsetzung von Fahrverboten in Stuttgart die Taktik angepasst. Es bleibt aber unklar, ob es an der Vermeidung eines Koalitionskrachs liegt oder weil er erkennen musste, dass das tatsächliche Abgasverhalten von Euro-4-Dieseln teilweise besser als das von Euro-5-Dieseln ist. Letzte Woche hat er in der Antwort auf meinen Landtagsantrag noch eine zeitliche Differenzierung vorgesehen, nun fasst er die Termine zusammen. Das Bundesverwaltungsgericht hat den 01. September 2019 als frühestmöglichen Termin für Euro-5-Diesel genannt. Diesen Zeitpunkt nimmt sich der grüne Verkehrsminister nun prompt zum Ziel. Vermutlich war ihm das Risiko des noch kürzlich betonten stufenweisen Vorgehens zu hoch. Denn vor dem Hintergrund des tatsächlichen Abgasverhaltens hätte er damit rechnen müssen, dass bei einer Klage gegen seinen neuerlichen Luftreinhalteplan das Fahrverbotskonstrukt wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen wäre. Ich bleibe dabei: Fahrverbote sind unverhältnismäßig. Es gilt alle anderen Handlungsoptionen zu ziehen, die die Luft verbessern. “

Der bildungspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern, sagte zur Ankündigung der grün-schwarzen Landesregierung, den Ethikunterricht auszubauen:

„Bei aller Freude darüber, dass der Ethikunterricht in Zukunft ab Klasse 5 angeboten werden soll: Die bisherigen Regierungen unter Ministerpräsident Kretschmann haben dieses wichtige bildungspolitische Vorhaben schon über sieben Jahre verschleppt. Bereits seit dem Jahr 2011 hat der ehemalige Ethiklehrer das Amt des Ministerpräsidenten inne. Hätten sich er, seine grüne Fraktion und die jeweiligen Koalitionspartner zügig an den Ausbau des Ethikunterrichts gemacht, könnte nun schon an den Grundschulschulen Ethikunterricht stattfinden. Stattdessen setzten die Grünen andere bildungspolitische Prioritäten, die wie beispielsweise die privilegierte Gemeinschaftsschule wenig finanzielle Mittel für andere Vorhaben im Bildungsbereich übrigließen.“

Darüber hinaus forderte Timm Kern die Landesregierung auf, es nicht beim geplanten 1. Schritt zu belassen, sondern den Ausbau zügig weiterzuverfolgen. Kern: „Das Ziel muss Ethikunterricht und islamischer Religionsunterricht neben dem bereits bestehenden Religionsunterricht ab Klasse 1 sein. Mit dem Ethikunterricht sollte von Anbeginn ein alternatives Angebot des Wertediskurses für Schüler bereitstehen, die nicht an einem konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen wollen. Und eine Unterweisung junger Muslime auf der Basis eines mit unserem Grundgesetz in Einklang stehenden Islam durch Lehrkräfte, die an staatlichen oder an staatlich anerkannten Hochschulen und Lehrseminaren in Deutschland ausgebildet wurden, ist nach Auffassung von uns Freien Demokraten das beste Mittel, islamistischen Hasspredigern den Boden zu entziehen.“

Anlässlich einer Landtagsdebatte zur Realschule warf der bildungspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern, der grün-schwarzen Landesregierung vor, mit ihrem Realschulkonzept lediglich einen weiteren faulen Komplementärkompromiss zu Lasten der Schülerinnen und Schüler geschlossen zu haben. Kern:

„Der Realschulreform der ehemaligen grün-roten Landesregierung war von einem grundlegenden Misstrauen gegenüber den Realschullehrern geprägt. Ihnen wurde vorgeschrieben, dass sie nur im Ausnahmefall Klassen auf unterschiedlichen Leistungsniveaus bilden und ansonsten nach der Methode der Gemeinschaftsschulen binnendifferenziert zu unterrichten hatten. Vergeblich hat die FDP/DVP Fraktion damals beantragt, die Entscheidung über Bildung leistungsdifferenzierter Klassen denen zu überlassen, die sie am besten treffen können: den Lehrerinnen und Lehrern an den Realschulen.“

Dass die grün-schwarze Regierung Kretschmann II das Realschulgesetz der grün-roten Regierung Kretschmann I teilweise wieder zurücknahm, hätten deshalb laut Kern die Freien Demokraten im Landtag begrüßt. „Leider mussten wir dann aber feststellen, dass auch das neue Realschulgesetz einen schmerzlichen grünen Kratzer hatte: Die Realschullehrer erhielten ihre pädagogische Freiheit nämlich erst ab Klasse 7 zurück. Die Orientierungsstufe in den Klassen 5 und 6 blieb bestehen. Das heißt konkret, dass das Sitzenbleiben am Ende von Klasse 5 bleibt abgeschafft bleibt und dass es in den beiden Jahrgangsstufen keine Kurse auf unterschiedlichen Leistungsniveaus geben darf“, so Timm Kern.

Die Rückabwicklung stelle damit wieder einmal einen Komplementärkompromiss dar, wie er gerade für die Bildungspolitik der grün-schwarzen Koalition typisch geworden sei. Kern hierzu: „Die CDU feierte sich für die Aufhebung des Verbots zur äußeren Differenzierung und zur Gesichtswahrung der Grünen diente die beibehaltene Orientierungsstufe. Was aber für den einzelnen Schüler das Beste wäre, das spielt im Kalkül dieser Koalition keine Rolle. Dabei wäre es in Baden-Württemberg dringend erforderlich, nur nach der besten Bildung für jeden einzelnen zu fragen und durch einen Schulfrieden Ruhe und Verlässlichkeit in unsere Schulen zu bringen.“

Zur artenschutzrechtlich erforderlichen Umsiedlung mehrerer Tausend Eidechsen für das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ erklärte die Stuttgarter Landtagsabgeordnete und Sprecherin der FDP/DVP-Fraktion für Umweltschutz, Gabriele Reich-Gutjahr:

„Wir alle wollen seltene Tier- und Pflanzenarten schützen. Wir können beim europäischen und deutschen Artenschutzrecht aber inzwischen des Öfteren die Auswirkungen eines Konstruktionsfehlers beobachten: Wirtschaftsbranchen oder Verkehrsinfrastrukturen, die nebenbei wertvolle Biotope für Amphibien und Reptilien schaffen, haben zusehends mit dem Fluch der guten Tat zu kämpfen. Dass Eidechsen oft auf Flächen der Bahn zu finden sind, hat schlicht damit zu tun, dass sie sonnige Schotterflächen lieben. Durch den starren Artenschutz wird aber ausgerechnet die Bahn abgestraft, die diese Biotope einst geschaffen hat. Dass die Mopsfledermäuse die Tunnels der südbadischen Sauschwänzlebahn als Winterquartier gewählt haben, wird nun ausgerechnet dem Betrieb der Museumsbahn zum Verhängnis. Und genauso widersinnig ist es, eine Kartierung nach der europäischen FFH-Richtlinie über einen Steinbruch zu legen, wenn sich dort infolge des wirtschaftlichen Gesteinsabbaus Kammmolch und Gelbbauchunke niederlassen. Wir brauchen eine Dynamisierung des Artenschutzes, welche gesunde und stabile Gesamtpopulationen in den Fokus rückt, und nicht jedes einzelne Exemplar. Sonst wird der Artenschutz irgendwann unbezahlbar.“

Der Sprecher für berufliche Bildung der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Klaus Hoher, sagte zur Bilanz des Ausbildungsbündnisses und zur Vorstellung eines neuen Landeskonzepts zur Beruflichen Orientierung:

„Dass die Berufsorientierung an den Schulen einen höheren Grad der Verbindlichkeit bekommen soll, unterstützen wir Freie Demokraten ausdrücklich. Vor allem von Praktika in Betrieben versprechen wir uns, dass junge Menschen die Chancen erkennen, die ihnen mancher Beruf für ihr Leben eröffnet. Dass eine Untersuchung ergeben hat, dass nur 28 Prozent der Abgänger von Haupt-, Werkreal- und Realschulen direkt in eine Berufsausbildung übergehen, sollte die Landesregierung zu einem grundlegenderen Umdenken veranlassen. Die ehemalige grün-roten Regierungskoalition hat ihre Bildungspolitik dem Ziel verschrieben, ‚dass mittelfristig mindestens 50 Prozent eines Altersjahrgangs im Lauf ihres Lebens ein Hochschulstudium abschließen‘. Die Gemeinschaftsschule wurde deshalb mit dem Versprechen eingeführt, dass hier alle Abschlüsse einschließlich Abitur erworben werden könnten. Leider führt die jetzige grün-schwarze Landesregierung diese Politik der Vorgängerregierung weitgehend fort und führt nun beispielsweise Oberstufen an den Gemeinschaftsschulen ein. Solange Grüne und CDU durch ihr Handeln weiterhin das Signal aussenden, das Menschsein fange erst beim Abitur oder gar erst bei einem Studienabschluss an, können wir ihnen nicht abnehmen, dass sie sich ernsthaft für die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung einsetzen.“

 

Zur Steuerschätzung für Baden-Württemberg erklärt der finanzpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Gerhard Aden:

„Wie erwartet kann das Land für 2018 und 2019 nochmal mit deutlichen Mehreinnahmen rechnen. Man könnte nur den Kopf schütteln, wenn das Geld wieder in Rücklagen geparkt werden würde, denen man das Etikett der „impliziten Schuldentilgung“ aufklebt, und die angesichts der Konjunkturlage nur die Baupreise anheizen.

Ginge es nach der FDP, hätten wir bis 2020 jetzt schon mehr als 5 Milliarden Schulden getilgt, geht es so weiter, kämen wir dann schon unter die 40 Milliarden-Grenze bei den Altschulden. Das würde bei anziehenden Zinsen den Haushalt dauerhaft entlasten, und nicht nur Strohfeuer wir bei der Komplementärkoalition entfachen. Die Koalition kann jetzt die homöopathische Tilgung von 250 Millionen pro Jahr erhöhen, und erhält dann wenigstens ein größeres Feigenblatt.“

Der FDP/DVP Fraktionsvorsitzende, Dr. Hans-Ulrich Rülke,  bezeichnet die Kritik des Landesvorsitzenden der Polizeigewerkschaft, Ralf Kusterer, zum Einsatz von zwei Praktikanten der Polizei beim Einsatz in Ellwangen zur Abschiebung eines Togoers als „völlig berechtigt“. Rülke dazu wörtlich:

„Das gehörte zu den Fragen, die die FDP/DVP Fraktion gestern bei der Debatte im Landtag an den Innenminister gestellt hat, aber keine Antwort bekam. Stattdessen hat Minister Strobl mit Beschimpfungen und Beleidigungen gegenüber der Opposition von seinen eigenen Fehlern in der Ellwangen-Angelegenheit abzulenken versucht.

Es wird deutlich, dass der Innenminister es nicht schafft, der Polizei das Personal zur Verfügung zu stellen, das notwendig ist, damit es rechtsfreie Räume, wie in Ellwangen in der vergangenen Woche, nicht mehr geben kann.“

Die FDP/DVP Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg unterstützt die Forderung des Landesfrauenrats, zum Zwecke einer frauenfreundlichen Reform des Landtagswahlrechts in Baden-Württemberg ein Bürgerforum einzusetzen.

„Es ist uns ein dringendes Anliegen, mehr Frauen in den Landtag von Baden-Württemberg zu bringen. Deshalb kämpfen wir an der Seite des Landesfrauenrats dafür, dass die Landtagspräsidentin ein Bürgerforum einsetzt, das über eine frauenfreundliche Reform des Landtagswahlrechts nachdenkt.“ So der FDP/DVP Fraktionsvorsitzende, Dr. Hans-Ulrich Rülke, nach einem Gespräch mit dem Vorstand des Landesfrauenrats in Stuttgart.

Rülke sicherte zu, Landtagspräsidentin Muhterem Aras aufzufordern, diesen Vorschlag des Landesfrauenrats umzusetzen, der auch vom grünen Landesparteitag am vergangenen Wochenende beschlossen wurde. „Frau Aras hat den Landesfrauenrat, die FDP/DVP Fraktion und den eigenen Parteitag hinter sich. Jetzt sollte sie auch mit der Politik des Gehörtwerdens ernst machen und handeln!“ So Rülke abschließend.

Anlässlich der ersten Beratung des Gesetzentwurfs der Landesregierung „Gesetz zur Anpassung des allgemeinen Datenschutzrechts“ sagte der rechtspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Nico Weinmann:

„Am 25.05.2018 treten mit der Datenschutzgrundverordnung die wichtigsten Regelungen zum europäischen Datenschutz in Kraft. Seit Mai 2016 ist der Termin bekannt, im Juni 2017 wurde das Bundesdatenschutzgesetz entsprechend angepasst. Nun endlich gelingt auch der Landesregierung die Vorlage eines Gesetzentwurfes zur Änderung des Datenschutzrechts des Landes. Nicht nur, dass der Entwurf erst nach dem 25.05.2018 in Kraft treten wird. Der Gesetzentwurf, so zeigen nicht zuletzt die Einschätzungen des Landesbeauftragten für den Datenschutz und des Anwaltsverbands, ist auch noch an vielen Stellen fragwürdig formuliert. Wir halten daher eine Anhörung des Gesetzentwurfs für zwingend und haben diese mit der SPD zusammen beantragt. In der aktuellen Fassung ist der Gesetzentwurf für uns nicht zustimmungsfähig.

Neben rechtlich fragwürdigen Regeln empfinden wir es als ärgerlich, dass Behörden vor Bußgeldern wegen Verstößen gegen den Datenschutz geschützt werden. Es kann nicht sein, dass die Politik Bußgelder ermöglicht, die Unternehmen ruinieren können und den moralischen Zeigefinger erhebt, sich selbst aber entspannt zurücklehnt, weil den eigenen Behörden nichts passieren kann.“

Zur heutigen Aktuellen Debatte über die Europapolitik erklärt der europapolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Prof. Dr. Erik Schweickert:

„Die CDU beantragt eine aktuelle Debatte zur Zukunft der EU – so viel Mut sieht man dort selten. Denn die Herumeiereien der Großen Koalition in Berlin auf die Vorschläge des französischen Staatspräsidenten kann man wohl kaum herausstellen. Einen europäischen Wirtschaftsministerrat als angebliche Antwort auf den Wunsch nach stärkerer Verflechtung ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Dabei sind die Vorschläge von Herrn Macron es wert, ernsthafter begegnet zu werden.

Und im Land? Hier schafft es die Landesregierung sogar, in verschiedenen Bundesratsausschüssen unterschiedlich abzustimmen. Das schwächt unser Gewicht im Bundesrat, und auch im europäischen Konzert der Regionen. So fallen wir als aktueller Präsident der ‚vier Motoren für Europa‘ eher aus.“

Zur Genanalyse, wonach der Tod von 43 Schafen bei Bad Wildbad auf denselben Wolf zurückzuführen ist, der dort schon am 26. November 2017 drei Schafe gerissen hatte, sagte der naturschutzpolitische Sprecher der FDP/DVP Fraktion, Andreas Glück:

„Die dauerhafte Ansiedlung des Wolfes im Nordschwarzwald ist nunmehr amtlich. Minister Unterstellers bisherige Argumentation, die Aufnahme des Wolfs in das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) stelle sich anders als beim ebenfalls streng geschützten Luchs nicht, da der Wolf bisher stets nur kurzfristig in Baden-Württemberg aufgetreten sei, ist somit vollends hinfällig“ (siehe dazu: Antrag der Fraktion der FDP/DVP, Wolfsmanagement in Baden-Württemberg, Landtagsdrucksache 16/787). Da sich selbst der jagdpolitische Sprecher der Fraktion der Grünen beim Landesjägertag zur Frage der Überführung des Wolfs ins JWMG grundsätzlich offen gezeigt habe, erwarte er eine baldige Kurskorrektur von Umweltminister Untersteller, sagte Glück. „Seinen schwarzen Kabinettskollegen Hauk kann er vielleicht übergehen, aber nicht die eigenen Reihen“.

Die FDP/DVP Fraktion hat indessen eine klare Vorstellung davon, wie der Konflikt zwischen dem Wolf und den baden-württembergischen Weidetierhaltern entschärft werden muss. Neben der Aufnahme des Wolfes ins JWMG bei Zuweisung einer ganzjährigen Schonzeit brauche Baden-Württemberg auch eine Wolfsverordnung, die bestehendes Naturschutzrecht bündelt, behördliche Zuständigkeiten bei akuten Problemfällen regelt und Verfahrensabläufe in Gefahrensituationen vereinfacht, erläuterte Glück. „Anstatt dies alles neu zu erfinden, kann sich die Landesregierung an der Wolfsverordnung des Landes Brandenburg orientieren“, sagte der Freie Demokrat. Drittens müssten klare Schadensregelungen getroffen werden, sowohl für Nutztierrisse als auch für Verkehrsunfälle mit Nutztieren, die infolge von Wolfsattacken von ihrer Weide flüchteten.

Der Landtag debattierte heute aufgrund eines Dringlichkeitsantrags der FDP zu den Ereignissen in der LEA Ellwangen. Die Bevölkerung erfuhr erst am 02.05. von den Vorgängen am 30.04., nach Auskunft der Landesregierung hätte eine Information am 30.04. den Polizeieinsatz am 03.05. gefährdet. Auch der Ministerpräsident sei nicht informiert worden.

Die Dringlichkeit der von der FDP beantragten Debatte begründete der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke: „Seit mehr als einer Woche sind die verstörenden Ereignisse um die LEA in aller Munde. Drei Tage dauerte es, bis die Polizei nach der gewaltsamen Verhinderung der Abschiebung eines Togoers das Recht durchsetzte, einen rechtsfreien Zustand beendete. Aussagen der Polizei, eine frühere Reaktion sei unter anderem aufgrund noch nicht vorhandener Einsatzmittel nicht möglich gewesen, werfen Fragen nach der Einsatzfähigkeit der Polizei auf. Auch die Kommunikationspolitik der Landesregierung sorgt für Irritationen. Wie kann eine Veröffentlichung der Ereignisse am 30.04. einen Polizeieinsatz gefährden, die öffentliche Debatte am 02.05. aber nicht? Warum wurde noch nicht einmal Ministerpräsident Kretschmann informiert? Auf diese und weitere Fragen reagiert die Landesregierung nur mit Floskeln.  Es ist daher dringend erforderlich, im Landtag klare Aussagen der Regierung einzufordern.

Genauso wichtig ist es, dass sich der Landtag hinter die Polizei stellt und die Angriffe verurteilt. Dass die Koalition hierzu nicht selbst die Initiative ergreift, sondern einen Dringlichkeitsantrag der FDP benötigt, ist beschämend.“

Der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Prof. Dr. Ulrich Goll, blickt auf die Debatte: „Leider hat der Innenminister die heutige Debatte im Plenum nicht genutzt, die offenen Fragen zu beantworten. Offensichtlich will er wie im Fall des verratenden Einsatzes verdeckter Kräfte in Sigmaringen die Sache aussitzen. Der inneren Sicherheit, der Bevölkerung und der Polizei erweist Minister Strobl so einen Bärendienst. Wer kann noch sicher sein, dass der Innenminister erforderliche Konsequenzen aus den zumindest zeitweise erfolgreichen Angriffen auf den Rechtsstaat zieht, wenn er diese herunterspielt. Wer kann noch darauf vertrauen, dass die Sicherheit in Frage stellende Vorgänge publik werden, wenn der Innenminister die Information der Öffentlichkeit von der Frage abhängig macht, wie dies seine Außenwirkung beeinflusst?

Wir geben uns mit der heutigen Debatte nicht zufrieden. Wir werden nun schriftliche Antworten auf die offenen Fragen fordern: Warum fehlten der nach den Worten Strobls bestens ausgestatteten Polizei wesentliche Ausrüstungsmaterialien, die eine frühere Reaktion verhinderten? Warum informierte der Innenminister nicht den Ministerpräsidenten von den Vorgängen in Ellwangen, wo er nach dem Weggang des Staatssekretärs Jäger doch die innere Sicherheit zur Chefsache machen wollte? Hatte er Angst, die Grünen würden die Sache publik machen, er würde tagelang als handlungsunfähig dastehen? Wie waren die Zustände in der LEA insgesamt, wenn auch interne Verlegungen an der massiven Gegenwehr Bewohner scheiterten?“

Zur Pressemitteilung des Verfassungsgerichtshofes für das Land Baden-Württemberg, wonach am 3. Mai 2018 zwei Verfassungsbeschwerden gegen die Gebührenpflicht internationaler Studierender eingegangen sind, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Wissenschaft der FDP-Landtagsfraktion, Nico Weinmann:

„Die Verfassungsbeschwerden gegen die vielgescholtene sogenannte „Ausländermaut“ an den Hochschulen im Land bestätigen den Kurs der FDP-Landtagsfraktion, insbesondere soweit es um die diskriminierende Wirkung der Gebühren geht. Allein die Vorgaben der Landesverfassung lassen daran zweifeln, ob die faktische soziale Selektion unter den Studierenden von außerhalb der EU zu halten ist. In mehreren Anträgen haben wir bereits beleuchtet, ob die Ausnahmeregelungen für besonders belastete Studierende funktionieren oder diese tatsächlich durch Stipendien entlastet werden, wie es die Landesregierung bei Einführung des Gesetzes versprochen hat. Denn gerade die Ausnahmemöglichkeiten durch hochschulindividuelle Satzungen wurden von der Wissenschaftsministerin vorgebracht, um soziale Härten abzufedern. Bedauerlicherweise verstärkte jede einzelne Antwort aus dem Wissenschaftsministerium das Bild, dass die Umsetzung landesweit höchst unterschiedlich gelingt und mancherorts die Zahl der nun gebührenpflichtigen ausländischen Studierenden dramatisch einbrach.

Wir bleiben weiterhin der Auffassung, dass nur allgemeine, nachlaufende Studiengebühren geeignet sind, die Studierenden diskriminierungsfrei und moderat an den Kosten ihrer Ausbildung zu beteiligen.“

Zur Meldung, Ministerpräsident Kretschmann habe mit Blick auf die Polizeieinsätze in der LEA Ellwangen gesagt, die Einsätze würden nicht seiner Kritik unterliegen, es habe sich um eine ernste Situation gehandelt, interne Kommunikationsabläufe kommentiere er in der Öffentlichkeit nicht, zugleich habe er deutlich gemacht, dass alles zu seiner vollen Zufriedenheit abgelaufen sei, die Vorwürfe des Staatsversagens habe er als „ungeheuerlich“ zurückgewiesen, sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Beim Versuch, den mehrfach angeschlagenen Innenminister und damit die schwankende grün-schwarze Koalition über Wasser zu halten, agiert Ministerpräsident Kretschmann alles andere als souverän. Offensichtlich ist der Widerspruch, den Polizeieinsatz nicht bewerten zu wollen, dann aber zum Ergebnis zu kommen, alles sei zur vollen Zufriedenheit abgelaufen. Der Ministerpräsident verlängert damit die Liste peinlicher Äußerungen der Landesregierung zur Situation in Ellwangen in der letzten Woche.

Offenbar hofft die grün-schwarze Koalition wie im Fall Sigmaringen, die Diskussion der Vorgänge in Ellwangen mit Worthülsen und Verunglimpfungen abwürgen zu können. Wir werden sehen, ob sie morgen im Landtag bereit und in der Lage ist, die zahlreichen Fragen der Opposition und der Bürger zu beantworten. Denn nicht nur die Opposition fragt sich, was es anderes war als das Entstehen eines rechtsfreien Raumes, wenn die Polizei in Ellwangen der übermächtigen Gewalt weichen musste und erst Tage später wiederkommen konnte. Und natürlich ist auch die von der Landesregierung getragene Kommunikationsstrategie fragwürdig, die die Öffentlichkeit zunächst von Informationen ausschließt und so dafür sorgt, dass die Landesregierung nicht tagelang als handlungsunfähig dasteht.“

„Ein jämmerlicher Zustand der gegenseitigen Blockade, die in zentralen Punkten der Landespolitik einem Regierungsversagen gleichkommt“– mit diesen scharfen Worten  zieht der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, in einer Pressekonferenz das Fazit über zwei Jahre grün-schwarzer Landesregierung. So stellt er fest, dass von der vom Ministerpräsidenten vielbeschworenen „Komplementärkoalition“ zwischen Grünen und CDU nichts mehr übrig sei – „außer Streit und gegenseitiger Verweigerung an allen Ecken“, so Rülke wörtlich. „Die Auftritte  zuletzt bei der trotzigen Weigerung der CDU-Fraktion, den Koalitionsvertrag bei der Änderung des Landtagswahlrecht zu erfüllen und das Schauspiel mit der Rache der Grünen bei der Wahl der Landtagsvizepräsidentin waren schon peinlich genug“, so Rülke. Das seien nach seinen Aussagen letztendlich formale Streitpunkte gewesen. „Viel dramatischer ist, dass die Menschen in diesem Land miterleben müssen, dass diese Landesregierung mittlerweile nicht mehr in der Lage ist, drängende Probleme anzugehen“, kritisiert Rülke.

Als erstes Beispiel nannte er die Innere Sicherheit. So müssten die Bürgerinnen und Bürger nach Aussage Rülkes zunehmend feststellen, dass die Behörden beispielsweise die Sicherheit um die Flüchtlingseinrichtungen im Land nicht mehr gewährleisten könnten. „Die Landesregierung musste meiner Fraktion gegenüber sogar zugeben, dass ihr der Überblick über alle existierenden Flüchtlingseinrichtungen landesweit fehlte“, so Rülke, „da sind Vorgänge wie die Unruhen vor wenigen Tagen in Ellwangen und die geplanten und teilweise zurückgenommenen  Sicherheitsmaßnahmen in Sigmaringen, die ein profilierungssüchtiger Innenminister Strobl ausplaudern musste, nur die Spitze.“ Er stellt fest, dass dies bei der Bevölkerung den fatalen Eindruck eines unzureichenden Sicherheitsangebotes hinterlassen müsste. Dazu käme erschwerend, dass die Landesregierung nach Aussage Rülkes ganz offensichtlich außerstande sei, gemeinsam weitere rechtliche Grundlagen zu schaffen und durchzusetzen. So nannte er als Beispiele die sichere Altersfeststellung bei mittleren Flüchtlingen, bei denen der grüne Sozialminister ein weiteres Vorgehen bremse oder auch die stagnierende Anzahl der durchgeführten Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber.

Grundlegend für die Sicherheit sei immer noch eine einsatzfähige und ausreichend ausgestattete Polizei, stellt Rülke fest. Hier sei der zögerliche Umgang mit den Korrekturen bei der voncs der Vorgängerregierung auf die Wege gebrachten Polizeireform ein gutes Beispiel für folgenschwere Tatenlosigkeit, so Rülke. „Doch es sind nicht nur die von den Experten ständig kritisierten falschen Strukturen. Es ist schlicht der Mangel an Nachwuchskräften, der die Innere Sicherheit in Baden-Württemberg schwächt“, so Rülke. So hätte die grün-schwarze Landesregierung nach Aussage Rülkes wertvolle Zeit verloren, um eine Erhöhung der Ausbildungskapazitäten bei der Polizei überhaupt auf den Weg zu bringen. Dies sei einer der Gründe, weshalb die Landesregierung ihrer vollmundigen Ankündigung nach Verstärkung der Polizeistärke nicht nachkommen könnte, so Rülke. „Wenn wir dann sehen müssen, wie die Grünen bei der eigentlich im Koalitionsvertrag vereinbarten Einführung des freiwilligen Polizeidienstes jegliche Umsetzung verhindern und wenn wir erleben, wie hilflos das Land gegenüber organisierten Schlägertruppen mit engen Beziehungen zur türkischen Staatsführung gegenübersteht, dann macht sich nicht nur bei uns die Erkenntnis breit, dass dieses Land mit einem Innenminister geschlagen ist, der wahlweise die Übersicht verloren hat oder sich von den Grünen die Politik diktieren lässt“, kritisiert Rülke scharf.

Als „gutes Beispiel, wie die CDU augenscheinlich außerstande ist, lupenreine Ideologiepolitik der Grünen zu verhindern“ bezeichnete Rülke die von der Landesregierung geplanten Fahrverbote aufgrund Abgaswerten. „Viele Menschen in Baden-Württemberg, die bis vor wenigen Jahren im guten Glauben ein Dieselauto gekauft haben, sehen sich nun auf der Anklagebank“, kritisiert Rülke. So hätte Verkehrsminister Hermann nach dem Urteil des Stuttgarter Verwaltungsgerichts zu möglichen Fahrverboten angesichts von zu hohen Stickoxidwerten eine Revision gegen den Willen der CDU verhindert und durch die „Sprungrevision“ vor das Bundesverwaltungsgericht bewusst alle seitherigen faktischen Änderungen in Bezug auf die Luftverbesserung außen vor gelassen. Seither gefielen sich führende Vertreter der CDU nach Aussage Rülkes darin, die Verhinderung von Fahrverboten immer wieder zu fordern. „Verkehrsminister Hermann gefällt sich allerdings darin, mit konkreten Fahrverbotsplänen für die Stuttgarter Innenstadt für Dieselfahrzeuge ab 2019 bereits fertige Fakten zu schaffen“, so Rülke und kritisiert weiter: „Das wird nicht nur ein Problem für tausende Anwohner und Gewerbetreibende in Stuttgart, die hoffen müssen, mit der Gnade einer Ausnahmeregelung der Stilllegung ihres Dieselfahrzeuges zu entgehen. Das bedeutet nachhaltigen Schaden für den Automobilstandort Baden-Württemberg, der in diesem Bereich mit den Zulieferbetrieben tausende Arbeitsplätze aufweist und dessen Ruf als technologischer Spitzenstandort nun durch diese Landesregierung weltweiten Schaden erleiden muss.“ Der grüne Verkehrsminister sei in seiner Feindschaft gegenüber dem Automobilverkehr ungebremst, stellt Rülke fest. „Der grüne Verkehrsminister macht seine ideologische Verkehrspolitik, die CDU darf dazu nur ein paar Geräusche machen“, stellt Rülke fest.

„Dramatische Ausmaße“ hätten in der Zwischenzeit nach Aussagen Rülkes die Auswirkungen jahrelanger verfehlter Bildungspolitik angenommen. So hätten alleine die jüngsten VERA 8-Vergleichsarbeiten den dramatischen Absturz der baden-württembergischen Schülerleistungen von Spitzenplätzen auf hintere Ränge bestätigt. „Diese heraufziehende Bildungskatastrophe hat eine Reihe von Ursachen, die diese Landesregierung und die Vorgängerregierung unter Ministerpräsident Kretschmann zu verantworten haben“, so Rülke. Er nennt als Beispiele die nach wie vor existierende Privilegierung der Gemeinschaftsschulen und die Vernachlässigung der Realschulen sowie der Haupt- und Werkrealschulen. „Besonders schmerzlich ist, dass es der CDU nicht gelungen ist, die Grünen von ihrem Akademisierungswahn abzubringen“, kritisiert Rülke. So sei nach seinen Aussagen die berufliche Bildung nach wie vor ein Stiefkind der Landespolitik  – mit gravierenden Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft. In anderen Bereichen seien die Grünen verantwortlich für Verzögerung und Verhinderung: So bei der Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung als Bestandteil der Qualitätsentwicklung, der Wahlfreiheit bei Ganztagesschulen oder der folgenreichen Fortführung von Schulversuchen zum neunjährigen Gymnasium, die nicht zuletzt bei Eltern, Lehrern und kommunalen Schulträgern  für Ratlosigkeit sorge. „Am schlimmsten ist jedoch, dass alle am Schulleben Beteiligten mitbekommen, dass sich die Landesregierung auch weiter mit Schulstrukturen statt der Bildungsqualität beschäftigt, die sich derweil im freien Fall befindet“, mahnt Rülke. „Eine Landesregierung, die das jahrzehntelang führende Bildungsniveau Baden-Württembergs aufgibt, um sich in endlosen ideologischen Strukturdebatten zu verlieren, flutet im übertragenen Sinne die einzige ertragreiche Rohstoffbergwerke, die wir hier besitzen: Wissen und Bildung“, so Rülke.

„Grün-Schwarz ist ganz offensichtlich nicht mehr in der Lage, dieses Land in wichtigen Punkten zu regieren. Nur der Wille zur Macht und das Kleben an Ämtern halten diese Koalition noch zusammen. Sollten Grüne und CDU von der Einsicht überrascht werden, das Land vom Elend dieser Koalition zu erlösen, dann sind wir als FDP bereit, über das zu reden, was die Menschen hier von der Regierung erwarten: Lösungen für Herausforderungen“, so Rülke abschließend.

Zur Abwahl von Dieter Salomon als Oberbürgermeister von Freiburg erklärt der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Gerade einmal 30% für Amtsinhaber Dieter Salomon bei der OB-Wahl in Freiburg sind ein Schlag ins Gesicht für die grün-schwarze Landesregierung. Nachdem sowohl Ministerpräsident Winfried Kretschmann als auch die CDU Salomon im Wahlkampf unterstützt haben, hat Freiburg auch Grün-Schwarz im Land abgewählt.“

Zur Vorstellung einer Studie über die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge durch den Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sagte der FDP/DVP-Fraktionsvorsitzende, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Die Tatsache, dass Minister Hauk im Alleingang und ohne Anwesenheit des grünen Verkehrsministers Hermann eine Studie zur Ladeinfrastruktur von Elektroautos vorstellt, ist ein weiteres Zeichen für den tiefen Zwist in der grün-schwarzen Koalition. Die schwarze Wirtschaftsministerin und der grüne Umweltminister streiten über die Landesbauordnung, der grüne Umweltminister und der schwarze Agrarminister streiten über Wolf und Bieber, der grüne Verkehrsminister und die schwarze Wirtschaftsministerin streiten über mögliche Fahrverbote und nun machen sich der schwarze Minister für Ländlichen Raum und der grüne Verkehrsminister noch gegenseitig die Elektro-Ladesäulen auf dem Land streitig. Jeder in diesem Kabinett tut, was er oder sie gerade will, niemand mehr das, was er eigentlich soll und Ministerpräsident Kretschmann schwebt fernab von all dem präsidial auf Wolke 7. Die Leidtragenden dieser Chaospolitik sind die hart arbeitenden Menschen in diesem Land.“

Zur Ankündigung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten, dass ab August dieses Jahres an jeder einzelnen Schule in seinem Bundesland eine digitale Erfassung des Unterrichtsausfalls möglich sein soll, sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern:

 „Was sich in den Schülerleistungen zeigt, zeigt sich nun auch bei der technischen Aufstellung im Bildungsbereich: Baden-Württemberg rutscht von einem Spitzenplatz auf einen der hinteren Ränge ab. Wieder einmal macht ein anderes Bundesland vor, was auch bei uns längst hätte angegangen werden müssen. Denn um den Unterrichtsausfall zu bekämpfen, muss er erst einmal erfasst werden. Bereits vor einem Jahr habe ich der Kultusministerin in einem Brief das Beispiel Hessens empfohlen, wo es bereits ein Verfahren zur systematischen Erfassung des Unterrichtsausfalls gibt. Frau Eisenmann hat zwar ihr Interesse an diesem Modell signalisiert. Nach wie vor wird der Unterrichtsausfall in Baden-Württemberg aber nur stichprobenartig ermittelt. Eine vollständige Erfassung dürfte auf absehbare Zeit aber auch deshalb schwierig werden, weil es bislang keine landesweit einheitliche Schulverwaltungssoftware gibt. Denn obwohl Baden-Württemberg in einem gemeinsamen Projekt mit Bayern seit dem Jahr 2007 an der Entwicklung der ‚Allgemeinen Schulverwaltungssoftware ASV-BW‘ arbeitet und hierfür nach Auskunft des Kultusministeriums insgesamt 24,5 Mio. Euro ausgegeben hat, ist das Programm bisher nur an 640 der über 4000 Schulen des Landes installiert – was noch nichts über die tatsächliche Nutzung aussagt. In Bayern dagegen ist ASV-BY an allen allgemeinbildenden Schulen verpflichtend im Einsatz. Wie auch die Vorgänge um den geplatzten Start der Bildungsplattform ‚ella‘ zeigen, wird es höchste Zeit, dass die Kultusministerin bei der technischen Aufstellung der Schulen die Beine in die Hand nimmt.“

zu dpa lsw 2161: „Asylsuchender aus Togo soll schnell nach Italien abgeschoben werden“ und PM Innenministerium „Zu den Ergebnissen des Polizeieinsatzes in der Landeserstaufnahmeeinrichtung Ellwangen am 3. Mai 2018“

 

 

 

Zur Meldung und Pressemitteilung des Innenministeriums, wonach der Togolese, der gestern von der Polizei in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Ellwangen festgenommen wurde,  sich in Abschiebehaft befindet und Innenminister Strobl feststellt, „Rechtsfreie Räume, Staatsversagen – das gibt es in Baden-Württemberg nicht“, sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

 

„Angesichts der seit Mittwoch anhaltenden Betonung, in Baden-Württemberg gebe es keine rechtsfreien Räume, muss man sich fragen, ist das eine unbelehrbare Ahnungslosigkeit oder eine unglaubliche Dreistigkeit die Innenminister Strobl an den Tag legt. Wenn die Polizei als Vertreter des Rechtsstaats am Montag nicht vor dem gewalttätigen Mob den Rückzug hätte antreten müssen, wäre der Togolese schon seit Anfang der Woche in Abschiebehaft, zumindest aber im Gewahrsam der Behörden. So sind seine zwei Tage zusätzlicher Freiheit die Verkörperung des vom Innenminister geleugneten rechtsfreien Raums in Ellwangen. Statt dies zuzugeben und der Bevölkerung zu zeigen, man habe endlich verstanden, fördert die Schönfärberei des Innenministers Politikverdrossenheit.

Mit Blick auf die Abschiebung nach Italien ist Bundesinnenminister Seehofer daran zu erinnern, dass er die Bundespolizei so aufstellen muss, dass sie den Togolesen nicht wieder ins Land lässt, wenn er von Italien aus direkt wieder nach Deutschland kommen will.“

Zur heutigen Aussage des Verkehrsministers Winfried Hermann (Grüne), an den geplanten Fahrverboten für Diesel-Autos in der Stuttgarter Innenstadt auch gegen den Willen des Koalitionspartners CDU festhalten zu wollen, sagt der Vorsitzende der FDP/DVP Fraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Fahrverbote in der Stuttgarter Innenstadt bleiben nicht verhältnismäßig. Betroffen wären tausende Anwohner, Pendler, viele Handwerksbetriebe und Transportunternehmen. Mit dieser beabsichtigten Maßnahme aus den Wunschvorstellungen der Grünen wird einer wirtschaftsstarken Großstadt wir Stuttgart nachhaltiger Schaden entstehen. Wieder einmal versucht die CDU, ihr Veto einzulegen. Und es wird sich wieder einmal bestätigen, dass sie damit scheitern wird. Den Kurs gibt in dieser Koalition der Autofeind Hermann vor.“

Zu der mittlerweile amtlich bestätigten Meldung, wonach in Bad Wildbad ein Wolf 32 Schafe gerissen hat, sagt der Vorsitzende der FDP/DVP Fraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Diese Wolfsbeute ist erst der Anfang, wie wir aus anderen Bundesländern wissen. Im Interesse der Viehhalter und der übrigen Bevölkerung ist es höchste Zeit, dass sich die Grünen in Baden-Württemberg von ihrer romantischen Wolfspatenschaft lösen und endlich den Wolf mit ganzjähriger Schonzeit unter die Kontrolle des Jagdrechts stellen. Das hat sich auch bei den geschützten Tierarten wie dem Luchs bewährt. Als dicht bevölkertes Flächenland müssen wir durch bessere Kontrolle verhindern, dass Wölfe zum Problem werden.“

Zur Meldung, wonach in Ellwangen 200 Migranten die Abschiebung eines nun untergetauchten Kongolesen verhindert hätten, die Situation für drei Streifenwagenbesetzungen zu gefährlich gewesen sei und die Anfahrt anderer Polizeikräfte mehrere Stunden gedauert hätte, sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Die Zustände sind alarmierend. Im nach den Worten des Innenministers sichersten Bundesland scheitert Herr Strobl an der Durchsetzung einer Abschiebung, weil der Polizei das Personal fehlt, 200 gewaltbereite Migranten in den Griff zu bekommen. Mit seiner regelmäßigen  Aussage, man werde rechtsfreie Räume nicht dulden, ist der Innenminister wieder einmal gescheitert. Ganz offensichtlich sind seine Vorkehrungen zur Durchsetzung des geltenden Rechts nicht ausreichend. Wir erwarten, dass gegen die die Abschiebung verhindernden Migranten konsequent strafrechtlich ermittelt wird. Es reicht nicht, sich allzu medienwirksam um Maßnahmen in Sigmaringen zu kümmern, bei Problemen in Ellwangen aber nicht zu handeln.“

Zum Polizeieinsatz in Ellwangen und der Situation insgesamt sagte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke:

„Wir unterstützen den Einsatz der Polizei in Ellwangen und hoffen, dass die Strafverfolgungsbehörden ausreichend Material für eine zügige strafrechtliche Ahndung der Vorkommnisse zusammentragen können. Daneben aber gilt es, die Vorgänge in Ellwangen auf mögliche Versäumnisse hin zu untersuchen. Hier ist auch die politische Ebene gefragt:

  • Warum konnte die Polizei nicht bereits am Montag in erforderlicher Mannstärke den Rechtsstaat durchsetzen?
  • Warum standen der Polizei noch am Dienstag nicht Ausrüstungsgegenstände wie Mittel zur Türöffnung zur Verfügung, die für den heute erfolgten Zugriff benötigt wurden?
  • Warum mussten die Belegungspläne der LEA erst noch überprüft werden?

Seit Monaten erzählt uns Innenminister Strobl auf unsere Anfragen hin, die Ausrüstung der Polizei sei vorbildlich, rechtsfreie Räume gebe es vielleicht in Nordrhein-Westfalen, nicht aber in Baden-Württemberg. Offensichtlich aber kann dieser Innenminister und stellvertretende Ministerpräsident mit seiner Landesregierung die Durchsetzung des Rechtsstaats im Moment seiner Gefährdung nicht gewährleisten und es braucht mehrere Tage, bis die Kräfte und das erforderliche Material der Polizei so gebündelt sind, dass sich der Staat auf eine Auseinandersetzung mit kriminellen Gruppen einlassen kann. Man mag sich nicht vorstellen, wie es der Polizei und dem Rechtsstaat ergehen würde, wenn es an zwei Stellen gleichzeitig brennt. Diese kritische Situation ist mit der grün-roten Polizeireform, der Unwilligkeit des Innenministers, Fehler zu korrigieren, und der falschen Asylpolitik der Kanzlerin maßgeblich von einer Politik verursacht worden, die wir als FDP seit Jahren kritisieren.“

Zur Forderung von Agrarminister Peter Hauk, Landwirte und Landesregierung müssten sich mit Blick auf die Rückkehr des Wolfes nach Baden-Württemberg auf den „Tag X“ einstellen und Umweltminister Franz Untersteller müsse diesbezüglich einen Plan für Präventionsmaßnahmen und Haftungsschutz vorlegen, sagte der Sprecher der FDP/DVP-Fraktion für Ländlichen Raum, Dr. Friedrich Bullinger:

„Minister Hauks Forderungen sind zwar richtig, kommen aber viel zu spät. Der Tag X, von dem er spricht, war der 7. Oktober vorigen Jahres, an dem ein Wolf die ersten Schafe in Widdern im Kreis Heilbronn gerissen hat. Der Vorfall vor drei Tagen mit 43 toten Schafen war selbst für Bad Wildbad nach den dortigen Wolfsrissen vom 26. November schon der zweite Tag X. Wie viele Tage X braucht Grün-Schwarz denn noch, um sich über ein brauchbares Wolfsmanagement einigen zu können?“

Die Freien Demokraten haben laut Bullinger klare Vorstellungen davon, wie der Konflikt zwischen dem Wolf und den baden-württembergischen Weidetierhaltern entschärft werden muss. „Erstens gehört  der Wolf noch in diesem Jahr mit ganzjähriger Schonzeit ins Jagd- und Wildtiermanagementgesetz aufgenommen, damit die Jägerschaft ins Wolfsmanagement eingebunden wird und im Notfall Hegeabschüsse möglich sind. Zweitens brauchen wir eine Wolfsverordnung, die bestehendes Naturschutzrecht bündelt, behördliche Zuständigkeiten klar regelt und Verfahrensabläufe in Gefahrensituationen vereinfacht. Das muss man alles nicht neu erfinden, man kann es in weiten Teilen aus der Wolfsverordnung des Landes Brandenburg übernehmen“, so Bullinger. Drittens müssten klaren Schadensregelungen getroffen werden, sowohl für Nutztierrisse als auch für Verkehrsunfälle mit Nutztieren, die infolge von Wolfsattacken von ihrer Weide flüchteten. Zudem müssten die Grünen im Regierungslager endlich ihre naive Wolfsromantik beenden. „Der Wolf ist kein Schoßhund und Baden-Württemberg ist nicht die menschenleere Tundra Sibiriens“, sagte Bullinger.

Zu Presseberichten, wonach die neue Landtagsvizepräsidentin Kurtz ihren Vorsitz des Untersuchungsausschusses abgeben solle, sagte der Obmann der FDP-Landtagsfraktion im Untersuchungsausschuss Zulagen Ludwigsburg, Nico Weinmann:

„Die Grünen haben sich bei der Wahl der Landtagsvizepräsidentin offensichtlich nicht nur für das Scheitern der Reform des Landtagswahlrechts revanchiert, sondern straften die Vorsitzende des Untersuchungsausschusses auch dafür ab, dass sie den Vorsitz nicht abgeben will. Ich möchte Frau Kurtz darin bestärken, dem grünen Drängen nicht nachzugeben. Die sachliche und fundierte Sitzungsleitung zeichnet sie im zurückliegenden Jahr aus und ihre thematische Befassung mit den Vorgängen an der Verwaltungshochschule Ludwigsburg bereits in der letzten Wahlperiode schafft ihr einen unersetzbaren Wissensvorsprung. Fraglos ist sie unbequem für eine Ministerin, deren Aufklärungsinteresse an der Tür zu ihrem Ministerium endet.

Das Drängen der grünen Fraktion zeigt nicht nur, dass sie den Untersuchungsausschuss am liebsten sofort beenden würde, sondern auch wie schief der Haussegen derzeit in der Koalition hängt.“